Sprengstoffwerk Ulmerfeld-Hausmening

Dieses Thema im Forum "Militär, Rüstung, Zeitgeschichte 12.03.38-08.05.45" wurde erstellt von josef, 2. Juni 2008.

  1. josef

    josef Administrator Mitarbeiter

    Fragen an die Wissenden:

    Kam das Sprengstoffwerk in der Forstheide bei Ulmerfeld-Hausmening, SW von Amstetten, über das Planungsstadium hinaus ?

    Wurde gebaut und nahm es jemals den Betrieb auf ?

    Projektbetreiber war die Dynamit Nobel AG... leider sehr "dünne" Aktenlage!

    Bin Dankbar für jeden Hinweis,
    lg
    josef
     
  2. Andi18

    Andi18 Guest

    Hallo,

    soviel ich in erfahrung bringen konnte wurden alle Hallen fast fertig errichtet.
    der bau zögerte sich aber bis kriegsende hin und somit wurde das werk nicht mehr in betrieb genommen.

    es wurde nach kriegsende gesprengt oder zerbombt und so kam das gute bodengestein zum vorschein und es entstand viele jahre danach eine schottergrube.

    das einzige das noch übrig geblieben ist, ist der sogenannte judentempel, der sich etwas weiter nördlich befindet. (ca. 30 meter der derzeitigen schottergrube)

    lg, hoffe geholfen zu haben
     
  3. josef

    josef Administrator Mitarbeiter

    Hallo Andi,
    willkommen im Forum und besten Dank für die Info!

    lg
    josef
     
  4. heli100

    heli100 New Member

    Hier ein paar Bilder vom Judentempel:
     

    Anhänge:

  5. josef

    josef Administrator Mitarbeiter

    @heli100:
    Danke für Deinen 1. Beitrag bzw. Fotos hier im Forum.

    Dürfte der Rest einer Produktionshalle sein. Kennst Du die Hintergründe für die Bezeichnung "Judentempel"?

    lg
    josef
     
  6. Siehe:
    -> http://www.geocaching.com/seek/log.aspx?LUID=d1be460c-3d4b-4917-a1b9-5f44d357c2ac

    "Übrigens, das Bauwerk ist allen unter den Namen „Judentempel“ bekannt.
    Grund dafür ist sein Tempelartiges aussehen, und das hier viele Jüdische Gefangene zur Arbeit gezwungen wurden."

    ...wenns stimmt...
     
  7. heli100

    heli100 New Member

    Frage zu Bild 1,5,6: Warum ist der Judentempel auf einer Seite auf der Aussenseite mit Schwarzer Farbe eingestrichen? Und Innen Weiß? (Tarnanstrich)???

    Auf Bild 5 ist mit der weißen Farbe auf einer Säule ein Zeichen! Weis irgendwer was das bedeutet?
     
  8. andi_f

    andi_f New Member

    Hallo!

    Heute habe ich mir auch den "Judentempel" angesehen.
    Mein Onkel, der als Kind dort spielte meint aber, dass es nur diese Halle gab und sonst nichts. Warum hätten sie auch nur die eine Halle stehen lassen?
     
  9. heli100

    heli100 New Member

    Vor wie vielen Jahren war das als dein Onkel dort spielte???
    Den vor ca. 30 Jahren gab es die schottergrube samt Wirtschaftspark noch nicht, und die anderen Gebäude befanden sich genau dort!

    Diese wurden aber gesprengt als man begann hier Shotter abzubauen!
     
  10. andi_f

    andi_f New Member

    Hallo.
    Also ca. 1950 hat dort mein Onkel gespielt. Er war sich ziemlich sicher, dass dort nicht mehr gestanden ist.

    LG
     
  11. heli100

    heli100 New Member

    Es ist duch zahlreiche Befragungen von Bekannten ganz sicher das dort vor 35 Jahren noch viel mehr Gebäude gestanden haben.
    Es gibt Erzählungen von Schützengräben, Gebäuden, von 4x4x4m Großen Betonsockeln, Bunkern und Bombentrichtern die ja zum Teil heute noch vorhanden sind!

    Ich mache davon bald Bilder und stelle sie hier rein! :pueh:

    Mfg
     
  12. Theurets

    Theurets New Member

    Hallo Josef!

    Das war auch mein Spielplatz ab Anfang der 60-er Jahre. Es gab auch damals nur das eine Gebäude. Zusätzlich waren Richtung Bundesstraße einige Grundfesten von Baracken und Schützengräben erkennbar. Im Gebiet der heutigen Schottergrube gab es nur einige Sprengkrater, und einen teilweise zugeschütteten Brunnen.
    Es lag noch ziemlich viel Munition oberirdisch herum. Es waren Gewehrpatronen verschiedenster Bauart. In Erinnerung sind mir auch noch Teile von italienischen Handgranaten. Dazu kamen auch noch Bombenwurfkörper aus Beton, die als Übungsmunition für die Luftwaffe hergestellt wurden.
    Wir hatten zwar auch Waffenfunde in der Gegend, doch auf dem Areal des Judentempels gab es ausschließlich Munitionsfunde.
    Viel Munition lag direkt im "Judentempel", aber letztlich war der ganze Wald verseucht damit. Das kam daher, dass die Russen nach dem Krieg die aufgefundene Munition in die Luft sprengten, wobei auch scharfe Teile in die Umgebung flogen.
    Für uns Kinder war es ein Spaß, das Blättchenpulver aus den Patronen zu holen und anzuzünden. Heute ist nichts mehr da. Zum einen, weil wir alles "verbrauchten", was die Buntmetallsammler übrig gelassen hatten. Und in den 70-er Jahren wurde der Judentempel bei den damals üblichen Wandertagen der Feuerwehr als Labestelle genutzt. Die Feuerwehr reinigte das Gelände vorher (Da war ich auch dabei).
    Meine Tante hat als junges Mädchen dort kurz gearbeitet. Und gibt es noch immer ältere Semester, die selber Beobachtungen gemacht haben. Auch die erzählen nur von einem festen Gebäude und mehreren Baracken.
    Zusammengefasst sollte hier ein Werk zur Aufarbeitung von Ablauf- und Beutemunition entstehen. Ein Zeitzeuge berichtete mir, dass auch große Fliegerbomben im Gelände lagen - aus denen offenbar der Sprengstoff gewonnen werden sollte. Tatsächlich dürfte die Produktion in bescheidenem Maße angelaufen sein, doch das Kriegsende verhinderte den weiteren Ausbau.
    Die Tante ist leider vor kurzem verstorben. Aber es gibt den Onkel noch, den ich dazu auch noch befragen kann.

    LG
     
  13. josef

    josef Administrator Mitarbeiter

    Hallo Willi:

    Willkommen im Forum und :danke für den "Einstiegsbeitrag"!

    Nach den bisherigen Erkenntnissen dürfte das Werk nicht mehr fertiggestellt bzw. in Vollbetrieb gegangen sein...

    lg
    josef
     
  14. Theurets

    Theurets New Member

    Hallo Josef!

    Ich weiß was neues zum Sprengstoffwerk. Geplant war eine gigantische Sprengstofffabrik von Neufurt Richtung Kematen. Das Gelände begann in Neufurt gegenüber dem damaligen Sägewerk Rauscher. Dort standen ein Direktionsgebäude und einige Baracken. Nach dem Krieg wurden dort sogenannte Villen" gebaut. Das sind die älteren Häuser, die heute noch stehen.
    Das Areal erstreckte sich bis zum Weißen Kreuz, wo ebenfalls Baracken standen. Es gab für Transporte eine Feldeisenbahn bis zum Judentempel. Die Trasse ist heute noch vorhanden. Es ist der Forstweg, der auf halber Strecke zwischen dem Waldbeginn und dem Weißen Kreuz liegt.
    Es sollte die gesamte Forstheide verbaut werden. Deshalb wurde nicht die B 121 mit einer Betondecke versehen, sondern jene Straße, die beim Weißen Kreuz Richtung Aschbach abbiegt. Die heißt heute noch im Volksmund "Betonstraße", obwohl längst sphalt drauf liegt. Irgendwo im Bereich Kematen hätte dann die Betonstraße wieder auf die B 121 zurück führen sollen.

    LG - Theurets
     
  15. josef

    josef Administrator Mitarbeiter

    Hallo Willi,
    besten Dank für die weiteren Infos!

    Habe seit den letzten Postings im Vorjahr folgendes erfahren:
    Von der "Rudolfsbahn" war eine normalspurige Anschlussbahn in das Waldgelände geplant. Ob diese jedoch noch zur Ausführung kam, kann ich nicht sagen. Die Abzweigweiche sollte zwischen Streckenkilometer 5 u. 6 (von AM ausgehend) liegen, siehe Karte. Die Trasse ist heute noch auf Luftbildern (und Karte) zu erkennen, könnte aber sein, dass dort nur mehr die von dir erwähnte Feldbahn errichtet wurde...?

    Karte: NÖGIS
     

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  16. didi42

    didi42 Member

    Judentempel

    Auch meiner Freundin ist diese Halle noch aus Jugendzeiten bekannt.

    [YouTube]UpGgEStda3g[/youtube]

    Gruß: Dieter
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 31. Juli 2016
  17. Heimatforscher

    Heimatforscher New Member

    Hallo
    Anbei ein paar Fotos der auch hier erwähnten Fundamenten von der gegenüber liegenden Bundesstraßen Seite.
     

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  18. Heimatforscher

    Heimatforscher New Member

    weitere Bilder..
     

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  19. Heimatforscher

    Heimatforscher New Member

    Judentempel Richtung Ybbs haben ich auch diesen "Unterstand" gefunden. Mehr zufällig.. Der Sehschlitz ist im abfallenden Gelände neben einen Weg, im Normalfall nicht sichtbar. Weder von oben noch von der Ybbs selbst.
    Habe für die Fotos damals die Sicht freigeräumt.
     

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  20. sklenar

    sklenar New Member

    Anbei ein Ausschnitt von Google-Maps - zur besseren Orientierung.;) .........ein weitere Ansicht von oben, mit Kennzeichnung wo ich Reste von Säulenfundamenten fotografiert habe.
     

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