Kriegsrelikt
Österreichisches Geschütz aus Erstem Weltkrieg in Italien entdeckt
Das Artelleriegeschütz "Langer Georg" galt seit Kriegsende als verschollen. Es wurde nun in fast vier Metern Tiefe lokalisiert
Vom "Langen Georg" gibt es keine Fotos. Hier sehen Sie, wie österreichische Soldaten ein kleineres Artelleriegeschütz im Ersten Weltkrieg durch einen Bergfluss transportieren.
imago stock&people
Rom/Wien – Im Raum Treviso in der norditalienischen Region Venetien ist der "Lange Georg" wieder aufgetaucht - jenes österreichische Geschütz aus dem Ersten Weltkrieg, das an mehreren Frontabschnitten eingesetzt wurde. Es schleuderte Granaten von 700 Kilo Gewicht über Dutzende von Kilometern und galt seit Kriegsende als verschollen. Das imposante Artilleriegeschütz war eine 98 Tonnen schwere Kanone mit einer Rohrlänge von fast 16 Metern. Deshalb erhielt es den Beinamen "Langer Georg".
Spur verloren
Die Waffe wurde von der k. u. k. Armee in der Ortschaft Calceranica al Lago aufgestellt, um den italienischen Kommandostand in Asiago zu bombardieren. Die beiden Orte liegen in Luftlinie etwas mehr als 20 Kilometer voneinander entfernt – also durchaus in Reichweite dieser tödlichen Waffe. Das war im Jahr 1916.
Später wurde der in den Skoda-Werken in Pilsen gebaute "Lange Georg" nach Opicina auf dem Triester Karst verlegt, um die italienischen Stellungen in Grado und bei Punta al Tagliamento zu bekämpfen, danach nach Gorgo al Monticano, unweit von Oderzo in der Provinz Treviso. Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs verlor sich jede Spur der Skoda-Schiffskanone – trotz ihrer beachtlichen Größe.
Der Einsatz zweier venezianischer Heimatforscher, Danilo Pellegrini und Luciano Chiereghin, hat nun das Geheimnis um dieses Stück Artillerie gelüftet, wie Medien berichteten. Die Skoda-Kanone befindet sich offenbar noch immer dort, wo sie damals zurückgelassen wurde – unter dem Schlamm begraben, der durch die von der fliehenden k. u. k. Armee verursachte Überschwemmung entstanden war. Pellegrini und Chiereghin konnten anhand österreichischer Militärdokumente den Standort des Geschützes eingrenzen. Es liegt in etwa vier Metern Tiefe auf einem Gelände in der Gemeinde Oderzo.
Sitzung einberufen
Die Analyse von Satellitenbildern mittels Google Earth Timelapse und Landsat des US Geological Survey bestätigte das Vorhandensein einer massiven Metallstruktur, deren Maße genau jenen der Skoda-Schiffskanone entsprechen. Weitere Untersuchungen mit Spezialgeräten und technischen Experten brachten zusätzliche Belege – dies geschah im vergangenen Juni. Die beiden Forscher meldeten daraufhin den Fund des Skoda-Geschützes, ihres Wissens nach das einzige noch existierende Exemplar, den zivilen und militärischen Behörden in Italien.
Der Generalstab des italienischen Heeres hat offiziell sein Interesse bekundet und andere Behörden aufgefordert, eine Koordinierungssitzung einzuberufen, um über Maßnahmen zur Bergung und Aufwertung des Fundstücks zu beraten. Pellegrini und Chiereghin hoffen, dass ihre Entdeckung eines Tages eine würdige Ausstellung erhält – als bleibende Erinnerung an jene tragischen Ereignisse.
(APA, red, 6.11.2025)
Österreichisches Geschütz aus Erstem Weltkrieg in Italien entdeckt
Österreichisches Geschütz aus Erstem Weltkrieg in Italien entdeckt
Das Artelleriegeschütz "Langer Georg" galt seit Kriegsende als verschollen. Es wurde nun in fast vier Metern Tiefe lokalisiert
Vom "Langen Georg" gibt es keine Fotos. Hier sehen Sie, wie österreichische Soldaten ein kleineres Artelleriegeschütz im Ersten Weltkrieg durch einen Bergfluss transportieren.
imago stock&people
Rom/Wien – Im Raum Treviso in der norditalienischen Region Venetien ist der "Lange Georg" wieder aufgetaucht - jenes österreichische Geschütz aus dem Ersten Weltkrieg, das an mehreren Frontabschnitten eingesetzt wurde. Es schleuderte Granaten von 700 Kilo Gewicht über Dutzende von Kilometern und galt seit Kriegsende als verschollen. Das imposante Artilleriegeschütz war eine 98 Tonnen schwere Kanone mit einer Rohrlänge von fast 16 Metern. Deshalb erhielt es den Beinamen "Langer Georg".
Spur verloren
Die Waffe wurde von der k. u. k. Armee in der Ortschaft Calceranica al Lago aufgestellt, um den italienischen Kommandostand in Asiago zu bombardieren. Die beiden Orte liegen in Luftlinie etwas mehr als 20 Kilometer voneinander entfernt – also durchaus in Reichweite dieser tödlichen Waffe. Das war im Jahr 1916.
Später wurde der in den Skoda-Werken in Pilsen gebaute "Lange Georg" nach Opicina auf dem Triester Karst verlegt, um die italienischen Stellungen in Grado und bei Punta al Tagliamento zu bekämpfen, danach nach Gorgo al Monticano, unweit von Oderzo in der Provinz Treviso. Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs verlor sich jede Spur der Skoda-Schiffskanone – trotz ihrer beachtlichen Größe.
Der Einsatz zweier venezianischer Heimatforscher, Danilo Pellegrini und Luciano Chiereghin, hat nun das Geheimnis um dieses Stück Artillerie gelüftet, wie Medien berichteten. Die Skoda-Kanone befindet sich offenbar noch immer dort, wo sie damals zurückgelassen wurde – unter dem Schlamm begraben, der durch die von der fliehenden k. u. k. Armee verursachte Überschwemmung entstanden war. Pellegrini und Chiereghin konnten anhand österreichischer Militärdokumente den Standort des Geschützes eingrenzen. Es liegt in etwa vier Metern Tiefe auf einem Gelände in der Gemeinde Oderzo.
Sitzung einberufen
Die Analyse von Satellitenbildern mittels Google Earth Timelapse und Landsat des US Geological Survey bestätigte das Vorhandensein einer massiven Metallstruktur, deren Maße genau jenen der Skoda-Schiffskanone entsprechen. Weitere Untersuchungen mit Spezialgeräten und technischen Experten brachten zusätzliche Belege – dies geschah im vergangenen Juni. Die beiden Forscher meldeten daraufhin den Fund des Skoda-Geschützes, ihres Wissens nach das einzige noch existierende Exemplar, den zivilen und militärischen Behörden in Italien.
Der Generalstab des italienischen Heeres hat offiziell sein Interesse bekundet und andere Behörden aufgefordert, eine Koordinierungssitzung einzuberufen, um über Maßnahmen zur Bergung und Aufwertung des Fundstücks zu beraten. Pellegrini und Chiereghin hoffen, dass ihre Entdeckung eines Tages eine würdige Ausstellung erhält – als bleibende Erinnerung an jene tragischen Ereignisse.
(APA, red, 6.11.2025)










