Österreichisches Kriegsgefangenenlager Eger (Böhmen) im 1. Weltkrieg

#1
Hallo zusammen, ich suche Informationen über das Kriegsgefangenenlager in Eger (Böhmen), insbesondere über muslimische Kriegsgefangene der russischen Armee: Fotos ( Moschee, Alltag im Lager, Portraits der Kriegsgefangenen usw), Links, Hinweise usw. Wäre sehr-sehr dankbar)))
Im Anhang: Lagermoschee im 1916
 

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josef

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#2
Hallo zusammen, ich suche Informationen über das Kriegsgefangenenlager in Eger (Böhmen), insbesondere über muslimische Kriegsgefangene der russischen Armee:
Fand in der Eile keinen Hinweis auf ein Kriegsgefangenenlager in Eger während des WKI. Auch ein kurzer "Durchlauf" mittels KI brachte (zumindest vorerst) keinen Erfolg:

Verschiedene Fragestellungen - Übersicht mit KI:

Es gibt keine Hinweise auf ein Kriegsgefangenenlager namens "Eger" im Ersten Weltkrieg. Die Stadt Eger (heute Cheb in der Tschechien) war während des Ersten Weltkriegs Teil des Königreichs Böhmen im österreichisch-ungarischen Reich. Die größten Kriegsgefangenenlager in der Donaumonarchie waren Sigmundsherberg und Kaisersteinbruch. Es ist möglich, dass die Frage auf ein anderes Lager abzielt oder es sich um eine Verwechslung handelt.
  • Kriegsgefangenenlager in der Donaumonarchie: Die Donaumonarchie betrieb mehrere große Kriegsgefangenenlager, von denen Sigmundsherberg eines der größten war. Auch Kaisersteinbruch diente als Lager, wurde aber später umbenannt und war ursprünglich ein Durchgangslager.
  • Kriegsgefangene im Ersten Weltkrieg: Insgesamt gerieten Millionen von Soldaten in Kriegsgefangenschaft, und es gab über 300 deutsche Lager sowie zahlreiche Lager auf der Seite der Mittelmächte und der Entente.
  • "Eger" im Ersten Weltkrieg: Eger war zu dieser Zeit ein Teil des Königreichs Böhmen und somit Teil der österreichisch-ungarischen Monarchie. Es gibt keine historischen Aufzeichnungen, die auf ein Kriegsgefangenenlager in oder bei Eger während des Ersten Weltkriegs hindeuten.

Es gab im Ersten Weltkrieg keine spezifischen Kriegsgefangenenlager für russische Muslime in Eger; die deutschen Bemühungen, muslimische Gefangene zu rekrutieren, konzentrierten sich auf das "Halbmondlager" in Wünsdorf bei Zossen, Brandenburg
. Die russische Armee war jedoch eine Multi-Ethnische und Multi-Religiöse Armee, sodass in den vielen deutschen Lagern auch muslimische Kriegsgefangene aus russischen Gebieten inhaftiert waren. Der Kriegsgefangenenfriedhof Zehrensdorf, südlich von Berlin, ist ein Zeugnis dieser muslimischen Gefangenen aus der zaristischen Armee, auf dem über 400 meist muslimische Soldaten bestattet sind.


Während des Ersten Weltkriegs richtete Österreich-Ungarn mehrere Kriegsgefangenenlager ein, um russische Kriegsgefangene aufzunehmen. Unter den Insassen waren auch muslimische russische Gefangene, auch wenn diese nicht immer explizit als separate Gruppe aufgeführt sind
. Die größten Lager befanden sich in Freistadt (Oberösterreich), Knittelfeld (Steiermark) und in Grödig bei Salzburg, wobei die Lebensbedingungen anfangs oft sehr schlecht waren.
 

josef

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#4
Fand nach weiterer Sucharbeit nun doch etwas, da dürfte die KI noch nicht voll durchschlagen:

Der Anthropologe und Ethnograph Rudolf Pöch fertigte für Forschungsarbeiten 1915 kurze Filme über Kriegsgefangene in den Lagern Eger, Reichenberg und Theresienstadt an:

Rudolf Pöch – Als Anthropologe im Kriegsgefangenelager | Mediathek

...und zu den Filmen:

https://austriaca.at/0xc1aa5572 0x002e33f2.pdf

... ÖWF-Film P 2208 unter dem Titel "Als Anthropologe im Gefangenenlager" die Erwähnung eines Kriegsgefangenenlagers in Eger
Textauszug Seite 3:
In diesem Kapitel geht es nicht allein um diejenigen Filmsequenzen, die Rudolf Pöch 1915 in den Kriegsgefangenenlagern Eger und Reichenberg gedreht hat.

Textauszug Seite 16:
Die Filme aus den Kriegsgefangenenlagern galten als verschollen, bis sie Anfang 1989 bei Recherchen im Österreichischen Filmarchiv in Laxenburg aufgefunden wurden.
 

Geist

Zeitgeschichte im Untergrund
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#6
Um dir helfen zu können, wäre es gut zu wissen, welche Quellen du selbst schon gefunden hast.

Von Robert Bleichsteiner gibt es auch Aufsätze zu seinen Erfahrungen in diesem Lager:
Robert BLEICHSTEINER: Bericht über meinen Aufenthalt im k.u.k. Kriegsgefangenenlager Eger
(15. Mai bis 25. Juni 1917), in: Berichte des Forschungsinstituts für Osten und Orient 1
(1917a), 81–86.
Robert BLEICHSTEINER: Kaukasische Forschungen im k.u.k. Kriegsgefangenenlager Eger, in:
Berichte des Forschungsinstituts für Osten und Orient 1 (1917b), 86–103.
 
#7
Aus welcher Quelle stammt das Foto?
Gibt es dazu einen erklärenden Bildtext?
Das Foto stammt eigentlich vom örtlichen Archiv der Stadt Cheb in Tschechien - Státní okresní archiv Cheb, und wurde in einer nicht veröffentlichen
Bachelorarbeit vom Jahr 2015 benutzt - da sind auch weitere sehr interessante Fotos zu sehen: (Kučerová, Pavlina: Zajatecký tábor v Podhradě u Chebu (1915 - 1918). Bakalářská práce. Liberec, 2015)
 
#8
Um dir helfen zu können, wäre es gut zu wissen, welche Quellen du selbst schon gefunden hast.

Von Robert Bleichsteiner gibt es auch Aufsätze zu seinen Erfahrungen in diesem Lager:
Robert BLEICHSTEINER: Bericht über meinen Aufenthalt im k.u.k. Kriegsgefangenenlager Eger
(15. Mai bis 25. Juni 1917), in: Berichte des Forschungsinstituts für Osten und Orient 1
(1917a), 81–86.
Robert BLEICHSTEINER: Kaukasische Forschungen im k.u.k. Kriegsgefangenenlager Eger, in:
Berichte des Forschungsinstituts für Osten und Orient 1 (1917b), 86–103.
Danke sehr für Information)
1. Diese und einige weitere Publikationen (z.B. von Rudolph Pöch und Ignac Kunos) kenne ich aus der kapitalen Forschung von Britta Lange (
Britta Lange. Die Wiener Forschungen an Kriegsgefangenen 1915–1918 Anthropologische und ethnografische Verfahren im Lager. Wien 2013.
2. Einige Quelen (leider nicht so viele) habe ich im Hofarchiv und Kriegsarchiv gefunden (vor zwei Jahren habe ich in Wien zwei Wochen verbracht)
3. Sehr wichtig und interessant war für mich die "Egerer Zeitung" ( in PDF-format online zugänglich).
4. Es gibt auch ein Paar kurze und nicht so informative Veröffentlichungen auf Türkisch.
Es schafft für mich ein Problem, daß ich nicht in Deutschland oder nicht in Österreich bin - nicht alle Veröffentlichungen (Volltexte) finde ich im Internet.
 
Zuletzt bearbeitet:
#10
Fand nach weiterer Sucharbeit nun doch etwas, da dürfte die KI noch nicht voll durchschlagen:

Der Anthropologe und Ethnograph Rudolf Pöch fertigte für Forschungsarbeiten 1915 kurze Filme über Kriegsgefangene in den Lagern Eger, Reichenberg und Theresienstadt an:

Rudolf Pöch – Als Anthropologe im Kriegsgefangenelager | Mediathek

...und zu den Filmen:

https://austriaca.at/0xc1aa5572 0x002e33f2.pdf

... ÖWF-Film P 2208 unter dem Titel "Als Anthropologe im Gefangenenlager" die Erwähnung eines Kriegsgefangenenlagers in Eger
Textauszug Seite 3:
In diesem Kapitel geht es nicht allein um diejenigen Filmsequenzen, die Rudolf Pöch 1915 in den Kriegsgefangenenlagern Eger und Reichenberg gedreht hat.

Textauszug Seite 16:
Die Filme aus den Kriegsgefangenenlagern galten als verschollen, bis sie Anfang 1989 bei Recherchen im Österreichischen Filmarchiv in Laxenburg aufgefunden wurden.
Danke für diese Hinweise!) Die Publikation von Britta Lange ist mir gut bekannt. Ich kenne auch die Veröffentlichungen von Rudolph Pöch).
 
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