Achensee Dampf-Zahnradbahn

josef

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#21
Achenseebahn dampft in Richtung Weltkulturerbe
Nach intensiven Wartungsarbeiten an der Strecke kam es zur ersten Charterfahrt der Achenseebahn in einem krisengeschüttelten Jahr.


Startklar für die erste Personenbeförderung im heurigen Jahr war die Achenseebahn am Samstag.
Die 60 Salzburger an Bord waren von der Fahrt begeistert.
© Zwicknagl

Jenbach – Nach vielen Dämpfern in diesem Jahr gibt es wieder Lichtblicke für die Achenseebahn, die Ende März in die Insolvenz schlitterte. Als am Samstag die Bahn von Jenbach Richtung Achensee keuchte, hatte sie rund 60 Passagiere aus Salzburg an Bord. „Ich sehe das als Solidarität der Salzburger Transportlogistik Gesellschaft, die samt ihrem Chef Gunther Pitterka die Fahrt genoss“, freut sich Eisenbahnchef Martin Uhlig, der damit kräftigen Rückenwind über die Landesgrenzen hinaus verspürt. Natürlich geschah das mit dem Einverständnis des Masseverwalters Herbert Matzunski, wie Uhlig betont. Schließlich brauche man nichts nötiger als Geld.

Stolz waren auch die Betriebsleiter Heino Seeger und Gunter Mackinger, die aus Ersparnisgründen als Bremser agierten, auf den ersten Auftritt der Bahn im Jahr 2020 mit zwei grünen Waggons. Und im Führerstand der Lok Georg stand eine junge Dame und schaufelte fleißig Kohlen. Als Heizerin will nämlich Marlene Perlot aus Eben klein beginnen und einmal Lokführerin bei der Achenseebahn werden, wie sie energisch vermerkt. Schließlich sei schon einer ihrer Vorfahren Lokführer bei der Dampfzahnradbahn gewesen.


Für Marlene Perlot aus Eben, die Lokführerin werden will, war es die erste Fahrt als Heizerin am Führerstand.
© Zwicknagl

Die Bahnleitung bekam am Donnerstag von Walter Hauser, dem Chef des Denkmalamtes, und dessen Stellvertreterin Gabriele Neumann Besuch. Die beiden gingen die ganze Strecke ab. Der Grund: Die Achenseebahn soll Weltkulturerbe werden. Ein Konkurs der Bahn könnte nämlich die Zerschlagung der Eisenbahn und die „Versilberung“ ihrer Einzelteile zur Folge haben. Loks und Waggons sollten nicht in Museen landen und die Zahnstange nicht nach Funchal auf Madeira übersiedeln. Das wäre ein Horrorszenario für die Freunde der Bahn.

Was sagt Walter Hauser zum Thema Weltkulturerbe? „Das Prüfverfahren dazu wird eingeleitet. In ein paar Monaten wird der Endbericht vorliegen. Es schaut aber so aus, als ob es eine Win-win-Situation geben könnte.“

Die Strecke sei sehr ursprünglich erhalten, Schwächen ortet er eher in den technischen Gebäuden. Die Bahnleitung halte er für kompetent. Einen ersten Bericht gab Hauser schon im Büro von LHStv. Josef Geisler ab. Und Uhlig freute sich über ein Zusammentreffen mit Christoph Bazil, dem Präsidenten des Bundesdenkmalamtes.
Dienstag, 9.06.2020 ,Tiroler Tageszeitung - von Walter Zwicknagl
Achenseebahn dampft in Richtung Weltkulturerbe | Tiroler Tageszeitung Online
 

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#22
Achenseebahn: Land zahlt laufende Kosten
Seit einem halben Jahr steht die Achenseebahn still, das Unternehmen ist in Konkurs. Die Landesregierung sprach sich für eine Rettung aus. Der Landtag beschloss in der vergangenen Woche, dass das Land in der Zwischenzeit die monatlichen Kosten übernimmt.
Online seit heute, 6.06 Uhr
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Im März wurde das Insolvenzverfahren über das Unternehmen hinter der Achenseebahn beantragt. Trotzdem fallen weiter Kosten an, etwa für die Instandhaltung der Bahn und für die Mitarbeiter. Diese sollen jetzt von Land Tirol mit 50.000 Euro pro Monat gedeckt werden.

Gleichzeitig soll ein Gutachten klären, welche Risiken es im Falle einer Übernahem durch das Land gibt, berichtete Dominik Mainusch. Erst dann könne es zu Verkaufsgesprächen kommen.

Achenseebahn
Ein Bild aus vergangenen Zeiten, als die Achenseebahn noch fuhr

Stilllegung eventuell teurer als Erhalt
Würde die Bahn gleich stillgelegt, wäre das wahrscheinlich teurer, meinte der Grüne Klubobmann Gebi Mair. Die Sanierung würde demnach mindestens gleich viel wie der Erhalt kosten. In einer moderneren Variante könne die Bahn auch weiter touristisch erfolgreich sein, heißt es. Ob die Bahn im ersten Halbjahr 2021 wieder in Betrieb gehen kann, ist derzeit noch nicht absehbar.

Die Achenseebahn ist die älteste schmalspurige Zahnradbahn Europas, die 1889 eröffnet wurde. Betrieben wird sie mit Dampflokomotiven. Die Bahn verkehrte bis Ende März zwischen Jenbach und dem Seespitz am Achensee. Dann musste sie Konkurs anmelden – mehr dazu in Achenseebahn ist in Konkurs
19.10.2020, red, tirol.ORF.at
Achenseebahn: Land zahlt laufende Kosten
 
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