josef

Administrator
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#21
Weshalb hätte der Zug nicht über Busweis-Mauthausen-Donauuferbahn kommen können? Mit Start in Pilsen. Die zweite Strecke über Retz hatte ich mir ursprünglich überlegt.
Aus mehreren Gründen:

Mauthausen-Krems war (ist) eine Nebenstrecke ohne groß ausgebaute Infrastruktur in den wegen der Bombardierung des Kremser Bf. möglichen Ausladebahnhöfe wie Stein-Mautern oder Dürnstein.

Bei einer Zuführung zu den vorgenannten, oder auch noch westlicher gelegenen Bahnhöfen wie Weißenkirchen, Spitz usw. hätten die Truppen auf der seinerzeit noch nicht ausgebauten Wachaustraße mit erheblichen Behinderungen beim Weitertransport Richtung Osten rechnen müssen. Zu dem Zeitpunkt gab es im engen Donautal schon ein Chaos durch nach Westen strömende Flüchtlingskolonnen...

Als ausgebaute Hauptstrecken boten sich daher für diese Destination die FJB über Gmünd bzw. die NWB über Znaim am ehesten an, um in die bereits kurz beschriebenen Einsatzräume der 3 Regimenter zu kommen. So z.B. die Überlieferung "Regiment "Konopacki": Ca. 11.04.45 nördlich Tulln eingetroffen"...

Außerdem war der nur mit einem Ausweichgleis ausgestattete Bf. Stein-Mautern nach der Bombardierung des Bf. Krems bis zur Wiederherstellung provisorischer Durchgangsgleise der Betriebsendpunkt der Donauuferbahn für einen Notbetrieb. Da wäre sicher kein Platz mehr für sonstige Aktivitäten gewesen...

Dei SS hatte den Retzer Keller vermessen?! es gab wohl auch Einlagerungen von Dokumenten dort, die dann ebenfalls wohl Anfang April 1945 wieder von der SS abgeholt wurden. Ist das richtig so?
Dazu gibt es nur vage Angaben/Überlieferungen! Hat aber sicher nichts mit den Kampftruppen zu tun...

http://www.geheimprojekte.at/t_retz2.html und http://www.geheimprojekte.at/t_retz1.html

lg
josef
 
#22
Retzer Einlagerung von Dokumenten

Hallo an Alle!

mein Großvater war an der Verlagerung von Akten, hauptsächlich Wehrmeldeamt beteiligt. Ursprünglich sollten die Akten Anfang April in Retz eingelagert werden, wurden dann gegen den 10.April 1945 auf Anweisung von Oben (Wer weis ich nicht) über das Waldviertel nach Linz gebracht. Der weitere Verbleib ist mir nicht bekannt.

Außerdem halte ich den Retzer Keller für die Lagerung von Akten für ungeeignet, da dort eine zu hohe Luftfeuchtigkeit herrscht.

lg M
 
#23
J...Aus dem Buch des Herrn Richard RICHTER, „Die Geschichte der DONAU-CHEMIE" entnehmen wir, dass die Hafenanlagen an der Donau im Werk Pischelsdorf zu einem Drittel für die Trasdorfer Anlagen vorbehalten waren, um die Mittel für Forschung, Erzeugung und Lagerung der V2-Raketen auch auf dem Wasserweg zu- und abtransportieren zu können.
R.Richter schreibt aber im DC-Buch (mit Dokumenten belegt), dass dies nur im Projektstadium geplant war, die Wehrmachtsstellen aber die Nutzung des Donaukais für das Lager Trasdorf zurückzogen! Stimmt auch von den Jahresangaben nicht überein, als die Umschlaglände geplant wurde, war vo einer V2 noch keine Rede, usw. ...

lg
josef
Die Kombination Rakete - Schiff halte ich für verfolgendswert!
Kann einer bitte das Zitat hier mal einstellen?

Ursprünglich sollten die Akten Anfang April in Retz eingelagert werden, wurden dann gegen den 10.April 1945 auf Anweisung von Oben (Wer weis ich nicht) über das Waldviertel nach Linz gebracht.
Kann es sein das die finalen Rückzugsräume der Wehrmacht (Lage Front zur Kapitulation) dabei beachtet wurden?
 
P

pupidu

Guest
#24
Lieber josef,

vielen Dank für die wertvolle Information.

Mauthausen-Krems war (ist) eine Nebenstrecke ohne groß ausgebaute Infrastruktur in den wegen der Bombardierung des Kremser Bf. möglichen Ausladebahnhöfe wie Stein-Mautern oder Dürnstein.
Das ist wichtig zu wissen, dass die Strecke, trotz Nebenstrecke noch frei befahrbar war. Damit konnten Sie bis Stein-Mautern fahren, der Zug war durch die vielen Tunnels nicht ganz ungeschützt. Auch wen es eine Nebenstrecke war. Gerade vielleicht deshalb war die Strecke taktisch ideal.

Gab es eigentlich einen Zubringer seinerzeit zum Gefängnis Stein? Die Strecke lief doch relativ in der Nähe des Gefängnisses? Ich glaube das sind nicht mal 500 Meter, wie ich das letzte mal da entlang geradelt bin!

Zu dem Zeitpunkt gab es im engen Donautal schon ein Chaos durch nach Westen strömende Flüchtlingskolonnen...
Ich gehe mal davon aus, dass sich eine Prützmann'sche SS-Einsatzgruppe dort sehr schnell Platz schaffte sollten Sie tagsüber unterwegs gewesen sein.

War eigentlich der Gasthof, der an der alten Straße nach Unterloiben von Stein aus allein stehend in den Weingärten steht, um 1945 noch als Gasthof in Betrieb? Wer hat den bewirtschaftet? Heute ist das ein Privathaus, aber das Gasthof-Schild steht noch dran.

LG Ralf
 
P

pupidu

Guest
#25
Außerdem halte ich den Retzer Keller für die Lagerung von Akten für ungeeignet, da dort eine zu hohe Luftfeuchtigkeit herrscht.
Das denke ich auch. Gut geeignet für Wein, aber weniger für Papier. Es waren dort also keine wichtigen Dokumente eingelagert. Ist halt die Frage, war es die SS, die die Dokumente nach Linz brachte oder die Wehrmacht oder wer auch immer.
 
P

pupidu

Guest
#26
Die Kombination Rakete - Schiff halte ich für verfolgendswert!
Kann einer bitte das Zitat hier mal einstellen?
http://www.tullnerfeld.info/alte_dorfblaetter/Ausgabe14/seite10.htm

Her mal ein Link anbei! Da hatte ich einiges gelesen. Rückzugsraum könnte sein. Neben Thüringen. Bekannt ist, dass die Himmler, Prützmann & Co. nach Süden absetzen wollten. Kann gut sein, dass sie weiter Richtung Wien - Prag gehen wollten.

Das würde auch erklären, weshalb im Erzgebirge "Züge mit den Bernsteinzimmer", etc. auftauchten und die eigentlich wichtige Ladung nach Süd-Osten verbracht wurde. So wie ich erfahren habe, gibt es Anhaltspunkte, dass das Diebner'sche Labor sich sicherlich nicht in der Mittelschule befunden hat, sondern ein bisserl weiter außerhalb von Stadtilm.

Ich möchte nur wissen, wer da als diese Anlagen ausgeschachtet hat?
 

josef

Administrator
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#27
Ich würde es halt so interpretieren, dass in Zusammenhang mit der Abschussbasis in Frasdorf eine Produktion von angereichertem Uran in Mautern oder Umgebung geplant war. Kann sein, dass Sie die A-Bömbchen direkt in Mautern produzieren lassen wollten.
Will da mal ein wenig Dampf aus dem Kessel ablassen um mögliche utopische Spekulationen hintan zu halten:

In Trasdorf gab es keine Abschussbasis! Dort waren in einem Teil des Geländes der Munitionssichtungsstelle Lagerschuppen, die nach ihrer Bauart und Anordnung (Fischgrätenmuster), als Lagerstätten für das A4 gedient haben (könnten?)!

Primär interessant ist die Sache mit dem Dokument zu Mautern! Darüber ist mir bis jetzt noch nichts untergekommen...

lg
josef
 
P

pupidu

Guest
#28
Primär interessant ist die Sache mit dem Dokument zu Mautern! Darüber ist mir bis jetzt noch nichts untergekommen...
Dann ist das eher ein etwas überzogenes Geschichtchen, wie mir Opa vom Krieg erzählt hat. Wäre halt die Frage, ob das Bild aus den Blatt'l aus Frasdorf stammt oder irgendwo her aufgenommen wurde. Aber, ist nicht so wichtig.

Wegen der Dokumente müssen wir auch eine Antwort warten. ;-) Wegen der Positionierung der Heinkel-Fabrik, war wohl der Flugplatz Schwechat ein wichtiger Punkt nach Hinterbrühl zu ziehen.
 

josef

Administrator
Mitarbeiter
#29
Dann ist das eher ein etwas überzogenes Geschichtchen, wie mir Opa vom Krieg erzählt hat. Wäre halt die Frage, ob das Bild aus den Blatt'l aus Frasdorf stammt oder irgendwo her aufgenommen wurde. Aber, ist nicht so wichtig.
Jedenfalls haben die im "Gschichtl-Blattl" veröffentlichten V2-Fotos nichts mit Trasdorf zu tun! Sind nur "Symbolfotos" => siehe Vermerk auf Foto in Ausgabe 14 (V2 auf Meilerwagen) => "Luft Archiv"! Die Lubi sind natürlich "echt"...

Wegen der Dokumente müssen wir auch eine Antwort warten. ;-) Wegen der Positionierung der Heinkel-Fabrik, war wohl der Flugplatz Schwechat ein wichtiger Punkt nach Hinterbrühl zu ziehen
Wegen der laufenden Bombardierungen des Werkes Heidfeld (ex Fliegerhorst SW) wurde die Zellenfertigung für die V-Muster der He 163 in die Seegrotte nach Hinterbrühl verlegt. Die Endmontage und die Testflüge erfolgten nach wie vor am Platz SW-Heidfeld.

lg
josef
 
P

pupidu

Guest
#30
Frontverlauf zwischen 10.4. und 15.4.45

Hallo josef,

kennst Du den Frontverlauf in der Zeit zwischen dem 10.4. und 15.4.45? Nach Deinen Angaben habe ich einen Stricht gezogen zwischen Hollenburg, das Traisental hinauf bis St. Pölten. Wie ging es von da dann weiter in den Wienerwald?

Mit besten Grüßen
 
G

gerry70

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#31
Infos zu SS-KG Böhmen und Mähren

Hallo,

zufällig habe ich ein Buch eines Zeitzeugen erhalten der bei der besagten KG zwangsweise eingezogen wurde.

Auszug aus dem Buch:
,,Die SS-Kampfgruppe Böhmen und Mähren''
von April bis Mai 1945 von Dr. Erwin Peter:

Während dieser in den letzten Kriegswochen erfolgten Zusammenstellung wechselten auch öfters Namen und Führer dieser Einheit. So gab es vorerst ein KG der Waffen-SS namens ,,Trabandt', genannt nach dem Oberst der Waffen-SS, der sie führte, die mit den KG ,, Böhmen und Mähren''(letztere vorerst auch als KG Mähren bezeichnet ) aufgefüllt werden sollte.

Bereits Anfang April, nachdem ich mich erst eine Woche dort befand, wurden in unserer Kaserne in Prag -Rusin Alarmeinheiten aufgestellt, die aus Rekruten der in der Kaserne liegenden Ersatztruppenteilen, verstärkt durch Angehörige des letzten Kriegsjunkerlehrganges der SS Junkerschule Prag, bestanden.Die ersten Transporte wurden wurden in den Raum nördlich von Wien, in der Nähe von Zistersdorf geleitet und kamen dort zum Einsatz.

Die späteren Transporte wurden nach Krems geführt und dort zur Verteidigung des Brückenkopfes an der Donau eingesetzt. Diese ,,KG Siegmann''(,,Mähren'') unterstand dem ,,Korps von Bünau'' und diese wiederum der 6. Panzerarmee. Bereits am 7./8. April wurden Teile der KG von Beneschau aus nach Krems in Marsch gesetzt.

Meine Kameraden und ich wurden noch eine Woche einer Ausbildung am MG-SMG und 8cm Granatwerfer unterzogen als wir am -glaube ich 15.April als 1.Batailion Richtung österreichische Grenze transportiert wurden.

In Absdorf- Hippersdorf( Niederösterreich) rund 30 km östlich von Krems wurden wir mit unser Ausrüstung ausgeladen.
Dann ging es per Fussmarsch nach Krems wo wir bei Steinach Mautern die Donau Brücke überquerten.




Infos zur KG Böhmen & Mähren:

Mit dem 20.03.1945 begann SS Oberführer Wilhelm Trabandt als Kommandeur auf dem SS - Truppenübungsplatz,,Böhmen'' Beneschau, südlich Prag, im damaligen Protektorat ,, Böhmen und Mähren'' mit der Aufstellung seines Kampfverbandes der sich aus 3 Regimentskampftruppen zu je drei Batailonen sowie entsprechende Unterstützungseinheiten ( Artillerie, Pioniere usw.) zusammensetzen sollte. Die Führer und Unterführer waren das Lehrpersonal der Schulen sowie die Junker der letzten Lehrgänge der SS-Panzergrenadier-Schule Prosetschnitz- Kienschlag, der SS-Artillerie- Schule II Beneschau, der SS-Pionierschule Hradischko und der SS-Panzerjäger/Sturmgeschütz-Schule Jannowitz sowie der SS-Junkerschule Prag.

Folgende Einheiten stellten Soldaten zur Austellung ab:
SS Panzer-Grenadier-Ausb.u.Ers.Batailion 2 Prag-Rusin
SS Panzer-Grenadier-Ausb.u.Ers.Batailion 4 Pilgram bei Iglau
SS Panzer-Grenadier-Ausb.u.Ers.Batailion 10 Brünn Kuhberg
SS Panzer-Grenadier-Ausb.u.Ers.Batailion 16 Tschernowitze
SS Panzer-Grenadier-Ausb.u.Ers.Batailion 17 Iglau
die SS Pionier Ausbildungs und Ersatz-Bataillone 3 und 4
die SS Panzerjäger Ausbildungs und Ersatzabteilung 3 Chlum
und 4 Groß -Knowitz( dort auch die Reste der SS -Pz.Jg.-A.u.E.-Abt.1 oder
Kampfgruppe Kiss.

Die Regimenter:
Regiment Schulz
Regiment Siegmann
Regiment Konopacki

neben diesen Regimentskampfgruppen gab es noch eine Reihe anderer kleinerer Einheiten denen man der SS-KG B&M zurechnen kann:

SS KG Hstuf. Röhwer
eine gemischte SS Artilerie Abteilung SS- Obersturmbannführer Curtius
mehrer Pionier Alarmeinheiten bis zur Bat.Stärke sowie die Ende April unterstellte schwere SS Korps Artillerie Abteilung 503 unter Hstuf. Schnell.

Hoffe Euch eventuell mit dieser Info geholfen zu haben.

Quellenangaben:
Auszug aus dem Buch:
SS- KG Böhmen - Mähren von Dr.Erwin Peter
von Apil bis Mai 1945

Infos zum Autor:
http://de.wikipedia.org/wiki/Erwin_Peter

LG
Gerald
 

josef

Administrator
Mitarbeiter
#32
KG "Böhmen und Mähren"

Danke Gerald für die Wiedergabe des Buchauszuges!

Bestätigt meine Infos bezüglich der Ankunft/Entladung der Truppen östlich Krems, nördlich Tulln! Weiters meine Vermutung, dass die Zuführung über die FJB oder NWB Strecken erfolgte (=> Absdorf-Hippersdorf) und nicht über die Donauuferbahn aus Richtung Mauthausen bis Raum westlich Krems (Laufweg Budweis-Wartberg/Aist-Mauthausen-max. bis Stein/Mautern) !

lg
josef
 
#33
Lieber josef,

...

Interessant ist auch die Info, dass SS-Einheiten der SS-Division "Wallenstein", also die jungen Burschen hier gewesen sein sollen. Den diese SS-Division "Wallenstein" bringe ich eher mit Prag in Verbindung. Gab es eigentlich auch Aktivitäten rund um die Organisation "Werwolf" oder war das eher unbekannt hier in Ost-AT?

Werwolf-Aktivitäten gabe es, wenn man dem Buch von Fred Borth - "Nicht zu jung zum Sterben" glauben darf.

Zum Frontverlauf im Bereich St. Pölten bis Semmering kann ich folgendes Buch empfehlen:

Hans Egger, Franz Jordan - "Brände an der Donau"

Beide Bücher müsste es z.B. über www.zvab.at zu erwerben geben.
 
P

psYchL

Guest
#34
Kenn jemand eine gute Literatur betreffend den Kämpfen um Alland bzw. Heiligenkreuz? Ich komme aus der Gegend und würde mich dafür interessieren.

Vielen Dank.
 
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