Braunkohlengruben Neufeld - Zillingdorf - Pöttsching

H

Harald 41

Guest
#21
Schacht 2 Pöttsching

Hier befindet sich Ein Maschinenhaus und so wie es aussieht eine Umkehrstation für die Materialseilbahn und des weiteren noch der zweite Schacht mit einer kleinen Öffnung von ca. 10 x 10 cm, ist halt schwer hier hinunter ein Foto zu machen.
Dürfte tiefer als 10 Meter sein. Bis auf einen kleinen vorderen Teil des Maschinenhauses das wahrscheinlich gesprengt wurde ist der Rest relativ gut erhalten, nur die Natur holt sich langsam aber sicher alles zurück.

LG Harry
 

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J

JW200

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#23
Hallo,

1+1/2 der 4-achsigen Kohlewagen sind im Eisenbahnmuseum Schwechat erhalten geblieben.
19xx an Dampfkraftwerk Engerthstraße - dort vermutlich aber nie in Verwendung;
1966? an Wr. Maschinhändler;
1996 an VEF-Eisenbahnmuseum Schwechat

Wagenkasten vom "Wagen 2" des Dampfkraftwerkes:


Durchschusslöcher:


"Steyr" Achslager:


Mit einem Drehgestell das beim Feldbahnmuseum Freiland erhalten geblieben ist, kann zumindest einer der Wagen wieder zusammengebaut werden.



MfG

Stefan

www.eisenbahnmuseum.at
 
Z

Zwerg Bumsti

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#25
Nach Gesprächen mit mehreren Zeitzeugen bin ich endlich dahintergekommen woher die Sprengschäden an Maschinenhaus und Verladeanlage stammen.

Es waren, frei nach Meister Röhrich, wiedermal die Russen im Keller!

Die nach Kriegsende noch stehenden Teile der Seilbahn und der Fördertürme wurden von der Besatzungsmacht abgerissen und weggeschafft. Da man offenbar knapp an Metallsägen war, Sprenstoff aber massenhaft verfügbar hatte. Vielleicht auch weil Iwan und Pjotr zu faul zum Sägen waren? Sprengte man alle Träger einfach los und verlud die Trümmer auf LKWs.
Das ganze Material kann bei dieser Wahrhaft "Russischen" demontage nur noch Schrottwert gehabt haben.
Starke Sprengschäden finden sich auch an der Endstation der Seilbahnanlage im bereich oberhalb des, heutigen, Zillingdorfer Sees. Auch dort wurde so vorgegangen.
Möglichweise gab es hinter dem Ural auch eigene Trägerwiedergradklopferbrigaden. :lol1:
Das wäre noch zu recherchieren...
 
#27
Bin wieder mal über ein interessantes Dokument gespolpert. :pueh:

Man findet einen Auszug daraus auch im Netz: http://www.landesmuseum.at/pdf_frei_remote/VerhGeolBundesanstalt_1912_0167-0170.pdf

Danke! Sehr interessant.

Aber was mich stutzig macht ist:

"Außer an den schon genannten Orten Zillingdorf,mit dem angrenzenden, schon in Ungarn gelegenen Neufeld und Liechtenwörth"

Ist bei Lichtenwörth da nur der Flöz gemeint (Zillingdorfer Wald) gemeint? Aber soweit ich weiß war Lichtenwörth immer auf der österreichischen Seite in der K.u.K. Zeit. Und auch der Zillingdorfer Wald. Siehe Karte...

http://upload.wikimedia.org/wikiped...eblatt_4856-4_Wiener_Neustadt_Zillingdorf.jpg
 
Z

Zwerg Bumsti

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#28
Das dürfte nur etwas Unklar Formuliert sein. Mit in Ungarn gelegen wird wohl Neufeld gemeint sein.
Der Hauptflöz zieht sich ja weit bis auf ehem. Ungarisches Reichsgebiet hinein, zb. nach Pöttsching, Zillingtal und Steinbrunn.
 
#29
Der Hauptflöz zieht sich ja weit bis auf ehem. Ungarisches Reichsgebiet hinein, zb. nach Pöttsching, Zillingtal und Steinbrunn.
Ja, die Grenze nach Pöttsching (Pecsenyed) war ja nicht wirklich weit. Ich hab mich eh schon immer gefragt, warum das Lichtenwörther Gemeindegebiet so weit ins ehemalige West-Ungarn reinragt. Und warum das Mauthaus des Wiener Neustädter Kanals - Stich Pöttsching so hart an der Grenze liegt. Geld regiert die Welt. :)
 
Z

Zwerg Bumsti

Guest
#31
So viel ich weis sind die Gelb gezeichneten Linien, Strassen die dem Regionalverkehr dienen. Landes oder Reichsstrassen (Fernverkehr) sind Rot eingezeichnet.
 
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Chimaira

Guest
#32
Steinbrunn, Neufeld - Am Sturz

Hallo Ihr Lieben,

wer kann mir denn über diese Grundstück etwas sagen?
Bezüglich zu der Geschichte was VOR der Tennishalle wirklich dort war/ oder auch nicht war...:hilfe2::hilfe2:

Jetzt sollen ja Reihenhäuser und Wohnungen gebaut werden....

Ich hab da so einiges an Gerüchten gehört und würde nun gern wissen was da stimmt...
 
Z

Zwerg Bumsti

Guest
#33
Ich würde dort nicht Einziehen. :pueh:


Spass beiseite, kommt darauf an wo genau du meinst. Genau unter der Halle dürften Schächte liegen.
 
Z

Zwerg Bumsti

Guest
#34
Dort wo jetzt die Siedlung (Alfred Dallinger Weg) liegt, befand sich eine Grube aus dem 19. Jahrhundert. Die wurde mit allem Möglichen und Unmöglichen verfüllt. Unter anderem liegt die (Alte) Neufelder Kirche drinn.
Bis ende der 80er Jahre sah das dann wie eine Art Kraterlandschaft aus, allerdings mit Birken und Haselstauden bewachsen.
Als dann die Siedlung errichtet wurde hat einer der Grundstückseigentümer dort zb. das Untergestell eines Grubenhuntes, so wie jede Menge Schutt und Haufenweise Rundhölzer ausgegraben.
Dort wo man dann die Tennishalle aufstellte standen 2 (oder 3?) kleinere Ziegelgebäude. So viel ich weis gehörten die auch zum Bergwerk. Unter diesen Häusern verlief ein Schacht den ich noch selber gesehen habe.
Wo genau, bzw. wie viele Stollen dort verlaufen, müsste im Esterhazischen Archiv aufliegen.
Der Berg hinter der Tennishalle ist aufgeschüttet. Ich denke dass das alles der Aushub vom Bauernsee ist, es könnte aber auch etwas von den kleinen Seen dabei sein.
Vor 30 - 40 Jahren (als das Gelände noch unbebaut war) ging es da gut 20m steil runter und es gab richtige Schuttrinnen wie im Gebirge. Später hat man das ganze dann begradigt.

Wenn du Zeit hast können wir uns ja mal treffen und die Gegend ansehen.

LG Bumsti
 
#35
Karte aus 1873

Mir ist auf einer Karte aus dem Jahr 1873, welche sich auf der Wikipediaseite über Ebenfurth befindet, aufgefallen, dass eben dort im Bereich der ehemaligen Tennisshalle am ungarischen Werk, der Verlauf einer "Kohlebahn" war die anscheinend irgendwo nach dem Bahnhof von der
Trasse abzweigte.

http://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Aufnahmeblatt_4857-3_Eisenstadt_Klingenbach_Wulkaprodersdorf.jpg

Im Übrigen ist die Karte auch hinsichtlich der damaligen Straßenverläufe, den Grubenbahnen, den Berwerken (z.B. Zillingtal) interessant. Vorallem aber ist das Ende vom Pöttschinger Ast des Wr. Neustädter Kanals eingezeichnet.
Auch ein "Canal Haus" ist angeführt.
Hab´nach ein wenig Recherge herausgefunden, dass es sich hierbei um den Hafen Fondsgut handelt.
Das Fondsgut gibts ja heute noch, ist am Gemeindebebiet von Lichtenwörth
und gehört, denk´ich, der Fa. Schropper.
 
Z

Zwerg Bumsti

Guest
#36
Hallo Chicken, ich hab mir das Kartenblatt jetzt etwas genauer angesehen.

Die Endstelle der Kohlenbahn dürfte sich im Bereich Loobgrabenweg bzw. Haus Steinbrunnerstrasse 18 befunden haben.

Im Bereich der Tennishalle sieht man die beiden von mir erwähnten Gebäude

Eigenartigerweise sind im Bereich der ehem. Grube Trocknungshütten(?) des Ziegelofens eingezeichnet. Man scheint sich also (1873) noch nicht bis dorthin vorgearbeitet zu haben.

Andererseits liegt in diesem Bereich (Als das Gelände noch unbebaut war konnte man es sehen) ein Lager von blauem Ton.
Möglich dass man das auch gleich vor Ort verwendete und dadurch die Grube entstanden ist und man dann gleich zum Kohlenabbau überging.

Ich bin kein Geologe aber diese Tonart liegt denke ich über der Kohle?!?

LG Bumsti
 
Z

Zwerg Bumsti

Guest
#37
Nachtrag;

Der blaue Lehm liegt wohl zwischen den Kohleschichten, auf jeden Fall aber doch über(!) dem Hauptflöz.:

Neufeld-Formation
Im Bereich der Wiener Neustädter
Pforte wurde im Oberen Pannonium
die limnische Neufeld-Formation
(F. BRIX in F. BRIX & B. PLÖCHINGER,
1988: 44, Neufelder Schichten)
abgelagert. Sie erstreckt sich
als schmaler Streifen E Neufeld an
der Leitha nach Süden W Pöttsching
bis auf die Höhe von Wiener
Neustadt und ist im Norden noch S
Leithaprodersdorf aufgeschlossen.
Die Gesamtmächtigkeit der Neufeld Formation beträgt 700m.
F. BRIX in F. BRIX & B. PLÖCHINGER (1988) unterschied
die lignitreichen Unteren Neufelder Schichten
(„Zone“ F) und die sandig-tonigen Oberen Neufelder
Schichten („Zone“ G). Die Unteren Neufelder Schichten
bestehen aus Tonen, Sanden und Schottern. Die
bis zu 90 m mächtige Lignitentwicklung lässt sich in
eine Obere und eine Untere Kohlenzone gliedern.
Über die „Kohlenablagerungen bei Zillingdorf und
Neufeld“ berichtete schon J. CZJZEK (1851). Die Oberen
Neufelder Schichten werden von Sanden und
Sandsteinen aufgebaut, die mit sandigen Tonen und
Tonmergeln wechsellagern. Sie beinhalten nur mehr
sehr geringfügig Lignite. Das Hangende wird von
Schottern gebildet.
Sedimente des Pannonium,
Quelle; Erläuterungen zur
Geologischen Karte des Burgenlandes
1: 200.000
96 Abbildungen, 10 Tabellen und 4 Tafeln
Herausgeber:
Hans P. Schönlaub
 
C

Chimaira

Guest
#38
Es werden genau auf dem Grundstück der Tennishalle Am Sturz 1 Reihenhäuser und Wohnungen gebaut - genau diese Grundstück meine ich!



Esterhazy Dokumente? Wie sollte ich da Einsicht bekommen? :hilfe2:

Ich glaub ich brauch echt Hilfe......

LG
 
#39
Archiv

Dr. Gottfried Holzschuh
+43 (0) 2682 / 63004-505
g.holzschuh@esterhazy.at
Quelle: http://esterhazy.at/de/ueberuns/sammlungen/670250/Archiv-


Das Archiv der Burg

Auf Burg Forchtenstein befindet sich ein Teil des Esterházy-Archivs. Die hier aufbewahrten Archivalien dokumentieren die wirtschaftlichen Angelegenheiten der Familie Esterházy. Das Archiv dürfte seinen Ursprung bereits vor der Ära Esterházy auf Burg Forchtenstein haben, denn ein Übernahmeinventar aus dem Jahr 1622 erwähnt einen bereits umfangreichen Archivbestand aus Urbaren, Waisenbüchern und Protokollen.

Die Archivierung von Aktenmaterial wurde von der Familie Esterházy konsequent betrieben, was zur Folge hatte, dass das rasch anwachsende Archiv immer mehr Raum erforderte. Im Zuge der Erweiterung des Südtraktes im frühen 17. Jahrhundert wurden anschließend an die Kapelle neue Archivräume errichtet und auch neben der Schatzkammer Paul I. wurde ein weiterer, besonderer Archivraum eingerichtet, in dem nun die wichtigsten Besitzurkunden und Familiendokumente aufbewahrt werden sollten.

Als 1921 die Esterházy-Güter in einen burgenländischen und einen ungarischen Teil getrennt wurden, wurde auch das Archiv geteilt. Familiär bezogene Schriften gelangten damals nach Budapest in das Ungarische Staatsarchiv. Das Wirtschaftsarchiv der Familie Esterházy verblieb auf Burg Forchtenstein. Insgesamt werden heute 25 Räume als Archiv genutzt. Die Archivalien ergeben aneinander gereiht eine Länge von etwa zehn Kilometern.

Im Jahr 2000 wurde gemeinsam mit dem Burgenländischen Landesarchiv begonnen, wichtige und besonders gefährdete Bestände zu verfilmen. Mittels Lesegerät können heute die bisher hergestellten Mikrofilme von Forschern eingesehen, Kopien ausgedruckt bzw. die Daten auf elektronische Datenträger überspielt und somit weiterverarbeitet werden. Diese Mikroverfilmung wird auch in den kommenden Jahren fortgesetzt werden. Natürlich werden Dokumente auch regelmäßig einer Restaurierung zugeführt, vor allem die ältesten Urbare der Herrschaften Forchtenstein und Eisenstadt.

Adresse

Burg Forchtenstein
Melinda-Esterházy-Platz 1
7212 Forchtenstein
T +43 2626 812 12

Quelle: http://esterhazy.at/de/burgforchtenstein/680046/Das-Archiv-der-Burg



Damit solltest du schon ein Stück weiterkommen.

Das Esterházy-Archiv scheint gewaltig umfangreich zu sein, der Internetauftritt ist es jedenfalls.

lg siebzehn
 
#40
Grüß euch,

versuche hiermit das Thema wieder zu beleben. Besonders Interessiert mich die Anlage Rund um den Georg Schacht (hier auch als Schacht 2 bezeichnet). Folgende Fragen dazu:

-Zeigt das Bild werk 1928 001.jpg auf Seite 1 die Seilbahn vom Georg Schacht nach Zillingdorf Bergwerk?
-Wurde dort tatsächlich gefördert? Folgende Karte aus https://www.zobodat.at/pdf/ArchivLagerst-GBA_4_0001-0317.pdf zeigt kein Ausgebeutetes Gebiet auf.
Kohlet.png

Danke&LG Martin
 
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