Brenner-Basistunnel

josef

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#21
Fluss Eisack wird wegen BBT „eingefroren“
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Beim südlichsten Baulos des Brennerbasistunnels in Franzensfeste in Südtirol wird eine der beiden Hauptröhren vereist. Die neue Tunneltrasse kreuzt den Fluss Eisack – und um den Fluss in seinem ursprünglichen Flussbett zu belassen, sei eine Vereisung nötig.
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Der erste Verbindungstunnel auf der „Baustelle Eisackunterquerung“ wurde ausgebrochen, so die Errichtergesellschaft BBT SE am Donnerstag in einer Aussendung.

Kühlflüssigkeit am Boden des Flusses
Mit der Vereisung könne der erste der beiden Haupttunnel unter dem Fluss vorangetrieben werden. Eine erste Vereisungsphase wurde bereits im Herbst 2020 abgeschlossen. Bei dem Verfahren werde der Boden unter dem Fluss künstlich vereist, indem man Kühlflüssigkeit zirkulieren lässt, hieß es.
BBT SE
Hier wird mit der Vereisung bei Franzensfeste begonnen.

Konkret wird flüssiger Stickstoff in einen geschlossenen Kreislauf unter dem Flussbett injiziert, der eine Temperatur von minus 196 Grad erreicht. Dieser wird anschließend im gasförmigen Zustand in die Atmosphäre zerstreut. In einem weiteren Schritt werden die Temperaturen mit Hilfe von Salzlake auf einem Niveau von minus 30 bis minus 35 Grad aufrecht erhalten, damit der Boden gefroren bleibt. Damit wird der Vortrieb unter dem Fluss ermöglicht. Durch die Vereisungsmethode soll es zu keinen Umweltbelastungen kommen, so die BBT SE.

Tunnellänge von 138 Kilometern errichtet
Zum aktuellen Stand der Bauarbeiten des Brenner Basistunnels stellte die Errichtergesellschaft fest, dass vier Hauptbaulose in Umsetzung begriffen seien. Bis dato habe man 138 Kilometer der insgesamt im Projekt vorgesehenen 230 Kilometer errichtet. Davon entfielen 47 Kilometer auf den Haupttunnel, 51 Kilometer auf Erkundungsstollen sowie 40 Kilometer auf sonstige Tunnelbauwerke wie Zufahrtstunnel oder Logistikstollen.
Die Errichtung des Brennerbasistunnels liegt sowohl in Tirol als auch in Südtirol im Plan. Nur Deutschland hat bis jetzt noch keine Arbeiten vorgenommen. Derzeit sehen man auch keinen Bedarf für einen Neubau eines BBT-Nordzulaufs, sagte die bayerische Verkehrsministerin am Mittwoch – mehr dazu in Bayern stellt BBT-Nordzulauf in Frage.
11.03.2021, red, tirol.ORF.at
Fluss Eisack wird wegen BBT „eingefroren“
 
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josef

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#24
Bayern: Brennerzulauf zu 60 Prozent im Tunnel
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Die Deutsche Bahn hat am Dienstag die endgültige Trasse für den künftigen Brennerzulauf in Bayern präsentiert. Die deutsche Zulaufstrecke zum Brennerbasistunnel (BBT) soll östlich an Rosenheim vorbeiführen und zu 60 Prozent unterirdisch verlaufen.
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Mit der Vorstellung am Dienstag wurde die langjährige Trassensuche in Bayern abgeschlossen. Die Deutsche Bahn kündigte an, dass damit die Vorplanung für die sogenannte „violette“ Variante gestartet werde und in der Folge die Detailplanung erfolgen soll. In Bayern gibt es allerdings auch Widerstand aus der Bevölkerung gegen eine komplett neue Schienenstrecke, betroffene Anrainer befürchten zusätzliche Belastungen. Der deutsche Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) betonte bei der Präsentation, dass bei Planung und Realisierung der neuen Bahntrasse ein maximaler Schutz für Anwohner und Natur gewährleistet sein muss.

Zuletzt waren nach einer langen Vorauswahl noch vier mögliche Bahntrassen für die Strecke von der Grenze bei Kufstein bis nördlich von Rosenheim übriggeblieben, die farblich gekennzeichnet waren. Die Auswahl fiel auf die violette Variante, die östlich an Rosenheim vorbeiführt. Laut Deutscher Bahn seien die Trassen westlich von Rosenheim nicht realisierbar. Auf die Bedenken aus der Bevölkerung habe man auch mit dem hohen Tunnelanteil und vorgesehenen Lärmschutzbauten reagiert, die die violette Variante auch zur teuersten Trasse machen. Genaue Zahlen über die Kosten liegen allerdings nicht vor. Jetzt sind weitere Planungen notwendig, bevor der deutsche Bundestag in einigen Jahren die endgültige Entscheidung zu Bau und Finanzierung treffen soll.

Deutsche Bahn
Die violette Trasse wurde für den Neubau des deutschen Bahnzulaufs zum Brennerbasistunnel ausgewählt

Scheuer stellt Bedarf für neue Bahntrasse außer Frage
Der deutsche Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer stellte am Dienstag den Bedarf für eine neue Schienenstrecke in Deutschland für den Nord-Süd-Bahnkorridor über den Brenner außer Frage. Zuletzt hatte ja die bayerische Verkehrsministerin Kerstin Schreyer (CSU) die Notwendigkeit für den Neubau bezweifelt, weil es noch Kapazitäten auf der bestehenden Strecke gebe. Ihr Parteikollege Scheuer bekräftigte dagegen, dass es langfristig für eine leistungsfähige Bahnverbindung keine Alternative gebe, der Bedarf für den Neubau sei in Deutschland auch gesetzlich verankert.
Nach dem Zeitplan der Deutschen Bahn wird eine Fertigstellung des 54 Kilometer langen BBT-Nordzulaufs in Bayern für das Jahr 2038 angepeilt. Ob dieser Zeitplan angesichts von Widerständen samt rechtlichen Einsprüchen aus der Region halten kann, ist fraglich. Mitte der 2020er Jahre soll der Bundestag den Neubau laut Deutscher Bahn aber endgültig beschließen.

Zulaufstrecke in Bayern erst jahrelang nach BBT fertig
Der Bau der Zulaufstrecke in Deutschland wurde von Tiroler Seite seit Jahren mit Vehemenz eingefordert. Das Land befürchtet, dass ohne eine leistungsstarke Bahnstrecke zum Brennerbasistunnel die Verlagerung auf die Schiene nur eingeschränkt möglich ist und es damit kaum Entlastung für die Bevölkerung vom Lkw-Transit gibt.

Trotz der Trassenfestlegung in Deutschland war schon seit langem klar, dass die Zulaufstrecke in Bayern erst Jahre nach dem Brennerbasistunnel fertiggestellt sein wird. Zwar gab es auch beim BBT zuletzt Zweifel am Zeitplan, vor allem wegen der Vertragsauflösung für das Baulos Pfons-Brenner auf Nordtiroler Seite – mehr dazu in BBT: Mindestens ein weiteres Jahr verzögert. Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) hatte daraufhin eine Fertigstellung des Großprojekts bis 2030 verlangt.
BBT SE
Während der Brennerbasistunnel voll im Bau ist, beginnt für die Zulaufstrecke in Bayern erst die Vorplanung der festgelegten Trasse

An Grenze zu Tirol weitgehend unterirdisch
Die geplante Neubaustrecke in Deutschland verläuft an der Grenze zu Tirol fast vollständig unterirdisch. Auf österreichischer Seite soll die Bahnstrecke bei der Verknüpfungsstelle Schaftenau unter der Erde verschwinden und dann in Bayern teilweise parallel zum Inn im Tunnel bis nach Niederaufdorf führen. Nach der dort geplanten Verknüpfungsstelle führt die Trasse dann neuerlich unterirdisch nach Norden Richtung Rosenheim weiter, wobei der Inn im Tunnel unterquert wird. Die beiden größeren Tunnel der Neubaustrecke werden jeweils rund 13 Kilometer lang sein.
13.04.2021, red, tirol.ORF.at

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Bayern: Brennerzulauf zu 60 Prozent im Tunnel
 

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#25
Durchschlag unter vereistem Fluss geglückt
Den Arbeitern des Brenner-Basistunnels (BBT) ist am Montag der Durchschlag des ersten Haupttunnels unter dem Fluss Eisack bei Franzensfeste in Südtirol geglückt. Die Arbeiten zur Weströhre starteten vor rund einem Monat. Dafür wurde das Gelände mittels Stickstoff vereist.
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Beim südlichsten Baulos des Brennerbasistunnels in Franzensfeste wurde das Gelände im Bereich der Baustelle mit Stickstoff vereist. Damit die Temperatur weiter niedrig bleibt, wurde dann Salzlake verwendet. Bei der Bodenvereisung entsteht eine Eisummantelung rund um den zu schaffenden Tunnel – mehr dazu in Fluss Eisack wird wegen BBT „eingefroren“. So kann ein sicherer Vortrieb unterhalb des Flusses gewährleistet werden, erläuterte die BBT in einer Aussendung am Dienstag.

Geringere Belastung für Umwelt durch Vereisung
Durch diese besondere Methode musste das Flussbett, das die Trasse des BBT quert, nicht verlegt werden. Der größere Aufwand durch die Vereisung hat zudem den großen Vorteil, dass die Tier- und Pflanzenwelt im Fluss in ihrer Vielfalt erhalten bleibt, und dadurch auch die Umwelt nicht belastet wird.

Fotostrecke mit 3 Bildern
BBT SE
BBT SE
BBT SE

Um die Entwicklung der Eisummantelung ab dem Beginn der Vortriebsarbeiten bis hin zur Betonage der Innenschale prüfen zu können, musste die Bodentemperatur täglich mit speziellen Thermometern gemessen werden. Zudem wurde laufend kontrolliert, dass es im Inneren des Tunnels nicht zu Wasserzutritten kommt.

Hydraulikhammer zerkleinert täglich 1,5 Meter Gelände
Dann konnten die Arbeiten mit einem Hydraulikhammer, der das Gelände mit einer durchschnittlichen Tagesleistung von ca. 1,5 Meter zerkleinerte, erfolgen. Als nächster Schritt erfolgte der Innenausbau.
Diese Art der Bodenkonsolidierung wurde bereits beim Vortrieb eines ersten Verbindungstunnels im Jahre 2020 eingesetzt. Neben dem jetzigen Haupttunnel werden noch zwei weitere Tunnel auf diese Art und Weise errichtet.
20.04.2021, red, tirol.ORF.at
Durchschlag unter vereistem Fluss geglückt
 
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