Bunker und Sperren in Nord-Italien (Südtirol u. Kanaltal)

Berni8

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Und jetzt auf zum zweiten Bunker dachte ich mir, dieser liegt nur ein paar Meter vom gezeigten entfernt. Auch hier ist oberflächlich fast nichts mehr zu sehen. Schemenhaft kann man vielleicht den Kreis erkennen auf den der Turm (den es natürlich nicht mehr gibt) aufgesetzt war.
Leider stand die Anlage mehr als einen halben Meter unter Wasser, sodaß mir eine Begehung leider nicht möglich war.
Aufgrund der örtlichen Gegebenheiten nehme ich an das der innere Aufbau ziemlich ähnlich des Beobachtungsbunker sein muß.
Die Anlage befindet sich direkt an der Autobahn, schwer herauszufinden, ob diese eben im Zuge des Autobahnbaus mit erreichtet wurde!
 

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Berni8

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Und wieder eine "ital. FAn"! Diese sind heut zu Tage gar nicht mehr als solche zu erkennen, wenn nicht diese Wellblechhütten vorhanden sind. (die war in diesem Fall als Abdeckung der Turmöffnung noch vorhanden). Bin schon unzählige Male daran vorbei gefahren, aber durch die heutige "Tarnung" ist die Anlage kaum zu erkennen.
Leider hatte ich eine Befürchtung, die sich dann beim genaueren Erkunden bestätigte. Die Anlage ist auf drei Seiten durch ein kleines Bächlein begrenzt, und so stand auch diese Anlage zum Teil unter Wasser, sodaß eine Erkundung nicht möglich war. Dafür mit einer kleinen Brücke und einer schönen Stiege zu erreichen.
 

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Berni8

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Diesmal hab ich eine - historisch interessante - Anlage des Vallo Alpino besucht.
Der Grundstein dieses Bunkers der Italiener ist eine Anlage der KuK-Armee aus dem ersten Weltkrieg - die sogenannte "Talsperre Seisera".
(das Seisera-Tal ist ein kleines beschauliches Nebental des Kanaltales das in Valbrunna/Wolfsbach kurz nach Tarvisio/Tarvis beginnt)
Die Sperre befand sich im 1.WK ca. 2 Km hinter der eigentlichen Frontlinie und verlief, mit Stacheldrahthindernissen und Stellungen quer über das ganze Tal.
An der gegenüberliegenden Seite gibt es ebenfalls eine kleine Anlage die auch von den Österreichern erbaut, und dann von den Italienern im Zuge des Vallo-Alpino Ausbaues ebenfalls für deren Zwecke abaptiert wurde (wenn mich nicht alles täuscht hat ein anderer User die hier schon mal vorgestellt).
Im Grunde hat sich gegenüber dem 1.WK im 2.WK bzw. danach nur die Angriffsrichtung des Gegners geändert, ansonsten sollte die Sperre den gleichen Zweck erfüllen.:)
Das erste Bild (leider in schlechter Qualität) zeigt die Sperre im 1.WK (etwas rechts der Mitte - die Stacheldrahthindernisse laufen gerade darauf zu) und dann das heutige Aussehen (leider durch die Bäume nur schwer zu erkennen)
 

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Berni8

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Jetzt der Teil der ursprünglichen Sperre.
Hier haben die Italiener nur zusätzliche Wände eingezogen und den Boden betoniert, der ursprüngliche Felsausbruch ist noch original aus dem 1.WK.
Die österr. Sperre war eigentlich eine einfache Felskaverne die ausgesprengt wurde und durch eine massive Steinmauer geschützt war.
 

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Berni8

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Und jetzt der Rest der Anlage samt einer kleinen Skizze.
Entgegen der Zeichnung nehme ich an, das die gezeichnete MG-Scharte gleich rechts neben der alten Sperre auch damals schon als zweiter Ein- bzw. Ausgang bestand - und ihn die italiener einfach nur betoniert und gemauert haben und dort ein flankierendes MG unterbringen wollten. (auf dem alten Bild und wenn man die Örtlichkeit heute sieht mit etwas Phantasie zu erkennen)
 

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Berni8

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Die Anlage wurde, wie auch die meisten hier, nicht fertig gestellt.
Der fehlende Teil, der als "Baustelle" erkennbar ist, sollte der eigentliche Eingangsbereich und die Infrastruktur der Sperre werden!
 

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Manitux

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Am Wochenende konnte man in der brütenden Hitze nur Motorradfahren :cool: Also hab ich einen kleinen Ausflug nach Slowenien gemacht, einfach nur mal um herauszufinden, was da vom Alpine Wall zu finden wäre. Ein paar wenige Ziele habe ich mir vorgenommen, zu suchen.

Westlich von Idrija konnte ich direkt neben einem Waldweg den Eingang eines Bunkers entdecken. Drinnen war nur eine lange Halle, schmal, mit betonierten Sitzbänken auf beiden Seiten (sah jedenfalls so aus). Eher keine Mannschaftsunterkunft. Am anderen Ende der Halle war dann der Ausgang auf den Waldweg. Verglichen mit den Bauwerken in Friaul war dieser hier äußerst "schmutzig" und feucht.

Idrija 01.jpg Idrija 02.jpg Idrija 03.jpg Idrija 04.jpg Idrija 05.jpg Idrija 06.jpg

Wenn man vorort ist, erkennt man erst die tatsächlichen Gegebenheiten bezüglich Gelände, Vegetation (Urwald mit allen möglichen Stacheln und Dornen), Felsen und sumpfige Bachläufe, da habe ich die Suche nach weiteren Bunker erstmal bleiben lassen, die wären nicht einfach zu finden gewesen.
 
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Manitux

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Zadlog, hier wusste ich von 4 Bunkern, zwei habe ich besucht. Der Erste, direkt neben der Straße, sah genauso aus, wir der bei Idrija, nur dass der oberirdisch gebaut war und die Decke mit Stahlträgern gemacht. Der zweite war im Prinzip genauso, allerdings auf Privatgrund im Wald. Die Familie, die da wohnt (nicht im Bunker!) war sehr nett und wir haben gemeinsam "ihren" Bunker besucht. Sah auch wieder genauso aus.
Die beiden anderen Bunker, die ich nicht mehr gesucht habe, sollen wohl auch so sein, einer im Wald und der andere bei einer Nachbarsfamilie. Es soll sich bei allen um Munitionsdepots gehandelt haben, so die Auskunft.

Die Bunker sind recht einfach, zwei Eingänge, etwas verwinkelt und eine lange, aber schmale, Halle dazwischen. Und es ist nichts mehr da, was mal aus Metall war :rolleyes:

Zadlog 01.jpg Zadlog 02.jpg Zadlog 03.jpg Zadlog 04.jpg Zadlog 05.jpg Zadlog 06.jpg
 

Manitux

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Auf dem Weg zu meinem eigentlichen Ziel von diesem Ausflug, nämlich dem Militärmuseum Pivka, bin ich noch zur Festung auf den Berg Primoz gewandert. Der Bunker dort wurde auch im Zusammenhang mit dem "Vallo Alpino" von Italien gebaut. Der Grenzverlauf (bzw. die Verteidigungslinie) der Italiener war vor dem 2. WK hier und ging bis Rijeka/Kroatien.
Der Bunker auf dem Primoz ist relativ groß, aber leider versperrt - Außen finden sich gesprengte Bunkermauern mit enormer Dicke und eine Stahlkuppel. Es gibt also kaum Bilder - seht selbst.

Primoz 010.jpg Primoz 020.jpg Primoz 030.jpg Primoz 031.jpg Primoz 040.jpg Primoz 050.jpg Primoz 060.jpg

Ich muss für meinen nächsten Ausflug mal rausfinden, ob es auch noch gut erhaltene Bauwerke in diesem Bereich gibt.
 
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Berni8

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Ich habe am Wochenende das Wetter genutzt und wieder einmal eine Bunkertour unternommen.
Bei den derzeitigen Temperaturen ist ein Besuch solcher Anlagen nur "wärmstens" zu empfehlen! :cool:
Dort drinnen hat es konstant so zwischen 15-20° würde ich schätzen, also eine wohltuende Abkühlung.
Die besuchten Anlagen wurden im 2.Weltkrieg erbaut und dann im Kalten Krieg vollständig mit Lüftung, Komunikation und Elektrik ausgerüstet. Auch die Bewaffnung wurde entsprechend adaptiert. Die Anlagen sind aufgrund dieser Installationen dadurch leicht von den nicht weiter genutzten Bunkern zu unterscheiden.
Leider sind diese Bunker sehr bekannt, deswegen auch "gut besucht", was an der Zerstörung und dem Vanalismuß zu sehen ist.
Teilweise wurden die E-Leitungen, die Lüftungsrohre und selbst die schweren Panzertüren abgebaut und scheinbar zu Geld gemacht.
In diesem einen Bunker hat wohl jemand auch ein Feuer gemacht (warum auch immer), dadurch ist die halbe Anlage stark verrust.
Schade drum!
Aber zuerst mal ein paar Bilder!
 

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Berni8

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Die Anlage - Deckname "La Franca" war mit 4 MG's und zwei 10,5cm Kanonen bestückt.
 

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Berni8

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Und jetzt der nicht so schöne Teil der Anlage, bzw. die Zerstörungen und der Vandalismuß.
 

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Manitux

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Der Vallo Alpino, von Italien gebaut, hatte in Jugoslawien ein Gegen(über)stück, die Rupnikova linija (also Rupnik Linie). Die zieht sich quer durch Slowenien und dann weiter bis unter Rijeka in Kroatien fort. Diese Bunker sehen aber etwas anders aus. Die, die ich in der Nähe von Gorenja Vas gesehen hab, sind recht klein, aber wie auf einer Perlenkette aufgereiht. Da sind einige (viele) in der Umgebung, nur wenige km von der damaligen Grenze zu Italien weg.

Der erste Bunker, bei dem ich war, liegt direkt neben der Straße, etwas auf einer Anhöhe und ein bisschen eingewachsen.
Da ist auch nur ein Raum, keine Toilette, auch nicht erkennbar, ob da ein Generator war. Richtig dick sind die Mauern auch nicht, dafür aber eine Panzerplatte, die im Gegensatz zu all dem anderen Eisen vom Bauwerk, noch nicht weggetragen wurde. Die Öffnungen der Panzerplatte zeigen Richtung Westen.
Da sind auch kleine Röhren, die wohl zur Kommunikation zu den anderen Bunkern gedient haben. @Berni8 hat so ein Photophon im Beitrag 400 beschrieben.

Gorenja Vas Antona1_01.jpg Gorenja Vas Antona1_02.jpg Gorenja Vas Antona1_03.jpg Gorenja Vas Antona1_03a.jpg Gorenja Vas Antona1_04.jpg Gorenja Vas Antona1_05.jpg

Die kleine markierte Öffnung zeigt genau zu dem kleinen, viereckigen Bunker unten auf dem Feld, von dem ich das Bild aus Street View gemacht habe.

Gorenja Vas Antona1_06.jpg
 

Manitux

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Der Nächste, ganz in der Nähe, steht mitten auf einer Wiese, wieder mit Löchern für die optischen "Schnittstellen" zu den Kleinen.
Innen sieht er genauso aus, wie der andere. Eisen, bis auf die große Lochplatte, ist aber auch schon weggetragen worden.
Drinnen ist es auch nicht dunkel, durch die Öffnungen kommt viel Licht und die Fotos sehen entsprechend aus.

Gorenja Vas Urbana1_02.jpg Gorenja Vas Urbana1_03.jpg Gorenja Vas Urbana1_04.jpg Gorenja Vas Urbana1_05.jpg Gorenja Vas Urbana1_06.jpg
 

Berni8

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Wieder einmal eine Anlage des Vallo Alpino besucht.
Diesmal wieder eine, die sich noch im Ausbauzustand befand.
Weder waren die Eingänge bzw. deren Eingangsferteidigung, noch die 6 geplanten MG-Scharten fertig.
Heute wären die Scharten durch die jahrzehnte später gebaute Autobahn nahezu nutzlos.
 

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Berni8

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Auch im Inneren waren zahlreiche Räume und Verbindungsgänge nur im Felsausbruch vorhanden bzw. nicht fertig gestellt.
In den großen Hallen war auch noch der Schotter für die Betonerzeugung gelagert.
Jedoch war die Lüftungsausrüstung schon vor Ort, wahrscheinlich wurde sie wegen der Bohr- und Sprengarbeiten schon genutzt.
 

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Berni8

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Was die Anlage noch auszeichnete waren die zahlreichen Treppen und Höhenunterschiede.
 

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