Burgruine Aggstein in der Wachau – ein mehrteiliger Bericht

josef

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#1
Die Ursprünge der auf einem Felssporn rund 300 Meter über der Donau liegenden Burgruine Aggstein gehen in das 12. Jahrhundert zurück. Die Ruine befindet sich im Gemeindegebiet von Schönbühel-Aggsbach im Bezirk Melk.

Geschichte:
Vermutlich wurde die Burg zu Beginn des 12. Jahrhunderts von Manegold III. von Acchispach (Aggsbach) errichtet. 1181 kam sie in den Besitz der Kuenringer von Aggsbach-Gansbach. Beim Aufstand der Kuenringer unter Hadmar III. und seinen Vasallen gegen Herzog Friedrich II. wurde sie 1230/31 belagert und erobert. In den Streitigkeiten um die Nachfolge von Friedrich II., während der „herrscherlosen Zeit“, wechselten die Kuenringer einige Male die Seiten. So kam es, dass sich Leutold I. von Kuenring-Dürnstein am Aufstand des österreichischen Adels gegen Herzog Albrecht I. hervortat. Daraufhin wurde die Burg von 1295 bis 1296 wiederum belagert und erobert. Als letzter Kuenringer besaß Leutold II. die Burg von 1348 bis 1355. Danach verfiel sie zunehmend.

1429 entzog Herzog Albrecht V. dem Ministerialengeschlecht der Maissauer die Burg und belehnte sie seinem Kammermeister (Georg) Jörg Scheck von Wald. Er verpflichtete ihn zum Wiederaufbau der verfallenen Burg zur Sicherung der Donauschifffahrt. 1438 bekam Scheck von Wald das Mautrecht für flussaufwärts fahrende Schiffe. Im Gegenzug musste er für die Erhaltung der Treppelwege, auf denen die Schiffe flussaufwärts gezogen wurden, sorgen. Dazu errichtete er am Flussufer ein Mauthaus, das heute als Forsthaus dient. Im Laufe der Zeit wurde er ein Raubritter, indem er die Schiffe auf der Donau ausraubte. Daher rührt auch seine Bezeichnung „Schreckenwald“, die ihm aufgrund seiner Grausamkeit von der Bevölkerung zugedacht worden sein soll. 1463 wurde die Burg von einem weiteren späteren Raubritter, Georg von Stain, belagert. Er besiegte Scheck von Wald und übernahm die Burg als Pfand, da der Herzog Geldschulden bei ihm gehabt haben soll. 1476 wurde er von Ulrich Freiherr von Graveneck (Grafenegg, Grafeneck) vertrieben, der in den Jahren 1476 bis 1477 die Burg beherrschte, bis auch er zur Aufgabe der Burg gezwungen wurde.

1477 übernahm Herzog Leopold III. die Burg selbst und besetzte sie mit Pächtern und Pflegern, um damit die Plündereien zu beenden. 1529 wurde die Burg von einer Gruppe Osmanen bei der ersten Türkenbelagerung Wiens niedergebrannt. Sie wurde abermals aufgebaut und mit Schießscharten zur Verteidigung mit Hilfe von Artillerie versehen.

1606 erwarb Anna Freiin von Polheim und Parz, die Witwe des letzten Pächters, die Burg. Nach ihrem Tod wurde die Burg stark vernachlässigt. 1685 ging sie mit dem Schloss Schönbühel in den Besitz des Grafen Ernst Rüdiger von Starhemberg über. Ludwig Josef Gregor von Starhemberg verkaufte die Besitzungen 1819 dem Grafen Franz von Beroldingen. Im Besitz der Beroldinger blieb sie bis 1930, bis das Gut Schönbühel mitsamt der Ruine Aggstein an den Grafen Oswald von Seilern-Aspang verkauft wurde, dessen Nachfahren sie noch gehört.

Hadmar III. von Kuenring soll die Burg für uneinnehmbar gehalten haben. Tatsächlich gibt es auch keine Hinweise darauf, dass die Burg jemals erstürmt wurde. Vermutlich führten andere Maßnahmen, wie zum Beispiel Aushungern, zur Eroberung der Burg.
Heute gehört die Burgruine Aggstein zu einer der meistbesuchten Sehenswürdigkeiten Niederösterreichs.
Quelle: Auszug aus Burgruine Aggstein – Wikipedia

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(Aufnahme vom 19.06.2019)

Luftbild aus den 1930iger Jahren:
Blickrichtung nach Norden
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Bildquelle: Rechtsfreies Foto aus dem ÖNB-Projekt Österreichische Nationalbibliothek Crowdsourcing

Nachfolgend die Berichte über die Burgruine mit Fotos aus 2012 – Juni 2019:
 

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#2
Teil 1 – verschiedene Ansichten

1. Blick von Willendorf auf das Südufer der Donau und der Burgruine
2. - 3. Die Ruine von einem Donauschiff aus gesehen
4. Das Zoombild vom Standort Willendorf aus zeigt die Längsachse der Burgruine...
5. ...und noch eine Ansicht vom Vorgelände - seitlicher Zugangsbereich
 

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#3
Teil 2 – einige Aus- und Tiefblicke von der Burgruine

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Blickrichtung NO ins Donautal - donauabwärts von links nach rechts:
Groisbach, Willendorf, Schwallenbach und ganz rechts bereits halb verdeckt als heller Fleck, der Steinbruch oberhalb von Spitz.

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Im Norden dominiert das Jauerlingmassiv das Panorama: Leicht gezoomt der ORF-Sender am Jauerling.

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Donauaufwärts nach Westen: Aus einem Fensterloch der Ruine aufgenommen - Richtung Melk (durch Berghang verdeckt).

1561990216705.png
Auch ein Blick Richtung Süden darf nicht fehlen: Von der Kernburg zurück über Haupthof und Bürgel zu den Bergen des Dunkelsteinerwaldes. Versteckt hinter den bewaldeten Berghängen verbirgt sich die Gegend um Gansbach und Maria Langegg.

1.-2. Nochmals Willendorf
3. Der ORF-Sender Jauerling
4. Und wieder der "Fensterblick" mit Aggsbach Markt auf der rechten Donauseite.
5. Am Zoombild erkennt man schwach im Dunst das Schloss Schönbühel von wo aus auch die Aktivitäten auf der Ruine Aggstein von der Besitzerfamilie verwaltet werden...
 

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#4
Teil 3 – Beginn des Rundganges vom Eingangsbereich durch die Vorhöfe zum Haupthof

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Infotafel am Burgtor


1. Die Burganlage vom Vorplatz aus gesehen
2.- 3. Ostseite mit Erker (Pechnase)
4. Eingangstor: Davor war früher ein Burggraben mit Zugbrücke
5.- 7 Um in den Haupthof zu gelangen, muss man 3 mit weiteren Toren gesicherte Vorhöfe durchqueren
8. Endlich erreicht man das letzte Tor vor dem zentralen Haupthof.
 

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#5
Teil 4 – Der Haupthof

1. Der langgezogene Haupthof mit der Gaststätte im Hintergrund
2. Zugangzum Brunnenhof, teilweise verdeckt der Brunnenrand
3. Aufgang vom Brunnenhof zu den Wehrgängen
4. Die Stiegen an der Nordseite zur Kernburg. Links der Frauenturm, rechts mit Dach die Burgkapelle und dahinter der Palas...
5. ...und nochmals der Aufgang zur Kernburg. Den erhöhten Eingang schützt eine Pechnase.
 

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#6
Teil 5 – Die Kernburg mit Palas, Frauenturm

1. Blick von der Aufstiegstreppe nach Süden über den Haupthof: Links Wirtschaftsgebäude mit Küche, im Hintergrund der Zugangsbereich mit dem Bürgel (ursprüngliche Befestigung auf dem Felsplateau), rechts der Rittersaal...
2. Rechts die Gemäuer des Frauenturms, links die Außenmauer des Palas
3. Mauern mit Fensterlöchern Richtung Norden, in den Ausnehmungen waren die tragenden Hölzer für die Zwischendecken befestigt
4.- 5. Nochmals die Reste des Frauenturms
6. Blick durch die Zugangstür zur Hauptburg nach Süden
7. Tiefblick in den Hof mit Bürgel im Hintergrund
8. Ein Wehrgang entlang der Innenmauer der Kernburg
9. Ein "Durchblick"...
10. Westfront der Burganlage mit Blickrichtung Nord vom Bürgel zur Kernburg.
 

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#8
Teil 7 - Modell der ursprünglichen Burg in etwa 13. Jahrhundert

Im Kellergewölbe unter dem als Festsaal für Veranstaltungen, Hochzeiten usw. verwendeten Rittersaal ist ein kleines Museum zur Entstehungsgeschichte der Burg eingerichtet:

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Burgmodell ca. 13. Jahrhundert, von der Zugangsseite aus gesehen:
linkes Bild die Westfront und rechts die Ostfront.
Vorne der Graben mit der Zugbrücke vor dem Eingangstor. Links vom Tor die auf den Felsen aufgebaute alte Burg -> "Bürgel". Am linken Bild sieht man gut die 3 durch Tore gesicherten Vorhöfe vor dem Haupthof. An Stelle des später errichteten Küchentraktes war nur eine Wehrmauer bis zum Felsen vor der Kernburg (rechts). Gut zu erkennen die auf dem Felsen höher gelegene Kernburg mit Palas, an diesem angebaut die Kapelle und gegenüber der Frauenturm.

1562002364998.png Ostseite (Zugang links, Kernburg rechts) 1562002418355.png Westseite (links Kernburg)
Gegenrichtung, von der Kernburg aus gesehen Richtung Bürgel (Zugang)

Damals war der Legende nach die "Hochblüte der Raubritter":
Die dem Geschlecht der Kuenringer entstammenden Burgherren "Hadmar III. von Aggstein" und dessen Bruder "Heinrich III.( I.) zu Weitra" waren lt. Überlieferung die größten Freibeuter der Gegend!

So die Sage über die Sperre der Donau mittels einer Kette und Plünderung der Schiffe durch die "Hunde von Kuenring":
Zu Beginn des 13. Jahrhunderts, als der Ritterstand im jungen Herzogtum Österreich in höchster Blüte war, zählten die Herren von Kuenring, die im Waldviertel ihre Stammburg hatten, zu den reichsten und mächtigsten Adeligen des Landes. Trotzdem fanden sie es nicht unter ihrer Würde, ihren Reichtum auf Kosten des Bürger- und Bauernstandes räuberisch zu vermehren.
Die Kuenringer Hadmar III., der auf Burg Aggstein saß, und sein Bruder Heinrich I. zu Weitra waren die größten Freibeuter in der Wachau. Sie nannten sich selber "die Hunde von Kuenring".
Das ganze Land seufzte unter ihren Räubereien, selbst wehrhafte Städte mußten ihre Übergriffe dulden. Die Städte Stein und Krems wurden von ihnen im Jahre 1231 in Schutt und Asche gelegt. Der bequemste und schnellste Weg aus dem Westen nach Wien führte damals auf der Donau. In der Wachau aber hauste Hadmar von Kuenring und ließ sich nicht so leicht die Gelegenheit entgehen, durch raschen Zugriff die donauabwärts fahrenden Schiffe zu kapern und ihre Ladung als willkommene Beute auf seine Burg Aggstein zu führen.
Zu diesem Zweck ließ er die Donau bei Aggstein durch eine eiserne Kette sperren und plünderte die angehaltenen Schiffe aus. Er nahm sich, was ihm gefiel oder brauchbar erschien, und die Kaufleute mußten froh sein, mit heiler Haut davonzukommen.
Noch lange waren die Reste eines Wartturmes zwischen Schönbühel und Aggstein zu sehen, von dem aus der Wächter seinem Herrn das Herannahen von Schiffen durch ein Trompetensignal verkündete und das deshalb im Volk das "Blashaus" hieß.
Dieser Zustand wurde auf die Dauer unerträglich und bewog Herzog Friedrich den Streitbaren, gegen die übermütigen Wegelagerer einzuschreiten. Er erstürmte Zwettl, wo sich Heinrich aufhielt, der aber zu seinem Bruder auf die Burg Aggstein flüchtete. Doch diese trotzige Feste spottete jedem Angriff. Daher beschloß der Herzog, mit Hilfe einer List dem Treiben der widersetzlichen Ritter ein Ende zu machen.
Ein Wiener Kaufmann namens Rüdiger, den Hadmar schon etliche Male geschröpft hatte, begab sich im Einverständnis mit dem Herzog nach Regensburg, rüstete dort ein starkes, stattliches Schiff aus und belud es mit wertvoller Fracht. Unter Deck aber war eine Anzahl schwer bewaffneter Männer verborgen, die den Befehl hatten, den Kuenringer, wen er bei Aggstein auf das Schiff komme, zu überrumpeln und gefangenzunehmen.
Alles ging nach dem ausgeheckten Plan vor sich. Das Schiff wurde bei Aggstein angehalten; die Kunde von der reichen Beute lockte Hadmar selbst herbei. Kaum aber war er an Bord gestiegen, stürzten die Kriegsknechte aus ihrem Versteck hervor und überwältigten ihn. Das Schiff stieß sogleich vom Land ab, während die Bogenschützen und Schleuderer die nachdrängenden Knappen des Ritters abwehrten.
Im Triumph brachte man Hadmar nach Wien zu dem Herzog, die führerlose Burg aber wurde kurze Zeit darauf erstürmt und zerstört. Der Herzog verfuhr gnädig mit den beiden Herren von Kuenring. Leben und Freiheit wurden ihnen geschenkt, doch mußten sie das geraubte Gut herausgeben, den angerichteten Schaden wiedergutmachen und Geiseln stellen.
Aber der Lebensmut Hadmars, des kühnen Beherrschers der Wachau, war gebrochen. Er starb wenige Jahre später auf einer Wallfahrt nach Passau in einem Dörflein an der oberen Donau.
Quelle: Die schönsten Sagen aus Österreich, o. A., o. J., Seite 192
 

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#9
Teil 8 - das "Rosengärtlein"

Nach Absterben des Geschlechts der Kuenringer und zwischenzeitlichem Verfall der Burg nach 1355 ging 1429 Aggstein in den Besitz von Jörg Scheck von Wald über.
Auch dieser lebt in der Überlieferung als berüchtigter und blutrünstiger Burgherr weiter. So ließ er seine Gefangenen auf einen schmalen Felsvorsprung – das „Rosengärtlein“, wie er es zynisch nannte – bringen und stellte sie vor die Wahl zwischen Sprung in den Abgrund oder Verhungern... Dafür wurde er von der Bevölkerung „Schreck vom Wald“ oder „Schreckenwald“ genannt.


Dazu wird bei
Hans Plöckinger, "Sagen aus der Wachau", Krems 1926,
berichtet:
Schreckenwald Rosengärtlein
Die Burg Aggstein bekam im 15. Jahrhundert Ritter Georg Scheck vom Walde durch den Herzog von Oesterreich verliehen. Er baute das Felsenschloß ganz neu auf, wobei die Untertanen harte Frondienste leisten mußten. Dann begann Georg Scheck ein wildes Raubritterleben, plündert vor allem die auf der Donau vorbeifahrenden Handelsschiffe und quälte seine Gefangenen aufs schrecklichste.
Auf Knebeln ließ sie der Grausame über die schroffen Felsen der Burg hängen oder stieß die Armen in das Rosengärtlein hinaus. Das war eine schmale, turmtief abfallende Felsplatte, zu der man durch ein kleines Schlupfloch von der Hochburg aus gelangte. Die Gefangenen mußten hier entweder verhungern oder ihrem Leiden durch einen schnellen Sprung in die Tiefe ein rasches Ende bereiten. Ob seiner Untaten bekam der Aggsteiner Burgherr überall den Namen Schreckeenwald.

Einmal machte ein Gesungener wieder den schauerlichen Sprung, siel aber glücklicherweise in eine dichte Baumkrone und rettete so sein Leben. Er erzählte überall von den erduldeten Grausamkeiten und es gelang ihm, alle benachbarten Ritter zu einem Rachezug zu entflammen. Das Raubnest wurde erstürmt, Schreckenwald gefangen genommen und enthauptet. In der Burgkapelle wurde zum Andenken an die Befreiung von diesem furchtbaren Räuber bis um das Jahr 1700 alljährlich am 24. April ein Dankgottesdienst gehalten.


1562006414905.png
Die Felsplattform des "Rosengärtleins" erkennt man rechts beim Übergang von der Felswand zur Burgmauer unterhalb der Fahne (-> Einfriedung...).

1. Der weiße Pfeil zeigt auf das Rosengärtlein
2. - 3. Mauerdurchbruch beim Palas als Zutritt zum Rosengärtlein
4. - 5. Blick von der heute gut Abgesicherten Felsplatte in die Tiefe
 

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#10
Teil 9 - einige bautechnische Details der Burgobjekte

1. Im mittleren Vorhof befindet sich das Burgverlies in einem mit Schmiedeeisengitter gesicherten Schachtkeller.
2. - 3. Der Kamin über der offenen Feuerstelle der Burgküche.
4. - 5. Das "ritterliche Plumpsklo" war in einem Erker an der Außenmauer etabliert...
6. Eine "Pechnase" oder einfach "Wehrerker" von unten: Oberhalb von wichtigen Toren bzw. Türen waren diese Erker für Verteidigungszwecke angebaut.
7. - 9. Diverse Tore und Mauerdurchbrüche
10. Beispiel für die Nutzung bzw. Verbindung von gewachsenen Fels und Steinmauerwerk.
 

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#12
Teil 11 - Fels vor dem Burgeingang

Östlich vom Vorplatz des Burgzuganges befindet sich eine imposante Felsformation:

1. Vom Vorplatz aus...
2. ...und von der Kernburg aus gesehen
3.-5. Der Felsturm
6. Mehrere Kletterrouten führen nach oben
7. Die Markierungen für die Einstiegsstellen der Kletterrouten
8. Und auch der "KYSELAK" war schon hier...
 

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#13
Burgruine Aggstein sucht Ritter

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Die Burgruine Aggstein (Bezirk Melk) zählt zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten des Landes. Jetzt werden dort Ritter gesucht, die die Besucher in der neuen Saison bei ausgewählten Führungen begleiten sollen. Noch kann sich jeder, der Interesse hat, bewerben.
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Momentan ist der Arbeitsplatz der künftigen Ritter noch im Winterschlaf. Doch schon in wenigen Wochen sollen Mittelalterfans in nachgebauten Rüstungen die Besucher durch die Gemäuer begleiten. Tourismus- und Eventmanagerin Christine Jäger verrät gegenüber noe.ORF.at, welche Voraussetzungen Interessierte mitbringen sollten: „Wünschenswert sind Interesse für das Mittelalter und für Burgen. Vielleicht wissen die Bewerber auch schon ein bisschen über die Burgruine Aggstein Bescheid. Wir verraten aber alles Wissenswerte von der Geschichte bis hin zu Tipps, wie man die Rüstung anzieht.“

ORF/Helmut Stamberg
Einstweilen gibt es in der Burgruine Aggstein nur Ritterfiguren. Bald sollen sie neue „Kollegen“ bekommen

Die größenverstellbare Rüstung wird zur Verfügung gestellt. Vorteilhaft sind auch Englischkenntnisse, denn obwohl die Führungen selbst jemand anderer macht, können Fragen auftauchen. Die Ritter sollen schließlich nicht nur ein Fotomotiv für die Gäste und ein optischer Aufputz sein. Denkbar sei etwa, dass man gefragt wird, wie schwer die Ritterrüstung ist, aus welchem Jahrhundert sie stammt und ob sie auch schon getragen wurde.

Dienstkleidung: Ritterrüstung und Schwert
Arbeitszeit für die künftigen Ritter ist übrigens vier Mal pro Woche jeweils zwei Stunden. Dabei handelt es sich um vorgebuchte Termine von Passagieren, die eine Flusskreuzfahrt auf der Donau machen. Die Burgruine, die hoch über der Donau thront, ist nur wenige Autominuten vom Fluss entfernt. Die Ritter sollen die Burgführungen begleiten. Gemeinsam mit den Gästen tauchen sie – mit Rüstung und Schwert ausgestattet – in die Welt des Mittelalters ein.

Das Interesse an dem ungewöhnlichen Job ist groß. Für viele ist es laut Jäger offenbar ein Kindheitstraum, einmal in die Rolle eines Ritters zu schlüpfen. Bis jetzt meldeten sich vorwiegend Studenten und Pensionisten, Frauen noch nicht. Doch vielleicht liegt das auch an der 25 Kilo schweren Rüstung, die man dann quasi als Dienstkleidung tragen und mit der man zahlreiche Stufen gehen müsste.
13.02.2020, Petra Ottitsch, noe.ORF.at

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