China: Fertige, in Fertigstellung befindliche und weitere geplante Megaprojekte

josef

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#1
Chinas Megaprojekte: 216 neue Flughäfen in 15 Jahren



Binnen vier Jahren errichtete China das größte Hochgeschwindigkeitszugnetz der Welt und den zweitgrößten Flughafenterminal. Weitere Megaprojekte sind in Planung
Die Diskussion über den Bau einer dritten Piste für den Flughafen Wien ist vielen noch in Erinnerung – sie wurde auch deshalb breit und emotional geführt, weil die Piste das Leben der Anrainer beeinflusst und massive Folgen für Luftqualität und Umwelt hat. Wenn sich einer der sechs österreichischen Flughäfen derart vergrößert, ist das für hiesige Dimensionen immerhin ein signifikantes Infrastrukturprojekt. Bis 2030 wird nun mit der Inbetriebnahme der dritten Piste gerechnet.

216 neue Flughäfen
In China, der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt, wären solche Pläne kaum eine Randnotiz in den Zeitungen wert. In einem vergleichbaren Zeitrahmen, nämlich bis 2035, sollen in China sage und schreibe 216 neue Flughäfen erbaut werden. Das teilte die Zivilluftfahrtbehörde der Volksrepublik im vergangenen November mit. Damit würden sich die bisherigen Airports auf chinesischem Boden auf 450 fast verdoppeln.

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Der Daxing Airport soll Pekings bereits bestehende internationale Flughäfen entlasten. Nur am weltgrößten Flughafen in Atlanta ist das Passagieraufkommen noch größer.

Einer der neuen Flughäfen ist Peking-Daxing, rund 50 Kilometer südlich des Hauptstadtzentrums. Er soll schon im September 2019 fertiggestellt werden und verfügt dann mit acht Start- und Landebahnen über genauso viele wie alle österreichischen Flughäfen zusammen – nach Fertigstellung der dritten Piste am Flughafen Wien. Bei voller Auslastung wird Peking-Daxing Schätzungen zufolge jährlich mehr als 130 Millionen Menschen transportieren und damit zum größten Transporthub der Welt werden.

Derzeit bauen 8.000 Arbeiter am 700.000 Quadratmeter großen Hauptterminal, der nach dem Terminal des Flughafens Istanbul der zweitgrößte der Welt sein wird. Extrem ist auch die Geschwindigkeit der Errichtung: Mehr als eine Million Kubikmeter Beton und 200.000 Tonnen Stahl wurden bei den nur vier Jahre dauernden Bauarbeiten verbaut.

Unterwassertunnel
Doch nicht nur in der Luft, auch unter der Erde und im Wasser plant China Großes: Es hat offenbar Gefallen daran gefunden, seine Landesteile immer stärker zu vernetzen. Vergangenen Oktober wurde die mit rund 30 Kilometern längste Überwasserbrücke der Welt im Perlflussdelta eröffnet – sie verbindet die Sonderverwaltungszonen Hongkong und Macau.

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Die West-Ost-Ausdehnung Wiens ist mit 29,4 Kilometern 200 Meter kürzer als die von China erbaute Brücke zwischen Macau und Hongkong.

Wurden für diese Brücke bereits 6,7 Kilometer untertunnelt, um den regen Schiffsverkehr nicht zu stören, sollen beim geplanten Bohai-Eisenbahntunnel östlich von Peking gar 90 der 123 Kilometer unterhalb der Meeresoberfläche verlaufen. Der Tunnel wäre etwa zweieinhalbmal so lang wie der Eurotunnel zwischen Frankreich und Großbritannien. Die chinesische Zentralregierung hat verkündet, den mehrmals verschobenen Plan für diesen Bau nun "so bald wie möglich" beginnen zu wollen. Sie soll vorhaben, irgendwann gar eine Unterwasserverbindung ins mehrere hundert Kilometer entfernte Südkorea zu bauen. Derzeit ist Südkorea von China aus nur per Schiff oder Flugzeug zu erreichen.

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Dürfte bis Mitte des Jahrhunderts Realität werden: der Mega-Unterwassertunnel zwischen Dalian und Yantai.

Im Speed-Rausch
Die hektische und getriebene Stimmung in chinesischen Großstädten spiegelt sich gewissermaßen auch in den Ambitionen für neue rasend schnelle Zugverbindungen wider: Knapp 30.000 Kilometer an Hochgeschwindigkeitsverbindungen befinden sich bereits heute auf dem Boden der Volksrepublik – das sind rund zwei Drittel der global vorhandenen Gesamtlänge.

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Chinas Zugnetzwerk entstand innerhalb weniger Jahre. Dessen Züge rasen heute mit Höchstgeschwindigkeit.

Dabei begann China erst 2007 mit dem Bau von Hochgeschwindigkeitszügen – binnen weniger Jahre entstand das weltweit größten Hochgeschwindigkeitsnetz. China möchte es bis 2025 auf 38.000 Kilometer und bis 2030 gar auf 45.000 Kilometer Länge ausbauen. Das wäre deutlich mehr als der Erdumfang.

Faktor erneuerbare Energien
Doch es gibt noch mehr Megaprojekte in China: das größte Wasserumleitungsprojekt aller Zeiten etwa, das Wasserkraftwerk mit der größten Generatorenleistung (Drei-Schluchten-Talsperre) oder den größte Windpark weltweit (Gansu). Auch zwei der drei größten Kohlebergwerke der Welt befinden sich in China. Gleichzeitig führt das Land auch bei der Produktion von Wind- und Solarenergie.

Noch setzen die Chinesen vor allem auf fossile Brennstoffe, um die gewaltigen Megaprojekte zu stemmen und den wirtschaftlichen Fortschritt voranzutreiben. Berechnungen gehen davon aus, dass lediglich 20 Prozent des Energiebedarfes bis 2030 aus erneuerbaren Energien gedeckt werden können. Doch China hat angekündigt, in Zukunft öfter und vehementer auf umweltfreundlichere Energie zurückgreifen zu wollen. Wenn man einem Staat das Megaprojekt der Umstellung auf alternative Energien zutrauen kann, dann wohl China.
(Fabian Sommavilla, 15.5.2019)
Chinas Megaprojekte: 216 neue Flughäfen in 15 Jahren - derStandard.at
 
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#2
Größte Wasserumleitung der Welt hat grobe Mängel

Das Projekt soll Chinas Norden mit Wasser versorgen. Die Ausmaße sind gigantisch, die Bedenken groß. Ein Ende ist nicht in Sicht
Wenn China ein Großprojekt angeht, sind die Dimensionen meist gewaltig. Das ist bei der geplanten "One Belt, One Road"-Initiative (Neue Seidenstraße) gleich wie bei der mit Abstand größten Wasserumleitung der Welt. "Der Süden hat viel Wasser, der Norden viel zu wenig. Wenn möglich, sollte sich der Norden ein wenig davon ausleihen", sagte Mao Zedong schon 1954.


foto: afp
Infrastrukturprojekte in China nehmen gern einmal extreme Dimensionen an.

Ein halbes Jahrhundert nach Maos Aussagen widmete man sich auf chinesischer Seite tatsächlich seiner Idee. Etwa zwei Drittel des Süd-Nord-Wassertransferprojektes, wie die kolossale Idee offiziell heißt, sind mittlerweile umgesetzt. Bis auch der dritte Teil einsatzfähig ist, wird wohl noch viel Wasser gen Norden gepumpt werden. Mit 48 Jahren wurde die Gesamtdauer des Projektes anfangs beziffert. Ein Ende ist derzeit nicht in Sicht.

300 Milliarden Badewannen
Nur rund 20 Prozent von Chinas Wasserressourcen befinden sich im Norden des Landes, aber mehr als die Hälfte seiner Einwohner. In elf Provinzen des Nordens verfügen die Menschen über weniger als 1.000 Kubikmeter Wasser pro Person und Jahr – was laut UN-Definition als Wasserstress gilt. Weitere acht haben nicht einmal die Hälfte davon zur Verfügung. Und dennoch wird in diesen Provinzen fast die Hälfte des chinesischen Bruttoinlandsproduktes produziert. Das Wasser wird dafür dringendst gebraucht.


foto: wiki commons / cc by-sa 2.0
Sofern das Megaprojekt eines Tages abgeschlossen ist, sollen mittels der drei großen Kanäle jährlich knapp 49 Milliarden Kubikmeter Wasser auf einer Gesamtlänge von 1.432 Kilometern umgeleitet werden. 300 Milliarden Kubikmeter Wasser soll der Norden im Jahr 2050 brauchen.

Brechen wir die Zahlen einmal herunter: 1.432 Kilometer entsprechen ziemlich genau der Luftlinie zwischen Wien und Manchester. Rund 15 Tage lang ist das Wasser dafür unterwegs. 49 Milliarden Kubikmeter Wasser entsprechen der Menge von zwölf Millionen voll befüllten olympischen Schwimmbecken – oder für all jene, die Wassermengen nur in Badewannen messen: Rund 300 Milliarden Mal könnten Sie Ihre damit befüllen.

Umsiedlungen und Umweltkritik
Kaum ein Projekt dieser Größenordnung kommt ohne Kritik aus. Die Versprechen waren freilich groß: Das Wasser würde nicht nur die Hauptstadt Peking, sondern die gesamte Region Tianjin mit Wasser aus dem Jangtsekiang versorgen.

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Die Bauphase eines Kanals.

Von Umweltschützern kam die Kritik, dass die ohnehin bereits gravierende Verschmutzung der Gewässer durch die abermalige Umleitung erneut schlimmer werden würde. Auch würde viel zu viel Wasser auf dem Weg verdampfen. Besonders in Flüssen, von denen Wasser für den Norden abgezweigt wurde, kommt es vermehrt zu Schlammablagerungen und verschmutzteren Gewässern.

Mindestens 380.000 Personen wurden für das Projekt umgesiedelt. Sie mussten neue Grundstücke oft für mehr Geld kaufen, als sie für ihre alten erhielten.

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Das Djangkou Becken – Quelle der mittleren Route.

Auch zeigen erste Daten, dass Peking der einzig wirkliche Profiteur ist – und nicht der ganze Norden, wie es bei der Vorstellung des Projektes immer hieß. Nur knapp ein Drittel der tatsächlichen Menge kommt derzeit außerhalb Pekings an. Auch ist das Reservoirwasser deutlich teurer.

Dies wiederum könnte die Chinesen endlich dazu bringen, sorgsamer mit den vorhandenen Süßwasserquellen umzugehen. Mit 40 Prozent an recyceltem industriellen Wasser ist Chinas Wert beispielsweise nur halb so gut wie jener in Europa.


foto: reuters/stringer
In China findet derzeit so etwas wie ein politisches Umdenken statt, was Wasser- und Umweltthemen betrifft.

In China hat mittlerweile jedoch so etwas wie ein großer Umdenkprozess, vor allem auf politischer Seite, begonnen. Man will die Umwelt nicht mehr für ein permanentes Wirtschaftswachstum opfern, sagt auch Präsident Xi. Auch der erste Projektleiter des Megaprojektes hatte bereits 2013 mahnende Worte für China: Es gehe nicht darum, umzuleiten, der Schlüssel zum Erfolg liege in der Konservierung vorhandener Wasservorräte.
(faso 2019)
Größte Wasserumleitung der Welt hat grobe Mängel - derStandard.at
 

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#3
Größter Flughafen der Welt in Peking eröffnet
Der nach Gebäudefläche größte Flughafen der Welt wurde nach lediglich vier Jahren Bauzeit 50 Kilometer südlich von Peking eröffnet
Peking – Nach nur vier Jahren Bauzeit ist der neue internationale Flughafen Pekings eröffnet worden – der nach Gebäudefläche größte Airport der Welt. Der Mega-Flughafen in Daxing rund 50 Kilometer südlich der chinesischen Hauptstadt soll zunächst 45 Millionen Passagiere im Jahr abfertigen und später auf 100 Millionen erweitert werden. Präsident Xi Jinping weihte den Riesenbau am Mittwoch offiziell ein.


Der "Seestern" genannte neue Flughafen wurde von Zaha Hadid geplant.
Foto: APA/AFP/STR

Wegen seiner sechs Seitenarme wird der Flughafen auch "Seestern" genannt. Er wurde von der – 2016 gestorbenen – irakischen Architektin Zaha Hadid und ihren chinesischen Partnern entworfen. Schon heute werden mehr als 100 Millionen Flugreisende über den bestehenden Pekinger Flughafen abgefertigt. Dessen großer dritter Terminal (T3) wurde erst kurz vor den Olympischen Spielen 2008 eröffnet.


Der neue Airport, der am 70. Geburtstag der Volksrepublik China eröffnet wurde, soll den bestehenden Flughafen Pekings entlasten.
Foto: APA/AFP/STR

Das Milliardenprojekt hat vier Pisten, im Jahr 2025 wird mit mit 72 Millionen Flüggästen gerechnet, im Endbausbau soll die Kapazität 100 Millionen Passagiere im Jahr betragen. Zum Vergleich: Wien-Schwechat registrierte im Vorjahr etwas mehr als 27 Millionen Passagiere. Mit Peking ist der Daxing-Airport, der das Kürzel PKX trägt, auch über eine Bahnstrecke verbunden, die Fahrzeit beträgt 20 Minuten. Rund 50 Kilometer ist der Daxing-Airport von der chinesischen Hauptstadt entfernt.

Chinesische Medien weisen gerne darauf hin, wie schnell der neue Pekinger Airport im Vergleich zum Berliner Pannen-Flughafen BER gebaut worden ist. Der deutsche Hauptstadtflughafen ist schon seit 13 Jahren im Bau und soll nach derzeitigem Stand im Oktober 2020 eröffnet werden. "Berlin kann von Peking lernen", hatte es schon während des Baus in Medien der Volksrepublik geheißen.
(APA, Reuters, red, 25.9.2019)
Größter Flughafen der Welt in Peking eröffnet - derStandard.at
 

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#4
Provinz SICHUAN
Chengdu Tianfu International Airport: Chinas neuer Megaflughafen
Der Airport in der Provinz Sichuan zählt bereits zu den größten Flughäfen der Welt – aber China plant noch mehr
Peking, Schanghai und seit vergangenem Wochenende Chengdu, die Hauptstadt der Provinz Sichuan: China hat mit dem Chengdu Tianfu International Airport drei internationale Flughäfen. Der erste Bauabschnitt des riesigen Flughafens, der rund 70 Milliarden Yuan (9,1 Milliarden Euro, Baubeginn 2016) gekostet hat, kann bis zu 60 Millionen Passagiere pro Jahr abfertigen und erschließt den Südwesten des Landes weiter.


120 Millionen Passagiere soll der neue Flughafen schließlich abfertigen können.
Foto: imago images/Xinhua


Drei Landebahnen und zwei Terminals mit einer Gesamtfläche von 710.000 Quadratmetern sind bereits in Betrieb. Im finalen Ausbau soll der Flughafen Terminals mit einer Fläche von 1,4 Millionen Quadratmetern beherbergen, wie CNN unter Berufung auf die Nachrichtenagentur Xinhua berichtet. 120 Millionen Passagiere könne man dann abfertigen, heißt es. Eine U-Bahn-Linie verbindet den neuen Flughafen mit der Innenstadt Chengdus.

Inlandsflugverkehr wächst rasant
Derzeit steht vor allem der innerchinesische Flugverkehr im Fokus. Neben den berühmten Pandas ist die Provinz östlich des tibetischen Hochplateaus auch für seine scharfe Küche und die schöne Landschaft bekannt, im Westen erheben sich mehr als 7.500 Meter hohe Berge, was die Region zu einem der beliebtesten Reiseziele für inländische Touristen macht. Internationale Fluggäste sind aufgrund der strikten Corona-Maßnahmen noch ausgeschlossen.

Pilotify

Chengdu Tianfu ist nur einer von vielen Flughäfen, die China bis 2035 eröffnen will: 400 sollen es werden, etwa 240 sind es zurzeit. Das scheint auch nötig zu sein, wächst der Inlandsverkehr doch rasant. Nach den neuesten Zahlen der International Air Transport Association stieg der Inlandsverkehr in China von April 2019 bis im April 2021 um 6,8 Prozent. So löste der Baiyun International Airport in der südlichen Metropole Guangzhou den Flughafen Hartsfield-Jackson in Atlanta, USA, ab und wurde 2020 zum verkehrsreichsten Flughafen der Welt.
(red, 30.6.2021)
Chengdu Tianfu International Airport: Chinas neuer Megaflughafen
 

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#5
Einige Textauszüge:
- 120 Millionen Passagiere soll der neue Flughafen schließlich abfertigen können...
- Chinas Inlandsflugverkehr wächst rasant...
- Chengdu Tianfu ist nur einer von vielen Flughäfen, die China bis 2035 eröffnen will: 400 sollen es werden, etwa 240 sind es zurzeit. Das scheint auch nötig zu sein, wächst der Inlandsverkehr doch rasant...

...und wir Europäer sollen das Weltklima retten...
-
 

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#6
SICHUAN-TIBET-EISENBAHN
Reisehöhe 3.000 Meter: Ein neuer "Bullet-Train" auf dem "Dach der Welt"
Das Hochgeschwindigkeitszugnetz in China wächst rasant. Nun verbindet ein neuer Zug auf 3.000 Metern Seehöhe Lhasa mit der Metropole Chengdu
Am 25. Juni wurde in Tibet eine neue Hochgeschwindigkeitsstrecke in Betrieb genommen. 435 Kilometer lang, verbindet sie die tibetische Hauptstadt Lhasa mit der Stadt Nyingchi. Dauer der Fahrt: zweieinhalb Stunden. Der Bau der Bahn, in drei Phasen gegliedert, dauerte sechs Jahre und stellte die Konstrukteure vor einige Herausforderungen.

Dünne Luft und hohe UV-Strahlung
Denn etwa 90 Prozent der Strecke liegen höher als 3.000 Meter. 47 Tunnel mussten gegraben, 121 Brücken errichtet werden. Sie machen rund 75 Prozent der gesamten Strecke aus. Dazu gehört auch die 525 Meter lange Zhangmu-Eisenbahnbrücke, die längste und höchste Eisenbahn-Bogenbrücke der Welt. CNN berichtet, dass sich die Kosten für den Bau der Strecke auf 36,6 Milliarden Yuan (rund 4,8 Milliarden Euro) beliefen.

Mit schönen Bildern wird die neue Bahnstrecke beworben.
Chinese bridge

Befahren wird die Linie von Hochgeschwindigkeitszügen der Fuxing-Serie, die von der staatlichen China State Railway Group entwickelt und betrieben werden. Die Züge sind wegen der Reisehöhe mit automatischen Sauerstoffversorgungssystemen ausgestattet, die den Sauerstoffgehalt konstant auf 23,6 Prozent halten. Zudem sind deren Fenster wegen der hohen UV-Belastung mit einer speziellen Beschichtung versehen. Die Fuxing-Züge, die auf der neun Stationen umfassenden Linie unterwegs sind, werden sowohl von Verbrennungs- als auch von Elektromotoren angetrieben. Die Reisegeschwindigkeit beträgt "nur" 160 km/h – 350 km/h schaffen die Züge unter optimalen Bedingungen auf vielen anderen Strecken in China.

Integration unterschiedlicher Regionen, das schwebt der chinesischen KP vor – der Hochgeschwindigkeitszug ist dafür ein Mittel zum Zweck.
Foto: imago images/Xinhua

Mit der Linie Lhasa–Nyingchi haben alle 31 Regionen auf Provinzebene des chinesischen Festlandes Zugang zu Hochgeschwindigkeitszügen. Die neue Strecke ist Teil der Sichuan-Tibet-Eisenbahn, einer 1.740 Kilometer langen Linie, die Chengdu, die Hauptstadt der Provinz Sichuan, wo kürzlich ein neuer Megaflughafen in Betrieb ging, mit Lhasa verbinden und die Reisezeit zwischen den beiden Städten von 48 auf 13 Stunden verkürzen soll.

Das Hochgeschwindigkeitszugnetz in China wächst rasant.
Foto: imago images/Xinhua

Die Lhasa-Nyingchi-Eisenbahn ist nur ein kleiner Teil von Chinas schnell wachsendem Hochgeschwindigkeitsnetz. Nahezu 40.000 Kilometer durchziehen das Land und verbinden alle Megastädte Chinas. Bis 2035 soll das Netz auf 70.000 Kilometer erweitert werden.
Peking sieht die Hochgeschwindigkeitsbahn als Symbol für die Wirtschaftskraft und den wachsenden Wohlstand des Landes. Für die KP sei sie zudem ein "mächtiges Werkzeug für den politischen Einfluss und die Integration unterschiedlicher Regionen mit verschiedenen Kulturen in den Mainstream", resümiert man bei CNN. Es ist wohl kein Zufall, dass die Strecke rechtzeitig zum hundertsten Geburtstag der Kommunistischen Partei fertiggestellt wurde.
(red, 1.7.2021)
Reisehöhe 3.000 Meter: Ein neuer "Bullet-Train" auf dem "Dach der Welt"
 

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#7
MAGNETSCHWEBEBAHN
China stellt den schnellsten Zug der Welt vor
Ein Magnetschwebezug, der Geschwindigkeiten von 600 Kilometern pro Stunde erreichen kann, hat in Qingdao sein Debüt gegeben
Peking – China hat am Dienstag eine Magnetschwebebahn mit einer Höchstgeschwindigkeit von 600 Kilometern pro Stunde vorgestellt, wie staatliche Medien berichten. Die Höchstgeschwindigkeit würde den von China selbst entwickelten und in der Küstenstadt Qingdao hergestellten Zug zum schnellsten Bodenfahrzeug der Welt machen.


China nutzt die Magnetschwebebahn-Technologie bereits seit fast zwei Jahrzehnten, allerdings in sehr begrenztem Umfang.
Foto: imago images/Xinhua

Mithilfe elektromagnetischer Kraft gleitet die Magnetschwebebahn über der Schiene, ohne dass der Zug die Schiene berührt. China nutzt die Technologie bereits seit fast zwei Jahrzehnten in sehr begrenztem Umfang. In Schanghai gibt es eine kurze Magnetschwebebahnlinie, die von einem der Flughäfen in die Stadt führt.

Peking–Schanghai in zweieinhalb Stunden
Während es in China noch keine stadt- oder landesübergreifenden Magnetschwebebahnlinien gibt, die die höheren Geschwindigkeiten nutzen könnten, haben einige Städte, darunter Schanghai und Chengdu, mit der Forschung begonnen.

Bei 600 km/h würde es nur zweieinhalb Stunden dauern, um mit dem Zug von Peking nach Schanghai zu fahren – eine Strecke von mehr als 1.000 Kilometern. Im Vergleich dazu würde die Reise mit dem Flugzeug drei Stunden und mit dem Hochgeschwindigkeitszug 5,5 Stunden dauern.

Länder von Japan bis Deutschland wollen ebenfalls Magnetschwebebahnnetze aufbauen, obwohl hohe Kosten und die Inkompatibilität mit der aktuellen Schieneninfrastruktur Hürden für eine schnelle Entwicklung darstellen.
(Reuters, red, 22.7.2021)
China stellt den schnellsten Zug der Welt vor
 
#9
Wenn der Chinese den schnellsten Zug der Welt baut, wie kann er dann von jemanden "abgekupfert" sein?

Das Werk wurde im übrigen 1900 von den Deutschen als "Hauptreparatur-Werkstätte Syfang der Schantung Eisenbahn" gegründet.
 

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#11
Staudämme, die niemand will
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Zigtausende Wasserkraftwerke sollen die chinesische Bevölkerung mit Energie versorgen. Doch viele davon sind zu klein und teils baufällig. Die Dämme, die niemand mehr haben will, haben ihre besten Jahre schon hinter sich und sind für die Zukunft nicht gut genug gerüstet.
Online seit heute, 18.20 Uhr
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Erst vor wenigen Wochen – pünktlich zum 100-jährigen Bestehen der Kommunistischen Partei – wurde das zweitgrößte Wasserkraftwerk der Welt in Testbetrieb genommen worden. Das Kraftwerk Baihetan mit seinem 289 Meter hohen Staudamm im Südwesten wird in seiner Kapazität zur Stromproduktion nur von dem in China gelegenen Drei-Schluchten-Damm übertroffen. Die Zusage von Präsident Xi Jinping, China bis 2060 klimaneutral zu machen, hatte zuletzt für zusätzliche Dringlichkeit bei der Umsetzung des Bauvorhabens gesorgt.

Doch die chinesische Behörden wollen laut einem Bloomberg-Bericht zigtausende Wasserkraftwerke abschalten. Viele seien zu klein, um größere Mengen an Strom zu erzeugen. Andere wiederum seien überflüssig geworden, da sie durch größere Dämme ersetzt worden seien oder ihre Flüsse kein Wasser mehr führten. Zudem würden viele Dämme mit dem Extremwetter nicht mehr mithalten.

Die Regierung hatte schon vor Jahren angekündigt, die Entwicklung kleinerer Projekte zu stoppen. Man werde den Ausbau kleiner Wasserkraftwerke „streng kontrollieren“, um die Umwelt zu schützen, hieß es 2016. Zwei Jahr später wurde eine Kampagne zur Beseitigung oder Verbesserung von 40.000 Wasserkraftwerken gestartet.

Enorme und „chaotische“ Baupolitik
China hat in den vergangenen Jahrzehnten verstärkt Wasserkraftwerke gebaut, um den weiter wachsenden Energiebedarf der weltgrößten Bevölkerung decken zu können. Ausgehend von Mao Zedongs Parole, man müsse „die Natur erobern“, wurden in rasantem Tempo zahlreiche Staudämme gebaut – um Strom zu erzeugen, Überschwemmungen zu zähmen, die Bewässerung von Feldern und die Trinkwasserversorgung sicherzustellen. Das Ausmaß der Dammpolitik ist allerdings enorm.

APA/AFP
Der Drei-Schluchten-Damm gilt mit seiner Leistungskapazität als größter Damm der Welt

Laut Quartz gibt es insgesamt 98.000 Staudämme in China. Die meisten davon sind klein und wurden vor den 1970er Jahren gebaut. Rund 24.000 Wasserkraftwerke befinden sich laut Bloomberg entlang des Jangtse-Flusses und dessen Nebenflüsse. Mindestens 930 von ihnen seien ohne Umweltverträglichkeitsprüfung gebaut worden. Die langfristigen Auswirkungen dieser schnellen und laut Bloomberg „chaotischen Baupolitik“ mache sich jetzt bemerkbar.

Umweltschäden durch Bauprojekte
Umweltgruppen warnen schon seit Jahren vor Umweltschäden, die durch die vielen Bauvorhaben er vergangenen Jahren ausgelöst wurden und noch ausgelöst werden. So seien etwa seit der Fertigstellung des mächtigen Drei-Schluchten-Damms am Jangtse-Fluss im Jahr 2006 nach zwei Jahrzehnten Bauzeit mehrere Seen flussabwärts drastisch geschrumpft oder verschwunden.

Auch die jüngsten Arbeiten am Jangtse-Fluss hätten bereits die Sedimentzusammensetzung des Gewässers verändert und so zu „hydrophysikalischen und gesundheitlichen Risiken für Menschen am Jangtse stromabwärts“ geführt, hieß es kürzlich im Fachjournal „Science of the Total Environment“. Hunderttausende Menschen seien aus ihren Gebieten verdrängt worden.

Wasserspeicher und Dürreperioden
Auch bei Chinas Nachbarländern löste der Bau Bedenken aus. Indien blickt etwa auf Entwicklungen am Mekong-Fluss in Südostasien. Eine Reihe von Staudämmen am Flussoberlauf in China wirkt sich am Unterlauf in Thailand, Kambodscha und Vietnam aus. Das auf Asien spezialisierte Magazin „The Diplomat“ zitierte kürzlich aus einer Studie eines US-amerikanischen Forschungsteams, wonach chinesische Staudämme entlang des Flusses Mitte 2019 sechs Monate lang überschüssigen Monsunregen zurückgehalten hatten.

APA/AFP
Rund 24.000 Wasserkraftwerke befinden sich entlang des Jangtse-Flusses

Die Wasserspeicherung hätte die Dürrebedingungen in den flussabwärts gelegenen Staaten verschlimmert. China wies diese Vorwürfe stets zurück und betonte, dass man mit Daten über Wasserstände und Niederschläge ohnehin transparent umgehe. Die Kritik an den Staudämmen wird allerdings lauter – insbesondere weil die Landwirtschaft in den Staaten unter Wassermangel leidet.

Wie mit der Klimakrise umgehen?
Das Extremwetter in den vergangenen Jahren hat die Aufmerksamkeit auf die Klimakrise gelenkt. Wie sollen Staudämme gemanagt und gebaut werden, wenn zum Beispiel starke Regenfälle umliegende Gemeinden gefährden? „Aufgrund des Klimawandels könnte es zu immer stärkeren Niederschlägen kommen, was bei der Planung eines Staudamms möglicherweise nicht berücksichtigt wurde“, sagte Wen Wang, Professor für Hydrologie an der chinesischen Hohai University in Nanjing, gegenüber Quartz.

Viele alte Dämme stellen laut Fachleuten ein Sicherheitsrisiko dar, insbesondere bei Überschwemmungen. In den vergangenen 50 Jahren sind nach offiziellen Angaben rund 3.500 Staudämme kollabiert. Dazu gehört auch der berüchtigte Banqiao-Damm in der Provinz Henan, der zusammen mit 61 anderen Dämmen im August 1975 nach sechs Stunden sintflutartiger Regenfälle brach. Etwa 26.000 Menschen starben direkt wegen des Wassers, weitere geschätzte 150.000 bis 230.000 erlagen den darauf folgenden Epidemien und Hungersnöten.

Hohe Kosten für Abriss
Auch in der jüngeren Vergangenheit brachen Staudämme zusammen – etwa nach heftigen Regenfällen im Juli dieses Jahres in der Inneren Mongolei. Der Xinfa-Damm sei „gut gebaut und sehr gut (auf Überschwemmungen, Anm.) vorbereitet gewesen“, heißt es etwa im Quartz-Artikel. Aber diesen Wassermassen hielt der Bau nicht stand. Die Armee warnte während des Extremwetters, dass auch andere Dämme jederzeit einstürzen können.

Die Abriss- bzw. Abschaltpläne sorgen auch für Kritik. Um das Land von fossilen Brennstoffen zu entwöhnen, wird mehr Wasserkraft gebraucht, nicht weniger. In den Provinzen wird ein Abriss aber als Erfolg verbucht. Allerdings stellt sich auch die Frage, wer für die Kosten der Beseitigung aufkommt.

Die Schließung ist nämlich das eine, die Beseitigung eines großen und potenziell gefährlichen Betonbauwerks das andere. Wegen der hohen Kosten wurden bei Staudämmen in Provinz Shaanxi laut Blommberg etwa nur die Turbinen entfernt, der Damm blieb.
21.08.2021, jkla, ORF.at/Agenturen

Links:
China: Staudämme, die niemand will
 

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#12
"UNIVERSAL BEIJING RESORT"
Weltgrößter Vergnügungspark von Universal Studios in Peking eröffnet
Nach "Soft-Opening" soll Park des Hollywood-Riesen am 20. September seinen Betrieb voll aufnehmen

Zwei große Hotels, 24 Bühnenshows sowie 37 Attraktionen um populäre Filmthemen wie Harry Potter, Transformers, Kung Fu Panda, Jurassic Park, Minions und Waterworld sowie 80 Restaurants und 30 Geschäfte werben um Besucher.
Foto: REUTERS/Tingshu Wang

Peking – Der weltgrößte Vergnügungspark von Universal Studios hat am Mittwoch in Peking seine Tore für geladene Besucher geöffnet. Nach dem "Soft-Opening" soll der Park des Hollywood-Riesen in Chinas Hauptstadt am 20. September seinen Betrieb voll aufnehmen. Mehr als zehn Millionen Gäste werden pro Jahr erwartet. Das Universal Beijing Resort liegt im Stadtbezirk Tongzhou rund 30 Kilometer vom Zentrum der 21-Millionen-Metropole.

Milliardeninvestition
Zwei große Hotels, 24 Bühnenshows sowie 37 Attraktionen um populäre Filmthemen wie Harry Potter, Transformers, Kung Fu Panda, Jurassic Park, Minions und Waterworld sowie 80 Restaurants und 30 Geschäfte werben um Besucher. Die Investitionen werden laut Medienberichten auf 50 Milliarden Yuan, umgerechnet 6,5 Milliarden Euro, beziffert. Es ist nach Hollywood, Orlando, Singapur und Osaka der fünfte Vergnügungspark von Universal Studios weltweit, der dritte in Asien und der erste in China. Mit vier Quadratkilometer Fläche ist es auch der größte in der Welt.
Wegen der Pandemie war die Eröffnung um mehrere Monate verschoben worden. Obwohl China heute kaum Corona-Infektionen zählt, müssen Besucher vorsichtshalber weiter Masken tragen, sich mit einer Gesundheits-App auf dem Handy als unbedenklich ausweisen, Fieber messen lassen und Abstand halten.
(APA, dpa, 1.9.2021)
Weltgrößter Vergnügungspark von Universal Studios in Peking eröffnet
 
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