Donaukraftwerk Ybbs-Persenbeug

josef

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#1
Die ersten Planungen für das Donaukraftwerk (DOKW) Ybbs-Persenbeug begannen bereits 1920. Neben der Deckung des steigenden Strombedarfes sollten durch den Stau der Donau die gefährlichen Schifffahrtshindernisse im Nibelungengau beseitigt werden. Durch die schlechte wirtschaftliche Entwicklung der Zwischenkriegszeit verzögerte sich der Baubeginn. Erst nach dem Anschluss Österreichs ans Deutsche Reich 1938 gab Göring den „Befehl“ zum Bau. Wegen Umplanungen wurden die Bauarbeiten 1939 eingestellt und 1943 nach einer Neuplanung erneut begonnen. Anfang 1944 wurden kriegsbedingt die Arbeiten abermals eingestellt.

Nach 10 Jahren Stillstand konnte endlich 1954 nach einer weiteren Projektoptimierung und Beseitigung diverser Schwierigkeiten mit der sowjetischen Besatzungsmacht der Bau weitergeführt werden. 1959-1960 konnte Ybbs-Persenbeug als erstes österreichische DOKW in Betrieb genommen werden. (Das bereits 1955-56 fertiggestellte DOKW Jochenstein ist ein Grenzkraftwerk und nur zur Hälfte in österr. Eigentum). Hier gibt es mehr über die Baugeschichte und technische Ausstattung zu lesen.

Nachfolgend eine Bildserie mit alten Fotos und einem Besuch in Ybbs-Persenbeug am 08.09.2015:

Teil 1:

1. Analogbild aus 2008 – „Unterwasserbereich“, Blick vom Südufer nach N: Links Wehrfelder, in der Mitte Kraft- (Maschinen-)haus Nord, rechts Außenwand der Schleusenanlage.

2. Analogild aus 2005 – „Oberwasserbereich“, Blick von der B3 Richtung Osten auf das KW: Im Vordergrund die aufgestaute Donau, links Schloss Persenbeug, davor die Schleuseneinfahrt. Anschließend Richtung rechts Krafthaus Nord, dann das Wehrfeld und ganz rechts das Krafthaus Süd.

3. Aufnahme aus 2009 vom Südufer zum N-Ufer mit Schloss Persenbeug, davor Schleuseneinfahrt vom Unterwasser.

4. Gedenktafel an die 1939 – 1944 beim Kraftwerksbau eingesetzten Zwangsarbeiter und Kriegsgefangenen.

5. Blick über die Dammkrone vom Vorplatz des Verwaltungsgebäudes nach Norden: Links die westliche Fahrschine des im Hintergrund sichtbaren Portalkranes, rechts davon die abhebbaren Deckenelemente des Krafthauses Nord und anschließend die Straßenbrücke. Rechts hinten Schloss Persenbeug am Nordufer.

6. Eingang zum Verwaltungsgebäude am Südufer (Ybbs). Im Foyer befindet sich eine Ausstellung…
 

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#2
DOKW Ybbs-Persenbeug, Bilder Teil 2

Teil 2 – historische Fotos der Baustelle aus der Ausstellung im Verwaltungsgebäude:

7. Bilder Zeitraum 1944 – 1954.

8. Bauarbeiten 1956 – Blick von S nach N.

9. Baugrube der Schleusenanlage unterhalb der Staueinrichtung im „Unterwasser“. Links Schloss Persenbeug, Bildmitte im Hintergrund ist Ybbs zu erkennen.

10. Lubi: Links die zukünftigen Schleusen, in Bildmitte die enge Durchfahrt für die Schiffe, nach rechts hin die Baustelle der Wehrfelder und Maschinenhaus Süd. Nach Fertigstellung der Schleusenkammern wurden diese geflutet und die Schiffe konnten dort den Baustellenbereich passieren bzw. konnte die „Baulücke“ der alten Schifffahrtsstrecke geschlossen werden.

11. Noch vor dem Stau, die Schiffe können durch die Schleusenkammern fahren und die Lücke zwischen Schleusen und Wehrfeldern wird mit dem Maschinenhaus Nord geschlossen.

12. Absenken des Laufrades einer Kaplan-Turbine mittels Portalkran 1958-59.
 

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#3
DOKW Ybbs-Persenbeug, Bilder Teil 3

Teil 3:

13. Oben: Betonierarbeiten des Wassereinlaufes für eine Turbine. Unten: Einige Monate später – nach dem Einbau der Turbine wurde oberhalb der Generator installiert, in der Mitte der durch die Turbine mittels einer Welle angetriebene rotierende Teil und mittels Kran wird gerade der später fixe äußere „Stator“ abgesenkt.

14. Modell des Kraftwerkes.

15. Querschnitts-Skizze im Bereich Krafthaus mit einer stehend eingebauten Kaplan-Turbine und dem darüber befindlichen Generator. Insgesamt 6 Maschinensätze gleicher Bauart befinden sich in den beiden Krafthäusern.

16. – 18. Maschinenhalle des Krafthauses Süd: Sichtbar sind nur die Abdeckungen der Generatoren.
 

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#4
DOKW Ybbs-Persenbeug, Bilder Teil 4

Teil 4:

19. Querschnitt –Skizze des unter dem Krafthaus Süd 1993-95 eingebauten zusätzlichen „Maschinensatzes 7“ mit einer horizontal liegenden „Kaplan-Rohrturbine“.

20. Modell des „Maschinensatzes 7“ mit der liegenden Rohrturbine und dem vom Wasser umströmten Gehäuse mit dem Generator.

21. Blick durch ein Fenster auf die „Oberwasserseite“ des Kraftwerkes: Im Vordergrund der Wasserzulauf zum Maschinensatz 7. Direkt vorm Gebäude ist eine „Rechenreinigungsmaschine“ zu sehen. Vor den Wassereinläufen zu den Turbinen befinden sich „Einlaufrechen“, welche die Turbinen vor Treibgut im Wasser schützen. Von Zeit zu Zeit wird das vor den Rechen angefallene Schwemmgut mit der Reinigungsmaschine hochgezogen und in Container gesammelt und später entsorgt. Anschließend ist die Fensterfront des Maschinenhauses Süd noch gut zu erkennen…

22. Durch eine Glasfront kann man in die Steuerwarte des Kraftwerks blicken. Diese ist nur mehr bei Sonderfällen (Hochwasser, Reparaturen usw. …) besetzt. Die Steuerung sämtlicher österreichischen Donaukraftwerke erfolgt heute zentral vom DOKW Wien-Freudenau aus.

23. – 24. Die Schleusenanlage im Nordteil der KW-Anlage. (Zu den Schleusen kommt später ein eigener Bericht…).
 

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#5
Führungen im DOKW Ybbs-Persenbeug

Öffnungszeiten (April-Oktober):
Montag, Dienstag, Freitag, Samstag und Sonntag
Führung jeweils um 13.00, 14.00 und 15.00 Uhr
Kraftwerksbesichtigung nur mit Führung!
Führung mit Schleusenanlage um 14 Uhr.

Beginn der Führungen im Verwaltungsgebäude (mit Ausstellung) auf der rechten (Ybbser-) Donauseite, Zufahrt zum Parkplatz vor der Brückenauffahrt.

Preise:
• Freier Eintritt mit der Niederösterreich-CARD
• Kinder bis zu 6 Jahren gratis
• Normal: Euro 5,-
• Ermäßigter: Euro 4,-
(Senioren, SchülerInnen, Studenten, Präsenzdiener, Kinder bis 15 Jahre, Gruppen)
• Aufpreis Schleuse, 2 Stunden: Euro 2,-

(Stand September 2015)


...und ein kleines Filmchen zur Führung (ohne Schleusen):

 
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#6
Bildserie Schleusung beim DOKW Ybbs-Persenbeug

Nun eine Bildserie über die Schleusengruppe des DOKW Ybbs-Persenbeug:

(Alle Aufnahmen vom 08.09.2015)


Teil 1:

1. Die auf Niveau des „Oberwassers“ (Stauraum) gefluteten 2 Schleusenkammern. Blick vom Fuß- und Radweg der Brücke nach Osten.

2. Schnittskizze einer Schleusenkammer.

3. Vom „Kommandoturm“ aus erfolgt Steuerung der Anlage durch die Schleusenaufsicht der „Via donau“ .

4. Die beiden Flügel eines Schleusentores sind geschlossen – Ansicht vom „Unterwasser“.

5. Glaskabine für die Hydraulikeinrichtungen des Torantriebes.

6. Ein „bergfahrendes“ Frachtschiff wurde in der Schleuse auf „Stauhöhe“ (Oberwasser) angehoben und wartet auf die Freigabe der Weiterfahrt. Während meines Besuches war nur eine Schleusenkammer in Betrieb.
 

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#7
Schleusung beim DOKW Ybbs-Persenbeug - Teil 2

Teil 2:

7. Das Frachtschiff mit Heimathafen Duisburg-Ruhrort verlässt die Schleuse (das westliche – obere Schleusentor ist durch die Brückenfahrbahn verdeckt und vom Fußweg aus nicht einsehbar).

8. Das Schiff hat den Schleusenbereich verlassen und ist im Staubereich (Oberwasser) Richtung Grein unterwegs.

9. Kurze Zeit später schiebt sich ein talfahrender Frachtverband aus dem Staubereich kommend unter der Brücke in die Schleusenkammer durch.

10. Maßarbeit des Steuermannes…

11. Die „Korneuburg“ mit seitlich beigeheftetem Schubleichter ist an den vorderen Rand der Schleusenkammer vorgefahren, um noch Platz für ein weiteres talwärts fahrendes Schiff zu schaffen…

12. …welches gleich darauf ebenfalls in die Schleuse einfährt.
 

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#8
Schleusung beim DOKW Ybbs-Persenbeug - Teil 3

Teil 3:

13. Während die Schiffe in der Schleuse auf das Absenken des Wasserspiegels warten, erkennt man im Unterwasser einige weitere auf die Schleusung zur Bergfahrt wartende Schiffe.

14. -15. Langsam sinkt der Wasserspiegel und damit die Schiffe in der Schleusenkammer.

16. Nach Erreichen des Niveaus vom Unterwasser öffnen sich die Flügel des Schleusentores.

17. Das Schleusentor ist zur Gänze geöffnet…

18. … und die vorne liegende „Korneuburg“ verlässt die Kammer.
 

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#9
Schleusung beim DOKW Ybbs-Persenbeug - Teil 4

Teil 4:

19. Kurz darauf folgt auch das zweite Frachtschiff.

20. Während dessen nähert sich ein Flusskreuzfahrtschiff aus der vorherigen Warteposition behutsam der Schleuseneinfahrt…

21. …die sie gleich darauf passiert.

22. Das „schwimmende Hotel“ in der Schleuse.

23. Den rückwärts noch freien Platz nützt ein alleinfahrendes Schubschiff, um auch in die „nächste Etage“ hochgehoben zu werden.

24. Gleich werden sich die Torflügel im Hintergrund schließen um die Kammer zu fluten…
 

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#11
...sehr toller Beitrag, danke!!
Mich interessiert in erster Linie die Baugeschichte des KW. Wo hast du denn die alten Fotos von der Baustelle (Beitrag #2) gefunden?
:danke für das Lob, hoffe es gefällt bzw. interessiert die User :)

Die Fotos stammen von Bildtafeln aus der kleinen Ausstellung im Verwaltungsgebäude (-> sind teilweise auch im kleinen Filmchen, Beitrag #5, kurz zu sehen).

lg
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#12
Gefahr für Schifffahrt beseitigt

Durch den Kraftwerksbau wurden im Stauraum im Strudengau zwischen Persenbeug und Grein die Gefahrenstellen für die Schifffahrt endgültig beseitigt. Schon seit Maria Theresias Zeiten versuchte man die durch Felsen im Strombett hervorgerufenen Untiefen und gefährlichen Strudel zu beseitigen, die vielen Schiffen und ihren Besatzungen zum Verhängnis wurden. Erst durch den Stau und die massive Sprengungen wurden diese bei den Schiffsleuten vieler Generationen gefürchteten Stromschnellen endgültig beseitigt! Die gefährlichsten Abschnitte lagen beim "Schwalleck" knapp unterhalb von Grein und im Bereich des Ortes "Struden" bei Sarmingstein.

Nachfolgend einige Fotos von den Bildtafeln aus dem Ausstellungsbereich des DOKW Ybbs-Persenbeug:

1. - 2. Historische Darstellungen der Gefahrenstellen
3. - 5. Sprengung des "Schwallecks" bei Grein (1958)
6. Schwalleck nach den Sprengungen mit Neutrassierung der B 3 durch den Strudengau.
 

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#13
1960 - Nikita Chruschtschow besucht das DOKW Ybbs-Persenbeug

5 Jahre nach Abzug der sowjetischen Besatzungstruppen besuchte Nikita Chruschtschow 1960 in seiner damaligen Funktion als Regierungschef der UdSSR Österreich und besichtigte auch das DOKW Ybbs-Persenbeug.

Dazu ein Foto aus der Ausstellung im Verwaltungstrakt des Kraftwerkes:
 

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#14
Bis 2020 Erneuerung von 6 Maschinensätzen

Kraftwerk: Mehr Leistung durch neue Turbinen

Österreichs ältestes Donaukraftwerk in Ybbs-Persenbeug (Bezirk Melk) wird nun erneuert. Bis zum Jahr 2020 werden alle sechs Turbinen ausgetauscht. Dadurch können 22.000 zusätzliche Haushalte mit Strom versorgt werden

„Ybbs 2020“ heißt das Projekt zur Effizienzsteigerung des Kraftwerks, 144 Millionen Euro werden investiert. In sechs Jahren werden die Turbinen komplett erneuert, ebenso die Generatoren, Transformatoren, sämtliche Leitungen und die Computeranlage.

Aufwändige Arbeiten bei laufendem Betrieb
Die Arbeiten können nur im Herbst und Winter bei Niedrigwasser stattfinden. 20 Meter unter dem Wasserspiegel fließt das Donauwasser normalerweise mit einer Geschwindigkeit von vier Metern pro Sekunde auf das Turbinenlaufrad. Durch die neuen Laufräder ergibt sich eine Leistungssteigerung von sechs Prozent pro Maschine.

Das Abschotten des Turbineneinlaufbereiches gegen die Donau ist sehr aufwändig. Auch Industrietaucher kommen bei den Arbeiten zum Einsatz. Massive Stahlplatten schützen die Arbeiter und auch Führungsgäste vor den Wassermassen. Ein Donaukraftwerk für sechs Jahre stillzulegen, ist natürlich nicht möglich. „Das ist die Herausforderung an die Planer“, sagt Betriebsingenieur Wolfgang Leeb, „der laufende Betrieb muss ungestört weiter gehen.“
http://noe.orf.at/news/stories/2736823/
 

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#15


Taucher inspizieren Kraftwerksturbine

Die Maschinen im Kraftwerk Ybbs-Persenbeug (Bezirk Melk) erzeugen jährlich Strom für 420.000 Haushalte. Damit sie ordentlich laufen, müssen sie alle neun Jahre kontrolliert und gesäubert werden. Dafür sind Taucher im Einsatz.
Im Kraftwerk Ybbs-Persenbeug sind insgesamt sieben Turbinen im Einsatz. Eine davon wird nun inspiziert. Die Industrietaucher müssen dafür in knapp 20 Metern Tiefe den Grund des Kraftwerks kontrollieren und von Treibgut oder Schlamm säubern. Leopold Dostal tauchte am Dienstag in das nur vier Grad kalte Donauwasser ab. „Wir haben warme Unterwäsche an. Ich habe zwei paar Wollsocken an, dann haben wir noch einen wattierten Overall, der ist unter dem Gummianzug“, erklärte Dostal.

ORF
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Die komplette Ausrüstung wiegt 60 Kilogramm. „15 Kilo hat alleine der Helm. Die meiste Arbeit besteht aus Kontrollen im Bereich vom Einlauf. Und da hat es natürlich einen Vorteil, wenn man doch ein Gewicht oben hat, damit man auch am Grund bleibt“, erklärte der Berufstaucher.

Turbinenüberprüfungen finden im Winter statt
Bei der Inspektion der Turbine kommen sogenannte Dammbalken zum Einsatz. Fünf der 13 Tonnen schweren Balken werden vor der Turbine gestapelt, um sie abzudichten. „Die Turbine muss dann ausgepumpt werden, sie muss innen gesäubert werden“, erklärt Florian Seidl vom Verbund Hydro Power GmbH, der das Kraftwerk betreibt. „Dann muss man dort vielleicht Gerüste aufbauen und Strom verlegen für diverse Arbeiten, die dort notwendig sind.“

Die Turbinenüberprüfungen finden bei Wasserkraftwerken üblicherweise im Winter statt. Denn die geringere Wasserführung ermöglicht es, Erzeugungsverluste zu vermeiden. Bis Ostern, vor der Schneeschmelze, sollte alles erledigt sein. Dann führt die Donau wieder mehr Wasser als derzeit und die Turbine wird für die Stromgewinnung benötigt.

Link:
Publiziert am 18.01.2018
http://noe.orf.at/news/stories/2889953/
 

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#17


„Aufnahmeprüfung“ für Kraftwerksturbine
Das Kraftwerk Ybbs-Persenbeug (Bezirk Melk) wird seit vier Jahren modernisiert, alte Turbinen werden durch neue ersetzt. Eine dieser Turbinen hat nun die „Aufnahmeprüfung“ vor sich. Dabei kommt ein tonnenschwerer Kran zum Einsatz.
Der schwimmende Kran, der beim Kraftwerk Ybbs-Persenbeug im Einsatz ist, hat einen Namen: Erich. Erich kann bis zu 80 Tonnen heben, dieses Mal befördert er sogenannte Dämmbalken aus Stahl an die richtige Stelle. Vor der Schleuse zur Turbine Nummer vier werden die Balken aufeinander gestapelt.

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ORF/Miriam Steiner
Kran Erich stapelt die 14 Tonnen schweren Stahlbalken übereinander

„Das ist definitiv Millimeterarbeit“, sagt Kran-Kapitän Josef Jagsch. Trotz jahrelanger Erfahrung müssen er und sein Kranlenker höchste Konzentration an den Tag legen. Liegen die Balken nicht exakt aufeinander, dann hält die Konstruktion später nicht dicht.

Selbst durch den kleinsten Spalt würde sich das Donauwasser sonst seinen Weg zur Turbine bahnen. Dafür, dass das nicht passiert, müssen neben der Besatzung am Kran auch Taucher sorgen. Trotz minus fünf Grad Außentemperatur taucht Thomas Vondal daher hinab zum Flussboden.

„Ich räume ein paar Äste oder ein paar Steine weg“, sagt er. Mit plus drei Grad liegt die Wassertemperatur derzeit über der Außentemperatur, die Sicht unter Wasser sei im Winter besser: „Im Sommer sind die Temperaturen angenehmer, aber da haben wir oft null Sicht.“

Alte Kaplan-Turbinen werden ersetzt
All diese Arbeiten sind Teil eines mehrjährigen Modernisierungsprojekts im Kraftwerk Ybbs-Persenbeug. Jahr für Jahr werden dabei die alten Turbinen aus den 1950er Jahren durch neue ersetzt. Bei drei der sechs Turbinen ist das bereits geschehen. Die Turbine Nummer vier, die jetzt abgedämmt und dann kontrolliert wird, gehört dazu.

Sie wurde vor etwa vier Jahren eingesetzt, jetzt wird sie zum dritten und vorerst letzten Mal kontrolliert. Wenn alles passt, dann hat sie sozusagen ihre Aufnahmeprüfung bestanden. „Danach gibt es nur noch alle paar Jahre routinemäßige Kontrollen“, sagt Florian Seidl vom Kraftwerksbetreiber Verbund.


ORF/Miriam Steiner
Hinter der vordersten Abdeckung versteckt sich Turbine Nummer vier


ORF
Die Dämmbalken müssen auf den Millimeter genau gesetzt werden


ORF/Miriam Steiner
Josef Jagsch steuert als Kapitän den schwimmenden Kran


ORF/Miriam Steiner
Thomas Vondal (l.) legt nach seinem Tauchgang mit dem Boot am Steg an


ORF
Drei der sechs Turbinen stammen noch aus den 1950ern

Ybbs-Persenbeug ist das älteste Donaukraftwerk Österreichs, die alten Kaplan-Turbinen gelten als große Leistung damaliger Ingenieurskunst. Zur Effizienzsteigerung sollen in den kommenden Jahren alle sechs Turbinen ausgetauscht werden, dann kann hier um sechs Prozent mehr Strom erzeugt werden als bisher. „Das hört sich nicht nach sehr viel an, aber das entspricht dem jährlichen Stromverbrauch von 22.000 Haushalten“, erklärt Seidl.

Neben der Turbine Nummer vier müssen auch die anderen beiden sowie die kommenden neuen Turbinen zu Beginn mehrere Male überprüft werden. „Wir wollen, dass auch unsere neuen Maschinen wieder so lang halten wie die alten“, so Florian Seidl. Kommende Ingenieursgenerationen sollen „von unserer Arbeit ebenso begeistert sein, wie wir es von der Arbeit der Generationen vor uns sind“.
Miriam Steiner, noe.ORF.at

Link:
Publiziert am 28.01.2019
„Aufnahmeprüfung“ für Kraftwerksturbine
 

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#19
Neue Technik für ältestes Donaukraftwerk

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Im Donaukraftwerk Ybbs-Persenbeug (Bezirk Melk) wird eine der sechs Turbinen ausgetauscht. Österreichs ältestes Donaukraftwerk, erhält somit eine neue Technik. 22.000 zusätzliche Haushalte könnten durch die stärkere Turbine mit Strom versorgt werden.
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62 Jahre lang war die Turbine im Kraftwerk Ybbs-Persenbeug im Einsatz, nun wird sie Stück für Stück abmontiert. Dafür ist ein 80-Tonnen-Schwerlastkran im Einsatz, der unter Wasser vor dem Eingang zur Turbine Stahltafeln aufstapelt. So kann die Turbine im Trockenen ausgebaut werden. Demontiert werden ein sieben Meter großes Laufrad und ein 230 Tonnen schwerer Rotor.

Im Rahmen des Projektes „Ybbs2020“ wird das Donaukraftwerk fit für die Zukunft gemacht, wie die Verbund AG, die das Kraftwerk betreibt, mitteilt. Dafür werden auch die Leittechnik und Kabel ausgetauscht. Laut Verbund kann pro Jahr nur eine Turbine erneuert werden, da ansonsten die Energieleistung des Laufkraftwerks sinken würde.

Modernisierung dauert bis 2022
Zu Beginn des neuen Jahres sollen dann die ersten Teile der neuen Turbine eingebaut werden. Für die Modernisierung des Kraftwerks werden bis 2022 noch zwei weitere Turbinen erneuert. Insgesamt werden dann 77 Millionen Kilowattstunden mehr erzeugt, was dem Stromverbrauch von zusätzlichen 22.000 Haushalten entspricht. 144 Millionen Euro werden in Ybbs-Persenbeug investiert.
red, noe.ORF.at/Agenturen
Chronik: Neue Technik für ältestes Donaukraftwerk
 

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#20
Kraftwerkturbinen: Tausch in Millimeterarbeit

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Im Kraftwerk Greifenstein (Bezirk Tulln) wird diese Woche eine neun Jahre alte Turbine trockengelegt und gewartet. Deutlich länger im Dienst ist eine Turbine im Kraftwerk Ybbs-Persenbeug (Bezirk Melk): Nach fast 60 Jahren baut die Verbund AG, die das Kraftwerk betreibt, das Laufrad jetzt aus.

Das Laufrad in Ybbs-Persenbeug (Bezirk Melk), das einen Durchmesser von 7,5 Metern aufweist und ein Gewicht von 120 Tonnen auf die Waage bringt, muss in Millimeterarbeit von einem Schwerlastkran aus dem Schacht gehoben werden. Wenn alles klappt, dauert der Vorgang etwa zwei Stunden. Im Schacht gibt es aber wenig Spielraum, weshalb sich der Vorgang auf sechs bis acht Stunden verlängern könnte, heißt es seitens der Verbund AG. Eingebaut wurde die Turbine in den 1950er-Jahren.


Verbund
Die Innenseite des Turbineneinlaufs in Ybbs, hinter den „Gitterstäben“ sind die Dammbalken aufgestapelt

Beim Kraftwerk Greifenstein soll diese Woche die Turbine trockengelegt werden. Ein Team von drei bis vier Tauchern säubert den Boden vor der Schleusenkammer und bringt Stahlbalken an, um die Turbine abzudichten. Die Balken liefert ein 80-Tonnen-Schwimmkran. Zwanzig Meter unter Wasser sehen die Taucher bei dieser Arbeit aber fast nichts. Die neun Jahre alte Turbine in Greifenstein hätte schon früher inspiziert werden sollen, weil der Wasserstand der Donau zuletzt aber sehr niedrig war, wurde die Wartung verschoben.

Link:
Chronik: Kraftwerkturbinen: Tausch in Millimeterarbeit
 
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