Ehemaliger Fliegerhorst Markersdorf

#43
Moin!

Eigentlich habe ich den Bereich um Markersdorf auf NCAP nach der Funkstelle
des Schweren Leuchtfeuers "Markgraf" durchsucht, bin aber nicht fündig ge-
worden.

Dafür habe ich den Platzpeiler entdeckt, wenn er nicht schon bekannt war.
Die Erdungsbänder der vier Adcock-Antennenmasten sind gut zu erkennen.

Quelle:
http://ncap.org.uk/frame/6-1-14-1-347?free-text=yes

Gruss aus NF!
Rolf
 

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josef

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#44
Schweres Funkfeuer "Markgraf"

Servus Rolf,
besten Dank für die Ermittlungen, zumindest ein Teilerfolg betreffend "Platzpeiler" :bravo:

Zu "Markgraf" ist zumindest der Ort -> Haunoldstein, bekannt! Eine genaue Lokalisierung steht noch aus. Leider stehen mir keine Lubi der Gegend des vermuteten Standortes (Höhenzug westlich des Ortes) zur Verfügung. Werde bei Gelegenheit eine Recherche vor Ort durchführen (Gemeindeamt, Befragung der Bevölkerung...).

1. Hinweis auf "Haunoldstein" -> Hoffmann, Bd. II - Teil 2, S. 650
2. Raum Markersdorf - Haunoldstein: Pfeil => Flh. Gelände, rote Umrandung => vermutete Lage auf Anhöhe westlich Ort Haunoldstein, nördlich B1
3. Vergrößerung "Verdachtsfläche"...
 

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josef

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#45
Markersdorf 13.04.2019

Gestern schaute ich wieder einmal am Gelände des ehemaligen Fliegerhorstes Markersdorf vorbei.
Leider war der größte Bereich Richtung Süden gesperrt, da auf den alten Rollwegen und Betonstraßen eine Sportveranstaltung mit Radrennen usw. stattfand -> "6. Grand Prix Fliegerhorst"!

Dadurch konnte ich die von mir 2012 in den Beiträgen #36 und 37 beschriebenen Abschnitte nicht besuchen und ich sah mich nur den im nördlichen Gelände an der Straße Markersdorf - Haindorf gelegenen Einschießstand an. Obwohl gegenüber Beitrag #34 kaum eine Veränderung feststellbar war, bringe ich einige weitere Fotos:

Teil 1:

1. Das am Ortsschild bei der Haindorfer-Straße angebrachte Straßenschild weist auf den längst verschwundenen Fliegerhorst hin.
2. Das umfangreiche Betonstraßennetz am ehemaligen Horstgelände ist noch gut erhalten und wird als Zufahrten zu den neu entstandenen Siedlungen und als Feldwege weiterhin benutzt. Blickrichtung Süden, weiter hinten ist die Straße wegen der Veranstaltung gesperrt. Rechts befanden sich die entsorgten Fundamentreste der Lehrwerkstätte und das Werftgelände (-> siehe Beitrag #40)
3. Richtung Westen: Die arrondierten Flächen sind teilweise eingezäunt (Viehhaltung ?).
4. Die Reste der Einschießanlage (Blickrichtung SO) mit dem Kugelfanggebäude im Vordergrund.
5. - 8. Details des Kugelfanges.
9. Zufällig kam auch ein kleines Flugzeug ins Bild...
10. Die Mauereinfriedung des Schießkanals Richtung Schießhalle (Osten).
 

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josef

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#46
Markersdorf 13.04.2019 - Teil 2:

11. Plattform der Schießhalle gegen Osten (Ort Markersdorf). Die Betonfläche wird von einem Landwirt als Stallmistdeponie genutzt. Die Nachschau, ob die Befestigungsringe für die Flugzeuge zum Halten während des Schießvorganges noch vorhanden sind, unterließ ich...
12. Die Plattform der Schießhalle Richtung Westen zum Schießkanal/Kugelfang.
13. Die Anlage Blickrichtung Westen.
14. Das total verwachsene Innere des Schießkanals mit Trümmern der Halle.
15. - 16. Richtung Süden mit Zelten und Luftburg der Veranstaltung. Hinter dem Waldstück mit den Flutlichtmasten des dortigen Sportplatzes befand sich einst das Tanklager mit den Tankpositionen für die Flugzeuge.
17. Blick über die Haindorfer-Straße nach Norden zu den Südhängen des Dunkelsteinerwaldes. Links in der Mitte oberhalb des ersten Begrenzungspflockes und des Baumes ist die von @Bunker Ratte vorgestellte Burgruine Hohenegg als heller Fleck zu erkennen.
18. Nochmals Hohenegg am Zoombild...
 

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josef

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#47


Der vergessene Fliegerhorst in Markersdorf
Tausende Soldaten, Mechaniker, Arbeiter, hunderte Flugzeuge - das Dorf Markersdorf an der Pielach (Bezirk St.Pölten) kam während des Zweiten Weltkriegs eine große Bedeutung zu. Nach Kriegsende kam dann der tiefe Fall.
Markersdorf an der Pielach, wenige Kilometer westlich von St. Pölten, zählte in den 1930-er Jahren etwas mehr als 300 Einwohner. Bis das Nazi-Regime kam und einen riesigen Fliegerhorst zu bauen begann. Josef Stern, damals elf und heute 93 Jahre alt, erzählt im Gespräch mit noe.ORF.at, dass mitten in Zeiten hoher Arbeitslosigkeit auf einen Schlag 800 bis 1.000 Arbeiter kamen, um das Gelände zu ebnen.

Anlage wurde 1945 von den Deutschen zerstört
Das 640 Hektar große Feld wurde händisch planiert, daneben entstanden acht Kasernen, eine Werft für Flugzeugreparaturen, fünf Hangars, zwei Heizhäuser, Wirtschaftsküche, Kino und Post. Im Ort wurden vier Wohnhäuser mit 68 Wohnungen für die Offiziere errichtet. Insgesamt waren es 2.500 bis 3.000 Menschen, die in Markersdorf lebten und arbeiteten.

Die Euphorie der ersten Zeit verwandelte sich gegen Kriegsende im Jahr 1945 in Entsetzen, die Alliierten bombardierten den Fliegerhorst und schließlich waren es die Deutschen, welche die Anlage völlig zerstörten, so Josef Stern.


ORF
Der Fliegerhorst in Markersdorf wurde von den Nazionalsozialisten errichtet

„Das Flugfeld wurde umgegraben, um zu verhindern, dass es die Sowjets nützen können. Die eigenen Leute haben dann alles gesprengt“, erinnerte sich Stern. Heute zeugen nur noch wenige Betonrelikte in der Markersdorfer Landschaft von dieser Zeit.

Das markanteste ist der ehemalige Schießplatz, wo Flugzeuge, die in Markersdorf zusammengebaut wurden, „eingeschossen“ wurden. Sie wurden mittels Eisenringe am Betonboden fixiert und richteten ihre Waffen in den dortigen Schießtunnel, von dem noch Mauerteile übrig sind.

Probleme mit Blindgängern gab es noch nie
Auch Straßen aus der damaligen Zeit sind nach wie vor befahrbar, die Bombentrichter sind zwar aufgefüllt, aber deutlich erkennbar. Ein Radrennen - der Fliegerhorst-Grand-Prix - fordert den Teilnehmerinnen und Teilnehmern auf dieser holprigen, unruhigen Strecke jährlich alles ab.


ORF
Noch heute erinnern Mauerreste an den ehemaligen Fliegerhorst

Unter der Erdoberfläche können sich noch Relikte der Bombardements befinden, das ist auch Bürgermeister Friedrich Ofenauer klar. Aber es gab mit Blindgängern noch nie Probleme. „Vor allem nicht im Wohngebiet von Markersdorf“, betont Ofenauer. Dort, wo man aufgrund der Aufzeichnungen der Bombardements mit eventuellen Relikten rechnen könnte, sei kein Bauland gewidmet.

Spuren gibt es aber wohl, sogar handfeste. Neben der Straße ist auch noch ein Kanalsystem aus dieser Zeit vorhanden und wird heute noch als Regenwasserkanal genützt. Offiziershäuser früherer Tage fügen sich heute ins Ortsbild ein. Der Fliegerhorst ist Geschichte - eine Geschichte, mit der man in der Gemeinde Markersdorf-Haindorf umzugehen lernte.

Robert Salzer, noe.ORF.at

Link:
Publiziert am 19.05.2019
Der vergessene Fliegerhorst in Markersdorf
 
#50
Liebe Forum - Mitglieder,

ich bin neu auf dieser Plattform und möchte ein wenig in meine Vergangenheit und Abenteuer schweifen. Als ich im Internet nach Plänen vom ehemaligen Fliegerhorst gesucht habe, bin ich auf das Forum gestoßen. Gerne möchte ich meine Erfahrungen sowie Mythen die ich erfahren habe hier teilen. Außerdem hoffe ich auf einige Rückmeldungen welches die alte zeit betrifft.

Zur Geschichte, ich bin 1986 im Alter von 7 Jahren nach Markersdorf gezogen und die Bunker und Ruinen zogen mich sofort in den Bann. Damals konnte ich mit meinem Großvater der leider schon verstorben ist, noch ein wenig darüber plaudern. Aufgrund meines Alters natürlich ohne Fakten und genauem Verständniss. Jedenfalls wird mir immer in Erinnerung bleiben, dass mein Opa damals gemeint hat das alles von den Russen und Amerikanern ausgeräumt wurde. Außer......Er meinte dass es angeblich einen Unterirdischen Raum gab wo heute noch ein Panzer mit Ausrüstung versteckt sein sollte. Es sind sicherlich ein paar Markersdorfer registriert welche das Gasthaus Hiesberger kennen. Früher waren wir oft dort Billard und Dart spielen und natürlich a bisserl gurgeln :) Ich hatte einmal ein interessantes Gespräch mit jemanden der sich auch als leidenschaftlicher Jäger und Sammler entpuppte. Er erzählte mir vollen ernstes dass er eine Stelle in Markersdorf kennt, wo ein komplettes Leitwerk einer Maschiene im Boden steckt. Er meint der Platz wird nicht verraten......und es sei so gut verwachsen, dass es niemand finden wird.

Wir sind viel als Kinder darinn herumgeklättert und dabei haben wir einiges an Kriegsmaterial zusammengetragen...... mich würden Eure Erfahrungen dazu interessieren!

Lg
 
#51
Hallo
Ich hatte früher einen alten Arbeitskollegen, der ist dort geboren und aufgewachsen (in der Kriegszeit). Wie er mir das sagte, war meine erste Frage natürlich sofort, wegen der Unterirdischen Anlagen. Er sagte, dass sie als Kinder nach dem Krieg, alles durchsucht haben und garantiert kein Loch im Boden übersehen haben. Einzig die Keller der Gebäude, waren unterirdisch, sonst NIX !! Es gibt dort keine Unterirdischen Flugzeughanger oder Panzergaragen. Alles was es gab, war Oberirdisch. Das mit den Leitwerk habe ich auch schon mehrfach gehört, aber ich bin noch nicht dazugekommen, danach zu suchen.

Lg
 
#52
Danke für Deine Antwort. War gestern mit den Kindern in der nähe und schaute ein wenig herum! Abgesehen davon das alles zugemüllt ist, habe ich nicht viel gesehen. Es ist eine schweinerei das in den Kellergebäuden Autoreifen und Co. entsorgt werden. Ich kann mich erinnern, das wir als Kind bei dem Weg (Fa.Schmalek) in ein Loch geklättert sind wo ein irsinig langer Gang richtung Haindorf gegangen ist. Nach einigen 100 Metern war dann ein sperre mit Kanalrohren. Ich habe aber schon mehrmals gehört das es angeblich einen geheimen Keller/Garage gibt!
 

josef

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#53
Ich habe aber schon mehrmals gehört das es angeblich einen geheimen Keller/Garage gibt!
Bitte vergiss die Erzählungen über geheime Keller, Garagen, Gänge, unterirdische Hangars usw.! Auf allen damals neu errichteten großen Anlagen wie Fliegerhorste, Kasernen und Industriebetrieben war das betreffende Gelände von "Gängen" durchzogen! Die nötigen Leitungen für die Infrastruktur (Strom- u. Wasserleitungen, Abwasserkanäle, Warmwasser bzw. Dampfleitungen für Heizungen usw.) wurden in Gänge verschiedener Größe verlegt. Die Dimensionen reichten vom Kanalrohr mit 20 cm Durchmesser über kriechbare bis hin zu begehbaren Gangsystemen, welche die einzelnen Objekte verbanden... Lies die vorherigen Beiträge einmal durch, da gibt es sogar Fotos von solchen Gängen, z.B. die Verbindung der beiden Heizhäuser mit den übrigen Gebäuden oder der große Kanal zur Pielach und, und, und...
 
#54
Josef,.....du raubst mir meine Illusionen. :) Hat es einen Sinn mit einem Metalldedektor dort nach Schätzen zu suchen? Ich weiß natürlich, dass keiner seine geheimen Plätze und Orte verrät aber hat jemand einen Tipp? 20200714_160341.jpg 20200714_153930.jpg
 

josef

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#56
Josef,.....du raubst mir meine Illusionen. :) Hat es einen Sinn mit einem Metalldedektor dort nach Schätzen zu suchen?
Ich will dir nichts rauben :), aber nur von unerfüllbaren Illusionen und Träumereien auf den Boden der Realität zurückholen!
Auch kenne ich nicht deine Einstellung zum weitgestreuten Begriff "Schätze", bei manchen Sondlern beginnt das Spektrum schon beim Auffinden von ein paar verrosteten Schrauben, für andere Spezialisten sollte es zumindest das "Bernsteinzimmer" sein :D.

Ich bin überzeugt, dass noch einiges an Schrott am Gelände zu finden ist! Wie auf anderen ehemaligen Fliegerhorsten gab es nach der Zerstörung 1945 jede Menge Flugzeugwracks und sonstiges Gerümpel. Davon wurde in der Nachkriegsära bestimmt nicht alles den Schrotthändlern zur Wiederverwertung zugeführt sondern auch einfach in den nächsten Graben oder Grube geworfen und dann irgendwann einmal zugeschüttet... Oder bei der Trümmerräumung auf den Schutthalden mit dem Abbruchmaterial zusammengeschoben...
 
#57
Ich verstehe schon. Ich habe mir einmal einen Metalldedektor bestellt und versuche einmal ein neues Hobby damit zu finden. Ich werde Euch von meiner Suche berichten!
 
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