Ehemaliges Teilstück der Traisentalbahn St.Aegyd-Kernhof

josef

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#1
Nach meinem Besuch im FIM-Freiland am 29.09. erkundete ich noch das hintere Traisental bis Kernhof. Nachstehend einige Bilder der vor einigen Jahren aufgelassenen Reststrecke der Traisentalbahn zwischen St. Aegyd (Markt) und Kernhof. Auf der alten Bahntrasse verläuft jetzt ein Teilstück des „Traisentalradweges“ und das Gebäude des ehemaligen Endbahnhofes in Kernhof fand einen privaten „Nachnutzer“.

Teil 1:


1. Kartenausschnitt mit dem eingestellten Streckenabschnitt. (Kopie aus einer alten gescannten NÖGIS-Karte).
2.-4. Radweg auf der ehemaligen Bahntrasse, kurz vor Bahneinstellung wurde noch eine neue Bahnbrücke über die B21 errichtet…
5. Das ehemalige Bahnhofsgebäude von Kernhof vom ehemaligen Bahnhofsvorplatz aus gesehen.
6. Das Bf.-Gebäude von der ehemaligen Gleisseite aus.
 

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josef

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#2
Ehemaliger Bahnhof Kernhof

Teil 2:

7. Das ehemalige Gleisfeld des Bahnhofes Richtung Nordausfahrt -> St.Aegyd bzw. zum Ausgangspunkt der Strecke St.Pölten.
8. Ein Bächlein das in der Mitte des Bahnhofgeländes quer zu den Gleisen der Traisen zustrebt, wurde mittels einer Brücke überspannt…
9. Die einstige Südseite des Gleisfeldes mit dem damaligen Streckenende im Hintergrund.
10. – 11. Das stillgelegte Sägewerk gegenüber dem Bahnhof. Dessen Einstellung trug wesentlich zum Niedergang des Teilstückes der Bahn bei.
12. Ein Foto der Schnittholzverladung aus 1977 zeigt noch die „gute alte Bahnzeit“… (Foto aus Sternhart,Slezak; „Niederösterreichische Südwestbahnen“; Wien 1977)
 

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josef

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#3
Projekt Verbindung Traisentalbahn mittels Tunnel ins Mürztal

Neben den verschiedensten Projekten sowohl in Normal- als auch Schmalspur und teilweise mit Zahnradbahnabschnitten, die Strecken von Kernhof aus nach S und SW (Richtung Neuberg bzw. Mariazell) zu erweitern, gab es während der Kriegszeit Planungen eines Tunnels ins steirische Mürztal. Die Planungen der Reichsbahn sahen damals eine weitere Verbindung von der West- zur Südbahn unter Umgehung von Wien und der Semmering-Passstrecke vor. Damit wäre die Verbindung der Strecke St.Pölten (-> Westbahn) -Kernhof mit der Strecke Neuberg - Mürzzuschlag (->Südbahn) vorgesehen gewesen. Wie weit bzw. intensiv die Planungen waren, kann ich nicht sagen...

Der ungefähre Verlauf der vorgesehenen Verbindungsstrecke mit Tunnel:
 

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josef

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#4
Dampfzug St.Pölten - St.Aegyd-Markt 27.04.2014

Bei einer Ausflugsfahrt ins "Mariazeller Land" entdeckte ich heute am Bahnhof Lilienfeld einen Nostalgiezug, bestehend aus der Dampflok 77.28 und einigen grünen 2-achsigen Personenwagen. Entlang der weiter im Traisental parallel zur B20 verlaufenden Bahntrasse waren jede Menge Fotografen in "Warteposition" und meine bessere Hälfte genehmigte mir auch einen ungeplanten Fotohalt beim Folgebahnhof Schrambach :)

Bei der Rückfahrt um ca. 16.30h entdeckte ich die Garnitur abermals bei der ehemaligen Haltestelle St. Ägyd-Markt am nunmehrigen Gleisende der Strecke. Dadurch war es mir möglich, am Bahnhof St. Aegyd am Neuwalde noch ein paar Bilder zu machen...
Der Zug der "Erlebnisbahn" fuhr unter dem Motto "Radfrühling im Traisental" zur Saisoneröffnung 2014 des "Traisental-Radweges".

1.-3. Durchfahrt der Garnitur durch den Bf. Schrambach ca. 11.45h (heute Endstelle des Personenverkehrs der Traisentalbahn, auf der Reststrecke bis St.Aegyd gibt es nur mehr Güterverkehr).

4.-6. Rückfahrt des Zuges von St.Aegyd-Markt kommend und Durchfahrt am Bf. St.Aegyd am Neuwalde um ca. 16.30h. Die Lok musste vor Befahrung des restlichen Streckenstückes hier "umgesetzt" haben um die Garnitur am letzten Stück nach St.Aegyd-Markt zu schieben, da es dort keine Weichen bzw. Umfahrungsgleise gibt. Die Rückfahrt nach St.Pölten erfolgte mit "Tender voraus"...
 

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Harald 41

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#5
:bravo::danke Erinnert mich an meine Kindheit, hatten damals eine Märklin HO auf einer Platte im Keller stehen, glaube die wird heute gar nicht mehr erzeugt.

LG Harry
 

josef

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#6
Erinnerungen

Erinnert mich an meine Kindheit, hatten damals eine Märklin HO auf einer Platte im Keller stehen...
Von meiner "Kleinbahn" aus den 1960iger Jahren existieren in einer Schachtel verpackt auch noch einige Wagen.

Mit solchen grünen 2-Achsern mit offener Plattform fuhren wir vor 50 Jahren noch täglich in die Schule :). Die "Standard-Dampfloks" für die Personenzüge von Krems aus auf der Strecke nach Herzogenburg-St.Pölten, der Donauuferbahn durch die Wachau und ins Kamptal waren damals die Reihe 93. Auf dr Strecke nach Wien (Franz Josefs Bf.) kamen hauptsächlich die Reihen 78 und 95 zum Einsatz. Bei den Güterzügen dominierte die "Kriegslok" Reihe 52.

Durch den allgegenwärtigen Einsatz der Dampfloks kam mir damals leider nicht der Gedanke, Fotos anzufertigen.

lg
josef
 
#7
Mit solchen grünen 2-Achsern mit offener Plattform
Ja, die kannte ich auch noch. Man konnte während der Fahrt auf der Plattform stehen und die Fenster konnten mit dem Ledergurt geöffnet werden.

Heute fahre ich wochentags täglich ca. 3 Stunden mit der Bahn mit den sogenannten Wiesel Zügen. Man kann keine Fenster mehr öffnen, eine Plattform gibt es nicht mehr. Vollklimatisiert, doppelstöckig, zu den Hauptzeiten überbelegt.
Dazu kommt noch der Handy Terror und tlw. auffällige Fahrgäste.

Allerdings waren die Raucherabteile früher der blanke Horror, eine wahre Selcherei. Heute gibt es keine Raucherabteile. Sogar am Bahnhof gibt es eigene Raucherzonen.

Es gibt auch eine neue Infoserie:

IMG_1483a.jpg IMG_1482a.jpg
 

josef

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#8
St.Aegyd am Neuwalde - heutiger Endbahnhof der Traisentalbahn

Noch einige Fotos vom heutigen Endbahnhof der Traisentalbahn in St.Aegyd am Neuwalde von meinem Besuch der Strecke am 29.09.2013:

Die Personenzüge enden heute in Schrambach (1 Station nach der Bezirksstadt Lilienfeld). Die Reststrecke nach Süden ins hintere Traisental wird bis St.Aegyd am Neuwalde nur mehr von Güterzügen bedient. Die Flügelstrecke von Freiland nach Türnitz wurde ebenfalls zur Gänze eingestellt.

Das Bahnhofsgebäude der Strecke südlich von Traisen sind in massiver Natursteinbauweise ausgeführt, so auch in St.Aegyd:

1. Gebäudeansicht von der Straßenseite...
2. und von der Gleisseite. Das Objekt war zum Aufnahmezeitpunkt versperrt und unbewohnt.
3. Am Südende des Geländes ist noch ein alter einständiger Lokschuppen vorhanden.
4. Ehemaliger Wasserturm zur Speisung der Dampfloks. Ähnlich wie am Bf. Freiland (-> siehe hier Beitrag #30).
5. Auch ein hölzerner Güterschuppen mit Rampe ist noch vorhanden.
6. Blick über das Gleisfeld zur Nordausfahrt Richtung Traisen/St.Pölten. In der Gegenrichtung (nach Süden) führt das einstige Streckengleis nach Kernhof noch ca. 1,5 km weiter bis zur ehemaligen Haltestelle St.Aegyd-Markt. In diesem Bereich zweigte auch ein Anschlussgleis zum KZ-Nebenlager ab.
 

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josef

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#10
Bahnhof St.Aegyd am Neuwalde: Abgestellte alte Dieselloks und Triebwägen

Am Gelände des Bahnhofes St.Aegyd entdeckte ich einige abgestellte Museumsfahrzeuge:

1537911208130.png

1. - 2. Diesellok 2067.12 Reihe 2067
3. - 4. Dieseltriebwagen 5046.214 (optisch schlechter Zustand) Reihe 5046
5. - 6. Dieseltriebwagen 5044.06 Reihe 5044 (ex BBÖ VT 44)
7. - 8. Diesellok 2061.01 - ex Wehrmachtslok WR200B14
 

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josef

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#11
Die historischen Dieselfahrzeuge gehören dem "Österreichischen Club für Diesellokgeschichte"

Dazu fand ich einen NÖN (Ausgabe Lilienfeld) - Artikel vom Dezember 2017:

St. Aegyd:
Neues Leben im alten LokschuppenVerein restauriert alte Dieselloks und Triebwägen. Vizeortschef Karl Oysmüller sieht touristische Chance.

Der Obmann des Österreichischen Clubs für Diesellokgeschichte, Günter Hellein, und Vizebürgermeister Karl Oysmüller (v. l.) bei der Geländebesichtigung vor einer Lokomotive des Baujahres 1956. | NOEN, Zeller

Erstmals seit vielen Jahren zogen letzten Monat wieder Lokomotiven im Lokschuppen am St. Aegyder Bahnhof ein. Der ÖCD, der Österreichische Club für Diesellokgeschichte, mietete die Lokremise und das ehemalige Lagerhaus samt Gleisanlagen an.
„Möglich gemacht hat das die im Besitz der Kleinregion Traisen-Gölsental stehende Anschlussbahn Traisental, die mit ihrem Schneepflug und den technischen Einrichtungen in einen Teil des alten Lagerhauses übersiedelt ist, das sich Verein und Bahngesellschaft jetzt teilen“, informiert Vereinsobmann Günter Hellein.
Gegründet wurde der ÖCD 1996, seitdem werden alte Dieselloks und Triebwägen der ÖBB im schrottreifen Zustand angekauft und mit viel Aufwand restauriert, teilweise auch wieder fahrfähig gemacht. Insgesamt betreut der Verein, der aus acht Aktiven besteht, sechs Lokomotiven, einen Triebwagen und mehrere Waggons.

Verein besitzt 1941 gebaute Verschublok
Der älteste Triebwagen ist 1938 gebaut worden und immer noch betriebsbereit, der älteste Waggon wurde 1909 in Stauding gebaut. Mehrere der Vereinsloks waren viele Jahre von Freiland aus nach Kernhof und Türnitz eingesetzt, sodass auch ein regionaler Bezug gegeben ist. Sogar die 1941 gebaute Verschublok vom St. Pöltner Alpenbahnhof existiert noch, sie steht restaurierungsbedürftig beim alten Lagerhaus in St. Aegyd.
„Die ersten Vereinsziele am neuen Standort sind die Renovierung des Lokschuppens samt Einrichtung der nötigen Werkstätte und die Schaffung weiterer geschützter Abstellplätze für die Fahrzeuge. Denn noch müssen mehrere restaurierte Fahrzeuge vorläufig in Oberösterreich und einige Waggons in St. Pölten abgestellt bleiben und dort natürlich auch gepflegt werden“, berichtet Hellein weiter.
Sind diese betrieblich notwendigen Einrichtungen in St. Aegyd vorhanden, sollen die Fahrzeuge dann für Nostalgie- und Touristikfahrten zum Einsatz kommen und so den Ort St. Aegyd beleben sowie die landschaftlich schöne Traisentalbahn auch für Fahrgäste wieder erlebbar machen.

„Wir hoffen auf ein langfristiges Angebot für unseren Fremdenverkehr in St. Aegyd.“ Vizebürgermeister Karl Oysmüller
Als touristische Chance für die Gemeinde sieht auch Vizebürgermeister Karl Oysmüller die Vereinsaktivitäten. „Es ist uns natürlich sehr willkommen, dass in das alte Gelände wieder Leben einzieht. Die Gemeinde, mit zehn Prozent an der Kleinregion Traisen-Gölsental beteiligt, unterstützte den Verein auch beim Einzug mit diversen Hilfeleistungen. Wir hoffen auf ein langfristiges Angebot für unseren Fremdenverkehr in St. Aegyd“, so Oysmüller.

Wer Informationen vom Verein möchte oder vielleicht bei den Restaurierungsarbeiten mithelfen will, kann sich unter der E-Mail-Adresse guenter.hellein@aon.at an Vereinsobmann Günter Hellein wenden, der seit 20 Jahren im Nebenberuf auch Lokführer ist.
Erstellt am 02. Dezember 2017, 05:02
von Gabi Zeller
Neues Leben im alten Lokschuppen
 

josef

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#12
Noch einige Fotos rund um den Bahnhof St.Aegyd am Neuwalde:

Aktuelle Fotos vom 23.09.2018:
1. An der Glasscheibe einer Tür des Triebwagens 5046.214 ist eine "Lauffähigkeitsbescheinigung" für das betreffende Fahrzeug angeklebt. Das Datum weist darauf hin, dass der Triebwagen erst vor wenigen Tagen von St.Pölten nach St.Aegyd überstellt wurde...
2. Hinweisschild auf der Lok 2067.12
3. Rückseite der 2067.12
4. Ein Flachwagen mit diversen "Ersatzteilen"...

Und noch Bilder vom 29.09.2013:
5. Der denkmalgeschützte Lokschuppen
6. Der Lokschuppen mit dem vorbildlich renovierten Personalhaus
7. Übernachtungsgebäude für Zugspersonal, Werkstättentrakt und in der Mitte der Wasserturm
8. Das Bahnhofsgebäude, welches ab 2015 durch neue Geschäftsideen wieder belebt wurde -> siehe nachfolgende Links:

Süße Verführung im alten Bahnhof
Neue Geschäftsidee: Heubett im alten Bahnhof
 

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#13
Ehem. Bahnstrecke Freiland - Türnitz:
Auf meiner Reise Richtung Wienerbruck (Ötschergräben), inspirierten mich so einige Eindrücke der stillgelegten Nebenbahn Freiland-Türnitz. Wie hier schon erwähnt wurde, hat man die Bahntrasse zu einem Radweg ausgebaut. In Freiland kann man noch einige Relikte der Strecke warnehmen.

Bereits 1896 hatten sich der Realitätenbesitzer Stephan Lukacs und der Bau-Unternehmer Th. Lininger in Wien um die Erlangung der definitiven Concession für eine normalspurige Localbahn von Schrambach nach Türnitz beworben. Erste Vorarbeiten für den Bahnbau wurden bereits im Herbst 1901 durchgeführt, die eigentliche Grundlage für den Bahnbau war die Konzessionsurkunde vom 6. November 1907, als Teil der Niederösterreichischen Landesbahnen unter der Annahme, dass die Strecke nach Mariazell verlängert werde. Am 24. Oktober 1908 wurde die Strecke eröffnet, mit der Betriebsführung wurden jedoch die kkStB auf Kosten der Eigentümer beauftragt. Die angedachte Verlängerung zur Mariazellerbahn wurde aber nicht gebaut, und die Strecke wurde rückwirkend zum 1. Jänner 1921 der BBÖ übergeben, vom Bund mit 1. Jänner 1935 eingelöst.
Zu Begin der 1960er-Jahre wurde die Strecke auf Dieseltraktion umgestellt, zuletzt kamen dazu Triebwagen der Reihe 5047 zum Einsatz. Am 3. Juni 2001 wurde sie eingestellt, auf der Trasse wurde ein Radweg angelegt.
Quelle: Bahnstrecke Freiland-Türnitz (Wiki)

101/106. Ehemalige Brücke über die Hohenbergerstrasse in Freiland
104. Prellbock bei Gleisende auf 106 genannter ehem. Brücke
110. ehem. Bahntrasse Blickrichtung Maierhof
113. Einfahrsignal kurz vor der Unrecht-Traisenbrücke richtung Freiland/Traisen alter Bahnhof
117. Unrecht-Traisenbrücke (Blick von Maierhof)
und weitere Eindrücke.

Bild117
117.jpg

113.jpg
 

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#14
Ehem. Bahnstrecke Freiland - Türnitz Teil2:
Weiter der Strecke Richtung Türnitz konnte ich noch intressante Impressionen festhalten, wie z.B. den ehem. Eisenbahntunnel in Dickenau, wo auch der Radweg durchführt und eine Beleuchtung installiert wurde, wo man bei manueller Betätigung einen Schalters 5min erleuchtet wird:).

139.jpg
 

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#15
Ehem. Bahnstrecke Freiland - Türnitz Teil3:
Direkt neben der ehemaligen Bahnstrecke, kurz vor dem Dickenauer Tunnel in Richtung Türnitz, einer Abzweigung zu einer Forststrasse nahm ich interessante Felsformationen war. Die mir in dieser Form noch nicht bekannt waren!
 

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josef

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#16
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