Eis der heimischen Gletscher ging weiter zurück, Hoffnung für die nachfolgenden Gletscherjahre

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#21
Hallstätter Gletscher schmilzt drastisch

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Die Gletscherschmelze ist nach wie vor enorm – das zeigen die Messergebnisse auch heuer. Besonders stark betroffen ist der Hallstätter Gletscher unterhalb des Hohen Dachsteins. Zum Teil ist das Eis dort in einem Jahr um 30 Meter zurückgegangen.

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Dort wo früher massenweise Schnee und darunter Eis lag, ist jetzt nur noch das Fragment einer Zunge zu sehen. Es ist viel zu warm, so der Meteorologe Klaus Reingruber von Blue Sky – der seit mittlerweile 17 Jahren laufend Messungen in Oberösterreich durchführt: „Wenn man es über die ganze Fläche rechnet, ist der Dachsteingletscher im Mittel um 1,4 Meter in der Eisdicke abgeschmolzen.“ Punktuell gebe es Stellen, wo der Hallstätter Gletscher um 20 bis 30 Meter in einem Jahr zurückgegangen sei, so Reingruber.

Rückgang auch mit freiem Auge zu sehen
Und diesen Rückgang sieht man mittlerweile auch mit freiem Auge nach kürzester Zeit, so der Gletscherexperte: „Das geht mittlerweile so schnell, dass man diesen Rückgang durchaus von einem auf das andere Jahr schon erkennt. Man sieht, dass die Felsinseln im Eis jetzt immer mehr auftauchen. Das ist das erste, das man sieht.“
Flugbild: Gerald Lehner
Hallstätter Gletscher

Düstere Prognosen der Experten
Schon einzelne extreme Jahre richten riesengroßen Schaden an und gehen dem ewigen Eis an die Substanz. Ändern wird sich das wohl nicht, denn auch die Prognosen der Experten ist düster: demnach wird das Gletschereis auch weiterhin schmelzen.
09.12.2020, red, ooe.ORF.at
Hallstätter Gletscher schmilzt drastisch
 

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#22
Hintereisferner: Rückzug eines eisigen Riesen
Der Hintereisferner im Ötztal ist einer der besterforschten Gletscher Österreichs. Seine Entwicklung dokumentiert die Gewalt des Klimawandels
Um das Jahr 1600 trug der Hintereisferner zu einer Katastrophe im Tiroler Ötztal bei. Gemeinsam mit weiteren Eismassen speiste er einen Gletschersee, der vom Vernagtferner, der sich in der damaligen Kleinen Eiszeit überraschend schnell und weit ins Tal hinunterschob, aufgestaut wurde. Irgendwann wurde die Last des Wassers zu groß: Der Gletschersee brach aus und verwüstete Siedlungen bis weit draußen im Tal. Sogar im Inn bei Innsbruck sollen noch Eisbrocken geschwommen sein.


Der Hintereisferner vor der Weißkugel (3.738 m): Historisch gesehen ist der Gletscher – einer der größten der Ostalpen – inzwischen ein Schatten seiner selbst.
Foto: Robbie Shone

Heute sind die Gletscher am Alpenhauptkamm hinter dem Touristenort Vent, der am Fuß der Wildspitze (3.768 m), dem höchsten Berg Tirols, liegt, vom Klimawandel geprägt. Der Hintereisferner, der sich durch ein langgezogenes Tal am Fuß der mächtigen Weißkugel (3.738 m) an der Grenze Österreichs zu Italien erstreckt, ist mit über sechs Qua dratkilometer noch immer einer der größten Gletscher der Ostalpen. Doch sein Eis schmilzt schnell: Seit 1950 hat er einen Kilometer an Länge verloren, seit 1910 gut zwei. Folgen ein paar heiße Sommer auf einander, kann er in fünf Jahren 100 Meter verlieren. Im Mittel büßt er einen Meter Eisdicke pro Jahr ein.

Im Hochtal nebenan ist vor 30 Jahren Ötzi, die berühmte Gletschermumie, ausgeapert. Den Hintereisferner macht aber eine andere Sache besonders: Er ist wohl der am besten dokumentierte und erforschte Gletscher Österreichs – auch wenn in dieser Hinsicht viele weitere wie der Jamtalferner oder die Pasterze nicht sehr weit dahinterliegen. Die historischen Erwähnungen des Hintereisferners reichen bis zum erwähnten Seeausbruch zurück – ein Ereignis, das damals auch eine der ersten bekannten bildlichen Gletscherdarstellung zur Folge hatte.

Zwei Messmethoden
Bereits in den 1890er-Jahren gab es hier Tiefenbohrungen und Bewegungsmessungen, schon davor wurden Karten angefertigt. 1953 war der Hintereisferner der erste Gletscher Österreichs, von dem eine Massenbilanz angefertigt wurde. "Damit gehört er zu den fünf ersten Gletschern weltweit, auf denen nach dem Zweiten Weltkrieg Massenbilanzmessungen durchgeführt wurden", erklärt der Glaziologe Rainer Prinz vom Institut für Atmosphären- und Kryosphärenwissenschaften der Universität Innsbruck. "Früher waren nur ein Gletscher in Schweden und ein oder zwei in den Rocky Mountains dran."


Eine historische Karte vom Hintereisferner aus dem Jahr 1894.
Foto: Rainer Prinz

Prinz kümmert sich um die gegenwärtige Datensammlung am Hintereisferner. Die Massebilanz, also die Differenz aus jährlichen Zugewinnen und Verlusten, wird hier heute auf zwei Arten erfasst. Zum einen mit der bewährten Methode der Pegelstangen, die ins Eis eingebohrt werden, um Niveauveränderungen auszumachen. Zum andern wurde 2017 ein Laserscanner installiert. Ferngesteuert in Innsbruck, tastet das Gerät die Oberflächen ab, woraus sich ein Geländemodell errechnen lässt. Aus mehreren Messungen lassen sich Höhen-, Volumens- und Masseänderungen ableiten. Die Daten werden zudem durch Lidar-Flüge – ein weiteres optisches Messverfahren – ergänzt.

Dramatische Verluste
Die Zeitreihe der jährlichen Massebilanzen ergibt ein von dramatischen Verlusten geprägtes Bild. Die letzten größeren Jahreszugewinne wurden in den 1960er- und 1970er-Jahren gemessen, ein letztes ganz kleines Plus gab es Anfang der 1980er, dazwischen und danach liegen alle Werte im Minus. Die Spitzenwerte von heute überragen jene der 1980er und 90er bereits um zumindest ein Drittel.

Der Auslöser dieses Trends, der stellvertretend für die meisten Alpengletscher stehen kann, ist für Prinz eindeutig: "Nur unter Berücksichtigung des anthropogenen Treibhauseffektes lässt sich die Entwicklung der Alpengletscher seit der Kleinen Eiszeit erklären. Der anthropogene Einfluss nahm dabei kontinuierlich zu und liegt mittlerweile bei 100 Prozent." Die Entwicklung der Massenbilanz ist für ihn "ein direktes Bindeglied zwischen Klima und Gletscher".

Landschaft in Bewegung
Sofern die Wetterverhältnisse es erlauben, werden täglich Lasermessungen durchgeführt. "Es läuft gerade ein Projekt, das anhand dieser Daten die Schneeumverteilung im Winter untersucht", gibt Prinz ein Beispiel für aktuelle Forschung. Die Beobachtungen werden zur Validierung atmosphärischer Modelle verwendet. Die zentrale Frage: Bestätigen die Messdaten als "ground proof", was die hochaufgelöste Modellierung der Luftbewegungen voraussagt?

Gletscher und darüberliegende Atmosphäre sind in komplexen Interaktions- und Austauschprozessen miteinander verbunden. Verwirbelungen und Temperatureffekten über dem zerklüfteten Eis nachzuvollziehen ist nicht leicht. Im Sommer 2018 wurde etwa eine ganze Kette von Wetterstationen am Gletscher platziert, um die Vorgänge besser abbilden zu können. Forschungen wie diese können letztendlich auch zu der großen Frage beitragen, ob und wie sich das Verschwinden der Gletscher auf das lokale Klima auswirken wird. Prinz: "Wenn das Eis der Alpen ganz verschwindet, könnte das auch Auswirkungen auf die Zirkulation in den Bergtälern haben. Darüber wissen wir aber noch nicht viel."

Der Hintereisferner erlebte – wie viele andere Alpengletscher – um 1850 einen letzten Höchststand. Dort wo sich damals Eismassen wälzten, ist nun blanker Talboden. "Die Bergflanken sind hier sehr steil, und Starkregen und Gewitter lösen Muren aus. Unten sammelt sich Geröll an. Die Landschaft verändert sich von Monat zu Monat", schildert Prinz. In die Zukunft gedacht, wird diese Entwicklung die Anmutung des ganzen Gebirges verändern. Irgendwann in der zweiten Hälfte des 21. Jahrhundert wird der Hintereisferner wohl so stark zurückgegangen sein, dass man nicht mehr von einem Gletscher sprechen kann.
(Alois Pumhösel, 5.1.2021)
Hintereisferner: Rückzug eines eisigen Riesen - derStandard.at
 

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#23
Gletscherschmelze setzt sich weiter fort
Die meisten Gletscher in Österreich sind seit der letzten Untersuchung weiter geschrumpft. Der Hornkees in den Zillertaler Alpen verlor 104 Meter an Länge, durchschnittlich zogen sich die Gletscher um 15 Meter zurück. Das belegt der Gletscherbericht 2019/20, den der Alpenverein am Freitag präsentierte.

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92 Gletscher in bundesweit zwölf Gebirgsgruppen wurden vom Gletschermessdienst des Alpenvereins im Haushaltsjahr 2019/20 beobachtet – ein „sehr guter, repräsentativer Schnitt“, erklärte Gerhard Karl Lieb, Leiter des Messdienstes. In Österreich gibt es noch rund 900 Gletscher.

85 von 92 Gletscher hätten sich zurückgezogen, zeigte der Alpenverein auf. Nur sieben seien mit einer Längenänderung von weniger als einem Meter stationär geblieben, berichtete Lieb.

Fotostrecke
ÖAV Museum und Archiv
Hornkees und Hornspitzen um 1920
ÖAV Gletschermessdienst / R. Friedrich
Hornkees 1976
ÖAV Gletschermessdienst / R. Friedrich
Hornkees 2000
ÖAV Gletschermessdienst / R. Friedrich
Hornkees 2010
Foto: ÖAV Gletschermessdienst / R. Friedrich
Hornkees 2020

Hornkees verliert in einem Jahr 104 Meter Länge
Mit einer Verkürzung von 104 Metern ist die größte Längenänderung am Hornkees in den Zillertaler Alpen gemessen worden. Vier weitere Gletscher zogen sich um mindestens 50 Meter zurück: Der Alpeinerferner (Stubaier Alpen) mit 67,2 Metern, die Pasterze (Glocknergruppe) mit 52,5 Metern, der Gepatschferner (Ötztaler Alpen) mit 51,5 Metern und das Schlatenkees (Venedigergruppe) mit 50,0 Metern.

Österreichischer Alpenverein/Kettenhuemer/G. Seitlinger
Schmiedingerkees im Jahr 1928

Überdurchschnittlich geschrumpft sei auch Österreichs größter Gletscher, die Pasterze am Großglockner. Er habe zuletzt 52,5 Meter an Länge eingebüßt, berichtete Andreas Kellerer-Pirklbauer vom Institut für Geographie und Raumforschung an der Universität Graz, der gemeinsam mit Lieb den Alpenvereins-Gletschermessdienst leitet. Die Pasterze ist einer der Gletscher, an dem auch regelmäßig die Dicke des Eises und die Gletscherbewegung gemessen wird. Im Vergleich zum Vorjahr sei die gesamte Gletscherzunge der Pasterze um durchschnittlich 6,1 Meter eingesunken – etwas mehr als in der Messperiode 2018/2019.

ÖAV/Gletschermessdienst
Andreas Kellerer-Pirklbauer vermisst einen Gletscher

Heißer Sommer setzte Eismassen stark zu
Trotz des verhältnismäßig schneereichen und damit gletscherfreundlichen Winters hätte der heiße Sommer den Eismassen im Beobachtungszeitraum 2019/2020 erneut stark zugesetzt, erklärte Kellerer-Pirklbauer. Obwohl die Winterniederschläge in den meisten Gebieten die langjährigen Mittel übertrafen und große Teile der Gletscher bis Juli von Schnee bedeckt waren, sei im August und September mit bis zu plus zwei Grad Celsius über der Durchschnittstemperatur eine starke Abschmelzung zu verzeichnen, führte Kellerer-Pirklbauer aus.

Österreichischer Alpenverein/Kettenhuemer/G. Seitlinger
Schmiedingerkees im Jahr 2020

Markante optische Veränderungen festgestellt
Zusätzlich zu den Längenänderungen habe man markante optische Veränderungen registriert, die zwar in Zahlen nicht erfassbar sind, aber den Gletscherschwund untrüglich belegen: Eisfrei werdende Felsbereiche, die Zerteilung von Gletschern, großflächiger Eiszerfall, ausdünnendes Eis, Bildung von Einsturztrichtern, Anreicherung von Schutt an den Gletscheroberflächen und die Bildung neuer Seen.
Davon hätten auch die ehrenamtlichen Gletscherbeobachter berichtet, darunter 24 Gebietsverantwortliche mit über 70 Begleitern. Diese würden wesentlich zur „Stärke der Daten“ beitragen, lobte Lieb und verwies auf sehr gute lokale und glaziologische Kompetenz der Freiwilligen. „Das vergangene Beobachtungsjahr ist ein weiteres in einer Periode drastischen Gletscherschwundes, die wohl noch lange andauern wird“, zogen die beiden Fachexperten Bilanz.

Gletscherschwund als sichtbares Zeichen des Klimawandels
Der unaufhaltsame Gletscherrückgang führe vor Augen, wie dringend der Schutz der hochalpinen Flächen neu definiert werden muss, betonte Alpenvereins-Vizepräsidentin Ingrid Hayek. Im Gegensatz zu CO2 oder einem Virus, den der Mensch über seine Sinneswahrnehmungen nicht begreifen könne, sei der Gletscherschwund ein sichtbares Zeichen.

„Der Gletscher ist ein Symbol für den Klimawandel an sich“. Angesichts des andauernden Gletscherschwundes seien die Gletscher aber wohl „als stille Mahnmale der klimatischen Veränderungen in ein paar Jahrzehnten nicht mehr wiederzuerkennen“. Umso wichtiger sei der Schutz der umliegenden hochalpinen Regionen – also auch der Gletschervorfelder.

OeAV/Gletscherbericht

Umfassender Schutzstatus 2006 aufgehoben
„Gletscherschutz bedeutet: Schutz ohne Wenn und Aber“, forderte Hayek. Jetzt habe man einen Gletscherschutz, von dem Skigebiete ausgenommen seien. Nachdem 1991 der absolute Schutz der Gletscher, der Gletschervorfelder und der Moränen in Tirol gesetzlich verankert und damit jede skitechnische Erschließung von Gletschern und ihren Einzugsgebieten verboten worden war, wurde der umfassende Schutzstatus 2004 wieder aufgehoben.

Hayek kritisierte das „Raumordnungsprogramm über den Schutz der Gletscher“ von 2006, das Gebiete von skitouristischem Interesse von der Regelung ausnimmt, und die geplante Skigebietserweiterung im Kaunertal, scharf. Sie hoffte auf Unterstützung von Politik und Tourismus sowie darauf, dass man den Alpenverein nicht als ewiger Verhinderer, sondern Bewahrer sehen solle. „Schließlich werben wir in Österreich auch mit den wunderbaren Bildern, wir wollen ja keine Fake-Bilder in die Welt setzen“, so Hayek.
10.04.2021, red, tirol.ORF.at/Agenturen

Gletscherschmelze setzt sich weiter fort
 

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#24
Gletschertagebuch
Guter Frühling für die Gletscher
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Seit Jahren setzt die Erderwärmung den heimischen Gletschern enorm zu: Große Eisflächen gingen verloren, das Tauwetter beginnt zunehmend früher. Wie Andrea Fischer und Hans Wiesenegger im aktuellen Gletschertagebuch berichten, gibt es heuer wieder einmal gute Nachrichten: Die Niederschläge im April boten den Gletschern Sonnenschutz.
Online seit gestern, 8.50 Uhr
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In den letzten Jahren war der Frühling eher für die Menschen gemacht: Es gab längere Schönwetterperioden mit Prachtwetter zum Grillen schon im März und erste Tage mit Badewetter im April. Im Jahr 2021 erleben wir einen Frühling wie früher: Im März fällt oft Schnee, und der April macht, was er will, und das ist mindestens einmal am Tag mit Niederschlägen verbunden. Die Gletscher präsentieren sich Ende April noch tiefwinterlich. Die Tourengeher finden noch Pulverschnee vor und nicht wie im Großteil der letzten 20 Jahre eine Schicht grobkörnigen und sandigen Harsches auf einer bereits durchfeuchteten Altschneedecke. Ein Frühling also wie gemacht für unsere Gletscher!


Fischer/Wiesenegger

Über Autorin und Autor
Andrea Fischer vom Institut für Interdisziplinäre Gebirgsforschung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Hans Wiesenegger, Leiter des Hydrographischen Dienstes (HD) des Landes Salzburg.

Im Frühling steigt die Sonnenscheindauer recht schnell an, damit beginnt die entscheidende Zeit für die Schmelze von Schnee und Eis. Stellen sich langanhaltende Hochdrucklagen ein, bilden sich an der Oberfläche grobkörnige Schmelzharschschichten aus, und die während des Tages feuchte Oberfläche nimmt wesentlich mehr Energie auf als es Neuschnee macht. Auch wenn die täglichen Niederschläge des April 2021 oft nur wenige Zentimeter Schnee ausmachen, ist das genau die richtige Dosis an Sonnenschutz, die den Schnee konserviert.
Auch Saharastaub und Staub aus der Umgebung führen unter diesen Bedingungen nicht zu der sonst üblichen Verdunklung der Oberfläche. Die gletscherfreundlichen Jahre der 1970er und 1980er haben diese Verhältnisse über den ganzen Sommer beibehalten – wie es Rudi Carell in seinem Hit „Wann wird’s mal wieder richtig Sommer“ aus dem Jahr 1975 beschreibt. Gerade in den Frühlingsmonaten sind die Temperaturen durch die Klimaerwärmung mittlerweile besonders stark angestiegen. Auch wenn der März 2021 kühler war als das Mittel der letzten 30 Jahre, so war er dennoch wärmer als das Mittel 1961 bis 1991, wie im Klimabericht der ZAMG nachzulesen.

Regional starke Schneefälle
Der letzte Herbst war noch „Business as usual“ in Zeiten der Klimaerwärmung: Die Gletscher starteten Ende September meist ohne Schneebedeckung in den Herbst, auch das ein Phänomen der ersten Dekaden des 21. Jahrhunderts. Anhaltende Südwetterlagen brachten dann aber viel Schnee für die Gletscher des Alpensüdrandes. Die Kehrseite für die Täler waren Straßensperren und anhaltende Lawinengefahr in den Tallagen Kärntens und Osttirols.

Martin Stocker-Waldhuber
Hohe Tauern

Auf den Gletschern, die ihren Niederschlag von Nordstaulagen beziehen, fanden die Niederschläge allerdings wesentlich später statt und fielen deutlich geringer aus. Im November, März und April sind die Niederschläge an den Gletschern unterdurchschnittlich ausgefallen, im Oktober, Dezember, Jänner und Februar fiel besonders an der Alpensüdseite und Teilen des Hauptkammes extrem viel Niederschlag.

Schwierige Winterbegehung
Auch heuer war die Winterbegehung am Stubacher Sonnblickkees aufgrund der fehlenden Seilbahnunterstützung logistisch deutlich anspruchsvoller und aufwendiger als in der Zeit vor der CoV-Pandemie. Die am 24. April durchgeführten Messungen ergaben eine mittlere Schneehöhe von 4,20 Meter am gesamten Gletscher und liegen damit im Bereich des Mittels der letzten fünf Jahre.

Hans Wiesenegger, Andreas Gschwentner
Bild-Vergleich der Schneehöhen 2019 – 2021 am Totalisator Stubacher Sonnblickkees
Im Nahbereich des auf rund 2.500 Meter Seehöhe gelegenen Totalisators liegt ebenso durchschnittlich viel Schnee, im Vergleich zum Vorjahr jedoch rund ein Meter mehr.

Der Jamtalferner liegt an der Grenze zwischen Tirol und Vorarlberg und ist somit der westlichste Massenbilanzgletscher Österreichs. Den Großteil des Schnees bezieht dieser Gletscher aus Nordstaulagen, die im Winter 2020/21 nicht allzu häufig aufgetreten sind. Trotzdem zeigten die Messungen der Winterbilanz am 20. April eine für die letzten Jahre durchschnittliche Schneedecke. Ungewöhnlich für die letzten zwei Jahrzehnte ist die Schneegrenze, die noch bis ins Siedlungsgebiet von Galtür (1.600 m) hinunterreicht.

Noch scheint der Sommer in weiter Ferne, auch in den Langfristprognosen ist noch kein richtiger Sommer‘ a la Rudi Carell in Sicht. Das kann sich allerdings schnell ändern! Ein detaillierter Überblick über die Winterbilanzen in Österreich und den Nachbarländern erfolgt Anfang Juni.
05.05.2021, Andrea Fischer, Hans Wiesenegger

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#25
Eisverlust beim Glockner: Rückblick über Jahrhunderte
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Der Großglockner mit seinem detailgetreu gemalten Hauptgletscher: Das ist nur eine Facette der neuen Ausstellung „Natur wird Bild“. Die Residenzgalerie Salzburg zeigt nun ihre erste Schau, die der Landschaftsmalerei seit dem 17. Jahrhundert genauer nachspürt. Zur Dokumentation des Eisverlustes beim Glockner sehen Sie hier auch aktuelle Bilder vom Rest der Pasterze.
Online seit heute, 16.17 Uhr
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Die rund 85 Gemälde mit vielerlei Naturmotiven – von postkartengroßen Formaten bis raumfüllenden Bildern – umfassen deutlich mehr als die Barockzeit. Sie reichen von 1600 bis weit hinein ins Biedermeier und in die Zeit nach Napoleon zur Mitte des 19. Jahrhunderts. Das hier ausgewählte Beispiel aus den Hohen Tauern Salzburgs ist in der Ausstellung nur eines von vielen.

Man nehme das um 1830 gemalte Bild „Der Großglockner mit der Pasterze“ von Thomas Ender (1793-1875). Es gehört zu einer Serie, die der Wiener Natur- und Landschaftsmaler einst bei Heiligenblut anfertigte. Sein Werk zeigt exemplarisch, wie sich Natur und Landschaft nicht nur in ihrer Wahrnehmung durch Künstler und Betrachter, sondern auch in der Realität der Gletscher und Felswände verändert haben. Bis heute.

Gemälde von Thomas Ender
Gemälde von Thomas Ender

Gemälde von Thomas Ender

Das Heute zum Vergleich
Die Pasterze hat heute eine um mehrere Kilometer kürzere und mehrere hundert Meter dünnere Gletscherzunge. Unsere aktuellen Luftbilder stammen von Juli 2021 und Juli 2020 – aufgenommen auf privaten Flügen in ca. 3.700 Meter Seehöhe (12.000 Fuß) auf dem behördlichen freigegebenen Flugkorridor über der Großglockner-Hochalpenstraße zwischen Salzburg und Kärnten. In der Kernzone des Nationalparks Hohe Tauern selbst herrscht Flugverbot.

Fotostrecke
Flugbild: Gerald Lehner
Juli 2021: Im Vergleich zur Lebenszeit von Maler Thomas Ender in der Mitte des 19. Jahrhunderts ist die Pasterze ein magersüchtiges Eiszünglein geworden – um mehrere Kilometer kürzer und 200 Meter dünner
Flugbild: Gerald Lehner
Violetter Punkt links: Die Pasterze dürfte demnächst die allerletzte Verbindung zu ihrem Nährgebiet im Hufeisenbruch und zum Oberen Pasterzenboden verlieren. Damit käme von oben keinerlei frisches Eis mehr nach. Rechts das Loch am Ende der Zunge ist eine so genannte „Gletschermühle“ – auch ein Zeichen glazialer Vergänglichkeit. Foto von Juli 2021 – aus großer Höhe über dem Ködnitztal.

Flugbild: Gerald Lehner
Gesamtüberblick – vor fast genau einem Jahr im Juli 2020. Rechts Franz-Josef-Höhe, Endpunkt der Großglockner-Hochalpenstraße

Flugbild: Gerald Lehner
Heuer wurde die Pasterze schon wieder kürzer und der Schmelzwassersee größer. Hinten Schneewinkelscharte, Johannisberg und Hohe Riffl. Rechts: Franz-Josef-Höhe der Glocknerstraße

Flugbild: Gerald Lehner
Vor fast genau einem Jahr im Juli 2020, mit Teufelskampkees (links), Schneewinkelscharte, Oberem Pasterzenboden und Hufeisenbruch (rechts). Hinten Johannisberg

Flugbild: Gerald Lehner
Juli 2021. Auch die Vergletscherung beim Hauptgipfel auf der Adlersruhe (mit Erzherzog-Johann-Hütte links) und beim Eisleitl zeigt große Massenverluste – ebenso der Hofmanngletscher auf Heiligenbluter Seite. Hinter dem Glockner der Großvenediger in der Ferne

Flugbild: Gerald Lehner
Juli 2021: Die einst klassische Eiskletterei durch die Pallavicini-Rinne ist im oberen Teil nur noch reine Felskletterei – bis zum fünften Schwierigkeitsgrad. Oben links: Kleinglockner, rechts daneben der Ausstieg der Rinne mit dem letzten Stück auf dem Normalweg zum Hauptgipfel

Flugbild: Gerald Lehner
Alpinisten auf dem Kleinglockner, Ausstieg der Pallavicini-Rinne und Hauptgipfel

Nicht die erste Warmzeit in den Alpen
Man weiß heute, dass vor einigen Jahrtausenden in einer früheren Warmzeit anstelle der Pasterze dichte Lärchenwälder existierten und möglicherweise auch steinzeitliche Almen. Auch der Ausbruch – eines einzigen – der weltweit wenigen Supervulkane kann kleinere oder größere Eiszeiten auslösen. So litten schon die Römer – wegen des Taupo in Neuseeland – an Missernten und abwesenden Sommern. Ähnlich winterlich wirkte der Tambora in Indonesien, als sich Menschen in Europa noch nicht ansatzweise vorstellen konnten, wie groß oder klein die Erde ist.

Menschen waren Staffage im Barock
Viele weitere Bilder in der neuen Barock-Schau der Residenzgalerie Salzburg stammen aus dem eigenen Sammlungsbestand, dazu kommen viele Leihgaben. „Es ist eine Ausstellung die in die Zeit passt. Sie lädt zur Betrachtung in Stille ein“, sagt Elisabeth Resmann, Geschäftsführerin des DomQuartiers Salzburg.

War anfangs die Natur nur der Hintergrund, trat im Lauf des 17. und 18. Jahrhunderts die Darstellung von Wäldern oder Bergen selbst in den Mittelpunkt, die Menschen wurden zur Staffage. Die Landschaftsmaler beschäftigten sich auch stark mit ungezähmter Natur, malten Wildnis, abendliche und morgendliche Lichtstimmungen und beeindruckende Gewitter. Später gewannen eine idealisierte Natur und in Form gebrachte Landschaften wie barocke Gartenszenen an Bedeutung.

29.07.2021, Gerald Lehner, salzburg.ORF.at/Agenturen

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#27
Düstere Prognose für Dachsteingletscher
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2050 dürfte der Hallstätter Gletscher am Dachstein nur mehr 40 Prozent seines derzeitigen Volumens haben, so Experten. Bei einer Begehung mit Klimaministerin Leonore Gewessler und dem oö. Umweltlandesrat Stefan Kaineder wurden am Dienstag die aktuellen Messergebnisse präsentiert.
Online seit gestern, 17.18 Uhr
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Um 1856 erstreckte sich der Hallstätter Gletscher über 5,27 Quadratkilometer. Seither hat er 42,3 Prozent dieser Fläche verloren, das Volumen ging sogar auf 37 Prozent der damaligen Eismasse zurück. Dieser Schwund vollzog sich nicht gleichmäßig, immer wieder gab es auch Vorstöße. Der letzte wurde 1981 registriert, seither wird das Eis aber kontinuierlich weniger, so die Analyse der Klimaexperten.

"Wasser ist den Gletscher hinuntergeronnen“
Seit 2006 untersuchen BlueSky Wetteranalysen und die Uni Innsbruck im Auftrag der Energie AG und des oberösterreichischen Klimaschutzressorts die Entwicklung des Dachsteineises. In diesen 15 Jahren hat der Gletscher deutlich an Masse verloren. Auf dem Dachsteingletscher bahne sich ein Katastrophenjahr an, so Meteorologe Klaus Reingruber, der die Gletscherschmelze am Dachstein untersucht: „Der Gletscher schmilzt weiter stark ab, speziell in den letzten vier bis fünf Wochen“. Zu Beginn der Saison (Spätwinter/Frühling 2021) lag viel Schnee, aber der schmolz rasend schnell ab, „das heißt, die Abschmelzung ist in vollem Gange“. Die vergangenen Tage könne man die Situation als sehr, sehr dramatisch bezeichnen, auch aufgrund der starken Niederschläge, so Reingruber: „das Wasser ist den Gletscher hinuntergeronnen“.


Werner Dedl
Leonore Gewessler mit Stefan Kaineder bei der Begehung mit Pressevertretern

Reingruber erwartet, dass Anfang nächster Woche der Vorjahreswert – ein Minus von 1.400 Millimetern – bereits erreicht sein wird. Geht es in dieser Geschwindigkeit weiter, so sei ein neuer Negativrekord für 2021 möglich.

„Künftige Sommer gesundheitsschädlich heiß“
„Unsere Gletscher sind ganz sensible Naturjuwele und sie schmelzen seit Jahren kontinuierlich dahin“, warnte Gewessler, „und wenn wir so weitertun, werden sie unsere Kinder und Enkelkinder nur mehr aus Erzählungen kennen“. „Die Klimaforschung zeigt uns sehr eindrücklich, wie unerträglich und gesundheitsschädlich heiß es in den Sommern der Zukunft werden wird, wenn wir keine Trendwende beim Ausstoß der Treibhausgase erreichen“, betonte Kaineder.

40 Hitzetage pro Jahr werden Normalität
In den vergangenen drei Jahrzehnten ist die Jahresmitteltemperatur um 1,4 Grad Celsius gestiegen, die Zahl der Tage mit über 30 Grad Celsius hat sich mehr als verdoppelt. Laut einer Studie der Universität für Bodenkultur werden über 40 Hitzetage zur Normalität, im dicht besiedelten Zentralraum des Bundeslandes könnten es sogar bis zu 74 jährlich werden.
18.08.2021, red, ooe.ORF.at/Agenturen

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Düstere Prognose für Dachsteingletscher
 

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#28
Österreichs Gletscher zerfallen
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Die Gletscher in Österreich schmelzen wegen der Klimaerwärmung nicht nur immer schneller dahin. Sie zerfallen teils sogar richtiggehend und stürzen in sich zusammen, berichten Forscherinnen und Forscher der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW).
Online seit heute, 11.30 Uhr
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Nur einige winzige Exemplare sind noch im Gleichgewicht und wachsen im Winter beinahe so viel, wie sie im Sommer schrumpfen – etwa weil sie von Lawinen mit Schnee gespeist werden.

„Der Gletscherschwund ist ein großräumiger, übergeordneter Trend, aber einzelne Gletscher unterscheiden sich mitunter deutlich voneinander in der Art und Weise, wie und wie schnell sie schmelzen“, sagt ÖAW-Glaziologin Lea Hartl am Mittwoch in einer Aussendung. Gemeinsam mit Kollegen und Kolleginnen hat sie eine Bestandsaufnahme der Gletscher dreier Gebirgsgruppen in Vorarlberg und Tirol vorgenommen: Ötztaler Alpen, Stubaier Alpen und Silvretta.

“Gletscherzungen zerfallen“
Mit Hilfe von „Machine Learning“-Algorithmen untersuchten die Forscher und Forscherinnen, wie sich der Gletscherschwund seit 1969 veränderte. Das Ergebnis ihrer im „Journal of Glaciology“ erschienenen Studie: „Die Verluste haben nicht nur zugenommen, die Verteilung über die Gletscherfläche hat sich auch verändert.“ Zunächst waren sie noch recht gleichmäßig verteilt. Die Fließbewegung des Eises konnte das Abschmelzen an den Zungen teilweise ausgleichen. „Das ist immer weniger der Fall“, sagt Hartl. „Manche Gletscherzungen zerfallen regelrecht.“

Andrea Fischer
Jamtalferner in Tirol

Gletschertagebuch
Seit vielen Jahren berichten die Gletscherforscher Heinz Slupetzky, Andrea Fischer und Hans Wiesenegger über den Zustand der Gletscher in Österreich – hier der bisher letzte Beitrag vom Mai 2021.

Immer mehr Seitenarme würden zudem die Verbindung zu den Hauptzungen verlieren. Gletschertore und andere unterspülte Bereiche stürzen ein. Solche Phänomene bringen die Gletscher immer weiter weg von einem Gleichgewichtszustand, wo sie die im Sommer verlorene Masse in der kalten Jahreszeit wieder dazugewinnen.

Gletscher hinken Klimaerwärmung hinterher
„Nur einige wenige, sehr kleine Gletscher, die kaum mehr als solche zu erkennen sind, haben sich wieder etwas mehr einem Gleichgewicht angenähert“, so die Glaziologin Hartl. Das seien aber Ausnahmefälle durch günstige lokale Gegebenheiten: wenn sie zum Beispiel oft durch Lawinen genährt werden.

„Die Ergebnisse reihen sich in das Gesamtbild der weltweit rapiden Gletscherveränderungen ein, das kürzlich auch im Bericht des Weltklimarates dargestellt wurde“, heißt es. Weil die Gletscher verzögert auf Klimaveränderungen reagieren, könnte sich ein neues Gleichgewicht selbst dann nur mit Verzögerung einstellen, wenn die Erwärmung zeitnah abgefangen würde.
18.08.2021, red, science.ORF.at/Agenturen

Österreichs Gletscher zerfallen
 

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#29
Dachstein: Zukunft des Eispalasts ungewiss
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Sieben bis zehn Jahre gibt der Planai-Geschäftsführer der Dachstein-Attraktion noch – danach sei die Zukunft des Eispalasts ungewiss. Seit Wochen wird über den derzeit wenig ansehnlichen Gletscher auf dem Dachstein diskutiert.
Online seit gestern, 14.54 Uhr
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Neben dem Eispalast wurden in den vergangenen zehn Jahren auch eine Hängebrücke sowie die „Treppe ins Nichts“ errichtet. Manche sprechen von Massentourismus; Planai-Geschäftsführer Georg Bliem betont im Interview mit der APA jedoch: „Wir haben ein ruhiges Gewissen“. So wurde 2014 die Zahl der maximalen Tagesgäste von 3.500 auf 2.500 reduziert und auch der Zustrom von diesen wird über ein Online-Ticketsystem bei der Seilbahn über den Tag verteilt und gesteuert. Über den Sommer verteilt liegt die durchschnittliche Besucherzahl laut Bliem bei 1.200 pro Tag.

Starkregen setzte Gletscher zu
In den vergangenen Wochen habe dem Gletscher besonders der Starkregen zugesetzt, mehr als in anderen Jahren, so Bliem weiter. Erst vergangene Woche wurden aktuelle Messergebnisse vom Hallstätter Gletscher am Dachstein veröffentlicht: 2050 dürfte er nur mehr 40 Prozent seines derzeitigen Volumens haben, im Jahr 2100 werden wohl maximal noch kleine Eisreste übrig sein, erwarten Experten.

APA/BARBARA GINDL
Starkregen hat dem Gletscher besonders zugesetzt

„Tatsache ist: Der Gletscherschwund findet statt“, sagte auch der Planai-Geschäftsführer. Sieben bis zehn Jahre gibt er dem Eispalast noch – danach sei die Zukunft der Attraktion ungewiss.

Grüne fordern Neuausrichtung
Wie der Grüne Landtagsabgeordnete Lambert Schönleitner in einem Bericht der „Kronen Zeitung“ am Dienstag sagte, seien „Disneyland-und Heilewelt-Bilder mit touristischer Massenausrichtung der falsche Weg“. Es brauche eine Neuausrichtung. So manchen Besucher störe es auch, dass der Eispalast gekühlt werden muss, während daneben der Gletscher wegschmilzt.

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Blick in den Eispalast

Bliem bestätigte, dass der Eispalast gekühlt werden muss, damit im Inneren konstant um die null Grad Celsius herrschen. Zudem wird er im Sommer mit Planen abgedeckt. „Das Problem haben aber alle Gletschergebiete mit Eisgrotten oder dergleichen“, verteidigte der Geschäftsführer die Maßnahmen. Derzeit sei die Kühlung „noch wirtschaftlich darstellbar“ und das dürfte auch in den kommenden paar Jahren noch so sein, aber wie lange, sei unklar, so Bliem. Das Problem werde jedenfalls nicht mit populistischen Überschriften gelöst – es gelte auch rund 70 Arbeitsplätze am Gletscher zu erhalten.
25.08.2021, red, steiermark.ORF.at/Agenturen

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Dachstein: Zukunft des Eispalasts ungewiss
 

josef

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#30
Pinzgau: Gletscherschwund immer schneller
Überwachungsdaten und Messungen zeigen, dass die Gletscherschmelze durch die Klimaerwärmung immer stärker voranschreitet – vor allem bei tiefer gelegenen Gletschern. Das zeigen Forschungen am Ödenwinkelkees im Weißseegebiet bei Uttendorf (Pinzgau).
Online seit heute, 14.52 Uhr
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Das Ödenwinkelkees oberhalb des Tauernmoos-Stausees bei Uttendorf füllte vor mehr als hundertfünfzig Jahren den Talboden komplett aus – bis zu 80 Meter hoch. Jetzt entzieht sich der Gletscher Wanderern und Forschern immer mehr: Innerhalb von nur fünf Jahren zog sich der Eisrand um gut 200 Meter zurück – jetzt muss man diese Strecke über Geröll steigen, um das Gletschertor zu erreichen.

„Intensive Dynamik in letzten fünf bis zehn Jahren“
„Die Glestscher sind Fieberthermometer, die uns völlig ungeschminkt den Spiegel vorhalten, was im Alpenraum temperaturmäßig geschieht. Wir haben in den letzten fünf bis zehn Jahren sicher noch einmal eine intensivere Dynamik, die wir beobachten können. Das ist schon richtig dramatisch“, sagt Bernhard Zagel, Gletscherforscher der Universität Salzburg.

Fotostrecke mit 5 Bildern
B. Lackner, Z_GIS
3D-Modell des Abschmelzens des Ödenwinkelkees bei Uttendorf – je dunkler das Blau, desto mehr Eis ging im letzten Jahr verloren
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Das Odenwinkelkees füllte einst das ganze Tal bis zu 80 Meter hoch
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Wasser rinnt vom Eis des Ödenwinkelkees bei Uttendorf
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Gletscherforscher in Gletscherhöhle (im Ödenwinkelkees bei Uttendorf)
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Innerhalb von fünf Jahren hat sich die Gletscherzunge um rund 200 Meter zurückgezogen

Das aktuelle Gletschertor des Ödenwinkelkees ist noch sehr jung – und aktuell 60 Meter lang, 35 Meter breit und 16 Meter hoch. Ein 3D-Bild der Salzburger Forschungsgruppe zeigt den Gletscherschwund in nur einem Jahr: Je blauer umso größer der Eisverlust, sagt Zagel: „Die Maximalwerte waren da bis zu drei Meter innerhalb eines Jahres. Wenn man das auf die Fläche von eineinhalb Quadratkilometer umlegt, die der Gletscher hat, sind wir da bei viereinhalb Millionen Kubikmeter Eis, die allein durch die Oberflächen-Abschmelzung verlorengegangen sind.“

Gebiet wird auch nach Gletscher-Rückzug erforscht
Doch gemessen wird schon längst nicht mehr nur der Gletscherschund, Wasserabfluss, Schmelzwassertemperatur und dergleichen: „Es sind in dem Gebiet Geografen, Botaniker, Geomorphologen – in der letzten Zeit über das LTER (Long-Time Ecological Research) auch andere Disziplinen. Wir versuchen da einfach, langfristig einen Forschungsstandpunkt zu etablieren“, sagt Hans Wiesenegger vom hydrogafischen Dienst des Landes Salzburg.

Ziel ist nicht nur, ein genaues Bild der Folgen der Klimaerwärmungen zu erhalten – sondern auch ein Prognose, wie es hier in einigen Jahrzehnten aussehen könnte. Denn die derzeit von der Natur geschaffenen Kunstwerke wie die Gletscherhöhle am Ödenwinkelkees, die aus Tauwasser und durchströmender warmer Luft geschaffen wurden, sind inzwischen sehr schnell vergänglich – wie unsere Gletscher insgesamt.
13.09.2021, red, salzburg.ORF.at
Gletscherschwund immer schneller
 

josef

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#31
Kärnten: Eiskargletscher bleibt stabil
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Jeden September werden Österreichs Gletscher im Auftrag des Alpenvereins vermessen. Für das Eiskar, den südlichsten Gletscher in Österreich, gibt es erste Daten. Der schneereiche Winter tat dem ewigen Eis gut, der Gletscher zog sich nicht weiter zurück.
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Ausgerüstet mit Maßband, Sonde und Schaufel waren die Gletschermesser vor einer Woche im Eiskar in den Karnischen Alpen unterwegs. Seit knapp 30 Jahren wird Österreichs südlichster Gletscher akribisch vermessen. Jedes Jahr im Herbst werden Länge und Eisdicke bestimmt, zusätzlich wird auch eine Massenbilanz erstellt, erklärte Meteorologe Gerhard Hohenwarter.

Eiskar ist Familiensache
Er übernahm die Messung vor einigen Jahren von seinem Vater. Dass das Eiskar in nur 2.200 Metern Höhe noch existiert, hat vor allem mit seiner Lage zu tun: „Sein Überleben macht möglich, dass es immer wieder Winter gibt mit extrem viel Schnee. Große Lawinen gehen auf den Gletscher ab, dieser komprimierte Schnee schmilzt im Sommer nicht ab. Man muss sich aber vorstellen, dass in einem Sommer gut zehn Meter Schnee hier abschmelzen können, es muss also mehr liegen.“ Außerdem liege der Gletscher in einem schattigen Kar, Moränen säumen den Rand, dort stauen sich die Lawinen. Im Sommer wiederum bilden sich viele Quellwolken an der Kellerwand und beschatten den Gletscher.
Der extrem schneereiche letzte Winter tat dem Gletscher dementsprechend gut. Die Massenbilanz fällt diesmal positiv aus. Hohenwarter sagte, man sehe, dass die Hälfte mit Schnee bedeckt sei. Daher schaue die Bilanz positiv auf. Messungen könne man nicht durchführen, weil die benötigten Messmarken unter dem Schnee liegen. Das sei das beste für den Gletscher.
Bis Mitte des Jahrhunderts dürfte er halten
Als stabil wird somit Gletscher für heuer bewertet. Vor zehn Jahren war das Eiskar noch bis zu 45 Meter dick, seit 2014 senkt sich das Eis aber jährlich um bis zu einen Meter, so Hohenwarter. Eine Folge des Klimawandels, sagte der Meteorologe: „Bis zur Mitte des Jahrhunderts, wenn die Winter weiter so gut sind wie die letzten beiden, können wir hier noch messen. In der zweiten Hälfte wird es aber wohl nur noch wenige Eisflächen unter Schuttrücken geben, das ist dann kein richtiger Gletscher mehr.“
Die genaue Auswertung der Gletschermessung erfolgt in den kommenden Monaten, im Frühling veröffentlicht der Alpenverein dann den Bericht für alle größeren Gletscher.
19.09.2021, red, kaernten.ORF.at

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Eiskargletscher bleibt stabil
 
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