"Eiserner Vorhang" - technischen Grenzsperren von CSSR und Ungarn

josef

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#21
Vor 25 Jahren fiel der "Eiserne Vorhang" zur damaligen CSSR

25 Jahre Fall des Eisernen Vorhangs

Vor 25 Jahren, am 4.12.1989, sind die Grenzen der damaligen Tschechoslowakei zu Österreich geöffnet worden, der „Eiserne Vohang“ ist gefallen. In Gmünd an der tschechischen Grenze hat man besondere Erinnerungen an diesen Tag.

Mitternacht von 3. auf 4. Dezember 1989 am Grenzübergang Berg: Dutzende Fotografen und internationale Fernsehstationen kamen, um über die Ereignisse zu berichten. Zollwachebeamte beider Seiten trafen einander zum historischen Handschlag, sie arbeiteten bis heute eng bis sogar freundschaftlich zusammen. Die Euphorie war im wahrsten Sinne des Wortes grenzenlos, sowohl bei den Gästen aus der Tschechoslowakei als auch den Österreichern.

Ein Bild, das sich an allen Grenzübergängen zwischen Niederösterreich und der Tschechoslowakei mehr oder weniger intensiv bot. Auch in Gmünd, wo die Grenze ja mitten durch die Stadt, zum Teil sogar durch Häuser verlief. „Das hat sich in Windeseile verbreitet, durch Mundpropaganda. Ich weiß heute nicht mehr, wie dann die Meldungen über Funk und Fernsehen gekommen sind, aber das war ein Lauffeuer“, sagt der Altbürgermeister von Gmünd, Otto Opelka.

Ungläubige Skepsis wich Freude und Euphorie
In den ersten Stunden herrschte ungläubige Skepsis, aber bald war klar, die Grenze ist offen. „Das war anfänglich eine unvorstellbare Euphorie, von beiden Seiten, eine überschwängliche Freude, die man sich momentan gar nicht vorstellen kann, die sich dann zu einer Völkerwanderung ausgeweitet hat.“

Die tschechischen Nachbarn kamen zu Tausenden. Nicht um zu kaufen, vorerst nur um zu schauen. Mit der Verpflegung im Rucksack, erkundeten sie die Stadt. Sie hatten nicht weit, Gmünd war eine geteilte Stadt, ähnlich Berlin. Nur, dass zwischen Gmünd und Ceske Velenice keine Mauer stand, sondern ein Stacheldrahtzaun und Wachtürme. „Für uns, die wir da geboren wurden und gelebt haben, war das ein Normalzustand. Das war eben so, die Welt war zweigeteilt“, so der ehemalige Bürgermeister.

„Keine Selbstverständlichkeit in Frieden zu leben“
Nur wenig ist heute noch zu sehen von der Todesgrenze. Stacheldraht und Wachtürme sind längst weg, geblieben ist nur noch ein Graben, mehr als 40 Jahre lang ausgetreten von Soldatenstiefeln. Viele Menschen, die diese Zeiten erlebt haben, haben sich einen Auftrag gegeben. „Immer wieder daran arbeiten, dass das ja nicht in Vergessenheit gerät, dass es keine Selbstverständlichkeit ist, in Frieden leben zu dürfen, in guter Nachbarschaft leben zu dürfen, weil wir das anders auch erlebt haben.“
http://noe.orf.at/news/stories/2682848/
 

josef

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#22
Gelungene Flucht aus der ehemaligen CSSR über Hochspannungsleitung

So gelang die Flucht aus dem Ostblock

1989 ist der Eiserne Vorhang gefallen. Viele Menschen litten unter den Zuständen im damaligen Ostblock so sehr, dass sie ihr Leben riskierten, um ihr Land zu verlassen. Robert Ospald ist 1986 auf spektakuläre Art die Flucht aus der CSSR gelungen.

Robert Ospald ist 63 Jahre alt und lebt in Wien. 1986 gelang ihm die Flucht aus seinem Heimatland, der Tschechoslowakei. Er riskierte damals sein Leben. Mit einem selbst konstruierten Gerät flüchtete er über eine Hochspannungsleitung von der damaligen CSSR nach Österreich.

"70 Meter vom Eisernen Vorhang entfernt mussten wir uns drei Tage lang verstecken. Denn genau dort, wo der Hochspannungsmast über den Eisernen Vorhang gegangen ist, war eine kleine Straße. Wegen dieser Straße war die Gegend sehr stark bewacht“, schildert Ospald heute.

Zeitungen aus aller Welt berichteten über die Flucht
Der damals 35-Jährige und sein 20-jähriger Fluchtgefährte legten mit ihrem selbst gebauten Gerät auf der Stromleitung mehr als 300 Meter zurück und überquerten so den Eisernen Vorhang. Damals berichtete nicht nur der ORF, sondern auch in Zeitungen aus aller Welt war über die lebensgefährliche Aktion zu lesen.

Robert Ospald fasste seine Erinnerungen in einem Buch zusammen („380.000 Volt Hoffnung auf Freiheit"). Als Freigeist litt er unter dem diktatorischen Regime der Tschechoslowakei besonders, sagt er. Er sah für sich nicht viele Perspektiven: „Entweder ich werde selber ein Kommunist, dann habe ich es in dem Staat gut, oder ich werde in ein Gefängnis oder eine Irrenanstalt eingesperrt. Die beste Möglichkeit war, einfach zu flüchten“, so Ospald.

Doch so ganz einfach war es nicht, jahrelang überlegte sich Ospald mögliche Fluchtwege. Erst der dritte Versuch gelang schließlich. Der Eiserne Vorhang bestand aus mehreren Sperranlagen. Die Grenze zwischen der damaligen Tschechoslowakei und Österreich galt als eine der am besten bewachten der Welt. Im Juli 1989 starb der letzte Mensch bei einem Fluchtversuch, nur wenige Monate vor dem Fall des Eisernen Vorhangs im Dezember 1989.

Sonderurlaub für gefasste Flüchtlinge
Tschechoslowakische Grenzsoldaten bekamen Sonderurlaub für jeden gefassten Flüchtling, egal, ob er tot war oder lebte. Die Flucht in luftiger Höhe galt daher als weniger gefährlich, sagt der Historiker Philipp Lesiak vom Ludwig Boltzmann Institut für Kriegsfolgen-Forschung aus Raabs an der Thaya.

„Ein slowakischer Radprofi flüchtete zum Beispiel mit seiner ganzen Familie und seinem Fahrrad mit einem Heißluftballon. Es hat Monate gedauert, bis sie diesen Ballon zusammengenäht hatten. Unter dem Regime wurde alles überwacht, da konnte man nicht einfach ins Geschäft gehen und sagen: ‚Bitte, ich brauche jetzt 2.000 Meter Stoff‘“, schildert Leisak.

Wie vielen Menschen tatsächlich die Flucht gelang und wie viele an der österreichisch-tschechoslowakischen Staatsgrenze ums Leben kamen, weiß man auch 25 Jahre nach dem Fall des Eisernen Vorhangs nicht genau, so Lesiak: "Man steht erst am Anfang, und es ist auch ein sehr heikles Thema.“
Nicht zuletzt auch deshalb, weil Betroffene noch am Leben sind. „In solchen totalitären Regimes gab es durchaus ein Spitzelsystem, wo informelle Mitarbeiter andere ausgehorcht haben, auch in Wien und in ganz Österreich. Es ist natürlich irrsinnig heiß, wenn man da zu forschen beginnt."
Text- u. Bildquelle: http://noe.orf.at/news/stories/2686359/

Webesite von Robert Ospalt mit der Möglichkeit zur Bestellung des Buches "380.000 Volt Hoffnung auf Freiheit": http://ospald.at/
 

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josef

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#23
Anlässlich des demnächst kommenden 50. Jahrestages der Besetzung der damaligen Tschechoslowakei durch WAPA-Truppen, stöberte ich ein wenig in meinem Archiv. Dabei stieß ich auch auf Fotos vom Besuch der Dauerausstellung "Schauplatz Eiserner Vorhang" im Schloss Weitra im Mai 2017.

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Schloss Weitra - Eingangsbereich zur Ausstellunt "Schauplatz Eiserner Vorhang" (Aufnahmen v. 19.05.2017)

Es fanden sich einige Bilder zum Thema "Flucht":

So auch zur in mehrfachen Bereichen lebensgefährlichen Flucht über ein nicht stromführendes Seil einer 380 KV - Hochspannungsleitung im Jahre 1986, über die auch im obigen ORF-Beitrag aus 2014 berichtet wird:

1. - 4. Fotos und Zeitungsausschnitte Ausstellung Weitra
5. - 6. Artikel aus der AZ v. 22.07.1986 ARBEITER-ZEITUNG
 

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josef

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#27
Flucht mit einem Ballon:

Im als Beitrag #22 eingestellten ORF-Bericht aus 1974 wird auch über die Flucht eines CSSR - Radprofis berichtet - siehe nachfolgenden Textauszug:

1533730985514.png

Dazu fand ich in der AZ vom 9. September 1983 folgende Artikel:

1533731878469.png
...und Fortsetzung S. 7:

1533731975320.png
1533732024109.png
Quelle: ARBEITER-ZEITUNG

...und in der Weitraer Ausstellung gibt es dazu weitere 3 Bilder:
(Aufnahmen v. 19.05.2017)
 

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josef

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#29
Auch bei der 2009 gemeinsam mit Tschechien stattgefundenen NÖ. Landesausstellung (siehe auch Beitrag #2) war am Ausstellungsstandort Raabs an der Thaya ein zur Flucht genutzter Hängegleiter/Flugdrache zu sehen:

1533803225995.png

1. Der damals im Freigelände aufgestellte motorisierte Hängegleiter
2. Ausschnittsvergrößerung des Transparentes

(Aufnahmen v. 17.06.2009)
 

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