Erde in Nordthüringen gibt nach - Erdfall als Jahrhundertereignis

Joe

Fehlerkramrumschlager
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#1
In Thüringen hat es erneut einen Erdfall gegeben. Nach Informationen des MDR THÜRINGEN JOURNAL, ist auf einem Acker in Rottleben in der Nähe von Bad Frankenhausen ein rund zwölf Meter tiefes loch entstanden. Der Durchmesser des Kraters beträgt zurzeit rund 20 Meter. Das Gelände wird von den Behörden abgesperrt.
Eine Salzausspülung hat eine etwa 20 Meter tiefe Grube bei Rottleben in die Erde gerissen.
Experten bezeichnen den Erdfall als "Jahrhundertereignis".

Wie Sven Schmidt von der Thüringer Landesanstalt für Geologie und Umwelt dem MDR sagte, ist das Gebiet um den Kyffhäuser für derartige Erdfälle bekannt. Sie entstehen, wenn in einigen hundert Metern Tiefe Salze ausgewaschen werden und das Gestein nachrutscht. Ein Erdfall von einer derartigen Größe sei allerdings ein "Jahrhundertereignis". Es sei momentan "sehr gefährlich", sich in die Nähe des Kraters zu begeben. Die Ränder drohten nachzugeben. Auch sei unklar, ob sich durch den Absturz neue Hohlräume in der Tiefe des Bodens gebildet haben.

Weiter und Quelle: MDR.de
 
K

kaschroeter

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#4
Erdfall

Stand am Mittwoch, 25.November 2009 so in den Kyffhäusernachrichten

Über einen neuen Erdfall in der Region berichtete der MDR. An der Gemarkungsgrenze von Bad Frankenhausen zu Rottleben soll in der vergangenen Woche die Erde abgesackt sein...
Der Sender berichtete, dass dabei ein zehn bis zwölf tiefes Loch mit einem Durchmesser von 16 bis 20 Metern entstanden sein soll. Der Bereich wurde weiträumig abgesperrt.
Solche Absackungen sind in der Region nichts Neues. In diesem Bereich kommt es immer wieder zu Erdfällen durch Auslaugungen im Untergrund. Der schiefe Turm der Oberkirche wird ja auch auf solche Auswaschungen im Untergrund zurückgeführt. Und auch in Bad Frankenhausen war es an der Straße zum Flugplatz Udersleben in diesem Jahr bereits zu so einen Erdfall gekommen, siehe Archivfoto.
 

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Joe

Fehlerkramrumschlager
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#6
Das hat erstens überhaupt keinen kausalen Zusammenhang und ist zweitens für mich nur reisserischer und wissenschaftlich unhaltbarer Blödsinn.

Erdfälle entstehen durch Auslaugungen im Untergrund. Dabei entsteht durch die Herauslösung von Mineralien, häufig durch im (Regen)wasser gelöstes Kohlendioxid, ein Hohlraum. Dieser hält irgendwann nicht mehr Stand und bricht zur Oberfläche durch. Viel häufiger sind aber einfach großflächige Absenkungen der Geländeoberfläche. Das hat also gar nichts mit irgendwelchen Warnungen alter Völker zu tun, sondert dauert nur lange.

Ich zitiere mich hier nochmal mal selbst:
Der Begriff Karst stammt aus dem slowenischen (Kras). Es ist der Name eines alksteinhochplateaus in Slowenien. Durch den Forscher Cvijic wurde der Name verbreitet und für alle Formen des Karstes
gebräuchlich. Karsterscheinungen sind die Folgen einer Auflösung des Gesteins. Je löslicher das Material ist, umso schneller und weitreichender werden die Karsterscheinungen sein. Weiterhin wichtig ist das Vorhandensein von Wasser, das das entsprechende Gestein auflöst. Zu den Gesteinen, welche sich am schnellsten auflösen gehören die Salze. Bei Steinsalz (NaCl) liegt die Löslichkeit bei 10° C bei 263g /l.
Auch Gips löst sich noch gut, doch die Löslichkeit liegt ungefähr bei einem hundertsten derer des
Steinsalzes. Anhydrit (CaSO4) (z.B. der Kohnstein bei Nordhausen) wird durch Wasseraufnahme (Hydration) zu Gips überführt, welcher sich dann weiter auflöst. Bei der Hydration lagert sich das Wasser nur im Kristallgitter an, ohne die chemische Zusammensetzung zu verändern.
Bei den Karbonatgesteinen z.B. Kalkstein (Kalkstein besteht zum größten Teil aus aus
Calciumcarbonat(CaCO3 )) und dem Dolomit ([Ca,Mg] CO3), ist die im Wasser gelöste Kohlensäure
(H2CO3) ausschlaggebend, welche ihrerseits durch vom Wasser aufgenommenes Kohlendioxid CO2
entsteht.
Durch die chemische Reaktion der Kohlensäure mit dem Gestein bildet sich Calciumhydrogencarbonat
(früher Calciumbicarbonat) (Ca(HCO3)2, welches sich im Unterschied zu Calciumcarbonat gut in Wasser lösen lässt. Eine Umkehr, also ein Entzug von Kohlensäure aus der Lösung bewirkt eine Ausfällung von Calciumcarbonat, wie sie z.B. bei Tropfsteinbildungen beobachtet werden kann.
Das Niederschlagswasser versickert im Karst schnell in der porösen Oberflächenstruktur und in Spalten und Klüften. Beim Durchsickern der Gesteinsschichten wird immer mehr von dem Gestein durch das Wasser (bzw. in dem Wasser gelöste Kohlensäure) aufgelöst und abtransportiert. Dadurch entstehen natürliche Hohlräume, die sich bis zu großen Höhlen ausweiten können, aber auch großflächige Absenkungen und Erdfälle.
Gruß
Joe
 
K

kaschroeter

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#7
Erdfall von Bad Frankenhausen

Spektakulär, aber nichts besonderes

Der neuerliche Erdfall von Bad Frankenhausen machte Medienschlagzeilen, ist aber strenggenommen nur ein kleines Ereignis, wenn man die Historie betrachtet...
Der neue Erdfall von rund 20 m Durchmesser, der sich von Bad Frankenhausen gesehen rechts von der Straße nach Sondershausen befindet, ist nicht das erste Ereignis dieser Art. Viele in der Region Bad Frankenhausen aufgetretene Erdfälle sind schon verfüllt worden und oft erinnern sich nur noch ältere Leute an die Ereignisse.
Vor gut 500 Jahren ereignete sich nahe Bad Frankenhausen ein sehr großer Erdfall. Dabei entstand eine Grube von ca. 120 m Durchmesser und 30 m Tiefe, die sich zwar mittlererweile etwas verfüllt hat, insbesondere weil sie auch von unten her mit Bäumen und Sträuchern zugewachsen ist, trotzdem aber immer noch schön auszumachen ist, wie oberes Bild von Google Earth zeigt (weißer Kreis). Um diese sogenannte Äbtissinnen Grube rankt sich sogar Den Erdfall sehr schön beschrieben hat Henry Stolze aus Bad Frankenhausen in seiner Homepage Äbtissinnengrube. Dort ist auch ersichtlich, dass der Quellgrund in Bad Frankenhausen ebenfalls das Ergebnis so eines Erdfalles ist, der vor rund 1.000 Jahren entstanden sein könnte.
Nördlich des Quellgrundes mussten in den 60 er Jahren mehrere Häuserabgetragen werden, die nach Erdfällen so baufällig wurden, dass keine Standsicherheit mehr vorhanden war. Neben dem schiefen Turm der Oberkirche, der durch die geologischen Verhältnisse der Auslaugung des Untergrundes erst in seine prekäre Lage gekommen ist, könnte auch ein anderes bekanntes Gebäude „Opfer“ werden. Es wird vermutet, dass der Hausmannsturm auf so einem zugeschüttetem Erdfall errichtet wurde, und das Erdreich jetzt nachgibt, denn im Hausmannsturm sind ja auch Probleme im Mauerwerk vorhanden.
Die Auslaugung der in der Region vorhandenen Gips- und Salzlager ist ein seit Jahrhunderten stattfindender natürlicher Vorgang. Die in Bad Frankenhausen geförderte Sole hat nutzt zwar diese Auslaugung, hat sie aber auf keinen Fall ausgelöst, da ist sich Wolfgang Sauerbier von der unteren Naturschutzbehörde sicher. Es ist schon mal gut, dass es auch Naturereignisse gibt, die nicht vom Menschen verursacht wurden. Für die Bad Frankenhäuser Bürger sicher ein schwacher Trost, denn solche Erfälle lassen sich örtlich und zeitlich praktisch nicht vorhersagen. Interessant in diesem Zusammenhang zu erfahren war, dass dieser ursprünglich geplante Freizeitpark „Weltentor“ (jetzt bei Ronneburg pleitegegangen) in dieser Region errichtet werden sollte!
Freitag, 27.November 2009, 11.55 Uhr
Quelle: kyffhaeuser-nachrichten.de
 

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kps

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#8
Fotos in der Thüringer Allgemeinen Online

-> http://bildgalerie.zgt.de/?em_gal=5870&em_client=ta&em_tag=ta.sondershausen_T192440705495

Da hat der Bauer noch mal Schwein gehabt!!! Da scheint es wirklich öfters so was zu geben. Die Fotos zeigen auch ältere und größere Erdfälle würde ich sagen.



und Artikel dazu

ROTTLEBEN: Riesiger Erdfall reißt Acker in die Tiefe



An der Panorama-Straße in Bad Frankenhausen verschluckte ein Erdfall vor Wochen eine hölzerne Wanderschenke. Ein ungleich größerer Erdfall riss jetzt ein gigantisches Loch und mächtigen Krater in einen Acker bei Rottleben. Glücklicherweise ist niemandem etwas passiert. Vor einem Monat rollten die Bauern mit schwerer Technik noch zur Raps-Bearbeitung darüber. "Wir erleben das regelmäßig. Das ist für uns nichts Außergewöhnliches - aber so extrem, riesig und so gefährlich wie dieser Erdfall war noch keiner", beschreibt Bendelebens Gutsverwalter Claus Werner und ist jede Minute glücklich, dass keinem seiner Leute was geschah. 20 Meter breit und wohl 10 Meter tief sei der Acker abgestürzt, schätzt der Landwirt. Es bliebe kreuzgefährlich, auch nur in die Nähe zu kommen weiß er, "es sind noch immer große Risse drin. Was da noch nachrutscht kann man nicht wissen". Erdfälle in der ausgewaschenen Karstlandschaft mit ihren unterirdischen Hohlräumen gehören beinah zum Tagesgeschäft der Landwirte, "nicht umsonst haben wir die Barbarossahöhle", so Werner. Rund zwei Kilometer Luftlinie von deren Eingang gab jetzt die Erde nach. Jüngste Fälle in der Badraer, Göllinger und Rottlebener Flur seien gegen jetzigen aber winzig klein gewesen. "Wir müssen jetzt abwarten", sagt Werner gegenüber TA.
 
#10
Respekt und wer bezahlt den ganzen Bergungs kram???? Na wir der Steuer Zahler aber für unsere Forschnunegn wreden so gut wie kein Geld locker gemach. Oh man Wo leben wir Bloss
 

Joe

Fehlerkramrumschlager
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#11
Wenn der Unimog angemeldet und versichert war, zahlt wahrscheinlich die Versicherung. Ansonsten der Besitzer des Fahrzeugs. Nur zuschütten geht wegen der unterschiedlichen Betriebsstoffe auch nicht.
Gruß
Joe
 
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