Erzbergbahn in der Steiermark

josef

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#22
Bahnhöfe in Hieflau

Der kleine Ort Hieflau, an der Mündung des Erzbaches in die Enns gelegen, hatte einst in der Dampflokära eine wichtige Funktion im innerösterreichischen Eisenbahnnetz. Von der durch das Ennstal verlaufenden "Rudolfsbahn" zweigt hier die "Erzbergbahn" nach Eisenerz und weiter über den Präbichl nach Vordernberg bzw. nach Leoben ab.

Neben dem einstigen Personenverkehr war Hieflau wichtig für die Zusammenstellung der schweren Erzzüge, dies besonders ab Anfang der 1940iger Jahre nach Inbetriebnahme der damaligen Hütte Linz der "Hermann Göring Werke", heute voestalpine Stahl GmbH in Linz.

Zur Abwicklung des Bahnbetriebes gibt es 2 Bahnhöfe in Hieflau:
Den im Ennstal an der "Rudolfsbahn" gelegenen Personenbahnhof -> Hieflau Pbf.
und den bereits an der "Erzbergbahn" im Erzbachtal gelegenen Verschiebebahnhof -> Hieflau Vbf.

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Vergrößerter Ausschnitt aus einer Ansichtskarte von 1907:
Rechte Seite oben links der Enns erkennt man den Personenbahnhof (Pbf.) an der Rudolfsbahn, die Strecke führt weiter durch das Gesäuse Richtung Admont, Selzthal usw. ... und im Vordergrund verschwindet die Strecke Richtung Weyer, Amstetten bzw. St.Valentin zur damaligen "Kaiserin Elisabeth-Bahn", heute "Westbahn".
Von der "Erzbach" - Mündung verläuft das Tal links nach Eisenerz. Oberhalb der Kirche (Ortszentrum) und dem ehemaligen Hüttenwerk verläuft die vom Pbf. abzweigende Erzbergbahn zuerst durch den "Waag-Tunnel" um in den anschließenden Verschiebebahnhof (Vbf.) und danach weiter nach Eisenerz zu gelangen. (Das Schleifengleis vom Vbf. zur freien Strecke Richtung Weyer der Rudolfsbahn wurde erst 1941 von der Deutschen Reichsbahn in Betrieb genommen).
(Bildquelle-Ansichtskarte: ÖNB/AKON Ansichtskarten Online )

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Gleispläne Hieflau Pbf. und Vbf. Stand 1960 - noch mit Rundlokschuppen und Drehscheibe am Vbf. und Stellwerksbauten
(Basis für Skizze: H. Fritz; Drehscheibe Selzthal - Schienenwege des steirischen Erzes nach Linz und Donawitz)
 
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#23
Hieflau Personenbahnhof (Pbf.)
Teil 1.


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Hieflau Pbf. von der Gleisseite vom 8. August 2012
Wegen der extremen Lichtverhältnisse im engen Tal (einerseits direkte Sonne auf Gleisfront bzw. Schatten auf Straßenseite) griff ich auf ein "Ennstal-Wiki" Foto zurück (CC-Lizenz, Fotograf Haeferl )

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"Volles Haus - geballte Kraft wartet auf Abfahrt" durch eine Menge "52iger..." im Bereich der Ausfahrt Richtung Gesäuse (Admont-Selzthal...). Rechts die direkt am Bahnhof vorbeiführende "Geäuse-Bundesstraße", links hinter dem heute nicht mehr existierenden Stellwerksturm die Enns.
( aus H. Fritz; Drehscheibe Selzthal - Schienenwege des steirischen Erzes nach Linz und Donawitz)

1. - 3. Die Straßenfront des nicht mehr besetzten Bahnhofgebäudes direkt an der Gesäuse-Straße.
4. - 5. Die Gleisseite des Gebäudes im direkten Gegenlicht...
6. Veranda mit versperrten Türen zum Gebäude
7. Ehemaliges Gütermagazin (heute Baumateriallager für die ÖBB-Infra), Blickrichtung Gesäuse-Anfang
8. Ein Vergleichsfoto, welches ich am 09.09.2009 aufnahm, zeigt noch den zwischenzeitlich verschwundenen Stellwerksturm...

(Bilder 1. - 7. vom 08.07.2020)
 

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#24
Hieflau Personenbahnhof (Pbf.)
Teil 2.

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Nun ein historisches Bild der Bahnhofsausfahrt Enns-abwärts aus 1968 Richtung Weyer mit "Reichsbahn-Signalausstattung"

9. Aktuell die gleiche Richtung mit Oberleitung und Lichtsignalen...
10. ...und zum Vergleich wieder ein Foto vom 09.09.2009 mit dem zwischenzeitlich ebenfalls abgerissenen, von der Reichsbahn errichteten, Befehlsstellwerk 1.
11. Nochmals der gleiche Bereich auf einem Foto aus 1969. Rechts erkennt man die Abzweigung bzw. Beginn der Erzbergbahn-Strecke und das Portal des "Waagtunnels" in Richtung "Hieflau Vbf.".
12. Beschilderung am Tunnelportal bei km 0,173 der Erzbegrbahn.
13. Das Foto aus 2009 zeigt die Ausfahrt der Erzbergbahn aus Hieflau Pbf. und Querung der Gesäuse-Straße vor der Einfahrt in den Waagtunnel.
14. Ein aus Richtung Selzthal kommender Erz-Leerwagenzug mit den Loks 1144.079 und 1116.181 in Doppeltraktion unterwegs nach Eisenerz.
15. Die Garnitur wechselt von der "Rudolfsbahn" auf die "Erzbergbahn"...
16. Der Zugschluss quert die Gesäuse-Straße und verschwindet gleich im Waagtunnel.
17. Auf der "Erzbergbahn" gibt es überhaupt keinen Personenverkehr mehr und auf der "Rudolfsbahn" im Streckenabschnitt Selzthal - Weißenbach-St.Gallen ist dieser auf 1 Zugspaar nur am Wochenende reduziert! Siehe dazu auch das "Bus-Schild" am Hieflauer Nachbarbahnhof "Gstatterboden"...

(Bilder 9., 12., 14. - 17. vom 08.07.2020)
 

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#25
Hieflau Verschiebebahnhof (Vbf.)

1873 wurde mit Fertigstellung der Erzbergbahn nach Eisenerz auch der Verschiebebahnhof Hieflau in Betrieb genommen. Für regen Güterverkehr sorgten Anschlussgleise zu einer Hochofenanlage und einer Erzröstanlage, die bis zu deren Betriebseinstellung die Hochofenanlagen in Schwechat mit Rösterzen belieferte. 1901/02 wurde ein Ringlokschuppen errichtet und die Gleisanlagen erweitert. Nach dem "Ausblasen" des Hochofens 1923 (?) stagnierte der Güterverkehr bis zum Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich 1938. Durch die Rüstungsvorhaben des NS-Regimes stieg der Bedarf an Eisenerz enorm an und der Vbf. Hieflau entwickelte sich zum wichtigen Betriebsbahnhof für die Erzlieferungen zur "Hütte Linz der Reichswerke HG.". Damit die schweren Erzzüge auf der Fahrt Richtung Linz nicht im Hieflauer Pbf. "stürzen" mussten (-> Umspannen der Lokomotiven wegen Fahrtrichtungswechsel...), errichtete man ein "Schleifengleis", welches im Mai 1941 fertiggestellt wurde.

Die "Zugförderungsstelle" (Zgfst) Hieflau Vbf. war ein wichtiger Stützpunkt für die Ausrüstung der Dampfloks mit Betriebsmittel (Kohle, Wasser...) bis zur Elektrifizierung der Strecken und Einstellung der Dampftraktion. Im Heizhaus waren Loks der Reichsbahn - Reihe 86.xx stationiert, die hauptsächlich für Vorspannleistungen für die Reihe 52.xx eingesetzt wurden bzw. den Personenverkehr abwickelten.

Nach Fertigstellung der Elektrifizierung und Einstellung des Dampfbetriebes wurde der Ringlokschuppen abgerissen. Heute hat der Vbf. an Bedeutung verloren, er dient nur mehr zur Holzverladung und Kreuzung von Erzzügen...

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Blickrichtung Waagtunnel bzw. Schleifengleis

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Vergrößerter Ausschnitt aus AK von 1915:
Links geht es nach Eisenerz, gut erkennbar der Rundlokschuppen mit Drehscheibe, rechte Ecke mit Erzbach, rechts außerhalb des Fotos befand sich der Hochofen. Die Betriebsgebäude in Bildmitte gehören zur ehemaligen Erzröstanlage (heute Gelände des Kraftwerkes Hieflau).

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Die Original-AK zur obigen Vergrößerung
Quelle: ÖNB/AKON Ansichtskarten Online

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Der Güterzug mit Doppeltraktion Rh 52 verlässt 1970 den Vbf. in Richtung Pbf. Der Vbf. war ebenfalls mit DR-Signalen ausgestattet.
( aus H. Fritz; Drehscheibe Selzthal - Schienenwege des steirischen Erzes nach Linz und Donawitz)

1. Gähnende Leere am Vbf. Hieflau! Durch den Bergrücken hinter dem Strommast führt der Waagtunnel nach links zum Pbf. bzw. zweigt davor das Schleifengleis nach rechts zur Rudolfsbahn ab. Im Hintergrund der 2.034 m hohe Tamischbachturm.
2. Strecke nach Süden Richtung Eisenerz (Erzbachtal). Auf der grünen Wiese links befand sich früher der Rundlokschuppen.
3. - 4. Der ehemalige Rundschuppen...
(Bilder 1. u. 2. vom 08.07.2020, 3. u. 4. aus H. Fritz; Drehscheibe Selzthal - Schienenwege des steirischen Erzes nach Linz und Donawitz)
 

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#26
An der Strecke im Erzbachtal von Hieflau Vbf. aufwärts zum Bf. Eisenerz gab es früher noch 2 weitere, für den Erz- bzw. Güterverkehr wichtige Bahnhöfe:

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Betriebsausweiche Jassingau (ehemalige Halte- und Ladestelle Radmer):
Hier wurde das mittels Förderbahn (ehemalige Waldbahn) angelieferte Eisenerz vom Bergbau Radmer bis dessen Stilllegung 1979 verladen.

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(Quelle: http://www.rmg-verlag.at/Leseprobe-Selzthal.pdf aus H. Fritz; Drehscheibe Selzthal - Schienenwege des steirischen Erzes nach Linz und Donawitz )

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Die Erzbunker- und Verladeanlage vor der Sprengung 1981
(Quelle: ehemalige Erzverladestelle beim Bahnhof Radmer )



...und schon im Gemeindegebiet von Eisenerz befand sich der

Ehem. Bahnhof Münichtal:
Standort der Hochofenanlagen Eisenerz von 1901 - 1944

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Ansichtskarte aus 1908 mit dem 1901 in Betrieb gegangenen Kokshochofen in Münichtal. (ÖNB/AKON Ansichtskarten Online )

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Ansichtskarte Eisenerz-Münichtal aus 1913 mit dem im gleichen Jahr fertiggestellten 2. Hochofen. (ÖNB/AKON Ansichtskarten Online )

Ein weiterer Link zum ehemaligen Hochofenstandort Eisenerz-Münichtal: Hochofen - Eisenerz
 
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#27
Bahnhof Eisenerz

Nach der Verlegung der Erzverladung nach Krumpental und Einstellung des Personenverkehrs auf der "Erzbachstrecke" von und nach Hieflau sowie über den Zahnradabschnitt über den Präbichl nach Vordernberg bzw. Leoben wurde es relativ ruhig am Bf. Eisenerz.

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2 Ansichten des Bf. Gebäudes vom Bahnhofvorplatz - Straßenseite...

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...und von der Gleisseite

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Die Veranda am ehemaligen "Hausbahnsteig" dient heute als "Schattenparkplatz" :)

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Der ehemalige Güterschuppen...
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...dient nun als Vereinslokal des "Motorsportclubs Eisenerz".

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Gleisbereich Blickrichtung Westen (-> Hieflau - Erzbachtal...)

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...und in die Gegenrichtung die Ausfahrt zur neuen Verladeanlage in Krumpental bzw. zum Erzberg mit dem ehemaligen Zahnradabschnitt über den Präbichl nach Vordernberg. In der linken oberen Ecke erkennt man den "Schichtturm" und im Bereich des Containers und dahinter befand sich einst der 2-ständige "Langschuppen" des "Heizhauses Eisenerz" - siehe nachfolgendes Bild:

1595870567646.png
( aus H. Fritz; Drehscheibe Selzthal - Schienenwege des steirischen Erzes nach Linz und Donawitz)
Alle Fotos bis auf das "Heizhausbild" vom 08.07.2020
 

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#28
Bahnhof Eisenerz - ehemalige Erzverladeanlage

Die Beladung der Erzzüge nach Linz wurde über die Bunker- und Verladeanlage am Bf. Eisenerz abgewickelt, die mit dem "Huntslauf" beschickt wurde.. Mit Inbetriebnahme einer vollautomatischen Verladestation 1984 in Krumpental fiel der arbeitsintensive Zwischentransport vom Lagerbereich am Erzberg zur Verladestation am Bf. Eisenerz weg und die Einrichtungen am Bahnhof wurden abgerissen. Die Erztransporte nach Donawitz erfolgten weiterhin über die direkt am Erzberg gelegene Verladeanlage am Bf. Erzberg und die Strecke über den Präbichl. Ab 1988 wurde der gesamte Erztransport ab Krumpental konzentriert und auch die Hütte Donawitz wird nun von dort aus beliefert.

Siehe dazu auch den Beitrag "Erzverladung für den Bahntransport zu den Hüttenwerken Linz und Donawitz" aus dem "Erzberg-Thread".

Einige historische Fotos der alten Verladestation am Bf. Eisenerz:
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Auf den beiden obigen Fotos sieht man die ehemalige Zufahrtsbrücke des "Huntslaufes" zur alten Verladestation
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"Ganzzugsgarnituren" am Bf. Eisenerz im letzten Betriebsjahr der Verladeanlage
(3 historische Fotos aus H. Fritz; Drehscheibe Selzthal - Schienenwege des steirischen Erzes nach Linz und Donawitz)

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Diese Betonmauerreste stammen von der alten Verladestation... (08.07.2020)
 

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#29
Betriebsablauf der Erzverladung in Krumpental
- Teil 1:


1. Im Bf. Eisenerz traf ich wieder auf die Leergarnitur, die ich in Hieflau (-> Fotos #14 - #16) beim Wechsel von der Rudolfsbahn auf die Erzbergbahnstrecke bereits beobachten konnte. Die beiden Loks wurden abgekuppelt und holten den im Bf. auf einem anderen Gleis hinterstellten Begleitwagen.

2. Die Loks beim Verschubvorgang am östlichen Weichenkopf...

3. Der "Begleitwagen" wurde von den Loks "abgestoßen" und rollt, mit einem "kontrolliert bremsenden" Verschieber besetzt, auf das Gleis mit der Leergarnitur...

4. ...und wird an diese angekuppelt.

5. Währenddessen umfahren die beiden Loks die Wagengruppe um dann am Zugschluss wieder anzukuppeln.

6. Danach schieben die Loks die Leergarnitur die ca. 1,5 Kilometer zur Verladeanlage Krumpental. Vom "Begleitwagen" (-> umgebauter 2-achsiger Personenwagen) aus gibt ein Verschieber mittels Funk die nötigen Anweisungen an den Lokführer am Zugsende.

7. - 10. Die Garnitur mit den leeren Erzwagen wird nun von den Loks 1144.079 und 1116.181 nach Krumpental zur Beladung geschoben...
 

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#30
Erzverladung in Krumpental
- Teil 2:

Die leere Erzwagengarnitur erreicht geschoben nach 1,2 Kilometer die Anschlussbahn der Verladeanlage in Krumpental:

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(Auszug aus Streckenspiegel der Erzbergbahn Erzbergbahn – Wikipedia )


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Erzaufbereitung und Feinerzlager
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Feinerzlager, rechts oben die Förderbrücke zum Verladebunker an der Bahnstrecke
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Nochmals das versandfertige Erz und die Förderbrücke zum Verladeturm im Tal
(3 eigene Aufnahmen vom 02.08.2017)
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Links: Die Verladeanlage (eigene Aufnahme 09.07.2013)
Rechts: Eine Wagengruppe mit Loks 1144.040 und 1142.682 in der Durchfahrt zur Befüllung (1144 040 und 1142 682 beim Befüllen von Erzzug 55666 in der Verladestelle Krumpental - Bahnbilder.de )
 

josef

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#31
Im weiteren Verlauf der "Bergstrecke" zum "Präbichl" folgt der
Bahnhof Erzberg


In Fortsetzung des Streckenverlaufes des ehemaligen "Zahnradbahn-Abschnittes" von Krumpental (722 m) zur Paßhöhe am Präbichl (1.204 m) befindet sich der "Bf. Erzberg" auf einer Höhe von 1.070 m mit der ehemaligen Erzverladestation für den Bahntransport zur Hütte Donawitz.
Siehe hier die Fotos 1. - 3. ...

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Bf. Erzberg mit Streckenverlauf Richtung Präbichl. Rechts hinten befindet sich das Portal des "Platten-Tunnels".

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...und Richtung talwärts nach Krumpental - Eisenerz vom 5. September 2004

Mangels eigener Fotos musste ich auf "freie" Bilder aus dem "Wiki-Fundus" zurückgreifen :).
(Quelle beide Fotos: CC - Lizenz, Fotograf Herbert Ortner ausFile:Erzberg station and 5081.jpg - Wikimedia Commons und Datei:File-5081 railbus at Erzberg.jpg – Wikipedia )

Heute enden hier die am Bf. Vordernberg Markt beginnenden Sonderfahrten mit dem Schienenbus Rh. 5081. Programm siehe unter "Museumsbahn des Vereins Erzbergbahn" .



Weiter in Richtung Präbichl führt die Strecke durch den an den Bf. Erzberg anschließenden 1.394 m langen "Plattentunnel" und gelangt dann zur ehemaligen, auf einer Höhe von 1.100 m liegenden

Haltestelle "Feistawiese":
Von dort führte zur Kriegszeit ( ab 1943 - 45?) ein Anschlussgleis zur Baustelle eines KZ-Außenlagers, welches aber nicht mehr fertiggestellt wurde. Die Arbeiten zum Aufbau des Lagers verrichteten KZ-Häftlinge des im Bereich von anderen Zwangsarbeiter-Baracken im "Gsoll-Grabens" eingerichteten "KZ-Außenlagers Eisenerz".


Nach der "Feistawiese" wird mit einem 591 m langen Scheiteltunnel der eigentliche "Präbichl-Pass" unterquert und der auf 1.206 m liegende höchste Punkt der Erzbergbahn, am Bf. Präbichl, erreicht.

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Tafel mit Höhenangabe hinter dem Fenster der ehemaligen Fahrdienstleitung des Bf. Präbichl. (2 m Abweichung zur Angabe am Streckenspiegel bei Wikipedia mit 1.204 m ;))...
(08.07.2020)
 
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josef

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#33
Bahnhof Präbichl

Der befindet sich am Scheitelpunkt der Strecke auf 1.206 über dem Meeresspiegel. Während der "Zahnradbahn-Epoche" hatte der Bf. Präbichl eine wichtige Aufgabe für die Zugbildung. Hier wurden die beladenen, als "Halbzüge" zu je ca. 10 Wagen, vom Bf. Erzberg die Steigung heraufkommenden Erzzüge für die Weiterfahrt ins Tal zu "Ganzzügen" mit etwa 20 Wagen zusammengestellt. Die Wagenanzahl der Züge konnte bei unterschiedlichen Bauarten mit verschiedenen Nutzlasten variieren, ausschlaggebend war das Gesamtgewicht der zu befördernden Garnituren.
(Siehe dazu auch die "Verschubmanöver" am Bf. Erzberg und Präbichl in den Videos der Beiträge #10 und #17).

Nachfolgend einige historische Fotos:
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1969
(Quelle: H. Fritz; Drehscheibe Selzthal - Schienenwege des steirischen Erzes nach Linz und Donawitz)

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1973

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Die Aufnahme aus 1976 vom 1911 m hohen "Polster" wirkt wie eine Luftaufnahme: Quer durch das Bild verläuft die "Präbichl-Paßstraße" und schräg nach links oben erkennt man den Bahnhof. Die Erzbergbahn verschwindet rechts unter der Straße in den "Präbichl-Scheiteltunnel".
(2 Bilder aus W.Bleiweis; Die Zahnradbahn Eisenerz-Vordernberg; ARGE Lokrundschau e.V. 1981)

Nach der Betriebseinstellung der Erzbergbahnstrecke ist am Bf. Präbichl bis auf die Aktivitäten des "Verein Erzbergbahn" beschauliche Ruhe eingekehrt - siehe dazu Fotos vom 08.07.2020:

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Bf. Gebäude vom Vorplatz-Straßenseite. Ein Großteil der Räumlichkeiten wird lt. der angebrachten Beschilderung vom benachbarten Hotel in der Wintersaison genützt (-> Quartier für Personal ?)

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Anblick von der Gleisseite, Aufnahmerichtung Westkopf (Passhöhe, Präbichltunnel Richtung Erzberg, Eisenerz...). Der verglaste Anbau der ehemaligen Fahrdienstleitung und die Veranda dürften den sichtbaren Gegenständen nach vom "Verein-Erzbergbahn" verwendet werden...

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Blick in die Gegenrichtung zum Ostkopf (Richtung Vordernberg...). Rechts hinten bei den "Fahrweg-Ende" Signaltafeln beginnt der Einstieg zur "Reichenstein-Hütte" am "Eisenerzer Reichenstein".

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Die ehemalige "Fahrdienstleitung" am Bf. Präbichl hat auch schon bessere Zeiten erlebt, wie ein Blick durch die verdreckten Fenster zeigt...

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Nochmals ein Blick vom Ost- zum Westkopf des Bahnhofes. Im Einschnitt links die Passhöhe, rechts steigt der Hang zum "Polster-Gipfel" empor. Im Vordergrund die im Sommer nutzlosen Einrichtungen der Wintersportanlagen...

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Detail von der "Westausfahrt" in den "Präbichl-Tunnel" mit einem Arbeitswagen des "Erzbergbahn-Vereins", der rechts anscheinend sein "Zuhause" hat :).Oberhalb des Tunnelportals verläuft die Präbichl-Straße...

1596288704188.png
...und auch noch ein "Hochblick" zum "Polster-Gipfel" mit der Lifttrasse.
 
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josef

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#34
Die Erzbergbahn-Strecke vom Bf. Präbichl zum Bf. Vordernberg

Nach dem "Ostkopf" des Bf. Präbichl beginnt die "Talfahrt" von 1.204 (1.206 ?) m auf 768 m im Bf. Vordernberg.

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1596293158009.png
Links das Streckengleis am Beginn des "Gefälles", rechts ein Schutzgleis am Ostkopf des Bf. Präbichl in waagrechter Lage.

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Blick hinunter ins "Vordernberger Tal"

Der Bahnhof
Vordernberg Markt
wird hier kurz beschrieben...

...und zum Endbahnhof der ehemaligen Zahnradstrecke
Vordernberg
gibt es hier weitere Fotos...
 

josef

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#36
Erzbergbahn - Zahnradstreckenabschnitt

Als Abschluss meiner kleinen Bildreportage habe ich eine Panoramakarte aus 1913 leicht vergrößert und den Streckenverlauf sowie einige im Bericht vorkommende Ortsbezeichnungen (Bf. Namen usw.) eingefügt. Ich hoffe, dass sich damit auch die mit den Örtlichkeiten nicht direkt vertrauten User ein "Bild" machen können... ;)

1596389512824.png
Auf dieser Ansicht von 1913 hat der Erzberg abbaubedingt noch ein anderes Aussehen, der Verlauf der Bahntrasse (->rote Linie) ist aber unverändert. Die "Präbichl-Straße", die sich am Bild links von Eisenerz auf die Passhöhe "hochschlängelt", verläuft heute als Hangtrasse entlang der "Polster-Südflanke"(-> etwa im Bereich unterhalb der Beschriftung "Präbichl-Tunnel). Die alte Straße ist unter den Schüttkegeln von Abraumhalden verschwunden, die das Tal teilweise auffüllen...
Die "schwarze Trasse" oberhalb der Zahnradstrecke vom Erzberg Richtung Präbichl-Pass zeigt die damalige, schon vor der normalspurigen Zahnradstrecke existierenden, Erzförderbahn aus den "Vorderberger-Revieren" am Erzberg, über die mit einem System von Bremsbergen das Erz ins Tal zu den Radwerken in und um Vordernberg gelangte -> siehe auch Hinweis hier unter # 14.

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Die Panoramakarte aus 1913 aus der ÖNB-Sammlung diente als Basis für obige Darstellung
( ÖNB/AKON Ansichtskarten Online )


Der Erzberg heute als Vergleich zur Ansicht auf der Panoramakarte von 1913:
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Aufnahme vom Parkplatz "Erzbergblick" am frühen Abend des 8. Juli 2020 bei der Rückfahrt, am zeitigen Vormittag bei der Ankunft in Eisenerz war das Tal noch im "Morgendunst". Nach der Fahrt durch das enge Erzbachtal von Hieflau kommend wird hier durch die Talweitung der Erzberg, mit dem "Eisenerzer Reichenstein" als dominierendes Massiv im Hintergrund, erstmals sichtbar!
Der Bf. Erzberg liegt an der rechten Bergflanke in etwa auf Höhe knapp unterhalb vom Ende der Lampe. Die Strecke unterquert dann mittels des "Platter-Tunnels" den Berg und erreicht am linken Rand im Übergangsbereich von der Halde zur Grünfläche wieder das Tageslicht (-> Richtung "Präbichl-Tunnel" usw. ...).
 
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