"Flakfestung" Breitenlee

josef

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#1
Eine. im damaligen Propaganda-Terminus des Nazi-Regimes als "Flakfestung" bezeichnete, Dreifachbatterie befand sich südöstlich von Breitenlee im 22. Wiener Gemeindebezirk. Bei den Recherchen zum Flugplatz Aspern fand ich im Buch von

L. Banny;
"Dröhnender Himmel - Brennendes Land"
Wien 1988


auch alliierte Aufklärungsfotos dieser "Großbatterie", bestehend aus
4./696 (RAD 2./354)
5./696
2./803,
vom 05.04.1945. Auf Grund der Bilder konnte ich den genauen Standort der Großbatterie, ausgestattet mit Geschützen Kaliber 10,5 cm (lt. G.Holzmann in "Der Einsatz der Flak-Batterien im Wiener Raum 1940-45, MHS Heft 14) lokalisieren:

Die Stellungen befanden sich in einem Rechteck entlang der heutigen "Schukowitzgasse" im Westen und der verlängerten "Mayredergasse" im Osten, begrenzt vom Feldweg "Stadlbreiten" im Norden und der "Lackenjöchelgasse" im Süden.

(Bild 1. -3.: Aus L. Banny; "Dröhnender Himmel - Brennendes Land", S. 334 u. 335)
 

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#2
Hi, diese Gegend hab ich schon mal abgesucht, bzw. war vor Ort...

Die verlängerung der Mayredergasse (Grünstreifen) ist eingezäunt und soweit ich sehen konnte sehr "buckelig" könnten also noch LSDG's oder änliches vorhandensein, allerdings wird der Bereich als Brunnengebiet für die danebenliegende Obstplantage verwendet

und am linken unteren Ende deines aktuellen Lubis wurde Feb. 2013 auch wiedermal eine Fliegerbombe gefunden

http://wien.orf.at/news/stories/2573352/

Fliegerbombe in Donaustadt entschärft

Der Entminungsdienst des Innenministeriums hat am Mittwoch eine in Wien-Donaustadt entdeckte Fliegerbombe entschärft. Besonders gefährlich war, dass in dem Sprengkörper noch der Zünder steckte.

Die Bombe mit einem Durchmesser von etwa 20 Zentimetern wurde bei Bauarbeiten in der Podhagskygasse auf freiem Feld gefunden. Die Polizei evakuierte einige Einfamilienhäuser in der Umgebung und verständigte den Entminungsdienst. Vorsorglich wurde auch der Katastrophenzug der Rettung angefordert.

Für die Bewohner der Wohnhäuser standen Busse der Wiener Linien bereit.

Im Bereich Podhagskygasse-Hausfeldstraße-Am Haidjöchl und Pfalzgasse kam es zu Sperren und Behinderungen. Örtliche Umleitungen waren laut Polizei eingerichtet
 

josef

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#3
...Die verlängerung der Mayredergasse (Grünstreifen) ist eingezäunt und soweit ich sehen konnte sehr "buckelig" könnten also noch LSDG's oder änliches vorhandensein, allerdings wird der Bereich als Brunnengebiet für die danebenliegende Obstplantage verwendet...
Genau so ist es, die Umzäunung der Obstplantagen reicht bis zur Westseite entlang der Schukowitzgasse, auf den südseitigen Feldern außerhalb des Zaunes ist nichts mehr zu sehen. Sind da erst vor einigen Wochen von der Lackenjöchelgasse zum Dorfheurigen Breitenlee raufgewandert :)

lg
josef
 

josef

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#4
Habe da noch 2 Bilder, aufgenommen aus den Stellungen der Großbatterie Breitenlee zu Beginn der alliierten "Ölfoffensive" gegen die Mineralölindustrie Mitte Juni 1944:

1. Blickrichtung Süd - im Hintergrund die Rauchsäulen der Brände nach einem Angriff auf die Anlagen in der Lobau.

2. Richtung West - im Vordergrund Brandherd bei der Raffinerie Kagran und dahinter Rauchsäule über der Raffinerie Floridsdorf...

Aus L. Banny; "Dröhnender Himmel - Brennendes Land"
 

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#8
Hallo Geist
Dort waren die optischen und die E-Meßgeräte.
Heute stark verwachsen. Angesehen habe ich sie mir nicht da umzäunt und ich keine illegalen Betretungen mache.

lg

Cerberus9
 

josef

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#9
Lt. G.Holzmann in "Der Einsatz der Flak-Batterien im Wiener Raum 1940-45, MHS Heft 14 - S. 30 wurde die Großbatterie Breitenlee im Herbst 1944 (wie auch die anderen Dreifachbatterien) mit einem FuMG 65 "Würzburg Riese" ausgestattet.

Aufgegeben wurde die Flakfestung Breitenlee am 13. April 1945 nachdem um 22h die letzte Gruppe auf die hinter dem Bahndamm im Osten der Batterien (Zufahrtsgleis zum ehemaligen Verschiebebf. Breitenlee) verschanzten Russen abgefeuert wurde. Für die Besatzung war es höchste Zeit, um sich in Eilmärschen über Stammersdorf und dem Bisamberg in Richtung Korneuburg abzusetzen, um einer Einkesselung zu entgehen. (Ebenfalls aus Hoffmann, MHS Heft 14 - S. 23).

lg
josef
 

josef

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#10
Hast du dir auch diesen quadratischen Fleck angesehen, der links des bewaldeten Streifens etwas oberhalb seiner Mitte in der Anbaufläche liegt? Sind das auch Reste von damals oder nur ein Erdhügel? 48.245436 16.504351
Zitat: cerberus9
Dort waren die optischen und die E-Meßgeräte.
Heute stark verwachsen.
Habe mir das einmal bei Google maps und Bing angesehen - da gibt es noch weiteres im östlich an die Obstplantage anschließenden Waldstreifen... (-> siehe auch Beitrag von @Stoffi). Die eingezäunten Obstkulturen gehören zum Gutshof des Schottenstiftes in Breitenlee.
 

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#11
Hallo Josef
noch weiteres im östlich an die Obstplantage anschließenden Waldstreifen.
Der Waldstreifen ist ebenfalls eingezäunt. Dürfte ein Quell- oder Brunnenschutzgenbiet? sein.
Das von dir beschriebene Objekt dort ist neueren Datums.

Den Betonbau beim Friedhofsweg habe ich mir vor Jahren schon einmal angesehen. Damals war leider starker Bewuchs und es sahen nur etwa 50cm aus der Erde. Kein Eingang oder sonstige Öffnung erkennbar.
Ob es zur Flakstellung Kagran (8,8cm) gehört weiß ich leider auch nicht. Die war aber nicht weit weg. Jedefalls wurden beim Bau der Autobahn jede Menge 8,8cm Kartuschen gefunden.

lg

Cerberus9
 
H

Harald 41

Guest
#13
War da vor ca. fünf Jahren stand ein weisser Plastiksessel drinnen, hatte ich damals leider nicht fotografiert.
Hatte auch damals einen Link hier gepostet, gestern Vormittag war er noch vorhanden, heute ist er weg.:spock:

LG Harry
 
#17
Den Betonbau beim Friedhofsweg habe ich mir vor Jahren schon einmal angesehen. Damals war leider starker Bewuchs und es sahen nur etwa 50cm aus der Erde. Kein Eingang oder sonstige Öffnung erkennbar.

Cerberus9
Ich bin heute dort vorbeigefahren und habe einen kurzen Fotostop eingelegt. Es handelt sich vermutlich um dieses Bauwerk?

"Bunker 1.jpg" zeigt den Bunker. Er hat zwei Fenster (eines süd- und eines ostseitig, sowie ein kleines Richtung Norden) und eine Tür (Nordseite)

"Bunker 2.jpg" ist ein Foto durch das östliche Fenster, das zeigt, daß er nach dem Krieg eine Zwischenverwendung hatte.

Grüße
Michael
 

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josef

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#18
Objekt beim Friedhofsweg - Süßenbrunn

Ich bin heute dort vorbeigefahren und habe einen kurzen Fotostop eingelegt. Es handelt sich vermutlich um dieses Bauwerk?
:danke Michael!
Ja - nur nahm ich mir noch nie die Zeit, stehenzubleiben :) Außerdem war in den letzten Wochen die Sicht vom Friedhofsweg aus immer durch Kühl-LKW's des benachbarten Gemüsehandels (oder so ...?) und landwirtschaftlichen Fahrzeugen verstellt.

Könnte dem Bild nach auch nur ein Untergeschoß (Keller) eines kleinen Gebäudes sein, welches nie weitergebaut oder abgerissen wurde...?

lg
josef
 
#19
Könnte dem Bild nach auch nur ein Untergeschoß (Keller) eines kleinen Gebäudes sein, welches nie weitergebaut oder abgerissen wurde...?
Hallo Josef,

gefühlt würde ich sagen: nein. Die Decke ist schräg, der Grundriß eher klein und der Beton sieht nicht nach "Hausbaubeton" aus. Anbei noch ein weiteres Bild aus einem anderen Winkel.

Grüße
Michael
 

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