Flakstellung Achau

E

EDVRF

Guest
#1
Hallo

Bin neu im Forum und hätte Frage ob jemand weiss welche Flak
in Achau (Bez. mödling) stationiert war.

Vor ca. 15 Jahren wurden einige Bunker und Betonstellungen gesprengt. (nehme an achteckige Stellung Durchmesser ca 6 Meter war für Würzburg oder Ähnliches )

Habe leider keine Fotos davon.

bitte um Infos
EDVRF
 

stealth

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#2
In Achau war einen Batterie 8,8 stationiert zuerst mit Luftwaffenpersonal später mit RAD besetzt.
Dass es in Achau einen Würzburg Riesen gegeben hat glaube ich nicht. Am Eichkogel über Mödling war jedoch ein solches Gerät aufgestellt.

Details gibts in einem Heft der Schriftenreihe des Heeresgeschichtlichen Museums. (Details und Titel des Hefts muss ich erst nachsehen)

Am Spielplatz beim Kindergarten in Achau steht noch ein Einmann Bunker als "Spielgerät". Bzw befindet sich hinter der Volksschule in Richtung Münchendorf ein gut erhaltener Bunker. (zumindest bis vor einem halben jahr stand er noch.)

mfg Stealth
 

josef

Administrator
Mitarbeiter
#3
@Stealth
@EDVRF

Das ist das Heft Nr. 14 der MHS von Gustav Holzmann "Der Einsatz der Flak-Batterien im Wiener Raum 1940-1945".
lg
josef
 

stealth

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#4
Ergänzung

@ Josef danke für die Hilfe.

Ich hab zusammengeschrieben was ich zum Thema Flakstellung in Achau gefunden habe.

1943
Die Flakbatterie 3./532 verlegt von der Sophienalpe nach Achau.
Rund um die Ostmarkwerke in Wiener Neudorf werden die Nebelbatterien verstärkt. Diese Maßnahme bietet nur bei Tieffliegerangriffen Schutz weil die hochfliegenden US Bomberverbände über ein Bodensichtradar verfügen. Der künstliche Nebel verbreitet sich so stark dass zeitweise die Flak-Batterien Achau, Wiener Neudorf, Vösendorf und Münchendorf wegen mangelnder Sicht ausfielen.
1944
Am 1. Jänner wird die Flak Gruppe Süd (Flak-Rgt. 102) mit den Untergruppen Mödling und Rauchenwarth gebildet. In Achau, Wiener Neudorf und Vösendorf werden Flak Doppelbatterien in Stellung gebracht. Auf der Pottendorfer Bahn zwischen Achau und Ebreichsdorf werden 2 Eisenbahnbatterien vom Kaliber 12,8cm stationiert.
Im Frühjahr wird das Luftwaffenpersonal der Batterie Achau Flak-Batterie 3./532 nach Gurein bei Brünn kommandiert und durch Abteilungen des Reichsarbeitsdienstes ersetzt.
Die Großbatterie Achau (4./533 und RAD 3./532) kann sich aufgrund Ihrer Ausstattung nicht gegen Tiefflieger wehren. In solchen Fällen wird sie von der Batterie am Eichkogel 2./533 unterstützt die dann in den Stellungsraum Achau feuert.
1945
Das von der Luftkriegsschule 7 in Tulln Langelebarn gebildete Alarmbattalion 1 wird zur Veteidigung der Flakbatterien in den Raum Achau verlegt.
Am Abend des 2. April geht die 2. SS Panzerdivision auf die Linie Mödling – Achau – Himberg zurück.
Zwischen 3. und 5.April werden die Ortsfesten Flakbatterien in Achau (4./533 und 3.532-RAD) eingekesselt und durch Granatwerferfeuer sturmreif geschossen, der Großteil des Personals gerät in Gefangenschaft. Im Raum Achau kämpft das Regiment „Der Führer“ der 2. SS Panzerdivision.

Hauptquellen:
Die Luftwaffe in Österreich 1938-1945 von Othmar Tuider
Heft 54 der Militärhistorischen Schriftenreihe
und
Die Flakbatterien im Wiener Raum.
Heft 14 der Militärhistorischen Schriftenreihe von Gustav Holzmann
 
E

EDVRF

Guest
#5
Danke an Josef und stealth

Hinter der Volksschule richtung Müchendorf stehen zwei Bunker, die noch immer sehr gut erhalten sind.

der Einmannbunker beim Kindergarten ist "Importware".
 
#6
Vermisste der schw. Flak Abt. 533 4. Bttr.

Hallo.

Habe in den Vermisstenlisten des DRK folgende Einheit mit 5 Vermissten endeckt.

schw. Flak Abt. 533 4. Bttr. FPN: 51962

Mit Ort der letzten Nachricht sind Achau,Ö,Wien und CSR angegeben. Zeit zwischen März u. April 1945.

Unter den Vermissten sind auch 2 Österreicher.

Kan. Barth Wilhelm
geb. 23.11.1928 Ö.
Ort der letzten Nachricht: Achau 3.1945

Ogfr. Müller Karl
geb. 26.9.1903 Ö
Ort der letzten Nachricht: CSR 3.1945

Das 1. Alarmbataillon der LKS 7 erreichte zunächst den Südrand Wiens auf der Favoritenstr. bei der Gadner Kapelle. Von dort ging es bis an den Südausgang von Rothneusiedl. Ein Erkundungstrupp erhielt in Maria Lanzendorf Artilleriefeuer und stellt fest, daß der Gegner bereits jenseits der Schwechat und Triesting stand. Außer der ortsfesten Flak in Achau waren in diesen Raume keine anderen eigenen Truppen vorhanden.
Das Bataillon ging bis zum Nordrand von Maria Lanzendorf vor und versuchte die zugewiesenen Stellungen zum Schutz der Flak in Achau, Maria Lanzendorf und Zwölfaxing zu erreichen. Die ersten Verluste entstanden bereits durch feindliches Artilleriefeuer und Beschuß durch Stalin-Orgeln, vor allen in Achau und Maria Lanzendorf.

Weiß vieleicht jemand etwas über die Verluste.

Habe von Friedhof Achau kurze Beschreibung über 2 Massengräber von gefallenen Soldaten, werde morgen noch etwas zu den Gräbern nachliefern.

Gruß Tullner
 
#7
Gefallene Soldaten bei Achau

Hallo.

1958 meldete der Volksbund, daß er in seiner Zentralkartei(Friedhofskartei) 23 Soldaten verzeichnet sein.

1959 meldete die Gemeinde Achau, daß es eine Anlage mit einmal 17 und 25 gefallenen Soldaten in Reihengräbern mit je 10m2 gibt.

In der Umgebung von Achau sind gefallene Soldaten in folgenden Orte verzeichnet.

Hennersdorf 23
Biedersmannsdorf 3
Leopoldsdorf 2
Maria-Lanzendorf 5
Lanzendorf 1
Himberg 8

Gruß Tullner
 
B

Bunkerwurm

Guest
#8
Ich habe eine Frage, die indirekt mit dieser Materie zu tun hat. Gibt es eine Karte oder eine Luftaufnahme der Flakstellung und der Raffinierie in Vösendorf? Ich habe schon diese Gegend (Achau, Hennersdorf, Vösendorf ...) des öfteren be- und abgesucht, aber keinerlei Reste gefunden.

Danke im Voraus und Gruß

Der Bunkerwurm

Aktualisierung von www.wk2.info am 06. Juni 2004 anlässlich der D-Day Gedenkfeierlichkeiten
 

josef

Administrator
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#9
Raffinerie Vösendorf

@Bunkerwurm:

Die Raffinerie befand sich an der Triesterstraße, stadtauswärts rechte Seite, Bereich zwischen Petersbach und neuem Tierschutzhaus.

lg
josef
 
E

EDVRF

Guest
#12
Würzburg Riese

Habe mich in Achau und auf div. Seiten umgehört.
Vor einigen Jahren wurden diverse Betonstellungen gesprengt, darunter auch ein
6-eckiger Betonsockel wie er auf einigen Seiten als Untersockel für Würzburg-Riese abgebildet ist.
auch einige Zeitzeugen sagen das dort eine grosse "Sat-Schüssel" stand

Grüsse EDVRF
 
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josef

Administrator
Mitarbeiter
#13
Flak-Batterie Achau

Vor einigen Jahren wurden diverse Betonstellungen gesprengt, darunter auch ein 6-eckiger Betonsockel wie er auf einigen Seiten als Untersockel für Würzburg-Riese abgebildet ist.
...das kann schon stimmen, im
Heft Nr. 14 der MHS von Gustav Holzmann "Der Einsatz der Flak-Batterien im Wiener Raum 1940-1945", steht irgendwo, dass in den letzten Kriegsmonaten die Großbatterien mit "neuen Würzburggeräten" ausgestattet wurden...

lg
josef
 
#14
stealth hat geschrieben:
In Achau war einen Batterie 8,8 stationiert zuerst mit Luftwaffenpersonal später mit RAD besetzt.
Dass es in Achau einen Würzburg Riesen gegeben hat glaube ich nicht. Am Eichkogel über Mödling war jedoch ein solches Gerät aufgestellt.

Details gibts in einem Heft der Schriftenreihe des Heeresgeschichtlichen Museums. (Details und Titel des Hefts muss ich erst nachsehen)

Am Spielplatz beim Kindergarten in Achau steht noch ein Einmann Bunker als "Spielgerät". Bzw befindet sich hinter der Volksschule in Richtung Münchendorf ein gut erhaltener Bunker. (zumindest bis vor einem halben jahr stand er noch.)

mfg Stealth
wisst ihr näheres über die anlage am eichkogel?
wo stand der würzburg riese? am "gipfel" des eichkogel, wo heute noch eine lichtung ist?
die stellungen waren bis vor ca. 4 jahren noch sehr gut erhalten, dann wurden sie "vergangenheitsbewältigt", also mit schwerem gerät zugeschüttet... leider habe ich es verabsäumt, eine genaue fotodokumentation zu erstellen. :hau
etwa 200 meter westlich der sechs geschützstellungen finden sich heute noch zwei betonierte plattformen. was befand sich da? zu erkennen sind noch die stufen, die aus hochkant vermauerten vollziegeln gebildet.

die einzelnen stellungen waren durch laufgräben verbunden. die zick-zack-anordnung ist auch heute noch teilweise zu erkennen.
rund herum , auch auf der südflanke (richtung gumpoldskirchen) des eichkogel, sind überall noch schützenlöcher zu erkennen.

soviel ich weiß, waren badener gymansiasten am eichkogel eingesetzt...
kennt jemand zeitzeugen? die zeit arbeitet da ja gegen einen :-(.
ich möchte nicht nochmals den gleichen fehler machen, wie damals, als die stellungen verschüttet wurden.. jemand eine idee? ich wäre bereit, hier zeit und geld zu investieren. stichwort zeitzeugen

lg
LV

p.s.: dieses http://members.kabsi.at/losti/Mission2063.jpg bild ist zwar nicht neu, passt aber zu dem thema...
 
Zuletzt bearbeitet:
#15
hallo!

hast du die schützenlöcher bzw. das gebiet auf dem eichkogel schon mit der sonde abgesucht? gibts da noch was interessantes zu finden?

vielleicht gehen wir ja einmal gemeinsam dort sondeln! ich komme auch aus der gegend (breitenfurt)!

mfg, sniper666
 
M

mammut2

Guest
#17
Was ich über Luftschutz in Achau weiß

Es gab zwei Bunker bei der Volksschule die vor kurzen abgebaut wurden.
Es gab weitere größere Bunker auf landwirtschaftlich genutzten Fläche, wo weiß ich nicht genau, die schon in de 70er/80er gesprengt wurden.

Auf den kleine Bunker auf dem Spielplatz (Splitterschutzbunker?) kann ich mich auch noch erinnern. Zumindest konnte man auf dem Spielplatz und den umliegenden Feldern sehr viele Munitionsreste zu meiner Kindheit (frühe 80er) finden. Einer von uns hatte eine richtige Sammlung.

Wenn man der Pottendorferlinie entlang Richtung Hennersdorf geht, sieht man nach der Bahnbrücke auf der linken Seite einen kleinen Hügel. Dieser soll aus dem Aushub des ein paar hundert Meter weiter liegenden Schottergrube entstanden sein, jetzt ein Teich "Schömerteich". Der Hügel wird "Lahmbergl" (Lehmhügel) genannt und, das hat mir eine alte Frau vor Jahren erzählt, einen Luftschutzbunker beherbergt. An der Vorderseite sieht man noch auch noch eine kegelförmige Grube, der ein Bombentrichter sein soll.

Was auch immer da drinnen ist/war auf der Hinterseite des Hügels gibt es einen zugemauerten Zugang (Zumindest gab es den noch vor dreißig Jahren).

Folgende Geschichte über die Flak in Achau ist mir auch vor einiger Zeit untergekommen: "Auf der anderen Seite wurde der Batteriekommandant einer Stellung in Achau wegen des langandauernden Widerstandes von den Russen hingerichtet." (http://www.airpower.at/news03/0813_luftkrieg_ostmark/luftwaffe.htm)
 
#18
Einige Informationen zum Kriegsende in der Gegend bietet auch das Buch
Laxenburg: Juwel vor den Toren Wiens ; [eine Ortschronik der Marktgemeinde Laxenburg] von Elisabeth Springer

http://www.bibliothekderprovinz.at/buch/6547/
Es bezieht sich zwar auf Laxenburg, aber bezieht auch die Umgebung mit ein.
Vieles wird durch Zeitzeugen überliefert. So ist zum Beispiel auch die Flucht durch den Schlosspark und die Massaker in der Franzensburg sowie am Bahndamm erwähnt.
grüsse
 
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