Flugplatz Klagenfurt-Annabichl: Ausbaupläne - dafür sollen 2 Hangars aus der "Luftwaffenzeit" abgerissen werden

josef

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#21
Nachdenken über Flughafen Klagenfurt

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Der Flughafen Klagenfurt schlummert nicht nur jetzt in CoV-Zeiten vor sich hin. Sinnhaftigkeit von Regionalflughäfen mit wenig Flugaufkommen wird in ganz Mitteleuropa hinterfragt, vor allem, da Graz mit der Koralmbahn in weniger als einer Stunde erreicht werden könnte.
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Der Airport Klagenfurt soll laut Investor Franz Peter Orasch bis 2024 zum „modernsten und effizientesten Europas“ werden. Umweltschützer und Anrainer fragen, ob Kärnten mit Fertigstellung der Koralmbahn von Klagenfurt nach Graz überhaupt noch einen Flughafen brauche.

Rund 40 Minuten bis Graz
Im Klagenfurter Hauptbahnhof einsteigen und 40 Minuten später im Flughafen Graz Thalerhof aussteigen. Thalerhof würde damit auch der Passagierflughafen von Klagenfurt. Das wäre ab 2025 möglich, ein Bahnhof liegt an der Hochleistungsstrecke, die direkt unter dem Flughafen in Graz entlangführt. Derzeit sei das aber kein Thema und wird es wohl auch nicht so schnell werden.

Kaiser bekennt sich zu Klagenfurt
Landeshauptmann Peter Kaiser sagt, es gebe ein Bekenntnis der Landespolitik zum Flughafen Klagenfurt, er sei eine wichtige Infrastruktureinrichtung. Wirtschafstreferent Sebastian Schuschnig sagte auf Anfrage: Ein Bahnhof in Thalerhof sei Angelegenheit der Steiermark und nicht Kärntens. Argumente gegen einen Bahnhof am Grazer Flughafen sind bis zu 100 Millionen Euro Baukosten und die Fahrzeitverlängerung durch den Stopp um ein paar Minuten.

Ministerin denkt an Flughafen Wien
Auf Anfrage bei den ÖBB heißt es, ein Bahnhof beim Grazer Flughafen sei erst in einer späteren Bauphase vorgesehen. Bis dahin muss man mit der Bahn bis zum Hauptbahnhof und mit dem Nahverkehr zurück zum Flughafen. Eine umfangreiche Antwort über die Zukunft des Flughafens Klagenfurt kommt aus dem Mobilitäts- und Klimaschutzministerium.

Die grüne Ministerin Leonore Gewessler schreibt, ein zusätzlicher Halt in Thalerhof sei im hochrangigen Fernverkehrsnetz nicht möglich, nur die im Lavanttal und der Weststeiermark seien eingeplant. Der Grazer Flughafen sei per S-Bahn erreichbar. Außerdem sei mit drei Stunden Fahrzeit nach Fertigstellung des Semmeringsbasistunnels auch der Flughafen Wien gut erreichbar, der an ein großes internationales Netz angebunden sei. Die Regionalflüge zwischen den Städten Klagenfurt, Graz und Wien würden dann auch hinfällig.
23.11.2020, red, kaernten.ORF.at

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josef

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#22
Abriss von Hubschrauber-Hangar im Gange

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Obwohl der Flughafen Klagenfurt coronavirusbedingt im Dornröschenschlaf liegt, wird der zweite Hangar, 80 Jahre alt, abgerissen. Diesmal mussten auch die Polizeihubschrauber kurzfristig und provisorisch weichen. Die Mannschaft kommt in Containern unter.
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Es musste schon in letzter Zeit kräftig in den alten Hangar hineingeregnet haben. Im riesigen Hangar und den Büros der Flugpolizisten waren deutliche Wasserlacken zu sehen. Noch vor wenigen Jahren interessierte sich das Bundesdenkmalamt für die Gebäude. Ende April wurde damit begonnen, das erste Gebäude im Norden abzutragen. Es herrschte Gefahr in Verzug, die Hangars seien schon 30 Jahre über ihrer Nutzungszeit, sagte eine Sprecherin des Flughafens damals – mehr dazu in Baufälliger Hangar wird abgerissen.

ORF/Peter Matha
Auch das Bürogebäude muss weichen

Unterschlupf im Bundesheerhangar
Flugvereine und Privatpiloten mussten für ihre Maschinen Alternativen suchen. Derzeit arbeiten auch im zweiten historischen Hangar die Abrissmaschinen. Auch am Bürogebäude mit einem eigenen Hangar im Süden wird abgetragen. Hier war die Flugpolizei bis vor wenigen Tagen in Miete untergebracht. Die zwei Millionen teuren Hubschrauber wurden bereits verfrachtet. Sie stehen 50 Meter weiter im Bundesheerhangar. Das ist aber nur ein provisorischer Unterschlupf innerhalb der Sicherheitszone Flughafen.

ORF
Bundesheer und Polizei Seite an Seite

Suche nach neuem Quartier
Man sei sehr vorsichtig, schon ein kleiner Kontakt der Maschinen beim händischen Reversieren könne schweren Schäden an einem der anderen Fluggeräte verursachen. Polizeipiloten, Techniker und die andere Mannschaft sind beengter in aufgestapelten Containern zu Hause. Wie lange dieses Provisorium neben den Bundesheermaschinen bleibt bleibt vorerst offen. Eine mögliche Langzeitlösung sei ein eigener Hangar für die Polizeiflieger außerhalb des Flughafengeländes unter der Autobahn, neben dem Stützpunkt des ÖAMTC- Hubschraubers.
12.12.2020, red, kaernten.ORF.at
Abriss von Hubschrauber-Hangar im Gange
 

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#23
Flughafen steuert in ungewisse Zukunft
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Die Verhandlungen über die Zukunft des Klagenfurter Flughafens sind gescheitert, heißt es aus Verhandlerkreisen. Es gebe eine Pattstellung zwischen den Partnern Lilihill – der Firmengruppe von Franz Peter Orasch – und dem Land Kärnten sowie der Stadt Klagenfurt. Offen ist, was das für die Zukunft des Klagenfurt Airport bedeutet.

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Nebel ist am Flughafen Klagenfurt keine Seltenheit, erfahrene Piloten wissen aber damit umzugehen. Auch den Investoren und politischen Verantwortungsträgern scheint derzeit eher der Nebel als das Rampenlicht gelegen zu kommen. Nebel deckt bekanntlich so einiges zu. Eine Milliarde Euro an Investitionen wurden vom neuen Mehrheitseigentümer Lilihill vor mittlerweile eineinhalb Jahren präsentiert. Bisher wurden aber nur zwei alte Hangar abgerissen und es wurde ein Marketing Manager präsentiert.
ORF/Peter Matha
Hangar aus den 30er Jahren bei Abriss

Sonst gab es wenig Bewegung am Flughafen. Auch die Pandemie tut hier natürlich ihr übriges dazu. Denn mittlerweile fliegt keine einzige Airline mehr nach Klagenfurt, Passagiere zieht es nicht mehr in südliche Gefilde.

Orasch will mehr vom Kuchen: Alle schweigen
Nichtsdestotrotz will der neue Mehrheitseigentümer mehr Flughafen in seinem Portfolio. Er will die Anteile von derzeit 74,9 Prozent aufstocken, um mehr Investitions-Freiheiten zu bekommen. Orasch verhandelt mit Land und Stadt, die dann aber ihre Sperrminorität verlieren würden – also die Möglichkeit, Beschlüsse in der Betriebsgesellschaft zu verhindern. Jetzt sollen die Verhandlungen gescheitert sein, ist von Insidern zu hören.
Wie bereits gewohnt, bleibt eine Stellungnahme aus dem Hause Lilihill aus. Aber auch von Klagenfurts Bürgermeisterin Maria-Luise Mathiaschitz von der SPÖ heißt es nur: Sie wisse nichts von einem Scheitern, das Land sei am Zug. Aus dem Büro des zuständigen Landesrats Martin Gruber von der ÖVP heißt es ebenfalls, man wisse nichts vom Scheitern der Verhandlungen. Martin Payer von der Kärntner Beteiligungsverwaltung, der es eigentlich wissen müsste, sagte, er höre das erste Mal davon – es dürfte sich also wohl nur um ein Gerücht handeln.

Alle Regionalflughäfen in kritischer Lage
Österreichs Luftfahrtexperte Kurt Hoffmann sieht die Lage der Regionalflughäfen wie Klagenfurt jedenfalls kritisch, tot seien sie aber noch nicht: „Wir werden in den nächsten Monaten zahlreiche Flughäfen sehen – nicht nur in Europa, auch weltweit – die einfach in den Konkurs und die Pleite schlittern, weil schlichtweg kein Flugverkehr stattfindet. Das Problem ist, dass weiterhin wenig geflogen werden wird. Für Regionalflughäfen, auch für Linz, Graz oder Salzburg, ist alles nicht so einfach.“

ORF
Regionalflughäfen wie Klagenfurt werden es nach Ende der Pandemie generell schwerer haben, prophezeit Luftfahrt-Experte Kurt Hoffmann: Die Anzahl der Flüggäste dürfte generell zurückgehen.

Das Überleben hänge von Geldspritzen ab, seien sie nun privat oder öffentlich. Die Austrian Airlines waren bisher das Rückgrat für den Klagenfurter Flughafen. Die Verbindung „Klagenfurt-Wien“ so etwas wie die Lebensader. Doch auch die AUA hat derzeit offenbar andere Sorgen, als unrentable Flüge nach Kärnten wieder aufzunehmen. Noch ist unklar, wann die Verbindung wieder Rückenwind bekommen soll. Fest steht: Die gewohnten und kostengünstigen Dash-Propellermaschinen werden es nicht sein, sie werden nämlich ausgeflottet. Größere Flugzeuge des Typs Embraer sollen dann nach Klagenfurt fliegen. Kurt Hofmann: „Ob dieses Flugzeug zu groß ist für die Strecke, wird sich zeigen – wahrscheinlich ist es das. Ob dann die AUA diese Strecke noch bedient, sehe ich mit einigen Fragezeichen.“

Teletext ohne Destination „Klagenfurt“
Aus der Flughafen-Übersicht im ORF-Teletext ist Klagenfurt mittlerweile verschwunden, mangels Verbindungen, heißt es. Ob es ein Vorzeichen für die generelle Flughafen-Zukunft ist, bleibt abzuwarten.

ORF
Gähnende Leere – ein Bild, das sich nach dem Ende der Pandemie nicht fortsetzen sollte

„Schweigegelübde“: Team Kärnten fordert Transparenz
Team Kärnten-Chef Gerhard Köfer forderte in einer Reaktion vollständige Transparenz und Klarheit über die Zukunft des Klagenfurter Flughafens: „Kaiser, Gruber, Schaunig und Co müssen endlich mit ihrem selbst auferlegten Schweigegelübde brechen. Leider haben in den vergangenen Monaten rund um den Airport Verschwiegenheit, Stillschweigen, Geheimniskrämerei und Intransparenz ihr Comeback gegeben. Man scheint auch aus der beispiellosen Fehleransammlung der Teilprivatisierung, die sich inzwischen im Bericht des Landesrechnungshofes eindrucksvoll widerspiegelt, überhaupt nichts gelernt zu haben. Offenbar hat das Land auch überhaupt keinen Plan, was rund um den Flughafen bzw. mit dem Airport passieren wird oder soll. Die aktuelle Intransparenz muss endlich einen Abflug machen.“ Essentiell sei laut Köfer, dass die Verbindung Klagenfurt – Wien erhalten bleibt.
10.02.2021, red, kaernten.ORF.at
Flughafen steuert in ungewisse Zukunft
 
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