Flugzeughangars der Wehrmacht

josef

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#21
Werfthallen
Bei den Bildenr von Josef aus Langenlebarn erkennt man links am Dach den Aufsatz für den Lift und rechts ist der Lackierraum.
Somit auch ein Werfthalle Land III/37, Typ 201 Berliner-Stahlbau Typ.
Den gab es auch in Schwechart (nach alten Fotos zur urteilen), in Zwölfaxing (gemäß Chronik) und Hörsching.
Bilder wären interessant bezüglich Mackersdorf, Vöslau und Wr. Neustadt.
Gleicher Bauart der Werfthallentypen in Langenlebarn, Schwechat, Zwölfaxing und Hörsching dürften lt. Lubi-Sichtungen auch jene in Markersdorf, Bad Vöslau und Wiener Neustadt gewesen sein:

Markersdorf:
1562607589640.png
05.09.1944 - Markersdorf an der Pielach; Lower Austria; Austria | NCAP - National Collection of Aerial Photography

Bad Vöslau:
1562607932365.png

25.04.1944 - AFHR AT_01_342_FH_3A04878-51

Wiener Neustadt Flh. West:
1562608130622.png
24.05.1944 - AFHRA 106G-0478_3105

Zu WN - Flh.West ist noch anzumerken, dass es im Norden des Flugplatzes auch noch die Werft 1./XVII gab, von der ich leider kein Lubi zur Verfügung habe. Lage siehe dazu auf einer Übersichtsskizze, die ich vor Jahren einmal auf Basis einer alten Karte anfertigte:
1562608735604.png
Lubi der Werfthalle auf Skizze rechts unten, Werft 1./XVII siehe oben Mitte.
Wobei ich vermutlich die zum Werftgelände gehörige Fläche zu groß eingefärbt haben dürfte. Ein Teil könnte noch zum Bereich der "Einsatzverbände" gehört haben...
Lt. Basisskizze ist der Hallenumriß anders als die herkömmlichen Typen dargestellt.

lg
josef
 

josef

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#22
Unterkünfte-Mannschaftsgebäude auf den Fliegerhorsten
Als nächses ist mir aufgefallen das es zwei Arten von Unterkünften gab einmal die Kämme mit 6 Zänen pro Block z.B. Hörsching, Makersdorf, Zwölfaxing oder die Welle wie Langenlebarn oder Vösendorf.
Was hatte eigentlich Schwechart?
"Kammförmige" Baukörper gab es in Hörsching, Zwölfaxing, Markersdorf, Schwechat und auch in Lale!

Hörsching:
1562617046709.png


Zwölfaxing:
1562616860346.png

Markersdorf:
1562617393958.png

05.09.1944 - Markersdorf an der Pielach; Lower Austria; Austria | NCAP - National Collection of Aerial Photography

Schwechat:
1562616674666.png
13.04.1944 - Flughafen Wien-Schwechat; Lower Austria; Austria | NCAP - National Collection of Aerial Photography

Tulln-Langenlebarn:
1562617663511.png



"Wellenförmige" Struktur gab es nur in Bad Vöslau:

1562617818500.png
 
#23
Guten Morgen josef,

ich bin von deiner Arbeit überwältigt. Danke.

Nun denke ich das der von dir in Wr. Newustadt zweite Werftbau vieleicht ein Aufrüsthangar Typ 205 sein könnte.
Begründung einerseits lag vor ort ein Luftpark wo so ein Gebäude vieleicht benötigt wurde andererseits ist es sehr unüblich das es zwei Werften gab.

Was mir Auffällt ist das es hinter den meisten Werften einen Block gab. Darin könnte Fliegertechnische Gruppe, Technische Verwaltung, Waffentechnische Gruppe oder am besten die Fliegerhorstwaffenmeisterei gelegen haben.

Zu den Unterkünften da ich öfters in Hörsching und Langenlebern war habe ich vom Außsehen beide zu einem Verschiedenen Typ gehalten.
Die Verbindung zwischen dem Blöcken ist in Hörsching einstöckig in Lale zweistöckig.


Jedenfalls lichtet sich der Nebel immer mehr.

Grüße
Ralf
 

josef

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#24
Der guten Ordnung halber möchte ich noch festhalten, dass auf den weiteren Flugplätzen wie Zeltweg, Thalerhof, Aigen usw. bei den Unterkunftsbauten auf die bereits von den Luftstreitkräften des 1. ÖBH errichteten bzw. begonnenen Objekte zurückgegriffen wurde.

Bei den von der Deutschen Luftwaffe errichteten "Einsatz-Häfen" (E-Häfen) wurden sogenannte "E-Hafen Gehöfte" errichtet (Trausdorf, Götzendorf, Münchendorf...). Diese wurden vom Platzlandwirt (-> Erhaltung und Pflege des Flugfeldes...) bewohnt und bewirtschaftet. Diese festen Objekte bestanden aus Wohnhaus für den Platzwirt, Stallungen, Geräteschuppen und E-Scheuer. Die später hinzugekommenen Mannschaftsunterkünfte bestanden aus Holzbaracken.

Beispiel E-Hafengehöft Münchendorf:
1562652982936.png
Quelle: öfh-Nachrichten 1/2009
 

josef

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#26
Flh. Wiener Neustadt West - 2 Werften:
Nun denke ich das der von dir in Wr. Newustadt zweite Werftbau vieleicht ein Aufrüsthangar Typ 205 sein könnte.
Begründung einerseits lag vor ort ein Luftpark wo so ein Gebäude vieleicht benötigt wurde andererseits ist es sehr unüblich das es zwei Werften gab.
Holte wieder einmal den über 1.100 Seiten starken Schmöcker von
Markus Reisner; Bomben auf Wiener Neustadt,
hervor: Im Kapitel über den Luftpark 1./XVII und die Werft 1./XVII (S.82 ff.) wird der Zusammenhang beider Institutionen bestätigt!

Dazu kurze Textauszüge:
Werft 1./XVII im NW-Bereich
Bereits im Frühsommer 1938 begann im Nordwesten des Platzes auch der Bau einer Luftwaffenwerft für die Reparatur und Wartung von Flugzeugen. Diese Werft "1./XVII Wiener Neustadt" bestand aus vier großen Hangars, in welchen Reparatur-, Wartungs- und Instandsetzungsarbeiten in enger Zusammenarbeit mit dem Technischen Stab des FHWNW durchgeführt wurden. Die Werft 1./XVII wurde im weiteren Verlauf des Krieges von der Werftabteilung 5./XVII abgelöst. Diese blieb bis Ende des Krieges am Fliegerhorst disloziert. Zwischen Werft- und Luftparkgelände wurden im Bereich vier großen Hangars der Einsatzverbände ein eigener Luftwaffenzerlegebetrieb 1./XVII eingerichtet. Der Zerlegebetrieb sorgte in Zusammenarbeit mit mobilen Bergekommandos der Luftwaffe, ausgerüstet mit eigenen Transportflugzeugen (Ju52 und Ju252) für die Rückführung von noch brauchbaren Teilen von im Einsatz zu Bruch gegangenen Maschinen. Diese geborgenen Teile wurden dann für die Reparatur oder Instandsetzung anderer Flugzeuge verwendet oder bis auf weiteres im "Zellenbezirk" des Luftpark-Geländes zwischengelagert...

...Der Luftpark 1./XVII Wiener Neustadt war während der gesamten Dauer des Zweiten Weltkrieges der entscheidende Versorgungs- und Verteilerpunkt für die LW am Balkan, dem Mittelmeerraum und in Südrussland. LW-Einheiten in Nordafrika, sowie Aufklärungs- und Fernkampfeinheiten, eingesetzt von Kreta bis in den vorderen Orient, wurden ebenso betreut wie der Kriegsschauplatz auf der Krim und im Kaukasusraum. Vor allem die mobilen lufttransportfähigen Bergekommandos und Instandsetzungstrupps der LW, welche per Transportflugzeug jederzeit verlegt werden konnten, genossen einen ausgezeichneten Ruf an allen Fronten...

...Nach dem Beginn der Bombenangriffe im Spätsommer und Herbst 1943 wurde im Föhrenwald, ostwärts von Weikersdorf bis Saubersdorf,eine Waldwerft eingerichtet, um die Werft 1./XVII bzw. später die Werftabteilung 5./XVII aus dem unmittelbaren Bereich des Flugplatzes verlegen zu können...

Werfthangar im SO-Bereich:
Am südostwärtigen Teil des Flugplatzes wurden, unmittelbar vor der bereits bestehenden und zuvor vom ÖBH genutzten Fliegerkaserne, vier große Flugzeughangars und eine große betonierte Roll- und Abstellfläche errichtet...

...Drei der vier neu erbauten riesigen Hangars sollten dem Einstellen von Flugzeugen dienen, während der nördlichste Hangar zur Reparatur und Wartung gedacht war. Im Bereich dieses Hangars richtete man auch eine Kompensierscheibe ein...
 
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