FuV - Von Nazis versteckter Goldschatz im Lavantaler Lichtergraben

josef

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Der Goldschatz im Lichtengraben
Im Lavanttaler Lichtengraben sollen Nazis in den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs einen Goldschatz versteckt haben. Das Buch „Neun Klafter“ von Nicholas Martin Mason-Mayerhöfler spürt dieser Legende nach, halb dokumentarisch, halb fiktiv.
Anfang April 1945 geschehen im Lichtengraben seltsame Dinge. Eine SS-Einheit kommt mit sieben jungen Männern in mehreren Lkws an, quartiert sich auf einem Bauernhof ein und hat mehrere Tage im Wald zu tun. Zum Schluss sind einige Schüsse zu hören, es gibt eine große Explosion, und dann jahrzehntelanges Schweigen.

Bei Recherchen auf Gräuel gestoßen
Nicholas Martin Mason-Mayerhöfler, ein Niederösterreicher, der seit einigen Jahren in Kärnten lebt, stieß in den 1980er Jahren auf diese Geschichte: „Ich habe viele Jahre recherchiert, seit 1985, die Recherchen sind noch nicht abgeschlossen, aber es gibt einmal dieses Buch. Aufgrund der Recherchen bin ich auf den ungarischen Holocaust gestoßen.“


Verlag Hermagoras/Mohorjeva
Neun Klafter, Nicholas Martin Mason-Mayerhöfler, 184 Seiten, 25,00 Euro.
ISBN 978-3-7086-0991-1, Verlag Hermagoras Mohorjeva

Beschlagnamte Güter ungarischer Juden
Von 1944 an rotteten die SS und auch ungarische Faschisten die sogenannten Pfeilkreuzler, die jüdische Bevölkerung Ungarns, aus. Wertvolle Besitztümer wurden beschlagnahmt. Wertgegenstände, Schmuck, Gold, Silber, Bargeld, alles wurde dann vor der anrückenden roten Armee in Sicherheit gebracht: „Dann wurden Züge mit diesem Raubgut voll beladen Richtung Alpenfestung geschickt.“

Die SS, die den Zugsverkehr kontrollierte, schnitt auch mit, einige Lkw-Ladungen davon sollen in dem aufgelassenen Stollen im Lichtengraben gelandet sein. Nicholas Martin Mason-Mayerhöfler erzählt die Geschichte in mehreren Erzählsträngen: Die Fahrt eines jungen Niederösterreichers mit dem Zug nach Kärnten, parallel seine Flucht vor der SS, die die anderen jungen Männer nach getaner Arbeit ermordete. Die Fahrt eines anderen Goldzuges bis nach Tirol - all das mit historischer Untermauerung, aber auch entsprechender dichterischer Freiheit.

„Natürlich ist viel in der spannenden Geschichte dichterische Freiheit, man kann das nach 80 Jahren ja nicht mehr genau wissen, wie es passiert ist. Aber die Fahrt des Zuges ist nach Experten sehr wahrscheinlich so geschehen.“

Mädchen sah „goldene Ziegel“
Auch im Lavanttal gibt es zu diesen Vorkommnissen Überlieferungen. Speziell ein damals kleines Mädchen habe etwas beobachtet: „Weil die Menschen in dem nicht mehr existierenden Bauernhof kaserniert wurden. Ein Mädchen ist in die Scheune geschlichen, wo ein Teil der Lkws untergestellt war und hat gesagt, da liegen lauter goldene Ziegel.“

Mayerhöfler will mit seinem Buch jedenfalls keinen Goldrausch im Lavanttal auslösen: „Ich habe nie Interesse gehabt, ein Schatzbuch zu schreiben. Ich möchte den Menschen, die das Buch lesen, nahe bringen, was Menschen anderen Menschen angetan haben, was passiert ist und was daraus resultiert.“

Publiziert am 10.03.2019
Der Goldschatz im Lichtengraben
 
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