Gefährlichkeit von Fundmunition

#1
Immer wieder kommt es zu Funden sprengkräftiger Munition aus dem WK.II. Nicht selten wird gezielt nach solchen Relikten gesucht. Wenn dann so ein Teil, mit Erde verkrustet und mit Rost bedeckt vor einem liegt, sieht man die Gefährlichkeit dieses Gegenstandes nicht sogleich auf den ersten Blick.

Diese trügerische Sicherheit verleitet den Finder diese Teile aufzunehmen, zu verlagern oder noch schlimmer an ihnen zu manipulieren. Als Rechtfertigung solcher Handlungsweisen wird oft die vermeintliche „Handhabungssicherheit militärischer Munition“ strapaziert.

Diese sprengkräftige Munition kann aus zwei Gründen an ihrem Fundort liegen.

1. Sie wurde verschossen oder versprengt und ist nicht zu Umsetzung gelangt.
2. Sie wurde abgelegt.

Bei Fundstücken auf die der erste Grund zutrifft besteht berechtigte Lebensgefahr.

Bei verschossener oder versprengter Munition wurde der Zündmechanismus bereits einmal aktiviert. Aus einem nicht ersichtlichen Grund klappe es nicht mit der Explosion. Die Rückhaltevorrichtungen (Sicherungen) des Zündmechanismus sind bereits deaktiviert. In diesem Zustand kann die kleinste mechanische Manipulation ausreichen den Zündermechanismus doch noch auszulösen. Der in dieser Munition enthaltene Sprengstoff ist nahezu unbegrenzt lagerfähig. Mag er zwar an Leistungsfähigkeit verloren haben, ein menschlicher Körper würde aber auch diese abgeschwächte Leistung nicht aushalten.

Bei abgelegter Munition sind die Sicherungseinrichtungen in der Regel noch vorhanden. Nur eine Garantie gibt’s dafür nicht. Wer kann schon mit Sicherheit aus der Form eines „Erdklumpens“ auf seine vermeintliche Sicherheit schließen.

Auch nach 60 Jahren können sprengkräftige Kriegsrelikte ihre tödliche Wirkung entfalten.

„Fundmunition gefährdet ihre Gesundheit“.......
........ dass ist nicht ironisch gemeint!!!!
 

Joe

Fehlerkramrumschlager
Mitarbeiter
#2
Genau das wiederholen wir seit Jahren hier Forum.
Ich habe dem Thema ein "Wichtig" erteilt, so dass der Beitrag oben festgehalten wird.
Gruß
Joe
 
#3
Bei abgelegter Munition sind die Sicherungseinrichtungen in der Regel noch vorhanden. Nur eine Garantie gibt’s dafür nicht. Wer kann schon mit Sicherheit aus der Form eines „Erdklumpens“ auf seine vermeintliche Sicherheit schließen.
Möchte dem zur Sicherheit noch hinzufügen:

Selbst bei "sauberen" Fundstücken, also nicht mit Erde verkrustet, ist das vorhanden sein einer funktionsfähigen Sicherungseinrichtung ein Lotteriespiel. Durch eindringende Feuchtigkeit kann es im Inneren zu chemischen Reaktionen der verwendeten Metalle (Sprengstoffe) kommen die dann eine Aktivierung auslösen können.
Weiters kann es zur Korrosion der oft filigranen Uhrwerkartigen Zündmechanismen bzw. Sicherungen oder auch nur einfacher Scherstifte kommen.

Darum bitte auch Vorsicht bei jeglicher Art von Munition.


lg

Cerberus9
 
#4
Sprengwirkung!

Das oben Gesagte kann ich nur nochmals bestätigen.

Hatte mit einem Mann aus dem Innenministerium ein Gespräch über die Wirksamkeit der im WKII verwendeten Sprengstoffe nach über 65 Jahren.

Fakt ist, daß die Sprengkraft (gemessene) 5-10% durch die Jahre verliert.

D.h. die Dinger sind von der Wirkungsweise nach wie vor brandgefährlich!!!!

Da ich selbst mit einer Sonde unterwegs bin, rate ich jedem, der so etwas findet:

Fundstück so liegenlassen, wie gefunden!
Stelle mit Bändern markieren!
Entminungsdienst oder nächste Polizei verständigen!

Erwachsene können so ein Fundstück besser einschätzen, als Kinder, die es genauso finden können. Wenn man sich die Unfälle der letzten Jahrzehnte ansieht, sind es hauptsächlich Kinder, die verletzt oder getötet wurden!

lg Michael
 
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T

Tomturbo

Guest
#6
Explosion von Entsorgter Munition!

Ein Aspekt zur Spekulation!


Meine Jugend verbrachte ich in einer Obersteirischen Gemeinde!
Während des Zweiten Weltkriegs befand sich das Nachschublager der 6.Arme in diesen Ort!

Eines Nachts im Sommer während eines Extrem Starken Gewitters gab es einen Fürchterlichen Knall.Einschlagstelle des Blitzes laut Augenzeugen ca.4 Kilometer entfernt. Es wurden auch am anderen Ende des Ortes zahlreiche Fensterscheiben zerstört. Der Einschlag fand in einer stillgelegten Torfstecherei statt.Diese befindet sich in einen Moorgelände mit Feuchtgebiet.
Laut Zeitzeugen wurde die ganzen Kriegsrelikte nach dem Krieg dort hin gekarrt und im Moorgebiet entsorgt.Der Blitzschlag löste eine Explosion der Deponierten Kriegsrelikte aus.Das ganze hat sich Anfang der Siebzieger Jahre zugetragen.
Kann den eingestellten Beiträgen nur ein Kompliment ausprechen da die Sache heute noch Brandgefährlich ist.

Mfg.Tom
 
B

Bunker-Höhlen

Guest
#7
Hallo,
Bei uns im Wechselgebiet werden alle paar wochen Granaten, Raketen,Bomben oder munition gefunden!
Im sommer 2010 wurden beim Kanalgraben vor unsere Haustür drei Amerianische Flugzeugbomben entdeckt!
Zwei davon warnen noch scharf und bei der dritten ist der Zünder davongeflogen!
 
B

Bunker-Höhlen

Guest
#9
Ja leider!
Mein Onkel sucht immer nach alten Kriegsgegenständen!
Einmal fanden wir eine Granate und der nahm sie mit nach hause,
aber nach ein paar stunden bekam er angst das sie explodieren könnte!
Also führ er sie wieder so schnell wie nur möglich wieder in den wald!
Er machte ein paar fotos und fuhr zur polizei, er zeigte den polizisten die fotos und sie fuhren mit ihm zur fundstelle!
Es stellte sich heraus das die Granate noch scharf war !
Mit fundmunition ist nicht za spaßen!!!
 
H

Harald 41

Guest
#10
Hallo Dominik;
Herzlich Willkommen im Forum,wie Josef schon schrieb man sollte alte Fundmunition auf keinen Fall angreifen,da kann schon die Berührung tödlich sein,aber es gibt leider immer wieder Leute die Gefahren ignorieren.

LG Harry
 
S

salsipuedes

Guest
#11
und noch dazu

Leider muss ich dazu sagen, gibt es sehr viele Jäger und Sammler die Muni finden und sie wieder vergraben, und da hört sich der spass für mich auf. ich habe in der Munibergung gearbeitet und des is wirklich bescheuert. Also alle die auf Trophäensuche sind bitte schauts das ihr weg kommts. Ihr sucht jo e ned 3km im Wald sondern immer do wo die Leute spazieren, schauts das die Muni dort hin kommt wo sie hin gehört. 133 / EMD anfordern.

DANKE :danke


Lg
 
#12
Sprenggranate explodiert

Granate explodiert: Mann schwer verletzt

In Großmugl (Bezirk Korneuburg) haben ein 64-Jähriger und sein 37-jähriger Sohn mit einer Sprenggranate aus dem Zweiten Weltkrieg hantiert. Die Granate explodierte, der Sohn wurde schwer verletzt.

http://noe.orf.at/stories/506489/

:hau

Beitrag im "Österreich-Allgemein-Forum" von @Harald41 mit gleichem Inhalt gelöscht (Doppelposting)!
josef
 
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M

Mad1980

Guest
#13
Mein Vater und mein Onkel hatten kurz nach dem Krieg auch ein paar Erlebnisse mit Kriegsrelikten! Haben mit ner Deutschen Panzerfaust "gespielt" sie aufgestellt und an den Hebeln rumgetan, dann ging sie los! Beide erlitten schwere Verbrennungen und der Hühnerstall vom Nachbarn wurde getroffen, mein Onkel bekam dann auch noch nen Zünder von ner Handgranate in die Hände, seitdem fehlen ihm ein paar Finger!

Was mich aber wundert! Von gewissen Orten ist ja bekannt das noch einiges rumliegt! Warum wird das nicht bereinigt? Überhaupt wenn dort eh schon mehrere Funde gemacht wurden wo die Exekutive verständigt wurde!
 
#14
Fragment einer Granate - gefährlich?

Habe im Wald ein Fragment einer Granate (Durchmesser ca.. 15 cm) gefunden. Dürfte ein Sondler abgelegt haben. An der Fundstelle wurde zu/nach Kriegsende einiges an Munition durch Sprengung unbrauchbar gemacht. Ist dieses Teil noch gefährlich? Bitte um Antwort von den Profis; Danke!
 

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#15
Es ist immer wieder erstaunlich. Da gibts welche, die bohren so ne Granate an, oder versuchen "fachmännisch" den Zünder auszubauen.

Wir haben früher auch immer was in unserem Flüßchen gefunden. Aber alles was größer als ne Gewehrpatrone war haben wir nicht angegriffen.

Mein letzter Fund voriges Jahr war eine 10,5 cm Granate. Nein, ich hab sie nicht angerührt sondern der Polizei gemeldet. Durfte dann zwei fesche Polizistinnen zur Fundstelle führen.
 
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