Grenzöffnung nach Osten: Fall des "Eiserner Vorhangs" und ehemalige technischen Grenzsperren von CSSR und Ungarn

josef

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#41
Jahrelanges Leben an der „toten Grenze“

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Mehr als vier Jahrzehnte hat der „Eiserne Vorhang“ den europäischen Kontinent geteilt. Erst im Jahr 1989 ist er abgebaut worden. Mehr als 400 Kilometer war die Grenze zwischen Niederösterreich und der damaligen Tschechoslowakei lang, 40 Jahre hat es zwischen beiden Ländern eine „tote Grenze“ gegeben.
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Jahrzehntelang waren die Menschen durch den „Eisernen Vorhang“ in ihren Heimatländern eingesperrt. Fluchtversuche waren fast unmöglich, für viele endete der Traum von der Freiheit mit dem Tod. Immer wieder versuchten Menschen, aus der Tschechoslowakei zu flüchten, was aber nur ganz wenigen gelang.

In den Jahren des „Eisernen Vorhangs“ gab es nicht nur zahlreiche Grenzzwischenfälle, sondern auch Tote, „auf der Flucht“ erschossen. „Flucht ist Staatsverrat“, hieß es in der CSSR. Und so musste auf beiden Seiten der Staatsgrenze akzeptiert werden, dass man vom Leben im anderen Land nicht viel wusste.


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Gmünd und Ceske Velenice: Zwei Städte, nur durch den „Eisernen Vorhang“ getrennt

„Der Großteil der Bewohnerinnen und Bewohner im Wald- und Weinviertel hat sich bis 1989 mit der toten Grenze so abgefunden, dass sie schon ein Teil der Identität der Menschen in diesen Regionen geworden ist. Das Motto war: Dort ist mehr oder weniger die Welt aus, und was drüben ist, das interessiert uns gar nicht so sehr“, so Stefan Eminger, Historiker im Niederösterreichischen Landesarchiv.

„Ich habe geglaubt, jetzt komme ich nach Sibirien“
In den Jahren vor dem Fall des „Eisernen Vorhangs“ kam es immer wieder vor, dass Österreicher unabsichtlich CSSR-Gebiet betraten. Wie etwa Peter Ruzicka: 1985, im Alter von 14 Jahren, wurde er nahe Gmünd von tschechoslowakischen Grenzsoldaten aufgehalten, Wachhunde fielen ihn an.

„Ich habe zehn oder 15 Bisswunden gehabt. Meine Jacke war komplett zerrissen und blutig. Die tschechoslowakischen Grenzsoldaten sind dann, mit Maschinenpistolen im Anschlag, auf mich zugekommen. Mir ist durch den Kopf geschossen: Ich komme jetzt nach Sibirien“, erzählte er im Gespräch mit noe.ORF.at.

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Dezember 1989: Das Interesse an Österreich, dem unbekannten Nachbarland, war auf seiten der CSSR-Bürger sehr groß

Der Jugendliche wurde nach Ceske Velenice gebracht und verhört: „Du bist natürlich entsprechend aufgelöst. Du bekommst etwas zu essen, musst warten, wirst dann wieder verhört. In meiner Erinnerung hat das Stunden gedauert! Irgendwann sagte ein Offizier, dass ich etwas unterschreiben müsse, dann käme ich wieder nach Österreich. Ich konnte ja kein Tschechisch und hatte keine Ahnung, was ich da unterschreibe!“ Die Geschichte von Peter Ruzicka ging gut aus, nach einigen Stunden Aufenthalt in der CSSR konnte er wieder nach Hause nach Gmünd.

Die Neugier auf beiden Seiten war groß
Viele Bewohnerinnen und Bewohner der Tschechoslowakei glaubten im Dezember 1989 nicht, dass sie kein Visum mehr brauchen, um ins Ausland fahren zu können. „Am Anfang war die Neugier auf beiden Seiten sehr groß. In der CSSR hat man am ersten Wochenende den großen Run erwartet, da war aber nichts los, erst am zweiten Wochenende. Die Bürger der Tschechoslowakei waren zu Beginn sehr skeptisch, ob es wirklich die offene Grenze gibt. Die Menschen sind dann aber in Scharen gekommen und haben sich das Nachbarland angeschaut, das für sie so lange ein unbekanntes Land war“, so der Historiker Eminger.
07.12.2019, Reinhard Linke, noe.ORF.at
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#42
„Eiserner Vorhang“: Erinnerung an Flucht

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Vor 30 Jahren, im Jahr 1989, ist der „Eiserne Vorhang“ gefallen. Die Zeit davor war geprägt von Fluchtversuchen aus der Tschechoslowakei über die Grenze nach Österreich. noe.ORF.at fasst anlässlich des Jahrestages die spektakulärsten Fälle zusammen.
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Es war die spektakulärste Flucht über die Staatsgrenze: Im Sommer 1983 gelang einer Familie aus der CSSR – Vater, Mutter und zwei Buben – die Flucht mit einem selbstgebastelten Heißluftballon. Die Ballonhülle bestand aus Regenmänteln. Obwohl tschechoslowakische Grenzsoldaten mit Leuchtraketen auf den Ballon schossen, landete dieser mit der Familie sicher in einem Weingarten in Falkenstein (Bezirk Mistelbach).

Mit Kleinflugzeug oder Kranwagen über die Grenze
In den 1980er-Jahren häuften sich Fluchtversuche mit selbstgebastelten Kleinflugzeugen. 1984 gelang einem Technikstudenten der Flug über den „Eisernen Vorhang“, mit seinem Fluggerät konnte er am Flughafen Schwechat (Bezirk Bruck an der Leitha) landen. Als Antrieb diente der Zweitaktmotor eines Trabant, der damals der Massen-Pkw in der DDR war. Eines dieser Fluggeräte, mit denen die Flucht gelang, befindet sich heute im Haus der Geschichte im Museum Niederösterreich in St. Pölten.
In Gmünd durchbrach ein tschechoslowakischer Kranwagen 1969 die Grenzbalken. Der Zollwachebeamte Werner Minihold wohnte damals im Haus unmittelbar neben dem Grenzposten. Er und seine Frau wurden durch einen lauten Knall geweckt: „Ich bin in den Abfertigungsraum runtergelaufen und vorm Fenster hab ich einen riesigen Krankwagen gesehen. Der Lenker hüpfte raus und rannte weg“, sagt Minihold gegenüber noe.ORF.at. Dem Lkw-Fahrer gelang die Flucht.

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Überreste eines Fluchtballons in Falkenstein, 1983
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Dieses Kleinflugzeug, das zur Flucht benutzt wurden, ist im Haus der Geschichte in St. Pölten zu sehen

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Mit diesem Kranwagen flüchtete ein Tschechoslowake bei Gmünd nach Österreich

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Viele überlebten die Flucht über die Grenze nicht

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Der damalige Außenminister Rudolf Kirchschläger verlangte nach dem Tod eines Flüchtlings von seinem tschechoslowakischen Amtskollegen Aufklärung

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Die „Zeit im Bild“ interviewte im Jahr 1967 eine Frau, die bei der Flucht verletzt wurde

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Glückliche Familienzusammenführung nach erfolgreicher Flucht 1967

1967 versuchte eine Familie, in Gmünd über die Grenze zu fliehen. Dabei wurde die Mutter durch Schüsse von tschechoslowakischen Grenzbeamten schwer verletzt, konnte aber auf österreichisches Staatsgebiet kommen. Einem ihrer Söhne gelang die Flucht nicht, er wurde in der CSSR festgehalten. Einen Monat später folgte das Happy End, der Sohn durfte zu seiner Familie nach Österreich ausreisen.

Viele Fluchtversuche scheiterten
Immer wieder scheiterten auch Fluchtversuche. 1984 wurde Frantisek Faktor bei Gmünd von tschechoslowakischen Grenzbeamten auf österreichischem Boden erschossen. 1972 wurde bei Drasenhofen (Bezirk Mistelbach) ein schwer verletzter Flüchtling von tschechoslowakischen Beamten wieder über die Grenze gebracht. Vorfälle wie diese sorgten für diplomatische Verstimmungen. Der damalige Außenminister Rudolf Kirchschläger verlangte von seinem tschechoslowakischen Amtskollegen rasche Aufklärung.
07.12.2019, Robert Friess, noe.ORF.at
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#43
„Marsch der Freiheit“: Zeitzeuge erinnert sich

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Es ist geradezu irritierend, dass heute kaum bekannt ist, was sich am 10. Dezember 1989 im Grenzgebiet zwischen Bratislava und Hainburg (Bezirk Bruck an der Leitha) abgespielt hat. Tausende Menschen aus der Tschechoslowakei spazierten über die offene Grenze. Ein junger Hainburger war unter jenen, die ihnen damals den Weg ebneten.
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Thomas Häringer war 27 Jahre alt, der Sohn eines Kommunisten, und „immer wieder aufmüpfig“, wie er sich heute selbst beschreibt. Wohl deshalb wurden die prominenten tschechoslowakischen Dissidenten Milan Knazko und Jan Budaj auf ihn aufmerksam. Sie waren Vertreter der „Bewegung gegen Gewalt“ in Bratislava, die einen „Marsch der Freiheit“ plante. Dieser sollte über die Grenze nach Österreich führen. Knazko und Budaj trafen sich mit Thomas Häringer im Hainburger „Gasthof zum Anker“, um ihm ihre Pläne zu offenbaren.

Bundesheer und Spitäler in Alarmbereitschaft
Häringer erzählte Bürgermeister Johann Ritter davon. Es kam zu einem zweiten Treffen, schildert Häringer: „Der Bürgermeister hatte den Bezirkshauptmann informiert und bei diesem Treffen waren dann schon Vertreter des Außen-, des Innen- und des Verteidigungsministeriums dabei, welche die Abläufe abklärten.“

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Thomas Häringer erzählt noe.ORF.at, wie er den 10. Dezember 1989 erlebte

Trotzdem habe Unsicherheit in Österreich bestanden, wie sich die Situation entwickeln könnte. Man wusste nicht, wieviele Menschen kommen und ob das Militär auf tschechoslowakischer Seite nicht doch eingreifen würde. So wurde am nahen Spitzerberg eine Übung des Bundesheeres gemeinsam mit dem Roten Kreuz angesetzt, bei dem offiziell ein Flugzeugabsturz simuliert werden sollte. Auch die Spitäler wurden kurzzeitig personell aufgestockt. Man wollte für alle Fälle gerüstet sein.

Einwohner vom Ausmaß der Beteiligung „überrollt“
Währenddessen wurde die Bevölkerung der betroffenen Gemeinden Wolfsthal und Hainburg (beide Bezirk Bruck an der Leitha) kaum informiert, nur wenige deutschsprachige Ausgaben der Plakate waren verteilt worden, mit denen in Bratislava zum Marsch aufgerufen wurde. So war die Überraschung groß, als am 10. Dezember 1989 die Menschenmassen aus der slowakischen Hauptstadt nach Österreich aufbrachen.
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Der „Marsch der Freiheit“ führte viele Bewohnerinnen und Bewohner Bratislavas zum ersten Mal in das Nachbarland

Ungehindert von Kontrollen überquerten sie die wenige Tage zuvor noch gesicherte Grenze, gezählt wurden sie nicht. Schätzungen liegen heute weit auseinander, sie reichen von 50.000 bis 200.000 Menschen, welche die gut 15 Kilometer bis zum Donaustrand bei der Thebener Überfuhr zurücklegten, um dort ihre Freiheit zu feiern.

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Es war „eine unglaubliche Stimmung“
Thomas Häringer erzählt von der Überraschung und Unzulänglichkeit der Niederösterreicher: „Wir hatten eine Palette Mineralwasser und drei, vier Säcke Klopapier vorbereitet. Mitglieder unserer Schauspieltruppe der Burgspiele Hainburg verteilten als Willkommensgruß Brot und Salz. Wir hatten vom Bäcker aber nur acht, neun Laibe Brot bekommen, das alles hat uns völlig überrollt.“

Die Stimmung sei aber unglaublich gewesen, beschreibt Thomas Häringer: „Sie waren euphorisch, glücklich, haben sich wahnsinnig gefreut, dass dieses Ereignis stattfinden konnte. Am Donauufer wurde gesungen, ein Teil der Menschen begab sich dann nach Hainburg, um zu schauen, was es da so gibt. Letztendlich gingen sie wieder nach Hause oder wurden von Bussen abgeholt. Irgendwie war das ein sehr, sehr entspannter Sonntag im Winter 1989.“
08.12.2019, Robert Salzer, noe.orf.at
„Marsch der Freiheit“: Zeitzeuge erinnert sich
 

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#44
Was bereits im Juni 1989 an der ungarischen Grenze stattfand, wiederholte sich vor genau 30 Jahren am 17. Dezember 1989 an der tschechischen Grenze bei Laa an der Thaya:

Ein kleiner Schnitt mit großen Folgen

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Vor exakt 30 Jahren, am 17. Dezember 1989, haben Österreichs Außenminister Alois Mock, Niederösterreichs Landeshauptmann Siegfried Ludwig und der tschechoslowakische Außenminister Jiri Dienstbier den Eisernen Vorhang zwischen Österreich und der Tschechoslowakei durchtrennt. Ein historisches Ereignis, an das am Montag in Laa an der Thaya erinnert wurde.
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Die Schülerinnen und Schüler aus Tschechien und Österreich, die am Montag gemeinsam im Rathaus in Laa an der Thaya über den Fall des Eisernen Vorhangs diskutierten, kennen diesen nur aus den Geschichtsbüchern. Sie waren vor 30 Jahren, als am 17. Dezember 1989 Historisches passiert worden war, noch nicht einmal auf der Welt. Die Wanderung, die sie gemeinsam zum Grenzübergang unternahmen, wäre vor diesem Tag undenkbar gewesen. Doch das Jahr 1989 änderte alles.

„Für mich war da die Welt aus“
Sie sei ein paar Tage vor dem 17. Dezember 1989 vom Außenministerium angerufen und gefragt worden, ob sie bei diesem Ereignis dabei sein wolle, erinnerte sich Monika Dienstbier-Akai. Die Tochter Jiri Dienstbiers hatte zu diesem Zeitpunkt als Staatenlose in Österreich gelebt, nachdem sie zum Studieren hierhergekommen war. „Als ich aus Tschechien weggefahren bin, wurde mir gesagt, dass ich niemals zurückfahren darf und mich niemand besuchen darf“, schilderte sie am Montag. Am 17. Dezember habe es schließlich eine unglaubliche Euphorie gegeben, und einen „totalen Auflauf an Journalisten und Fotografen“. Jeder habe das beste Foto schießen wollen.
Parlamentsdirektion/Thomas Topf
Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka diskutierte am Montag gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern sowie Zeitzeugen über die historischen Ereignisse im Jahr 1989

„Der Eiserne Vorhang war nicht nur eine militärische Grenzmaßnahme, sondern auch eine symbolische Grenze, die sich in den Köpfen der Menschen beider Seiten nachhaltig verankerte“, erinnerte Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka. Ähnliches berichtete Brigitte Ribisch, Bürgermeister von Laa an der Thaya: „Für mich war da die Welt aus.“ Die Grenzöffnung habe der Region das Tor geöffnet, so Ribisch. Als Stadt habe man davon enorm profitiert. Spürbar nicht zuletzt dadurch, dass mehr als 30 Prozent der Gäste der Therme Laa aus Tschechien kommen.

„Alois Mock war ein großer Visionär“
Heute erinnert in Laa an der Thaya eine Gedenktafel am Grenzübergang an die Barriere, die Jahrzehnte lang Ost und West getrennt hatte. Hier fanden am Montag gleich mehrere Veranstaltungen statt, um an die historischen Ereignisse im Jahr 1989 zu erinnern. Auch Landtagspräsident Karl Wilfing erinnert sich noch genau an den 17. Dezember 1989. Er war damals noch Lokalpolitiker und Obmann der JVP Niederösterreich. „Ich bin damals nach Drasenhofen gefahren, denn das ist von mir der nächstgelegen Grenzübergang gewesen. Wir haben die Tschechinnen und Tschechen begrüßt, es wurde Glühwein getrunken, wir haben mit den Bürgermeistern gefeiert und dann schnell Kontakte geknüpft.“ Wenn man bedenke, welche wirtschaftlichen Chancen sich dadurch ergeben hätten, sei es so gesehen „vielleicht der historisch wichtigste Tag in seinem Leben“ gewesen, so Wilfing.

Landesrat Martin Eichtinger, der am Montag ebenfalls nach Laa an der Thaya kam, war vor 30 Jahren der persönliche Sekretär Alois Mocks. Als solcher war er zwar nicht beim Durchtrennen des Zaunes zur Tschechoslowakei dabei, allerdings schon ein paar Monate zuvor, im Juni 1989, als Außenminister Mock und sein ungarischer Amtskollege Gyula Horn den Eisernen Vorhang zu Ungarn durchtrennt hatten. Er habe als junger Diplomat das Glück gehabt, zur richtigen Zeit an der richtigen Stelle gewesen zu sein, meinte Eichtinger rückblickend. „Mich hat besonders gefreut, dass Alois Mock damals schon die Vision hatte, dass diese Länder zur Europäischen Union dazu gehören sollen. Da war Alois Mock ein großer Visionär und hat Weitblick bewiesen“, so Eichtinger.

Parlamentsdirektion/Thomas Topf
Die versammelten Schülerinnen und Schüler aus beiden Ländern kennen den Eisernen Vorhang nur noch aus den Geschichtsbüchern

Vereintes Europa „keine Selbstverständlichkeit“
Heute ist Tschechien längst Teil der EU und die Grenze hat ihren Schrecken verloren. Dennoch sollte man sich vergegenwärtigen, dass das vereinte Europa keine Selbstverständlichkeit ist, mahnte Nationalratspräsident Sobotka bei der Diskussionsrunde mit den Schülerinnen und Schülern. Die nachkommenden Generationen würden ein geeintes Europa, das in den letzten beiden Jahrzehnten von Frieden, wirtschaftlicher Prosperität und politischem Dialog geprägt war, als selbstverständlich ansehen. „Dieses Europa – wie wir es heute kennen und lieben – ist aus einem Prozess der Veränderung entstanden. Ein Prozess, der von mutigen Menschen in Ost und West getragen wurde“, so der Nationalratspräsident.

Dieses Bewusstsein müsse man von Generation zu Generation weitergeben. Die Entwicklung der Europäischen Union sei noch nicht zu Ende, vielmehr gelte es, nach vorne zu schauen – etwa in Richtung der Staaten des Westbalkans. „Sie sind ein Teil Europas. Dort müssen wir in den nächsten Jahren den Fokus unseres Handelns sehen“, sagte Sobotka. Und auch mit der eigenen Vergangenheit müsse man sich schonungslos auseinandersetzen.
Ein kleiner Schnitt mit großen Folgen
 
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