Harzberg - Bad Vöslau

Geist

Worte im Dunkel
Mitarbeiter
#1
Eigentlich wollte ich ja heute mit dem Cerberus zum Fliegerhorst Kottingbrunn mitgehen, damit ich endlich mal jemanden treffe, der Ahnung vom Thema hat, aber durch eine kleine Schwäche des Forums *hüstel* landete ich am Harzberg und er war alleine dort.
Macht aber nix, weil am Harzberg gibt's ja auch was zu sehen und hier sind die Bilderchen dazu:

Höhle im Bereich Steinbruch
 

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T

tazman

Guest
#7
In den "Höhlen" am Harzberg wurde meines Wissens nach Formsand abgebaut. Einer der Stollen im Steinbruch ist als Übungsgelände der umliegenden Feuerwehren in Verwendung. Dieser liegt unmittelbar neben dem gelben Haus vom ersten Foto und ist üblicherweise gut versperrt!

Gruß, tazman.
 
#8
Hallo an Alle!

anbei eine hochwissenschaftliche Erklärung der Höhle:

...An Höhlen, die wegen ihrer wissenschaftlichen Bedeutung Erwähnung verdienen, sind zunächst im Bereich des Hohen Lindkogels und seiner Randgebiete Schelmenloch bei Sooß (Kat.-Nr. 1911/41), Merkensteinhöh-le (Kat.-Nr. 1911/32) und Brunnenhöhle bei Gainfarn (Kat.-Nr. 1911/8) zu nennen. Das leicht erreichbare Schelmenloch am Eingang des Brunntales, während des zweiten Weltkrieges als Luftschutzraum adaptiert und dabei (vermutlich nach früheren Eingriffen neuerlich) künstlich stark verändert, ist zwar nur 40 Meter lang, unter anderem aber Schauplatz der ersten, eindeutig belegten biospeläologischen Exkursion in Niederösterreich (durchgeführt 1831 von Carl von SCHREIBERS)

Quelle:GEOLOGISCHE KARTE DER REPUBLIK ÖSTERREICH 1 : 50.000
ERLÄUTERUNGEN
zu Blatt
76 WIENER NEUSTADT
von FRIEDRICH BRIX und BENNO PLÖCHINGER
mit Beiträgen von
GERHARD FUCHS (Unterostalpin des Rosaliengebirges),
HUBERT TRIMMEL (Karst und Höhlen)
und FRANZ BOROVICZENY (Hydrogeologie)
Mit 7 Abbildungen und 4 Tabellen
Wien 1988
Eigentümer, Herausgeber
 

Geist

Worte im Dunkel
Mitarbeiter
#9
Hat jemand eine Vermutung, was für ein Stollen das war, der in den ersten beiden Beiträgen zu sehen ist, wofür die Nischen waren usw.?

Im Anhang findet ihr einen ungefähren Grundriss.
Ja, nicht für die Schule, nein, für das Leben lernt man. Und wenn man nach der Schule dann das eine oder andere mal in die ehemaligen Schulungsunterlagen blickt, findet man plötzlich Antworten auf Fragen, die sich einem stellten, weil man so vieles schon vergaß. :D
Nun, im Anhang ist der Grundriß eines unterirdischen Sprengmittellagers zu sehen. Zu finden ist dieser Grundriß in folgendem Buch:
Hofrat Dipl.-Ing. Herbert Holluba. Sprengtechnik. Handbuch für den Sprengbefugten, (Schriftenreihe des Wirtschaftsförderungsinstitutes der Bundeskammer der gewerblichen Wirtschaft), Wien 1985.
 

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P

PrinzEugen

Guest
#10
der Lastwagen ist ebenfalls Übungsobjekt der Feuerwehren - deshalb bitte in Ruhe lassen und nicht noch mehr demolieren ;-)

es wurde dort Sand abgebaut.

in der nische stand, als dort noch betrieb war eine Statue der Hl. Barbara - Schutzpatronin der Bergleute.
 

Bunker Ratte

Well-Known Member
#11
Bei den schönen Ausflugswetter letztes Wochenende zog es mich in Richtung Bad Vöslau auf den Harzberg um ein paar Augenblicke festzuhalten. Diverse Höhlen und Stollen wurden hier schon gezeigt bei tollem Winterwetter, auch der Geologische Lehrpfad durch den Steinbruch ist sehr interessant und sehenwert.

Das Wiener Becken:
Seit 20 Millionen Jahren senkt sich das Wiener Becken entlang von Bruchlinien um insgesamt 6 km ab. Dieser Vorgang ist nicht immer gleichmäßig, sondern geschieht manchmal ruckartig und in Begleitung von kleinen Erdbeben.
Gleichzeitig werden Sedimente abgelagert, so dass die entstandenen Senken wieder mit Gesteinsmaterialien verfüllt werden.

Der Harzbergbruch:
Hier verläuft in West-Ost-Richtung eine tektonische Bruchzone, das Merkensteiner Störungssystem. Der Steinbruch Bad Vöslau (ehemals Steinbruch Strauß) bietet einen Blick auf den größten österreichischen Aufschluss einer geologischen Bruchzone. Über eine Länge von 400 m und einer Höhe von 50 m liegt eine Fläche frei, entlang der es zu gewaltigen Verschiebungen in der Erdkruste gekommen ist.
Die im Zeitraum von 5 Millionen Jahren abgesenkte Tiefscholle befindet sich heute etwa 70 – 100 m tiefer als die Hochscholle (graue Kalke und Dolomite der Trias, 240 Millionen Jahre alt). Die auf der Tiefscholle abgelagerten Meeressedimente bilden die weiße Gainfarner Brekzie (16 Millionen Jahre alt). Diese wurde hier großräumig abgebaut und damit der Harzbergbruch (Neigungswinkel ca. 60 Grad nach Süden abfallend) freigelegt. Reste der Brekzie „kleben“ noch an der Felswand und bilden auch den Boden des Steinbruches.
Nur durch diesen Abbau ist es uns möglich, 2 Gesteine, die einen Altersunterschied von über 200 Millionen Jahren aufweisen, hier direkt nebeneinander zu sehen.
Quelle: Auszug der Bildtafel auf Bild17

Eindrücke vom Harzbergbruch:
11.jpg


14.jpg

Ist noch nicht abgefahren;):
41.jpg
 

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