Havarierte und durch Kriegshandlungen gesunkene Schiffe auf der Donau 1938-45

josef

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#22
Unterwegs mit den Donauvermessern
Was sich im Flussbett der Donau abspielt, wird systematisch von einem Vermessungsboot der Viadonau erfasst. Dabei kommt so mancher spektakuläre Fund zutage

Das Vermessungsboot Alpha mit zwei Multibeam-Echoloten am Bug. Werden sie ins Wasser gelassen, tasten sie die Sohle ab, um Eintiefungen, seichte Stellen und Hindernisse aufzuspüren.
Viadonau/Andi Bruckner

"Drei Talfahrten, eine Bergfahrt. Ganz schön viel Betrieb heute", kommentiert Martin Reischl. Er ist nicht etwa Liftwart, sondern Schiffsführer auf der Alpha. Die Aufgabe des Viadonau-Bootes ist, der Donau ganz genau auf den Grund zu gehen, genauer gesagt: ihr Flussbett zu vermessen. Das ganze Jahr über ist die Alpha stromauf- und stromabwärts, oder eben bergwärts und talwärts im Seemannsjargon, zwischen Passau und Bratislava unterwegs. Systematisch wird so die Sohle kartiert – die so wie der Fluss selbst ständig in Bewegung ist. Gerade ist der breite Abschnitt östlich des Kraftwerks Freudenau in Wien stark frequentiert: Ein Frachtschiff und zwei Kreuzfahrtschiffe schippern vorbei, ein Twin-City-Liner nähert sich rasant.

Schon schwankt das kompakte Vermessungsschiff zwischen den kräftigen Wellen, die ein flott vorbeirauschender Donaukreuzer hinterlassen hat. Vermessungstechniker Werner Loibl, der hinter dem Schiffsführer vor zwei Computerbildschirmen sitzt, stoppt das Fächerecholot, das mit Millimetergenauigkeit die Sohle scannt – nur zur Sicherheit, wie er sagt: "Ein Sensor registriert jede Bewegung und gleicht die Messdaten selbst bei hohen Wellen sofort aus." Doch die beste Datenqualität ist bei ruhigeren Verhältnissen zu erwarten.

Vermessungstechniker Werner Loibl hat alles im Blick.
Viadonau

Die heutige Vermessungspartie besteht aus Loibl, Reischl und zwei Kollegen, die sich am Ufer um die GPS-Referenzpunkte kümmern und mit Messstangen den Wasserpegel bestimmen, um ihn mit den Schiffsdaten zu vergleichen. Die Mission: im Auftrag des Stromkonzerns Verbund die Wassertiefen zwischen Donaukilometer 1917,4 und 1920 zu messen, knapp unterhalb des Kraftwerks Freudenau.

Hin- und Hergeschiebe
Der Verbund möchte wissen, wo es Platz für "Geschiebe", also Gestein, Schotter und Kies gibt, um etwaige Lücken am Donaugrund zu füllen. Regelmäßig baggert der Verbund Schotterbänke bei Krems ab, um das Gestein dann hinter dem Kraftwerk Freudenau abzuladen. Denn zwischen Wien und Hainburg tieft sich die Donau aufgrund von Uferbegradigungen und der Kraftwerke seit Jahrzehnten unermüdlich ein: Der Strom spült Material laufend flussabwärts, von oben kommt kraftwerksbedingt nichts nach. Ein altbekanntes Problem, das in der Vergangenheit zu einigen Zerwürfnissen mit Umweltschützern geführt hat.
Nun wird gegengesteuert mit Renaturierungsmaßnahmen und aufwendigen "Geschiebezugaben". Andernfalls drohen gravierende Folgen: Unter anderem würden die Donauauen aufgrund des immer niedrigeren Grundwasserspiegels weiter austrocknen. Um weitere Lösungen zu finden, die sowohl der Natur als auch der Schifffahrt zuträglich sind, arbeitet die Viadonau eng mit Forschern zusammen, die unter anderem versuchen, den Mechanismen der Sedimentverschiebungen auf die Spur zu kommen. Kein leichtes Unterfangen.

Zwei Monitore an Bord zeigen die jeweilige Wassertiefe und ein 3D-Bodenprofil an.
Foto: Viadonau/Andi Bruckner

Was sich am Grund der undurchsichtigen, zwischen graublau und schlammgrün wechselnden Donau tatsächlich abspielt, sieht Loibl live auf seinen Bildschirmen. Wie ein Rasenmäher seine Bahnen zieht, fährt auch die Alpha Streifen um Streifen hin und her, immer parallel zum Ufer. Ein Multibeamecholot, das einen Fächer von Schallwellen zur Sohle schickt und deren Echo aufzeichnet, tastet 1000 Punkte pro Quadratmeter ab und liefert damit ein detailliertes 3D-Bild, auf dem die Vermesser praktisch jeden Stein erkennen. Je nach Wassertiefe ist das Bild blau bis rot eingefärbt. "Malen nach Zahlen" nennt das Loibl.

Schiffswracks, Kriegsgerät, Autos
Das ist nicht immer so kinderleicht und entspannt wie heute. Das Boot tuckert die meiste Zeit ruhig auf regelmäßigen Bahnen unter einem nur leicht bewölkten Himmel dahin, momentan rauschen moderate 1000 Kubikmeter pro Sekunde unter der Alpha hindurch. Tags zuvor war das Team an der Bergung eines mehr als zehn Meter langen Baumstammes beteiligt, den das Echolot detektiert hatte. "Bei starker Strömung, zwei Meter neben dem Bergungsschiff den Bagger lotsen, das ist nicht ohne", sagt Loibl.
Orten die Vermesser ein Objekt oder seichte Stellen in der Fahrrinne, muss gehandelt werden. Schließlich ist die Viadonau, ein Unternehmen des Verkehrsministeriums, dafür verantwortlich, eine Wassertiefe von 2,5 Metern bei Niedrigwasser zu ermöglichen. Das ist vor allem für die ohnehin rückgängige Güterschifffahrt wichtig, die das Ladegewicht den Wasserständen anpassen muss.
Dabei gehören Bäume zu den weniger spektakulären Funden. Mehrere Schiffswracks, darunter ein 50 Meter langes Kriegsschiff, sind den Vermessern in den letzten Jahren untergekommen. Auch ein Traktor, ein fünf Tonnen schwerer Dampfkessel, ein Panzer aus dem Zweiten Weltkrieg und viele versenkte Auto – auch schon einmal samt Insasse – wurden schon aufgespürt und geborgen.

2017 wurde ein Marinefährprahm, ein Landungsboot der deutschen Kriegsmarine während des Zweiten Weltkriegs, nahe dem Ledererhaufen in Oberösterreich geortet und vermessen.
Viadonau

Im Schnitt eine halbe Million Quadratmeter Donaugrund können die Vermesser pro Tag erfassen, die Daten werden schon am nächsten Tag in die Navigationssysteme eingespeist. Dazu kommen Zusatzmessungen, etwa bei jeder Baggerung und nach Hochwässern, wo es heftige Verschiebungen im Untergrund gibt. "Man kommt aber auch zu den schönsten Plätzen der Donau", räumt Schiffsführer Martin Reischl ein. Dann und wann stehen auch Fahrten in den Nebenarmen und auf March und Thaya auf dem Programm oder, wie heuer, ein Abstecher zum Altausseer See, der komplett vermessen wurde.

Das Wasser lesen
"Ich würde es nicht in einem Büro aushalten", gesteht Werner Loibl, der seit 1997 für die Viadonau unterwegs ist, seit 2010 an Bord von Vermessungsbooten. Man lerne nicht nur jede Erhebung im Echolot zu deuten, sondern auch das Wasser zu lesen. "Man sieht schon daran, wie sich die Oberfläche kräuselt, ob was darunter ist." Die Donau birgt noch einige Geheimnisse, sind die Vermesser überzeugt – früher oder später gibt sie der Fluss auch frei.
(Karin Krichmayr, 9.10.2019)
Unterwegs mit den Donauvermessern - derStandard.at
 

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#23
Pressemeldung bei "Tips - Bezirk Amstetten":
Durch derzeitiges Niedrigwasser der Donau sind bei Ardagger 2 Schiffswracks zu sehen:
Altes Schiffswrack in der Donau
ARDAGGER. Aufgrund des niedrigen Wasserspiegels kann man das Wrack eines 1945 gesunkenen Schiffes sehen.
Merkwürdige Eisenteile ragen derzeit bei dem niedrigen Wasserstand aus der Donau. Bei den Eisenteilen, die derzeit bei Ardagger aus der Donau ragen, handelt es sich um das Wrack eines Kriegsschiffes, das 1945 gesunken ist. Laut dem Historischen Marinearchiv wurde das knapp 50 Meter lange Schiff 1944 in Dienst gestellt und am 6. Mai 1945 versenkt. Es konnte bislang nicht geborgen werden.

Wer sich für die nähere Geschichte des Wracks interessiert findet in Bürgermeister Hannes Pressls Frühstücks-News vom 4. Mai eine Liste von Links zu Foren, in denen Historiker und Amateure über die Geschichte des Wracks diskutieren:
Quelle: Altes Schiffswrack in der Donau


Fortsetzung mit "Bürgermeister Hannes Pressls Frühstücks-News vom 4. Mai":
Jetzt bei Niedrigwasser
ragen aus der Donau an 2 Stellen markante Eisenteile. Ich bin in den letzten Tagen einige Male danach gefragt worden, was das sei. Und es passt auch ganz gut jetzt zur Zeit, denn es sind Militär-Schiffswracks und sie liegen hier seit dem Ende des zweiten Weltkrieges (Mai 1945) also fast auf den Tag genau seit 75 Jahren!


Ein Wrack...


Lage der beiden Wracks am rechten Donauufer oberhalb (westlich) Ardagger

Quelle: Ardagger-Frühstücks-NEWS 4.5.2020
 

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#24
Gesunkene Panzer-Fähre bei Dürnstein


In der Festschrift anlässlich des Jubiläums "50 Jahre Sprengdienst im NÖ Landesfeuerwehrverband" aus 2011 fand ich auf Seite 117 einen Bericht über die 1972 erfolgte Freisprengung von Wrackteilen einer zu Kriegsende (?) bei Dürnstein gesunkenen Pz-Fähre:

1593627886903.png
1593627795060.png 1593627834051.png
Quelle: Siehe verlinkten Beitrag oben - Seite 117

Leider konnte ich bisher keine weiteren Infos zu dem Wrack der Pz-Fähre finden. Jedenfalls wurden die Donau-Rollfähren in der Wachau in den letzten Stunden vor Kriegsende von den sich auf das linke (nördliche) Ufer abgesetzten deutschen Truppen gesprengt. Dies sollte, wie auch die Sprengung der Kremser Donaubrücken, den deutschen Verbänden den Rücken für die Rückzugsbewegungen durch das Waldviertel nach Westen (ins Mühlviertel...) zu den Amis vor allzu rasch vordringenden Russen freihalten...

Lt. Angaben im "Feuerwehr-Artikel" -> oberhalb des heutigen Kuenringerbades, müsste es sich um den auf den nachfolgenden Fotos gezeigten Bereich handeln:
 

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#25
ARTILLERIETRÄGER IN DONAU
Mostviertler tauchten zu Kriegsschiff aus NS-Zeit ab
FF-Tauchgruppe half Stephansharter bei Identifikation von versunkenem Kriegsschiff.
NÖN-Ausgabe Amstetten,von Daniela Führer. Erstellt am 19. August 2020 (06:15)

Das Team der FF-Tauchgruppe West mit Gruppenkommandant Bernhard Ebenführer (3. von links hinten) unterstützte ihren Feuerwehrkollegen Gerald Tagwerker freiwillig mit der Vermessung des Schiffswracks.
Daniela Führer

Seit vermutlich 75 Jahren liegt ganz nah am Donauufer bei Ardagger gut fünf Kilometer flussaufwärts vom Gasthaus „Schatzkastl“ ein altes Schiffswrack.


Diese Multiscan-Aufnahme der Österreichischen Wasserstraßen-Gesellschaft m.b.H. „viadonau“ zeigt das Wrack unter Wasser.
viadonau

„Ich habe mit einem Zeitzeugen von damals gesprochen. Er hat mir erzählt, das Schiff – ein Artillerieträger mit der Kennzeichnung AT 916 – sei von den Amerikanern kurz vor dem Ende des Zweiten Weltkriegs am 6. Mai 1945 gesprengt worden“, berichtet der Stephansharter Reinhard Tagwerker, der schon seit Jahren Recherchen zu dem alten Schiffswrack anstellt. Dieses ragt bei Niedrigwasser der Donau übrigens sogar aus dem Wasser.
Um es eindeutig als das vermutete Artillerieträgerschiffes zu identifizieren, hat Tagwerker kürzlich das Team der Feuerwehrtaucher West um Hilfe gebeten. Die Crew rund um Gruppenkommandant Bernhard Ebenführer unterstützte diese „Mission“ ihres Feuerwehrkollegen bereitwillig.

„Wir mussten leider abbrechen. Die Taucher haben sich aber Markierungen gesetzt um nahtlos fortsetzen zu können.“Reinhard Tagwerker
Mit acht Tauchern kam das Team der FF-Taucher am Sonntagvormittag nach Ardagger, um das 50 Meter lange Schiff unter Wasser suchen, die Ecken mit Bojen markieren, um so eine Vermessung an der Wasseroberfläche zu ermöglichen.
Doch die schlechte Sicht unter Wasser hemmte den Erfolg des Tauchgangs. Nicht einmal einen halben Meter reichte die Sicht. „Wir mussten leider abbrechen. Sobald die Situation aber besser wird, werden wir fortsetzen, um noch mehr Erkenntnisse zu den Geschehnissen zu erhalten“, erklärt Tagwerker. „Die Taucher haben sich Markierungen gesetzt um nahtlos fortsetzen zu können.“ Alles deute jedoch schon nach dem ersten Tauchgang sehr stark darauf hin, dass es sich tatsächlich um das Kriegsschiff AT 916 handle.

Sobald das restlos geklärt ist, möchte Gerald Tagwerker auf Höhe des Kriegsschiffes ein Schild aufstellen, auf dem dessen Historie erzählt wird.

Kanadischer Anrufer brachte am 6. Mai 2020 neue Infos
„Mich hat Geschichte immer interessiert“, erzählt der 33-Jährige über seine Motivation, als Privatperson auf Eigeninitiative Forschungen über das Schiff anzustellen. „Schon als Bub wusste ich, dass hier ein Schiff aus dem Zweiten Weltkrieg liegt. Aber es war nichts dazu dokumentiert“, erzählt er weiter. So dachte er zumindest bis zum 6. Mai heurigen Jahres.

An diesem Tag – übrigens genau 75 Jahre nach dem mutmaßlichen Untergang des 50 Meter langen Kriegsschiffes – klingelte nämlich sein Telefon. An der Leitung: ein Anrufer aus Kanada (!), der wertvolle Informationen zu besagtem Schiff bei Ardagger besaß.

„Über ein Internetarchiv stieß dieser auf mich und meine Recherchen zu dem Schiff. Er hatte ein Tagebuch eines Besatzungsmitgliedes des Schiffes in Händen, in dem vom Untergang des Schiffes berichtet wird. Daraus geht hervor, dass das Schiff von der Wehrmacht selbst in die Luft gesprengt wurde“, berichtet der Hobbyhistoriker Tagwerker.
Mostviertler tauchten zu Kriegsschiff aus NS-Zeit ab
 
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