Historikerkommission: 25 000 Tote bei Zerstörung Dresdens 1945

B

Bunkergeist

Guest
#41
Mein lieber Andreas,

eine Diskussion ist hier durchaus möglich und erwünscht.

Deine Statements hier sind allerdings keine Diskussionsbeiträge, sondern so etwa Ähnliches wie "Ist mir wurscht, was zig Leute in jahrelanger Kleinarbeit herausgefunden haben, weil ich nur das glauben will, was mir gefällt".

Ganz sicher hast Du die rund 130 Seiten alleine zum Thema "Bordwaffenbeschuss" im Bericht und im Annex nicht gelesen, sonst würdest Du Dich differenzierter ausdrücken.

Darin
- sind nämlich zig unterschiedliche Deutungen für den von Zeitzeugen "gefühlten" Bordwaffenbeschuss (wie z. B. das "Herunterregnen" von Hülsen) aufgezählt,
- wird detailliert dargelegt, dass die allermeisten alliierten Flugzeuge, die über Dresden am Himmel waren, gar nicht über "Bordwaffen" verfügten, mit denen sie schießen hätten können
- steht, dass einzelner Beschuss (der ja gar nicht kategorisch verneint wird) aus den Abwehr-Luftkämpfen mit der Luftwaffe stammen ***könnte***, aber eben nicht nachweisbar ist
- wird gezeigt, dass Zeitzeugen eben Piloten beim Angiff NICHT - wie oft behauptet - sehen können, weil das die Betrachtungswinkel gar nicht hergeben,
- und und und....

Gerne können wir über diese ganzen Annahmen und den daraus folgenden Schlufolgerungen diskutieren. Aber bitte nicht so, wie bislang.
Bevor Dresten platt gemacht wurde, gab es sehrwohl Angriffe mit Bordwaffen. Eine Bekannte die in der Gebärklinik Krankenschwester war berichtete mir darüber. US Flieger im Tiefflug hat in die Fenster mit dem MG gefeuert. Es war furchtbar. In allen Zimmern zefetzte Leiber. Bis auf die Decken alles voll mit Blut. Auf den Dächern des Gebäudes befand sich das rote Kreuz. Sie überlebt dann auch noch den Angriff auf Dresden. Sie sagte das Rote Kreuz sprach damals von 250000 bis 300000 Toten. Die Stadt hatte zu dem Zeitpunkt das dreifache ihrer Einwohnerzahl durch die vielen Ostflüchtlinge und es war chaotisch. Kein Kommentar dazu. Aber eigentlich sind solche Themen ja nicht Sache einer Seite die sich mit Baulichkeiten beschäftigt. Abgesehen davon kann man sich mit diesen Themen auf Glatteis begeben.
 

josef

Administrator
Mitarbeiter
#42
...Aber eigentlich sind solche Themen ja nicht Sache einer Seite die sich mit Baulichkeiten beschäftigt. Abgesehen davon kann man sich mit diesen Themen auf Glatteis begeben.
Warum?
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Und betreffend Glatteis brauchst du dir keine Sorgen machen, die Moderatoren und Administratoren achten schon darauf, dass es nicht zu glatt wird, besonders in eine bestimmte Ecke, wo einige wenige User gerne hinrutschen wollen...

lg
josef
 
#43
Ob mit oder ohne Tiefflieger-Beschuss, die ganze Operation war so oder so nicht Völkerrechtskonform und fern jeder zivilisatorischen Norm. Hier an dieser Stelle allerdings ein Klein-Klein auszutragen, welches um Zehnerpotenzen schachert, dürfte kaum mehr bringen als wie neue negative Energien zu erzeugen.

Viel wichtiger scheint mir, dass es Anzeichen und Gesten der Versöhnung gibt, auch wenn das Leid von damals nicht neutralisiert werden kann, z.B. die Spende der vergoldeten Spitze der Frauenkirche durch die Engländer. Aktuell habe ich sogar eine gewisse Hoffnung, dass sich diese Katastrophen der Jahre 1939 - 1945 (und nachfolgende), während meiner verbleibenden Lebenszeit, hier in Mitteleuropa nicht wiederholen.

Die Zahl derer und deren mediale Macht, die sich eine möglichst kleine Opferzahl für Dresden herbeiwünschen ist ungeheuer groß und die Zahl derer die das hinterfragen ist scheinbar klein und letztere werden gern in das gesellschaftliche Abseits gedrängt, warum das bleib offen. Den Opfern hilft beides nicht mehr, den Hinterbliebenen begrenzt, Nachgeborene könnten allerdings dafür Sorge tragen, dass sich so etwas nicht wiederholt und ein zivilisatorischer Fortschritt erkennbar würde indem man eben keine neuen Kriege oder Bürgerkriege anzettelt oder Bedingungen schafft welche diese Szenarien fördern. Jeder der letzteres eben gelesen hat, kann an dieser Stelle für sich überlegen, wo wir derzeit stehen.
 
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