Neue und alte Minen
Rekordpreis treibt Goldabbau an
Angesichts des andauernden Rekordhöhenflugs versuchen Bergbauunternehmen, die Produktion von Gold stark zu steigern. Nach dem Rekordwert am Montag bewegte sich der Goldpreis am Dienstag weiter um 5.100 US-Dollar – und ein Ende des Booms ist nicht in Sicht. Längst werden neue Abbaustätten exploriert und teils jahrzehntelang stillgelegte Minen reaktiviert.
Online seit heute, 0.00 Uhr
Teilen
Neue und alte Minen: Rekordpreis treibt Goldabbau an
Rekordpreis treibt Goldabbau an
Angesichts des andauernden Rekordhöhenflugs versuchen Bergbauunternehmen, die Produktion von Gold stark zu steigern. Nach dem Rekordwert am Montag bewegte sich der Goldpreis am Dienstag weiter um 5.100 US-Dollar – und ein Ende des Booms ist nicht in Sicht. Längst werden neue Abbaustätten exploriert und teils jahrzehntelang stillgelegte Minen reaktiviert.
Online seit heute, 0.00 Uhr
Teilen
Allein im Vorjahr wurden 16,5 Milliarden Dollar in die Exploration investiert – das sei ein Anstieg von elf Prozent im Vergleich zu 2024, berichtete am Dienstag das „Wall Street Journal“ („WSJ“).
Vor allem aber werden alte Minen wieder in Betrieb genommen. So wurde etwa nahe Johannesburg (Südafrika) im Oktober mit Qala Shallows in Südafrika die erste unterirdische Goldmine seit 15 Jahren neu in Betrieb genommen. Dort hatten zuvor viele Jahre Goldschürfer in Eigeninitiative nach dem wertvollen Metall gegraben.
Mine nach mehr als 100 Jahren reaktiviert
Newmont, das weltweit größte Goldminenunternehmen, hatte ebenfalls im Oktober die kommerzielle Produktion in der Ahafo-Nord-Mine in Ghana gestartet. Das zweitgrößte Unternehmen, Barrick, soll laut „WSJ“ heuer mit der Entwicklung seiner unterirdischen Mine in Fourmile im US-Bundesstaat Nevada starten.
Ende letzten Jahres wurde in Westaustralien eine 1918 stillgelegte Goldmine wiederbelebt. Great Fingall war an seinem Höhepunkt 1905 eine der wichtigsten Goldminen Westaustraliens. Nun wird in der historischen Mine – mit völlig neuer Technologie – wieder Gold geschürft. Great Fingall ist ein Beispiel dafür, dass nicht nur der hohe Goldpreis, sondern auch die neue Schürftechnik die Mine wieder ertragreich machen können.
Rückenwind in Südafrika für darbende Branche
In Südafrika reanimiert der Goldboom eine darniederliegende Branche. Die längste Zeit im vergangenen Jahrhundert war es das weltweite Zentrum – fast die Hälfte der Goldproduktion entfiel auf das Land. Seit 2007 aber sei Südafrika von Platz eins auf Platz zwölf abgerutscht, da es nicht gelungen sei, ausreichend Investoren zu finden, so das US-Wirtschaftsblatt.
Investoren scheuten vor den Risiken zurück, die mit den alten, tiefen Bergwerken, die als gefährlich und unfallträchtig gelten, einhergehen. Die Tatsache, dass die Produktion wenig mechanisiert ist, sowie starke Gehaltszuwächse dank der mächtigen Gewerkschaften machten Goldschürfen in Südafrika besonders teuer.
Dank neuer Technologie rentabel
Die neu in Betrieb genommene Mine bei Johannesburg reicht vergleichsweise wenig in die Tiefe, und es kommt moderne Technologie zum Einsatz.
Südafrikas größter Goldproduzent Harmony Gold erweitert die weltweit tiefste Goldmine Mponeng. Das Bergwerk werde damit um 20 Jahre länger in Betrieb bleiben. Das Unternehmen Sibanye-Stillwater überlegt demnach, die stillgelegte Goldmine Burnstone zu reaktivieren.
Grafik: APA/ORF; Quelle: APA
Erstmals über 5.000 Dollar
Der Goldpreis war am Montag erstmals über 5.000 Dollar gestiegen. Nachdem die Notierung an der Metallbörse in London bereits in den vergangenen Handelstagen immer neue Rekordpreise erreicht hatte, stieg Gold vorübergehend auf den Höchstwert von 5.111 Dollar. Am Dienstag verharrte der Preis deutlich über 5.000 Dollar.
Anleger flüchteten angesichts zunehmender geopolitischer Spannungen in das als sicherer Hafen geltende Edelmetall. Vor allem zunehmende Spannungen zwischen den USA und der NATO wegen Grönland haben die Rally in diesem Jahr weiter angeheizt.
Bereits im Jahr 2025 hatte sich Gold um 64 Prozent verteuert. Gestützt wurde der Preis von einer lockeren US-Geldpolitik, der Nachfrage von Zentralbanken und Rekordzuflüssen in börsengehandelte Fonds (ETF). China hatte seine Goldkäufe im Dezember den 14. Monat in Folge fortgesetzt. Einige Analysten halten es für möglich, dass Gold heuer auch die 6.000-Dollar-Marke durchbricht.
28.01.2026, guti, ORF.at/Agenturen
Vor allem aber werden alte Minen wieder in Betrieb genommen. So wurde etwa nahe Johannesburg (Südafrika) im Oktober mit Qala Shallows in Südafrika die erste unterirdische Goldmine seit 15 Jahren neu in Betrieb genommen. Dort hatten zuvor viele Jahre Goldschürfer in Eigeninitiative nach dem wertvollen Metall gegraben.
Mine nach mehr als 100 Jahren reaktiviert
Newmont, das weltweit größte Goldminenunternehmen, hatte ebenfalls im Oktober die kommerzielle Produktion in der Ahafo-Nord-Mine in Ghana gestartet. Das zweitgrößte Unternehmen, Barrick, soll laut „WSJ“ heuer mit der Entwicklung seiner unterirdischen Mine in Fourmile im US-Bundesstaat Nevada starten.
Ende letzten Jahres wurde in Westaustralien eine 1918 stillgelegte Goldmine wiederbelebt. Great Fingall war an seinem Höhepunkt 1905 eine der wichtigsten Goldminen Westaustraliens. Nun wird in der historischen Mine – mit völlig neuer Technologie – wieder Gold geschürft. Great Fingall ist ein Beispiel dafür, dass nicht nur der hohe Goldpreis, sondern auch die neue Schürftechnik die Mine wieder ertragreich machen können.
Rückenwind in Südafrika für darbende Branche
In Südafrika reanimiert der Goldboom eine darniederliegende Branche. Die längste Zeit im vergangenen Jahrhundert war es das weltweite Zentrum – fast die Hälfte der Goldproduktion entfiel auf das Land. Seit 2007 aber sei Südafrika von Platz eins auf Platz zwölf abgerutscht, da es nicht gelungen sei, ausreichend Investoren zu finden, so das US-Wirtschaftsblatt.
Investoren scheuten vor den Risiken zurück, die mit den alten, tiefen Bergwerken, die als gefährlich und unfallträchtig gelten, einhergehen. Die Tatsache, dass die Produktion wenig mechanisiert ist, sowie starke Gehaltszuwächse dank der mächtigen Gewerkschaften machten Goldschürfen in Südafrika besonders teuer.
Dank neuer Technologie rentabel
Die neu in Betrieb genommene Mine bei Johannesburg reicht vergleichsweise wenig in die Tiefe, und es kommt moderne Technologie zum Einsatz.
Südafrikas größter Goldproduzent Harmony Gold erweitert die weltweit tiefste Goldmine Mponeng. Das Bergwerk werde damit um 20 Jahre länger in Betrieb bleiben. Das Unternehmen Sibanye-Stillwater überlegt demnach, die stillgelegte Goldmine Burnstone zu reaktivieren.
Grafik: APA/ORF; Quelle: APA
Erstmals über 5.000 Dollar
Der Goldpreis war am Montag erstmals über 5.000 Dollar gestiegen. Nachdem die Notierung an der Metallbörse in London bereits in den vergangenen Handelstagen immer neue Rekordpreise erreicht hatte, stieg Gold vorübergehend auf den Höchstwert von 5.111 Dollar. Am Dienstag verharrte der Preis deutlich über 5.000 Dollar.
Anleger flüchteten angesichts zunehmender geopolitischer Spannungen in das als sicherer Hafen geltende Edelmetall. Vor allem zunehmende Spannungen zwischen den USA und der NATO wegen Grönland haben die Rally in diesem Jahr weiter angeheizt.
Bereits im Jahr 2025 hatte sich Gold um 64 Prozent verteuert. Gestützt wurde der Preis von einer lockeren US-Geldpolitik, der Nachfrage von Zentralbanken und Rekordzuflüssen in börsengehandelte Fonds (ETF). China hatte seine Goldkäufe im Dezember den 14. Monat in Folge fortgesetzt. Einige Analysten halten es für möglich, dass Gold heuer auch die 6.000-Dollar-Marke durchbricht.
28.01.2026, guti, ORF.at/Agenturen
Neue und alte Minen: Rekordpreis treibt Goldabbau an