Krems-Gneixendorf STALAG XVII B

josef

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#21
Gneixendorf

Ein paar Impressionen von einer Begehung vom Sommer 2013
:danke für die Bilder :bravo:

Gestern waren wir zufällig auch in der Gegend - westlich von Gneixendorf am Galgenberg bei Stratzing :)

Ein Panoramabild von dort Richtung Osten über die Hochfläche auf den Ort Gneixendorf mit dem sich im Mittelgrund hinter den Gebäuden usw. quer durchs Bild ziehenden Gelände des ehemaligen Stalag:
 

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H

Harald 41

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#22
Hallo Woodquarter;

:danke für die Bilder von Gneixendorf, ist gigantisch was manche Leute für einen Aufwand auf sich nehmen ihren Dreck soweit abseits der Orte bzw. Städte abzulagern.


LG Harry
 
#23
Fast hätte ich mir den alten Feuerlöscher "Spitztüte" als Souvenier mitgenommen und habe mich noch gewundert, warum das vor mir noch keiner gemacht hat!

Nach einer Internetrecherche lasse ich aber lieber die Finger von dem Ding! Die Funktion wird nämlich wie folgt beschrieben:
Es handelt sich um einen chemischen Handfeuerlöscher, der durch einen Schlag auf das rückseitige Ventil eine Glasröhre zerstört, die mit Schwefelsäure gefüllt ist. Diese vermischt sich mit einer Salzlösung und durch die chem. Reaktion wird explosionsartig ein Sprühstrahl ausgestossen, der zur Brandbekämpfung dient.

Klingt für mich wie eine tickende Zeitbombe. Kennt sich damit jemand aus; ist da wirklich noch Explosionsgefahr gegeben?
nein, nur mehr Schnittgefahr.
der Teil liegt schon seit Jahren dort.
 
#24
Fast hätte ich mir den alten Feuerlöscher "Spitztüte" als Souvenier mitgenommen und habe mich noch gewundert, warum das vor mir noch keiner gemacht hat!

Nach einer Internetrecherche lasse ich aber lieber die Finger von dem Ding! Die Funktion wird nämlich wie folgt beschrieben:
Es handelt sich um einen chemischen Handfeuerlöscher, der durch einen Schlag auf das rückseitige Ventil eine Glasröhre zerstört, die mit Schwefelsäure gefüllt ist. Diese vermischt sich mit einer Salzlösung und durch die chem. Reaktion wird explosionsartig ein Sprühstrahl ausgestossen, der zur Brandbekämpfung dient.

Klingt für mich wie eine tickende Zeitbombe. Kennt sich damit jemand aus; ist da wirklich noch Explosionsgefahr gegeben?
Wenn die Auslöseeinrichtung noch heil ist - JA - im besonderen weil der Druckbehälter GANZ sicher nicht mehr hält.
Ob und wie das Teil noch hantierbar ist hängt sehr von der Gängigkeit des Schlagbolzen ab, dann ob der Sicherungsstift noch vorhanden ist u.ä..

Grundsätzlich ist JEDER Feuerlöscher dessen Behälter rostig ist gefährlich - die Treibladungen entwickeln zwischen 10 -15 bar und das schlagartig.

PS: Ja ich kenn mich mit Feuerlöschern aus :)
 
#25
Zitat:Grundsätzlich ist JEDER Feuerlöscher dessen Behälter rostig ist gefährlich - die Treibladungen entwickeln zwischen 10 -15 bar und das schlagartig.

Ja, dacht ich mir auch; Danke für die Bestätigung!!! unweit von dem Feuerlöscher liegt auch noch eine große Gasflasche, ebenfalls total verrostet; könnte auch noch gefährlich sein/werden!

Deshalb immer "Hausverstand aktivieren", wenn man in solchem, vorbelasteten Gelände unterwegs ist!!!
 

josef

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#28
Krems-Gneixendorf

War diese Woche wieder einmal am Gelände des ehemaligen Stalag XVII B in Gneixendorf. Nachfolgend ein kleiner Bildbericht:

Bereich Gefangenenlager – heute Flugplatz Krems-Langenlois:
Hier erinnern nur mehr einige Gedenksteine an das Lager.



Bilder – Teil 1:

1. Ausschnitt (vergrößert und eingenordet) eines Aufklärungsfotos v. 05.04.1945 (NARA). Die farblich umrandeten Flächen sind mit dem Google –E. Bild aus Beitrag # 4 ident ( -> 2. – 12. Gelb umrandete Fläche).

2. Bereich ehem. Einfahrtsbereich Richtung O der Lagerhauptstraße mit den damals links und rechts davon angeordneten Gefangenenbaracken. Die Situation auf Foto Beitrag # 2 hat sich seit dem Jahr 2000 durch die Errichtung weiterer Flugzeughallen und inkl. Hangar für den Rettungshubschrauber Christophorus 2 geändert.

3. Blick nach Westen,etwas tieferliegend quer durch die Bildmitte verläuft die Straße Gneixendorf - Langenlois. Etwa oberhalb des roten PKW’s war der Torbereich und die Lagerhauptstraße verlief ca. zwischen Parkplatz und Rollweg nach Osten (rechts).

4. Nun der Verlauf der Hauptstraße Richtung Osten (befestigtes Vorfeld…). Im Bereich des Waldstreifens oberhalb vom Hubi befand sich der ursprüngliche Lagerfriedhof.

5. Lagergrenze im Norden, heute Deponiegelände. Dahinter die Weinrieden Richtung Langenlois und im Hintergrund das Kamptal mit dem Höhenzug des Manhartsberges.

6. Im Süden schloss im Waldbereich das Truppenlager an ( -> rote Umrandung am Lubi).
 

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josef

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#29
Areal Gefangenenlager - Teil 2

Bilder Areal Gefangenenlager – Teil 2:

7. Gedenksteine Zufahrt linke Seite.
8. Gedenkstein an einen Besuch ehemaliger USAF-Gefangener 1995.
9. Gedenktafel (mit Kreuz).
10. Zufahrtsbereich rechte Seite.
11. Französischer Gedenkstein.
12. Stahlplatte mit ausgeschnittenen Buchstaben für Erinnerungstext in den Sprachen der ehem. Gefangenen (mit weiteren 6 Tafeln 1999 vom Kremser Künstler Mag. Gmeiner aufgestellt).
 

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josef

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#30
Ehemaliges Truppenlager und Wasserbehälter

Während der Bereich des eigentlichen Gefangenenlagers bei der Errichtung des Flugplatzes zur Gänze von den Resten der Objekte geräumt wurde, sind vom Truppenlager noch jede Menge Fundamentreste vorhanden.
Teil 1:

1. GE-Bild – ehem. Truppenlager für die Wachmannschaften (-> rote Umrandung), Kranken- u. Quarantänestation (Vorlager -> hellblaue Umrandung) mit großteils gemauerten Gebäuden und Wasserbehälter (-> rosa Kreis).
2. Eine der 6 Hinweistafeln aus Stahlblech an den ehemaligen Lagergrenzen, hier bei der Zufahrt – Güterweg-Brücke über die B37.
3. Die Reste des Truppenlagers befinden sich heute in einem verwilderten Waldgebiet.
4. Schneise einer ehemaligen Lagerstraße, links und rechts davon sind noch Fundamentreste der Baracken zu sehen.
5. – 6. Fundamentreste.
 

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josef

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#31
Ehemaliges Truppenlager und Wasserbehälter - Teil 2

Teil 2:

7.- 11. Fundamentreste der Baracken des Truppenlagers. Am Bild 7. (1. Foto in der Reihe) sind am rechten Bildrand die Spuren von frischer Grabungstätigkeit zu erkennen. Jedenfalls wird das Gelände lt. Erzählungen seit Jahren von den Sondlern intensiv bearbeitet...
12. Das auch am Foto von @Woodquarter in Beitrag #18 zu sehende Kellerfundament.
 

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josef

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#32
Ehemaliges Truppenlager und Wasserbehälter - Teil 3

Teil 3. - Wasserbehälter

13. Am höchsten Punkt der Hochfläche ist der noch erhaltene Rest des Wasserbehälters (-> siehe dazu auch Beiträge #5 u. 6).
14. – 16. Das bunkerähnliche Objekt.
17. Blick von der Behälterdecke nach SO über die Hochfläche zum Donautal. Im Hintergrund der Höhenzug des Wetterkreuzberges.
18. Richtung S und SW mit Stift Göttweig und rechts davon der Dunkelsteiner Wald. Im Vordergrund im Donautal sind die Wohnbauten von Krems-Mitterau zu sehen.
 

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#34
normalerweise bin ich ja ein Anhänger von leben und leben lassen, aber in dem Fall möchte ich Bilder beitragen, die mir zu denken gaben.
Vor ein paar Jahren habe ich dort eine Begehung durchgeführt und festgestellt, dass in den ehemaligen Stellungslöchern intensiv gesucht wurde. Soweit so gut.
Aber dabei haben die Sucher (oder wie man diese nennen will) die ehemaligen Akten !!! des Lagers angegraben und ... dort liegen gelassen. In der Witterung der Folgezeit sind sie zerfallen. EINE SCHANDE. So einen Umgang mit der Geschichte finde ich bedenklich. Warum wurden die Akten nicht gesammelt und abgegeben.
Wie gesagt, ist schon einige Jahre her. Ich weiss nicht, wie der jetzige Zustand ist.
 

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josef

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#35
...Vor ein paar Jahren habe ich dort eine Begehung durchgeführt und festgestellt, dass in den ehemaligen Stellungslöchern intensiv gesucht wurde. Soweit so gut.
Aber dabei haben die Sucher (oder wie man diese nennen will) die ehemaligen Akten !!! des Lagers angegraben und ... dort liegen gelassen. In der Witterung der Folgezeit sind sie zerfallen. EINE SCHANDE. So einen Umgang mit der Geschichte finde ich bedenklich. Warum wurden die Akten nicht gesammelt und abgegeben.
Wie gesagt, ist schon einige Jahre her. Ich weiss nicht, wie der jetzige Zustand ist.
Hallo Karl,
ja, ist tatsächlich eine Schande, so etwas zu verkommen lassen! Habe auch jede Menge relativ frische Grabungslöcher gefunden, aber ohne nennenswertes Material. Eigentlich haben die Sondler neben den offenen Löchern nur Leergut (Bierdosen und Pet-Flaschen) hinterlassen! Mit den (beschädigten...?) Akten wäre ja bei den Sammlerbörsen und Flohmärkten kein Geld zu verdienen gewesen...

Dazu ist aber auch zu sagen, dass vor Jahren auch die öffentlichen Stellen in Krems wenig Interesse an Dokumenten bzw. generell zum Geschehen im Stalag hatten! Erst durch die Arbeiten von Robert Streibel und ein wenig später von Barbara Stelzl-Marx kam dann Bewegung in die Aufarbeitung der Vergangenheit.

So wurde z.B. in den 1990iger Jahren des vorigen Jahrhunderts Hr. Niederer aus der Schweiz vom Kulturamt der Stadt Krems abgewimmelt, als er dort wegen einer im Nachlass seines Vaters (oder Großvaters...) gefundenen Postkarte aus dem Stalag XVII B anfragte. Niederer wollte wissen, wieso ein ehemaliger Angestellter seines Vaters als Schweizer überhaupt in ein deutsches Kriegsgefangenenlager kam, bzw. weiteres über dessen Schicksal erfahren. Nach langwierigen Suchen wurde er seinerzeit von Wiener Behörden an das Kulturamt der Stadt Krems verwiesen. Dort bekam er dann die lapidare Antwort, die gesamten Dokumente inklusive Gefangenenkartei seien beim Brand einer Baracke am Lagergelände vernichtet worden...

Hr. Niederer fand damals die ersten Eintragungen von geheimprojekte.at im Netz und nahm mit @Markus und mir Kontakt auf, wir konnten aber leider auch nicht weiterhelfen. Er stellte uns dann eine Kopie der Postkarte für die Veröffentlichung im Bericht über Gneixendorf zur Verfügung.

lg
josef
 

josef

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#36
Ehemalige Krankenstation und Ergänzung zu Truppenlager

Noch ein paar Fotos von der ehem. Krankenstation, Quarantänelager und der Betonstraße ("Allee") an der Nordseite des Truppenlagers:

1. - 4. Die Reste des Krankenlagers (-> GE-Übersicht Beitrag #4 - Umrandung BLAU). Teilflächen wurden wieder zu Ackerland, die Betonreste der Barackenfundamente wurden entlang der Ränder des heute dort den Kernbereich des einstigen Lagers überwuchernden Waldstreifen gelagert. Während der Vegetationszeit dürfte das Eindringen in das Waldesinnere nur mit einer Machete möglich sein :D

5. Am Nordrand des Truppenlagers konnte ich unter den Laubmassen kleine Flecken der darunter befindlichen Betondecke der "Allee-Straße" freilegen. Diese Betonstraße wurde vor Jahren bei der Errichtung der B 37 im Kreuzungsbereich von der Zufahrt zur B 218 abgetrennt und verschwand unter einer Humusschicht. (Verlauf der ehem. Betonstraße auf GE-Übersicht Beitrag #4 von B218 am Waldrand nach Osten entlang der gelben Linie).

6. Blick von der ehemaligen "Allee" nach N zum Flugplatzgelände. (-> "Gegenschuss" zu Bild 6 aus Beitrag #28).
 

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josef

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#37
...Vor ein paar Jahren habe ich dort eine Begehung durchgeführt und festgestellt, dass in den ehemaligen Stellungslöchern intensiv gesucht wurde...
Wie gesagt, ist schon einige Jahre her. Ich weiss nicht, wie der jetzige Zustand ist.
Das Gelände des Truppenlagers wird den Spuren nach noch immer "umgegraben"! Nicht alle Gräben und Löcher sind jedoch Stellungen! Das Gelände wurde von einem Netz von Abwassergräben mit dazugehörigen Sickergruben durchzogen. Außerdem wurden die Baumaterialien der Gebäude soweit möglich in der Nachkriegszeit von der örtlichen Bevölkerung "verwertet"! Gegen kleine Geldbeträge und vor allem "Weinspenden" an die russischen Besatzer konnten die "Häuslbauer" das damals rare Baumaterial erwerben. Lt. Überlieferung wurden sogar die Wasserleitungsrohre und Steingutrohre zur Wiederverwendung ausgegraben...

Einige Bilder von älterer und aktueller "Grabungstätigkeit":
 

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