Kuriose und außergewöhnliche Sammelleidenschaften und Hobbys

josef

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#21
Harmannsdorf:
Hobbydrechsler hat den BH neu erfunden
Diese Unterwäsche ist anders: Der passionierte Hobbydrechsler und ehemalige Firmenchef Michael Keller stellt neben Schüsseln und Brotdosen auch BHs aus Holz her.

Diese beiden Holz-BHs sind die einzigen Exemplare, die Keller hergestellt hat. Der BH auf der linken Seite besteht aus Zirbenholz, welches besonders gesund sein soll. | privat

Seit fünf Jahren betreibt der ehemalige Unternehmer Michael Keller Senior die Drechslerei als Hobby. Nachdem der Chef einer Karosseriebaufirma in Harmannsdorf-Rückersdorf das Unternehmen seinen Söhnen übergeben hatte, suchte er nach einer neuen Aufgabe. Diese fand Keller in der Holzverarbeitung. „Es ist eine Familientradition. Mein Vater, Großvater, Ur- und Ururgroßvater waren Wagner. In der Ausbildung lernt man auch das Drechseln. Aus Tradition habe ich damals die Wagnerlehre und die Lehre zum Karosseriebau gemacht“, erklärt der Pensionist seine Leidenschaft für das Drechseln.


Michael Keller mit anderen seiner Holzwerke. | Grotte

In der Pension ist die Freude an der Holzverarbeitung neu entfacht. Mittlerweile stellt der Drechsler neben kunstvoll gestalteten Schalen, Brotdosen und Vasen unter anderem auch Kuriositäten wie Holz-BHs her. Auf die Idee zum Büstenhalter aus Holz kam Keller bei einer Ausstellung in Deutschland: „Ich habe den Holz-BH von einem Kollegen gesehen und mich gefragt, ob ich das auch kann“, so der Hobbydrechsler, der sich gerne immer wieder neuen Herausforderungen stellt.

„Mittlerweile gibt mir jeder, der einen Baum schneidet, etwas ab“Michael Keller
Bisher hat Keller zwei BHs hergestellt. Diese seien als Gag gedacht, da der ehemalige Unternehmer das Drechseln nicht kommerziell betreibt: „Ich bin nicht davon abhängig, etwas zu verkaufen. Es ist mein Hobby.“ Dennoch verkauft Keller bei den Adventmärkten in Korneuburg und Bisamberg jährlich die eine oder andere Brotdose und andere seiner Arbeiten. „Wenn ich das nicht tue, haben wir bald keinen Platz mehr zu Hause. Meine Frau sagt: Verkauf das Zeug, wenn ich es in der Küche staple“, lacht Keller.
Das Holz für seine Drechselarbeiten bekommt der Pensionist vor allem von Leuten aus der Umgebung. „Mittlerweile gibt mir jeder, der einen Baum schneidet, etwas ab“, so Keller. Der Drechsler kauft aber auch ab und zu Holz, nämlich die viel begehrte Zirbe. Auf die Arbeit mit diesem Holz hat sich der Pensionist spezialisiert.
Auf die Frage, was das Schönste am Drechseln ist, antwortet Keller: „Dass man vorher nie weiß, wie das Holz innen aussieht. Die Maserungen sind immer anders. Es ist jedes Mal eine Überraschung.“
Quelle: NÖN-Ausgabe Bezirk Korneuburg
Hobbydrechsler hat den BH neu erfunden
 

josef

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#23
Feuer und Flamme für Feuerwehrhelme
Kurt Holler brennt für die Feuerwehr: Fast 200 Stück umfasst seine außergewöhnliche Sammlung an Feuerwehrhelmen aus aller Welt - erstanden auf Flohmärkten, im Internet und über Mundpropaganda.
Mit dem Kauf des ersten Feuerwehrhelms vor knapp 25 Jahren begann das Feuer in Kurt Holler, der selbst bei der Feuerwehr in Sankt Michael ist, zu lodern. Nicht lange sollte es dauern, bis die Leidenschaft vollends ausbrach.


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Fast 200 Feuerwehrhelme umfasst Hollers Sammlung

Kein Helm - und ist er noch so lädiert - ist vor ihm sicher: „Ich habe circa 195 Stück - davon gibt es aber nur vier oder fünf doppelt. Wie wenn einer Pilze sammelt und dann halt einen findet, gehe ich halt auf einen Flohmarkt und schaue, ob ich einen Helm finde“, schmunzelt Holler.


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Holler mit einem Rauchhelm, einem Vorgänger der heutigen Atemschutzhelme

Denn geht es um Feuerwehrhelme, ist Holler einfach Feuer und Flamme. So reiht sich in seiner beachtlichen Sammlung etwa ein Rauchhelm aus der Zeit um 1900 - „erst vor drei Monaten nach jahrelanger Suche erstanden“ - neben Flohmarktfunden, die er mit Geschick restauriert.

„Kein Hobby, sondern eine Berufung“

Ins Auge stechen vor allem die prächtigen Symbole, die früher die Helme zierten - abhängig vom jeweiligen Kulturkreis, wie der Experte zu berichten weiß: „Eine Eiche steht zum Beispiel für Stärke, Lorbeeren für den Sieg.“


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Holler hat seine Helme aus aller Welt zusammengetragen
Feuerwehrhelme sind die eine Leidenschaft - die andere ist seine freiwillige Arbeit bei der Feuerwehr Sankt Michael: „Das ist kein Hobby, sondern eine Berufung, wenn man in der Nacht für Fremde aufsteht und nicht weiß, was einen erwartet. Aber wenn man einmal dabei ist, dann möchte man es nicht mehr missen.“

Publiziert am04.08.2018
Feuer und Flamme für Feuerwehrhelme
 

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#24
Pfeifensammler aus Leidenschaft
Der 76-jährige Wolfsberger Engelbert Wiedl sammelt seit Jahrzehnten Pfeifen und besitzt hunderte Stück davon. Viele wurden von ihm selbst restauriert. Nun trennt er sich nach und nach von seiner großen Sammlung.
1963 kaufte Wiedl die ersten Pfeifen. Dass sie den Grundstock für eine riesige Sammlung legen würden, ahnte er damals nicht. Im Laufe der Jahrzehnte wurden es immer mehr, in der Hochblüte waren es mehr als 4.000 Stück: „Mein Vater hat mir das Zigarettenrauchen verboten, ich habe auch bis 19 Jahre nicht geraucht, dann habe ich mit der Leidenschaft Pfeife angefangen.“


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Engelbert Wiedl hat mehrere Schränke voller Pfeifen

Seltene Lieblingsstücke
Es gibt auch bei Wiedl Lieblingsstücke: Zum Beispiel eine japanische Pfeife oder eine Meerschaumpfeife, die ein arabischer Künstler fertigte. Die Kontinentpfeife besteht aus Hölzern aller Kontinente.


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Die ersten Stücke der Sammlung
Der ehemalige Omnibusfahrer investierte viel Zeit und Geld in seine Sammlung: „Ab 2002 hat es das Internet gegeben, da war der Markt weltweit offen, da habe ich zugeschlagen.“ Nicht jedes Exemplar kommt nagelneu in die Sammlung, viele sind gebraucht, das ist erschwinglicher. So wurde Engelbert Wiedl im Laufe der Jahre auch ein Experte im Renovieren alter Pfeifen.


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Hölzer aus fünf Kontinenten

Ehefrau lebt mit dem Hobby ihres Mannes
Wer so viel Zeit mit seiner Sammlung verbringt, braucht eine tolerante Ehefrau. Erika Hanschitz ist absolute Nichtraucherin, doch sie unterstützt das Hobby ihres Mannes: „Es ist ein großer Vorteil, wenn die Männer beschäftigt sind, weil sie dann nicht lästig sind. Ich habe dann auch Zeit für meine Hobbys.“ Manchmal versucht sie allerdings auch, ihren Mann zu einem Besuch im Garten zu überreden, sagt Engelbert Wiedl.

Seit 2004 trennt sich der Sammler nach und nach von seiner Sammlung, aber die seltensten sind noch immer im Besitz des 76-Jährigen. Ab und zu wird auch eine verwendet, denn dafür braucht man vor allem eines, Zeit.

Publiziert am 03.10.2018





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Pfeifensammler aus Leidenschaft
 

josef

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#25
Niederösterreichischer Sammler historische IBM-Computer gibt seine "Schätze" an US-Museum ab:



US-Museum stellt Computer aus Ulmerfeld aus
Ein Museum in Seattle im US-Bundesstaat Washington hat sich historische Computer aus dem Mostviertel geholt. Die Geräte aus den 1950er und 1960er Jahren werden künftig im Museum Living Computers ausgestellt.
In seinem Haus in Ulmerfeld (Bezirk Amstetten) hat der Sammler und Experte Friedrich Hochleitner historische IBM-Computer zusammengetragen. Seit den 1970ern sammelt er die Geräte, nun wird die Sammlung in die USA gebracht, denn das Living-Computers-Museum in Seattle ist auf die Schätze des Sammlers aufmerksam geworden und will sie in einer permanenten Ausstellung zeigen.


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Friedrich Hochleitner sammelt seit Jahrzehnten alte Computer

Museumsmitarbeiter kamen deshalb nach Ulmerfeld und dokumentierten die Geräte. Danach wurden die Maschinen verpackt und nach Amerika gebracht. Unter den Computern sind auch wahre Raritäten zu finden: Etwa die „IBM 360/30“, auch die erste derartige Maschine, die in Österreich bei der Firma Vöslauer Kammgarn aufgestellt wurde. Der Computer hatte erstmals ein Mikroprogramm, das die Maschine selbst steuerte. Das Gerät besaß Lochkarten zum Einlesen und konnte alle Informationen ausdrucken.


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Unter den Maschinen befinden sich wahre Raritäten

Vom Waldviertel nach Amerika
Die „IBM 650“ ist eine von nur vier Maschinen, die es weltweit noch gibt. Die Maschine besitzt 6.000 Röhren und 12.000 Dioden. Auf einem derartigen Computer wurden etwa die Staumauern des Waldviertels berechnet. Ein anderes Prunkstück ist die „IBM 1620 Modell 2“, die am Institut für Höhere Studien zum Einsatz kam, das „Modell 1“ wurde auf der Hohen Warte zur Berechnung der Wettervorhersagen verwendet. Die „IBM 1401“ in der Sammlung ist wiederum ein Beispiel für einen Computer, den vor allem große Banken einst verwendeten, und das ist nur eine kleine Auswahl aller Computer in der Sammlung.


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Die Computer werden für die Reise in die USA vorbereitet

Im US-Museum ist man erfreut über den Neuzugang, denn es sei selten, dass man solche Computer in derart gutem Zustand bekomme. Alle Computer sind noch mit Kabeln und Verbindungen bestückt, also so gut wie funktionsfähig. Das ist wichtig für das Museum, denn alle dort gezeigten Computer werden zum Laufen gebracht und kommen zum Einsatz. Wie der Name schon verrät, ist es ein „lebendiges“ Museum.

Sabine Daxberger, noe.ORF.at

Link:
Publiziert am 17.10.2018
US-Museum stellt Computer aus Ulmerfeld aus
 

HF130C

Well-Known Member
#26
Hier ist wieder einmal ein typisch österreichisches Privatmuseumsschicksal nachzulesen!

Das ist eine weltweit herausragende Sammlung, bei der offensichtlich und durchaus nicht selbstverständlich auf das umständlich zu verwaltende Zubehör, wie etwa die Verkabelung und Ersatzteile, geachtet wurde..

Und was passiert damit, nachdem der Sammler wohl aus Altersgründen einen sinnvollen Verbleib seiner Raritäten gesucht hat? Nein, sie landen nicht im technischen Museum in Wien (natürlich zugänglich), oder einem lokalen öffentlich betriebenen Museum, sondern in Amerika!

Ich bin überzeugt, die Sammlung wäre ohne große Kosten für ein österreichisches Museum verfügbar gewesen und der Besitzer hätte aufgrund seiner Fachkenntnis und Fitness diese an einem neuen Ort auch betriebsfähig installiert.

Aber es wäre nicht Österreich, wo technische Kulturgüter und technische Sammlungen einen derart geringen Stellenwert besitzen und die öffentliche Hand Kultureinrichtungen ohne Ende fördert, technische Themen jedoch weitestgehend davon ausgeschlossen sind.

Als Negativbeispiele können das mittlerweile geschlossene und abgebaute Fernmeldemuseum in Stegersbach genauso dienen wie das grandiose Schloss- und Schlüsselmuseum in Graz, das als reines Privatmuseum nahezu unbemerkt von der Öffentlichkeit existiert und bei dem ein ähnliches Schicksal einer Auslandsverbringung nicht verwundern würde.
Das Extrembeispiel ist das Eisenbahnmuseum in Strasshof, wo auch die bundeseigenen Fahrzeuge seit Jahrzehnten im Freien verrotten. :(
 

Geist

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#27
Und was passiert damit, nachdem der Sammler wohl aus Altersgründen einen sinnvollen Verbleib seiner Raritäten gesucht hat? Nein, sie landen nicht im technischen Museum in Wien (natürlich zugänglich), oder einem lokalen öffentlich betriebenen Museum, sondern in Amerika!
Ich verstehe deinen Ärger, weil du grundsätzlich recht hast, aber in dem Artikel steht mit keinem Wort, dass der Sammler versucht hätte, seine Sammlung in Österreich zu belassen. Da steht nur, dass die Amerikaner auf ihn aufmerksam geworden sind. D.h. die haben sich bei ihm gemeldet, vielleicht bevor er überhaupt in Österreich nach einer Übergabestelle zu suchen begann?
 

HF130C

Well-Known Member
#28
Ich verstehe deinen Ärger, weil du grundsätzlich recht hast, aber in dem Artikel steht mit keinem Wort, dass der Sammler versucht hätte, seine Sammlung in Österreich zu belassen.
Natürlich hast du recht, wir wissen nicht ob der Sammler überhaupt versucht hat, mit österreichischen Museen in Kontakt zu treten.
Ich wollte mit dem Satz ausdrücken, dass ich es bedaure, dass die Sammlung nun für Österreich verloren ist.

Immerhin hat Österreich eine doch herausragende Rolle in der Computerentwicklung - Stichwort "Mailüfterl". Und die gesammelten Geräte stammen von österreichischen Betrieben und Forschungsstätten aus der Anfangszeit des Computereinsatzes, sind somit als seltene Pioniergeräte der Datenverarbeitung in jedem Fall ein Stück österreichischer Technikgeschichte.

Da steht nur, dass die Amerikaner auf ihn aufmerksam geworden sind. D.h. die haben sich bei ihm gemeldet, vielleicht bevor er überhaupt in Österreich nach einer Übergabestelle zu suchen begann?
Ein gutes Argument! Die nächste Frage ist dann aber, warum sich die Amerikaner bei ihm gemeldet haben und österreichische Museen nicht ....

Aber egal, wir werden die Hintergründe nicht erfahren. Das Ergebnis zählt: Diese herausragende Sammlung ist für Österreich verloren!
(PS: Ich traue mir als Kenner und Benutzer einiger dieser IBM-Anlagen die Vergabe der Bezeichnung "herausragend" durchaus zu ...)
 

josef

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#29
Innviertler Sammler hat bereits mehr als 3000 "Krampus-Postkarten"
MAUERKIRCHEN. Mauerkirchner hat in seinem Haus ein eigenes "Krampus-Zimmer" eingerichtet.


Innviertler nimmt gerne mit anderen „Krampus-Fans“ Kontakt auf. Bild: geiring
Seit vielen Jahren ist August Wachter aus Mauerkirchen ein leidenschaftlicher Sammler von Krampusfiguren und Postkarten mit den Motiven der Höllengestalt. Mittlerweile ist seine Postkartensammlung auf mehr als 3000 Stück angewachsen, die er fein säuberlich in großen Ordnern im Schrank seines eigenen "Krampuszimmers" aufbewahrt.

Bereits als Kind "infiziert"
Neben den Postkarten mit dem Konterfei des schaurigen Gesellen befinden sich noch zahlreiche und seltene Krampusfiguren, Masken der Höllengestalt und Plakate in dem rot-dominierten Raum. Der Sammler ist mittlerweile über die Bezirksgrenzen Braunaus hinaus bekannt und zählt österreichweit zu den Besitzern mit den meisten Krampuskarten.

Infiziert mit dem Krampusvirus wurde der 63-Jährige bereits als Kind: "In unserem Elternhaus in Mauerkirchen gab es das Christkind, bei uns kam der Krampus, aber nicht einer, an dessen Stimme man den Nachbarn erkennen konnte. Bei uns kam auch gleich die ganze Gefolgschaft des Krampus mit." Neben Nikolaus und Krampus standen beim himmlisch-höllischen Ereignis plötzlich nicht nur der Klaubauf mit dem Ochsenschädel und den verschiedenen Fäustlingen, die Haberngoaß als klumpfüßiges, graues, unförmiges Ungeheuer mit zwei weichen hängenden Hörnern, sondern auch die göttliche Fee mit dem glitzernden Sternenkranz zusammen mit Himmelsbote Herold im Zimmer.

Eine frühkindliche Prägung, die ihre Wirkung nicht verfehlte und lange an den Glauben des Nikolaus und seinen Begleiter anhalten sollten. Den Anstoß zur Sammlerei brachte eine Ausstellung in Wien von Ernst Brodträger, der in der Sammlerszene eine Vorreiterrolle spielte und einen Teil seiner Krampuspostkarten zeigte, so der der Mauerkirchner.

Von nun an ging’s mit dem Sammeln richtig los. Vor allem in Antiquariaten, auf Auktionen und Internetplattformen sowie Sammlerbörsen konnte Wachter seine Sammlung Stück für Stück erweitern. Besonders interessant seien für den eifrigen Sammler die hochwertigen Karten von namhaften Künstlern der "Wiener Werkstätte" und der "Wiener Secession". Das Hauptaugenmerk liege heute bei den Krampuskarten um die Jahrhundertwende von 1900, da es sich hierbei um die kostbarsten und aufwendigsten Sammelobjekte handle.

Bis zu 12.500 Euro für Karte
Die bis dato weltweit teuerste Wiener-Werkstätte-Krampuspostkarte wurde vor rund zehn Jahren in Salzburg für 12.500 Euro versteigert – der Innviertler würde niemals so viel Geld für eine Karte bezahlen, wenngleich das Sammeln bei der Gesamtmasse schon auch ins Geld gehe, so Wachter.

"Allerdings freue ich mich, wenn mir Karten zum Kauf angeboten werden, denn bei mir sind sie in guten Händen." Aktuell sind Teile seiner Krampuskarten in der Brauchtumsausstellung "Kathrein sperrt an Tanz und an Pflug ein" in der Braunauer Herzogsburg bis 2. Februar zu sehen. Zudem gibt es Krampusmasken seiner Sammlung im Kitzbüheler Stadtmuseum zu bestaunen. Gerne setzt sich der Innviertler mit anderen Sammlern per E-Mail in Verbindung: a.wachter@aon.at.
(geiring)
Innviertler Sammler hat bereits mehr als 3000 "Krampus-Postkarten"
 

josef

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#30
Seit 45 Jahren von Steinen fasziniert
Franz Zoidl aus Wolfsberg sammelt seit 45 Jahren Mineralien. In seiner Wohnung stellt der 81-Jährige seine Schätze aus, kaum eine Fläche, wo es nicht glitzert und glimmert. Über die Jahrzehnte entstand so eine Art privates Museum mit einigen Prunkstücken.
Manche Sammlungsstücke sind ungewöhnlich: Zum Beispiel ein Bohrkern aus dem Koralmtunnel und Lithiumsteine, heute für die Batterienerzeugung heiß begehrtes Material. Manches glitzert einfach nur. Begonnen hat die Leidenschaft vor 45 Jahren: „Auslöser war mein Sohn. Der war im Gymnasium St. Paul, zehn Jahre alt, und wollte immer auf die Alm fahren. Er hat dort immer etwas entdeckt, das Glitzern der Mineralien und Steinen hat ihm so gefallen, dass wir uns beide für dieses Hobby entschieden haben.“


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Die ganze Wohnung steht im Zeichen der Steine

80 Kilo Kristall zum Auto geschleppt
Hier gibt es kein Gold, kein Silber, keine Edelsteine, stattdessen zum Beispiel einen Bergkristall: „Wir mussten eine provisorische Trage machen und haben diesen Kristall mit 80 Kilo zum Auto getragen.“

Es gibt strenge Auflagen in Kärnten, was das Sammeln von Mineralien und Kristallen betrifft. Der ehemalige Beamte der Heeresverwaltung hat eine offizielle Berechtigung vom Land Kärnten.


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Bergkristall aus Heiligenblut

Nicht ohne Risiko
In früheren Jahren waren kein Berg und kein Stollen vor Franz Zoidl sicher: „Das Risiko ist so, wenn man in einen Stollen geht, hat man nicht die Garantie, dass man wieder herauskommt. Der kann ja zusammenstürzen, manche Stollen sind sehr locker. Es sind schon Sammler erdrückt worden.“ Nahezu jedes Stück der Sammlung schleppte er selbst nach Hause. Oft aber sei er mit dem Sohn vom Berg gekommen, müde und zerschunden, ohne etwas gefunden zu haben. Man sagt, rund fünfmal geht man suchen, einmal findet man etwas, so Zoidl.

Man lerne, die Anzeichen zu erkennen, wo man etwas finden könnte. Im Felsen seien zum Beispiel Quarzbänder typisch, es gebe dort oft Hohlräume, in denen könnte ein Kristall wachsen. Man müsse auch fit sein, man gehe stundenlang auf die Berge.


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Im Vordergrund der Koralm-Bohrkern, hinten im Blumentopf das lithiumhaltige Gestein

Einige Lieblingsstücke
Zu seinen Lieblingsstücken gehören ein Granat Hesonit aus der Weinebene, ein Bergkristall aus Heiligenblut oder ein Calcit aus der Steiermark - die Natur formt die ungewöhnlichsten Gebilde. Man müsse die Steine pflegen, stelle sie um, wo sie besser zur Geltung kommen. „Die liegen nicht einfach so herum.“


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Calcit aus der Steiermark

Mit 81 Jahren schürfte und sammelt Zoidl nicht mehr, er bewahrt nur mehr die Sammlung. Denn Steine und Kristalle sind ja etwas für die Ewigkeit.

Publiziert am 27.12.2018
Seit 45 Jahren von Steinen fasziniert
 

josef

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#31
Scherben bringen Glück - doch nicht für ihn
Erich Leitner ist Porzellansammler. In Pürgg würdigt er das im 15. Jahrhundert von Marco Polo nach Europa gebrachte „weiße Gold“ - und gibt besondere Einblicke in seine eindrucksvolle Schatzkammer.
Kaffee oder Tee aus einer Porzellantasse zu trinken, ist ein spezieller Genuss - denn Porzellan ist geruchs- und geschmacksneutral - und seine geringe Wärmedurchlässigkeit sorgt dafür, dass Kaffee & Co. immer schön heiß bleiben.


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Das wertvolle Porzellan ist auch als „weißes Gold“ bekannt

Doch einst war Porzellan ein Statussymbol - dem Adel vorbehalten. Umso mehr genießt der Steirer Erich Leitner heute seine eindrucksvolle Sammlung: Viele der Objekte wurden über Generationen vererbt, verstaubten jedoch schließlich, gerieten ins Vergessen und fanden sich schließlich auf Flohmärkten oder bei Händlern wieder.

Zwischen 4.000 Häferln und 2.000 Kannen
Eindrucksvoll sind die Namen der großen Porzellanmanufakturen, die sich bei Leitner aneinanderreihen: „Meissen, aus Ungarn Herend, aus der Tschechoslowakei Karlsbader. In Österreich gibt es dann noch Hutschenreuther und bis nach Mitteldeutschland gibt es kaum etwas, was nicht irgendwo hier herumsteht“, schmunzelt der Sammler.


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Herrn Leitners Reich besteht aus Porzellan - Zentimeter für Zentimeter

So beherbergt jeder Zentimeter des zweistöckigen Hauses ein Porzellanstück. 2.000 Kannen und weit über 4.000 Porzellanhäferln hat die Ehefrau von Erich Leitner über mehr als zwei Jahrzehnte gesammelt.

Und plötzlich war es die Vielfalt
Immer wieder fertigte Herr Leitner indes neue Regale, um die Sammelleidenshaft seiner Frau, die vergangenes Jahr verstorben ist, zu unterstützen: „Zuerst ging es ihr nur um die hochwertigen Stücke - dann war es einfach die Vielfalt“ - und so verleiht natürlich auch ein Kachelofen in Form einer Teekanne der Sammlung Wärme.


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Vor seinem Kachelofen in Kannenform präsentiert Leitner ein Lieblingsstück - er und seine Frau konnten die Dame kennenlernen, die die Kanne bemalt hatte

Bereits vor 3.000 Jahren erfanden die Chinesen das Weichporzellan - lange bevor man in Europa der Porzellanherstellung auf die Spur kam. Hartporzellan entdeckte 1708 der Alchimist Johann Friedrich Böttcher bei seinen Versuchen Gold herzustellen. Die großen europäischen Manufakturen erblühten daraufhin.

„Erst musst du die Idee dazu haben!“
Und obwohl sich feinste Zeugen höchster Handwerkskunst in der Privatsammlung finden, ist es die Kreativität dahinter, die Leitners Sammlerherz höherschalagen lässt: „Erst musst du ja mal die Idee dazu haben!“

Publiziert am 20.01.2019
Scherben bringen Glück - doch nicht für ihn
 
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