Kuriose und außergewöhnliche Sammelleidenschaften und Hobbys

josef

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#44
Historische Schiffsmodelle in Liefering
Der 79-jährige Heinrich Seidl aus Salzburg Liefering (Salzburg) ist ein Meister im Bauen von historischen Schiffsmodellen.
Schiffsmodelle bauen, das ist seit mehr als 50 Jahren die Leidenschaft von Heinrich Seidl. Dabei handelt es sich um originale, historische Schiffe aus verschiedenen Epochen – von den Columbusschiffen bis zu alten Schiffen, die heute noch im Einsatz sind, beschreibt Modellbaumeister Heinrich Seidl: „Das sind Frachtschiffe, Kriegsschiffe oder Walfänger. Oder das italienische Schulschiff Amerigo Vespuci, das gegenstück zu der deutschen Gorch Fock“.

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Heinrich Seidl baut seit mehr als 50 Jahren leidenschaftlich Schiffsmodelle

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Liebevoll geschnitztes Detail am Bug eines Schiffs

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Historische Columbusschiffe als Modellbau

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Jedes Detail fertigt der Modellbaumeister selbst an

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Für die meisten seiner Schiffe gibt es genaue Pläne

Solche Schiffsmodelle waren früher entscheidend dafür, welche Schiffe wirklich gebaut wurden. Daher gibt es auch detaillierte Pläne zum Nachbauen: „Das ist gerade das interessante. Da muss man mit dem Kopf arbeiten“.

Bis zu 10.000 Einzelteile
Ein großes Modell besteht aus bis zu 10.000 Einzelteilen. Daran arbeitet Heinrich Seidl drei bis vier Jahre. Alle Beschläge, alle Nägel, einfach alles macht der gelernte Tischler, Spengler und Dachdecker selber. Auch die Kanonen sind zum Teil selbst gegossen, sagt Seidl: „Die Lafette ist aus lauter Teilen zusammengesetzt, wie ein Original. Eine Kanone besteht aus 50-60 Teilen. In einem Schiff sind es aber leicht 40 bis 50 Kanonen“.

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Jede Kanone besteht aus rund 50 Einzelteilen. pro Schiff sind es 40-50 Kanonen

Segel mit Kaffee gealtert, Seile mit Schusterpech
Die Leinensegel hat Heinrich Seidl mit schwarzem Bohnenkaffee gealtert. Die Taue für die Wanten und die Seile sind mit Schusterpech und Bienenwachs überzogen, dann fein verknüpft und verspannt.
Viele Details sind so fein gearbeitet, dass man sie nur mit der Lupe sehen kann. Und ein Teil der filigranen Arbeit ist gar nicht zu sehen, schildert Seidl: „Innen ist ja auch alles ausgebaut. In der Kapitänskajute stehen Tische und Sessel. Die Wände sind vertäfelt.“
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#45
Velorabilia: Der etwas andere Fahrradkeller

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Fahrradkunst, -Kitsch und Kuriositäten soweit das Auge reicht verbergen sich in einem privaten Keller im Grazer Bezirk Gösting: Vor rund vier Jahrzehnten legte Walter Bradler den Grundstein für seine sogenannte Velorabilia-Sammlung.
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Ein etwas anderer Fahrradkeller
Sandra Suppan hat den Velorabilia-Sammler in seinem besonderen Reich in Graz-Gösting besucht und mit ihm über seine kunterbunte Leidenschaft gesprochen.
Nostalgische Bilder von Fahrrädern bedecken die Wände, winzige Radmodelle liefern sich auf den Regalen und in den Glasvitrinen ein Rennen um die Aufmerksamkeit. Knallbuntes Spielzeug, Dekoration, Tassen, Uhren, sogar Schokolade und unzählige alte Postkarten rund ums Rad präsentiert Walter Bradler in seinem museumsreifen Keller.
Abgezählt hat der Grazer seine zwei Kellerräume füllenden Stücke noch nicht – doch mittlerweile sei es schwer ein Stück zu finden, das nicht bereits seinen Platz in der Velorabilia-Sammlung gefunden habe. Für die Wortneuschöpfung hat Bradler übrigens das französische Wort für Fahrrad, „Vélo“, mit dem Begriff „Memorabilia“ verknüpft.

Unzählige Lieblingsstücke
Aber wie sammelt sich eine derartige Sammlung eigentlich an? „Ich bin immer schon passionierter Radfahrer gewesen, also im Alltag erledige ich alle Dinge mit dem Rad und habe mich auch immer schon für alles was mit dem Rad zu tun hat interessiert – und auf meinen Reisen immer wieder mal ein Stück mitgenommen“, erzählt Bradler, der sich seit vielen Jahren auch ehrenamtlich für die Radlobby ARGUS engagiert, um den Radverkehr zu verbessern.
Seine Sammlung ist im Laufe von rund vier Jahrzehnten stetig gewachsen; dank Freunden, der Familie, Flohmärkten aber auch dem Internet. Es stellt sich die Frage, welche Stücke ihm besonders ans Herz gewachsen sind.

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Ein Fundstück von einem Kölner Antikmarkt, das ein Künstler nach Vorlage seines eigenen Rads fertigte, hat es Bradler angetan

„Bei der Fülle ist es natürlich schwer von Lieblingsstücken zu reden – es gefällt mir ja alles! Aber es gibt auch das ein oder andere ganz besondere Stück – ein Radmodell vom Kunsthandel in Köln oder handgeschnitzte Skulpturen aus Afrika zum Beispiel“, so Bradler.

Räder und das Rad der Zeit
Beim Rundgang zeigt er, wie gut sich mit den teils historischen Radmodellen selbst das Rad der Zeit zurückdrehen lässt: „Ich habe eine ganze Serie von einem italienischen Verlag mit 88 Modellen, die die Geschichte des Fahrrads darstellen.“
Darunter findet sich etwa die Laufmaschine, die Karl von Drais 1817 entwickelt hat – der Vorgänger des heutigen Fahrrads: „Dann ist die Michauline – ein von Michaux entwickeltes Rad – gekommen, später das Hochrad, von dem man dann auf das Niederrad umgestiegen ist. Und so ist vor ca. 130 Jahren die Radform entstanden, die wir heute noch gebrauchen.“
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Eine Gleichgesinnte
Seine eigene Sammlergeschichte teilt Walter Bradler übrigens mit seiner Frau Maria: „Mir gefallen die Sachen ja auch – und es ist mir lieber, er sitzt im Keller als im Gasthaus“, lacht sie.

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Maria Bradler präsentiert ihre Lieblingsbastelei: ein Ostergeschenk für Fahrradfans, das 365 Tage im Jahr bestaunt werden kann

So unterstützt Maria Bradler ihren Mann auch tatkräftig – etwa, wenn sie kreative Fahrradmodelle bastelt – oder den Kochlöffel schwingt: „Dann gibt es Kekse in Fahrradform – oder auch Geburtstagstorten“ – und selbst der Kaffee, den das Paar serviert, schmeckt wunderbar – Fahrradhäferl dafür gibt es ja zur Genüge.

Reise in die Welt des Rads
Familie Bradler führt nach Absprache gerne kostenlos durch ihre umfangreiche Sammlung:
Sandra Suppan / steiermark.ORF.at
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#46
Wiener sammelt alte Aufzüge
Die historischen Aufzüge verschwinden nach und nach aus dem Wiener Stadtbild. Christian Tauß hat es sich zur Aufgabe gemacht, die teils hundert Jahre alten Holzkabinen zu sammeln und zu neuem Leben zu erwecken.
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Im Inneren von Wiens Jugendstilhäusern verbergen sich für Christian Tauß oft wahre Aufzugsjuwele. Seit zehn Jahren sammelt der gelernte Elektrotechniker nämlich Fahrstühle mit dem gewissen Charme.

Augenmerk legt er dabei zum Beispiel auf das verwendete Holz für die Kabine und die Steuerarmaturen aus Messing, „die über 100 Jahre funktioniert haben. Das macht für mich so diesen technischen Reiz ‚Historischer Aufzug‘ aus – gerade wo man heute ja eher nur mehr Plastik und kurzlebige Materialien kennt“, sagte Tauß.

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Derzeit sind in der Lagerhalle 14 Aufzugskabinen samt Zubehörteilen gelagert

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Der Paternoster aus der ehemaligen Creditanstalt-Zentrale am Schottentor ist der letzte Neuzugang in der Sammlung


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In Teamarbeit werden die Aufzüge restauriert


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Auch ein Aufzug aus einem Haus in der Heinestraße aus der Leopoldstadt findet sich in der Sammlung


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Eine mehr als hundert Jahre alte Messingsteuerarmatur


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Paternoster aus ehemaliger Creditanstalt-Zentrale
In einer Lagerhalle im Marchfeld in Niederösterreich sind derzeit 14 Kabinen samt Zubehörteilen untergebracht, die der 33-jährige Wiener von Hauseigentümern zusammengetragen hat. In Feinarbeit werden sie im kleinen Team restauriert. Der letzte Neuzugang in der Sammlung ist der Paternoster aus der ehemaligen Creditanstalt-Zentrale am Schottentor.
Ausbau und Transport waren ein schwieriges Unterfangen. „Die Einzelteile sind relativ schwer, und das Gesamtgewicht der ganzen Anlage beträgt vier Tonnen. Daher mussten wir die Gesamtanlage zerteilen. Da braucht man schon einen Lkw mit Autokran“, erzählte Aufzugsliebhaber Franz Jiskra, der das Hobby mit Tauß teilt.
Meist sind es Dachausbauten oder auch strengere, neue Gesetze, die die historischen Aufzüge in den vergangenen Jahren oft zum Wegwerfmobiliar gemacht haben. „So bin ich auch zu dem ganzen Thema gekommen, dass ich miterlebt habe, wie solche 100 Jahre alten Aufzüge plötzlich nur aus Häusern mit dem Brecheisen herausgeschlagen wurden und dann in der Schuttmulde geendet sind“, sagte Tauß.

Sammler will Aufzugscafe eröffnen
Die Rettung der Aufzüge lohnt sich für den Wiener aber nicht nur der Technik wegen. Es sind auch die vielen Geschichten dahinter, sagte er. „Da gibt es die Geschichte vom versteckten schlechten Zeugnis unter der Aufzugssitzbank. Oder dass der Schilling, der eigentlich für die Aufzugsfahrt gedacht war – früher hat man da noch Münzen einwerfen müssen – von den Kindern lieber für ein Eis ausgegeben wurde und sie dann zu Fuß gegangen sind“, so Tauß.
Eine neue Geschichte soll nächstes Jahr dazukommen. Tauß sucht derzeit in Wien einen Standort, um ein Aufzugscafe zu eröffnen. Kaffee trinken in alten Kabinen und ein Stück Wien von anno dazumal erleben, das will der Sammler möglich machen.
red, wien.ORF.at

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Lifestyle: Wiener sammelt alte Aufzüge
 

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#47
Wiener sammelte 113 Taxameter
Nikolas Karner hat für sein Hobby fast die ganze Welt bereist. Er sammelt in seiner Wohnung in der Josefstadt Taxameter und hat dort bereits 113 dieser Fahrpreisanzeiger untergebracht
„Es ist auf keinen Fall alltäglich“, sagt Karner über sein Hobby. Taxameter sind „etwas Besonderes, das vom Menschen erschaffen wurde. Das kann auch nur ein Mensch reparieren, es ist ein Unikat. Eines das schon viele Menschen transportiert hat.“ Das älteste Unikat ist schon 125 Jahre alt, von einem Wiener erschaffen und war auf einem Fiaker.

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125 Jahre ist der älteste Taxameter in Karners Sammlung

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Reparieren muss er sie selbst

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Das gefällt Karner auch an seinem Hobby

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Reparieren können die Unikate nur Menschen

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Für die Taxameter fliegt Karner durch die ganze Welt


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Indien lag genauso auf seiner Route...


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...wie Südamerika – wo er schon mal 17 Stunden unterwegs war


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Billig waren die 113 Stück sicher nicht


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Die Sammlung hat den Wert eines Kleinwagens


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Welches Exemplar, das lässt er im Interview offen

17 Stunden nach Buenos Aires für acht Taxameter
Nikolas Karner sammelt seit neun Jahren Taxameter aus Leidenschaft: „Grundsätzlich ist es so, wenn ich in ein Land reise, frage ich den Taxifahrer, wo ich einen Taxameter finde.“ Und er findet sie garantiert. Ob auf Hawaii, in Indien oder Polen. Für manche Prachtexemplare ist er sogar 17 Stunden lang geflogen. „Wenn ich nach Buenos Aires fliege, um dort acht Taxameter abzuholen, kostet mich der Flug alleine 1.000 Euro. Es hat einige so Reisen gegeben, wo ich nur hingeflogen bin, um sie persönlich abzuholen, weil sie sonst beim Transport beschädigt werden.“

Aber wenn er den Weg auf sich nimmt, dann muss der Zustand tadellos sein. Außerdem soll dass Taxameter mindestens 100 Jahre auf dem Buckel haben. 1.200 Euro hat das teuerste Stück gekostet, 80 Euro das billigste. „De facto kann man sagen, es ist ein Kleinwagen hier in dem Raum drinnen, welche Marke, lasse ich offen“, beschreibt Karner sein Hobby, das eben viel kostet, und viel Freizeit fordert.
07.08.2019, red, wien.ORF.at
Leute: Wiener sammelte 113 Taxameter
 
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