Lobau - Bunker und Tanklager

Ich vermute Du meinst den Hochstand der am Ende des ehemaligen Bahndamms (jetzt Forstweg) steht. Dort ist ein Ziegelhaufen und einige größere Betonbrocken. Ich vermute einen Zusammenhang mit den danebenliegenden Gleis (Bahnwärterhäuschen?)
Aber was dort auffällig ist sind die großen glasartigen Felsen die dort rumliegen, teilweise halb vergraben:
Anhang anzeigen 77008 Anhang anzeigen 77009
Kann wer von Euch sagen was das ist? Könnte es was mit dem danebenliegenden Areal (jetzt MA49 am Dechantweg ) zu tun haben? Dort ging ja auch das Gleis hin (lt. Karten zwischen ca 1940 und 1970)
Mir wurde erzählt das dort mal eine kleine Hütte stand aus Ziegeln. Die Steine sehen sehr seltsam aus. Vl hatte es was mit der Hütte zu tun. Ich habe jedoch keine aktuelle Telefonnummer von dem Herren. Er lebt hier in der Nähe hat einen langen weißen Bart und ist oft in der Lobau zu sichten. Vl trifft ihm ja jemand und kann ihm fragen ob er mehr weiß über diese Hütte. Oder gibt es luftaufnahmen wo die Hütte erkenntlich ist. Sie hat jedoch nicht mehr als 15qm gehabt.
 
Mahlzeit,

habe gerade das Buch "Rüstung in Österreich 1938-1945" von Norbert Schausberger aus der Bibliothek bekommen.
Schlage zufällig die Seite 83 auf und finde folgendes:
"Im Sommer 1941 ging noch ein weiteres Großprojekt seiner Vollendung entgegen. Am 17. August 1941 nahm die Ostmärkische Mineralölgesellschaft in ihrer Anlage im Neuen Ölhafen Lobau die Destillation von Rohöl mit einem Stündlichen Durchsatz von 30 t auf."
Die Dazugehörige Fußnote lautet: " Die Destillationsanlage stammte aus Pt. Jerome (MF, T77/750, 984810) und die Versorgung erfolgte mittels der ersten deutschen Rohöl-Fernleitung, Zistersdorf-Lobau, die am 19. Juni 1941 in Betrieb genommen wurde und eine kapazität von 250.000t jährlich erreichte. MF. T77/747, 979826.

Das nennt man Glück :cool:
Grüße
Ralf
 
Mahlzeit Geist,

danke für den Hinweis bezüglich Beitrag 99.
Jedenfalls habe ich mich gefreut beim Aufschlagen des Buches sofort etwas über meinThema zu finden.
Und ich finde es wichtig verschiedene Unterlgen zu haben den überall ist noch ein kleines Stück mehr Information drinnen.

Grüße
Ralf
 

josef

Administrator
Mitarbeiter
Dort wird geschrieben das der Bau an der Raffinerie Lobau 1943 eingestellt wurde.
Kann das Stimmen?
Nein, stimmt so nicht! Solche bunten Broschüren für Tagungen, Werbe- und Infoveranstaltungen usw. werden halt von irgend welchen PR-Agenturen bzw. Marketingleuten (-> im gegenständlichen Fall OMV Refining & Marketing) ohne tiefgreifende historische Kenntnisse und Recherchen zusammengestellt oder anderen oberflächlich gestalteten Unterlagen entnommen!

Dazu ein Kurzauszug aus
Feichtinger/Spörker; ÖMV - OMV Die Geschichte eines österreichischen Unternehmens (S.43)
zur Raffinerie Lobau:
Im Rahmen der Wirtschaftsplanung des Deutschen Reiches gründeten die deutschen Töchter der SHELL und VACUM OIL gemeinsam die "OSTMÄRKISCHEN MINERALÖLWERKE (OMW)". Diese errichtete in der Lobau ab 1939 eine Raffinerie. Die Standortwahl wurde durch den Bau des angrenzenden Ölhafens, den Planungen bzw. Baubeginn des dort abzweigenden Donau-Oder-Kanals und des WIFO-Tanklagers beeinflusst. Die Zufuhr des benötigten Rohöls wurde durch den Bau einer 60 km langen Pipeline aus dem Ölrevier um Zistersdorf gesichert. Die Abfuhr der Fertigprodukte erfolgte mittels Flussschifffahrt, Bahn und Straßentankwagen. Ab Juni 1941 wurde Zistersdorfer Rohöl destilliert, der Durchsatz erreichte bald 1.000 tato.

Nach Beginn der ersten Luftangriffe auf den Großraum Wien/Niederösterreich Mitte 1943 (-> WNF Wiener Neustadt...) wurde der geplante weitere Ausbau der Raffinerie Lobau gestoppt.

Bei schweren Luftangriffen am 16.06.1944 geriet die Rohöl-Tankgruppe und die Destillationsanlage in Brand und es folgten bis April 1945 laufend Bombenangriffe... mehr als 5.000 Bombeneinschläge wurden gezählt, der Zerstörungsgrad lag über 80%...


Roggendorf bei Melk (DACHS IV), Bruck bei Puchberg / Schneeberg (KUCKUCK)
Auch diese Vorhaben kamen nicht an den in der Broschüre genannten österreichischen Orten zur Ausführungen!
Die in Roggendorf geplante Anlage "DACHS IV" wurde in Osterode errichtet und die in der Gipsgrube bei Puchberg geplante Anlage "KUCKUCK" kam in die Stollenanlagen im "Kohnstein" (-> Mittelwerk...).
 
Guten Morgen,

wiedereinmal danke für deine Aufklärung, nun ist mir das mit der Baueinstellung im Jahre 43 klar.
Nun wären richtige Produktionszahlen interesannt. Bei einem mir vorliegenden Originaldokument zu Heckmanndestilation wird von 25 Arbeitstagen gesprochen pro Monat gesprochen, Rest ?
Also 1000t x 25 x 12 ergiebt 300.000 t im Jahr bei einem Benzingehalt von 12% im Zistersdorfer Rohöl ergiebt das 36.000t Benzin.
Im von dir zietierten Buch von Birkenfeld der Syntehtische Treibstoff fällt auf Lobau 250.000 Jahrestonnen.
Also immer wieder unterschiedliche Zahlen die Originale währen interesannt.

Grüße
Ralf
 

josef

Administrator
Mitarbeiter
Vielleicht ein RAW (Reichsbahnausbesserungswerk)?
Nein, kein RAW.
Habe das Gleis schon vor Jahren beim Kartenstudium entdeckt, dann darüber irgendwo mal etwas gelesen und im Langzeitgedächtnis als Baulager/Depot/Werkstätte einer großen Baufirma abgespeichert...
Kann aber nicht sagen, ob für Baustelle WIFO-Lager, Raffinerie oder Ölhafen, Donau-Oder-Kanal...?
Konnte leider "in der Schnelle" nichts in der Eisenbahnliteratur finden, werde aber dranbleiben!

lg
josef
 
Hallo, bin wieder mal bei einem Spaziergang in der Lobau über etwas gestolpert ;-)
Gleich neben den Gleis, dass am Öltanklager entlanggeht ist neben der Unterführung ein Gang/Tunnel. Die Oberkante des Betonierten Eingangs liegt ca auf Niveau der Gleise, also recht tief. Zuerst dachte ich an eine art Entwässerung, aber die Größe und Höhe des Tunnels (Mannshoch) lässt mich zweifeln. Auch ist am anderen Ende keinerlei Öffnung oder ähnliches erkennbar und das Bodeniveau deutlich höher. Leider hatte ich keine Taschenlampe dabei um das Innere zu erkunden.
IMG_5852.JPEG IMG_5849.JPEG lage.jpg

Seit Ihr schon drüber gestolpert bzw. wer hat eine Idee was das mal war?

lg Blacky
 
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