Luftschutz-Tiefbunker Wien 6., Esterhazypark

B

bunkertommy

Guest
#1
Ein nettes Hallo!
Es wird Zeit für mich,wieder mal einen Beitrag reinzustellen. Normalerweise durchquere ich bei der Suche nach Bunkern und Schauplätzen mit dem Motorrad Wälder und Wiesen, aber bei all dem Gemüse im Sommer geht das leider nicht. So hat mich der heutige,bewölkte Tag in den Luftschutzbunker Esterhazypark nach Wien Mariahilf verschlagen.
Der Bunker wurde im Herbst 1940 errichtet, verfügt über 44 Kammern, Gasschleusen, 2 Maschinenräume, Aufenthaltsräume, Toiletten und Waschräume, Erste Hilfe Räume und Vorratskammern. Es war Platz für 300 Personen. Der Belüftungsraum ist in Originalzustand voll und 1A erhalten! Heute wird die Bunkeranlage für das Foltermuseum genützt. Ein Besuch lohnt sich auf jeden Fall, allein wegen dem begehbaren Belüftungsraum. Ein paar Meter neben dem Abgang steht der Flakturm, der ebenfalls wegen dem "Haus des Meeres" begehbar ist. Da sicherlich viele Nachbarn aus Deutschland dieses Forum durchstöbern, möchte ich mit diesem Beitrag einen Ausflugtip geben, sollte mal jemand Urlaub in Wien machen.
Mfg.Thomas
 

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#4
@bunkertommy

Der Bunker wurde mit Sicherheit NICHT im Herbst 1940 errichtet. Zu diesem Zeitpunkt wurden in Deutschland erst die Weisungen für den Bau ziviler Luftschutzanlagen herausgegeben. Österreich war davon noch nicht einemal betroffen. Der Bunker wurde frühestens 1941/42 gebaut. Habe genaue Unterlagen leider derzeit nicht zur Vefügung.
1943 war der Bunker bereits fertig.

lg
Cerberus9
 
B

bunkertommy

Guest
#5
Hallo cerberus9!
In der Bunkeranlage ist auch die Geschichte des Bunkers dokumentiert und ausgestellt.Zahlreiche Original-Fotos zeigen den Bau der Anlage und der Baubeginn ist mit Herbst 1940 angegeben.Wann er fertiggestellt war,konnte ich nirgendwo lesen,benützt wurde er erstmals 1943.
Mfg.Thomas
 
S

Symlink

Guest
#7
Find ich insofern interessant, als mir die verwendete Schriftart ("Ruhe bewahren", "Gasschleuse...") recht modern vorkommt, so im Vergleich zu dem, was ich in anderen Bunkern/Flakturmen in Wien so sah.

S.
 

Geist

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#8
Am Donnerstag war ich auch erstmals im Foltermuseum und kann nur bestätigen, dass es interessant ist.
Falls jemand von den Wienern hier in einem Haus Baujahr 1385 wohnt, dann unbedingt mal in den Keller schauen, ob irgendwo Stellen an den Ziegelwänden sind, die sich vom Rest abheben. :D
 

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josef

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#10
Besuch im LS-Tiefbunker Esterhazipark,Wien 6.:

Am Samstag 10.02.2018 kam ich endlich einmal dazu, das Wiener Foltermuseum im LS-Tiefbunker unter dem Esterhazypark zu besuchen. Möchte zu den bereits bestehenden Beiträgen einige ergänzende Fotos hinzufügen:

Anmerkung:

Zum "Folter-Museum kommt in den nächsten Tagen ein eigener Bericht!

Teil 1:
  1. Die eher unscheinbare Einhausung des Stiegenabganges zum LS-Bunker bzw. Museum direkt neben dem Flak-Turm.

  2. Ein Blick vom Bunkereingang zum Flakturm verdeutlicht die Nähe der beiden Objekte zueinander.

  3. Erster Abschnitt des Stiegenabganges bis zu einer Plattform, von welcher der weitere Abstieg in die Tiefe im rechten Winkel erfolgt.

  4. Der weitere Abgang mündet abermals in einem im rechten Winkel abzweigenden Gang (-> Brechung von Druckwellen…).

  5. Schematische Darstellung des Bunkerzuganges über ein Stiegenhaus (ursprünglich je ein Abgang am schmalen Ende des in rechtekiger Form gestalteten Bunkers. Der heutige Zugang im Bunkergeschoss zum Vorraum des Museums wurde etwas abgeändert.

  6. Durch diese Stahltür gelangte man früher in die den eigentlichen Bunkerräumen vorgelagerte „Gasschleuse“.

  7. Die mittels gasdichten Stahltüren hermetisch verschließbare Gasschleuse.

  8. Kurzbeschreibung der „Gasschleuse“ – Wandbild.

  9. Nach dem Durchschreiten der Gasschleuse gelangte man in einen Vorraum, von den die Gänge mit den seitlichen zellenartigen LS-Räumen zum gegenüberliegenden Bunkerende führte. Heute ist dies der Gang zu den diversen Kammern mit Darstellungen von Foltergeräten bzw. Praktiken…

  10. Ein LS-Musterraum wurde als Erinnerung belassen bzw. eingerichtet und man kann akustisch den Ablauf eines Bombenangriffes miterleben.
 

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josef

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#11
Teil 2:

11. Von der Gasschleuse gelangt man auch in den noch erhaltenen Maschinenraum (von ehemals 2) für die Belüftung.
12. Beschreibung der Maschineneinrichtung zur Frischluftversorgung der LS-Räume über die Filter der „Schutzraumbelüfter“.
13. Erhalten gebliebene Filteranlagen.
14. Bei Stromausfall konnten die Filter mittels Handkurbel betrieben werden.
15. Firmenschild mit Hinweis auf das Baujahr 1941.
16. An der Bunkerdecke sind auch noch alte Rohrleitungen vorhanden.
17. Alte Elektroinstallationen…
18. Die Fluchttüre wurde sichtlich erst später aus der Betonwand herausgeschnitte
19. Werbetafel für LS-Bunkerequipment.
20. Werbeplakat für Leuchtfarben für dunkle Bunkerräume.
 

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josef

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#12
Teil 3.

21. bis 22. Kurzbeschreibung des Tiefbunkers.
23. Aushubarbeiten für den Bunker im Esterhazypark, Foto v. 14.12.40
24. Baustelle 14.02.41
25. Baustelle 25.03.41

(Fotos von Wandtafeln im Museum)
 

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#13
Sehr interessant, hab ich auch vor einigen Jahren besucht:D
Tolle Fotos mit ausführlicher Beschreibung, kann mich gar nicht mehr so genau erinnern an den Besucho_ODanke für die Auffrischung:)

Lg Michi
 
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