josef

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#21
Hafenanlagen in Linz

Da ich einige Mails und PN betreffend der Linzer Hafenanlagen bekommen habe, füge ich nachstehend eine Karte mit Erklärungen zu den Hafenbecken ein. Die Karte stammt aus den 50iger Jahren des vorigen Jahrhunderts (=> noch keine A7 mit Donaubrücke, noch keine Steyregger-Straßenbrücke,noch Streckenverlauf der Anbindung Mühlkreisbahn im Stadtgebiet, noch ein Gleis im Winterhafen usw.). Das 3. Becken im Stadthafen ist allerdings schon fertiggestellt.

In der Fließrichtung der Donau gab es zur Kriegszeit folgende Hafenanlagen:

Winterhafen: Kommando und Liegeplatz der Donauflottille (Marinesperrgebiet), => Winterhafen Linz
Werft Linz : => Schiffswerft Linz
Handels- bzw. Stadthafen: Von den geplanten 3 Becken wurden während der Kriegszeit 2 fertiggestellt, Lagerhäuser => Hafen Linz
Ölhafen: Tanklager mit entsprechenden Umschlageinrichtungen, Umschlaglände für Stickstoffwerke =>IG Farben - Stickstoffwerke Ostmark - Linz
Werkshafen der HGW (später VÖEST, heute voestalpine): Während der Kriegszeit war das Hafenbecken nur teilweise ausgebaggert, der Güterumschlag erfolgte an der Donaulände.
=> Hütte Linz der Reichswerke "Hermann Göring" A.G. - Linz
=> Eisenwerke Oberdonau - Linz
 

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W

Walter Ernhard

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#22
Noch weiter zurückgegriffen...

...der Linzer Winterhafen ist ein ehemaliger Fabriksarm der alten Donau.
Nur aos, damit ich auch mal etwas sag :D

Immer nur mitlesen macht ja auch keinen Spass.:schlecht:
 
O

ossi50

Guest
#23
Schwerölbunker

Die Bunkeranlage war nur von oben über Leitern in einem Schacht zu erreichen und wurde als Tank für Schweröl errichtet,innen ist er mit Blech ausgekleidet.Der klotzförmige bunker in der Hafenmitte war die Lade und Entladestation.(Daneben das Gebäude der derzeitigen Polizeihundestaffel)
Die grossen Tore wurden erst in den 60er jahren eingesprengt und das Restöl entsorgt(heute nicht mehr bezahlbar(umweltschutz)).Das ganze weis ich weil ich im Juli eine Führung des Jachtklubs mitmachte.Bei Interresse bitte beim Jachtklub (ganz hinten fragen):D
 
4

4030Linz

Guest
#24
Ich war kürzlich im Hafen und habe mir die Situation wieder einmal angesehen. Es gibt sogar noch einen Schacht abwärts in die Anlage, der (noch) unversperrt ist. Es geht ca. 5-7 Meter runter.
LG aus Linz
 
#25
Ich werd da jetz mal ganz legal reingehen (hab ja auch einen Schlüssel)
Wieso ich das früher nicht gemacht habe ? Fragt mich nicht

Außerdem weiß ich leider e nicht wie weit ich mit dem Bootshausschlüssel komme.
naja mal schaun
Ich werd dann aber sicher Fotos hochladen

MfG
Buchi
 
#26
Der Link hat sich leider zwischenzeitlich geändert und ist nun wie folgt zu den Fotos:
http://askoe-wsk-linz.at/joomla/index.php/bildergalerie/category/7-chronik

Lg

Hallo Simon,

vorerst einmal herzlich willkommen im Forum! Nun zu den Fragen:

Der Linzer Winterhafen und damit die Landzunge mit Damm als Abgrenzung zur Donau bestehen schon lange vor Ausbruch des 2. Weltkrieges. Der am Foto bei www.geheimprojekte.at gezeigte LS-Bunker ist, wie am Bild ersichtlich, auf der Hafenseite oberirdisch gebaut. Stromseitig ist jedoch ein begrünter Damm, der bis knapp unter die Bunkerdecke reicht. Dieser Damm mit befestigtem Promenadeweg ist sichtlich jüngern Datums. Ich nehme an, dass dieser Damm vor etlichen Jahren bedingt durch den Bau des unterhalb Linz liegenden Donaukraftwerkes Abwinden-Asten neuerrichtet wurde.

Wand- und Deckenstärke kenne ich nicht. In die „Tiefe“ dürfte die Anlage auch nicht gebaut sein, da ja sonst mit hohem Aufwand verbundene Vorkehrungen für den Hochwasserschutz nötig wären bzw. eine Abdichtung gegen das Grundwasser...

In Richtung „Hafenspitz“, der Einmündung des Hafenbeckens in die Donau, gibt es aber noch einige Bunkeranlagen, die mit Erde überdeckt, bzw. in den Damm eingebaut sind. Bei denen sind nachträglich große Toröffnungen ausgebrochen worden und sie werden als Abstellhallen für Boote verwendet.

Dazu ein Link zu einem Yachtclub, auf den Fotos ist die Lage eines Bunkers ersichtlich bzw. die Bauarbeiten für den Ausbruch einer großen Toröffnung:
http://www.askoe-wsk-linz.at/sites/chronik/chronik.htm

Vielleicht können die Forum-Kollegen aus OÖ. genaueres über die Bunkeranlagen berichten. Ich war 2002 einmal kurz vor Ort und verschaffte mir einen groben Überblick. Die Bunker werden heute, wie vorhin schon angedeutet, von diversen Ruder- und Yachtclubs genützt und sind natürlich abgesperrt.


Lg
josef
 

josef

Administrator
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#27
Linz - Winterhafen

:danke @hean11 für die Anpassung!

Muss auch eine Korrektur zum Beitrag #21 vornehmen:
Dort schrieb ich 2005:
Winterhafen: Sitz des Kommandos und Hauptliegeplatz der Donauflottille (Marinesperrgebiet),
Zwischenzeitlich hat sich einiges zum Marinestandort Linz geklärt (besten Dank an @Flakuntergruppe):

Da Kommando samt Liegeplätzen (an der Lände) befand sich in der ehemaligen Marinekaserne an der "Oberen Donaulände" im Linzer Stadtteil St. Margarethen.

Im Winterhafen befanden sich donauseitig die

- Marinestandortverwaltung
- Marine Baudienststelle
- Kieler Marineintentantur

und 4 große Schweröllagerbunker mit den zugehörigen Manipulationseinrichtungen.

Auf der Landseite des Hafenbeckens war und ist noch heute,
die Werft. Besonders interessant aus der Kriegszeit dazu ist die Aufrüstung der diversen Schiffe, welche von der Nordsee auf der Elbe nach Dresden, von dort am Landweg (Autobahn) nach Ingolstadt und auf der Donau nach Linz gebracht wurden. In der Werft erfolgte der Wiederaufbau der vorher abgebauten Deckeinrichtungen/Waffen usw., dann wurden die Schiffe u. auch U-Boote donauabwärts zum Einsatz ins Schwarze Meer gebracht!

lg
josef
 
#30
Aha .... bin gerade am durchforsten eures Forums ..... als ich den Thread durch hatte kam mir das Foto wieder in den Sinn.
Das es darüber schon was gibt hätte ich mir denken können. :)

lg
 

josef

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#31
Bunkeranlagen Winterhafen

Bei der Durchsicht von GE-Bildern zu den Linzer Bahn- und Hafenanlagen entdeckte ich auch interessante Details zum ehemaligen Marinestandort Winterhafen:

Übersicht Winter- und Handelshafen:
1618257133005.png
Rechts der Winterhafen: Im letzten Drittel der leicht verbreiterten Landzunge Richtung Hafenspitz befand sich das verbunkerte Tanklager. Landseitig gegenüber der Hafeneinfahrt befinden sich die Anlagen der Werft.
Bildmitte: Der Stadt- bzw. Handelshafen mit den 3 Becken aus der Kriegszeit. Die Richtung links anschließend vorgesehenen weiteren Becken wurden nicht gebaut. Die Länge der 3 Hafenbecken wurde in letzter Zeit verkürzt um Lagerflächen zu gewinnen.

Gesamtansicht Winterhafen:
1618257198969.png
Landzunge Donauseite: Links Bereich ehemaliger LS-Bunker, ex Marine-Gebäude und im letzten Drittel vorm Hafenspitz die damaligen Betriebsmittelbunker, heute Bootsabstellplätze.
Landseite: Links neue Verbauung und rechts anschließend an der Wasserseite des Hafenbeckens die Werfthalle mit der Helling und dahinter die Hallen der Firma Plasser & Theurer (Bahnbaumaschinen).

Luftschutzbunker:
1618257261523.png
Der LS-Hochbunker am Beckenende zwischen Donau und Hafenbecken. Einige Eingänge sind gut zu erkennen...

Details LS-Hochbunker mit teilweiser Überbauung:
1618257321065.png

Verbunkertes Tanklager:
1618257383067.png
Das "Innenleben" der überdeckten Tankanlagen wurde geräumt und in die meterdicken Betonwände wurden Toröffnungen herausgeschrämt um "gedeckte Abstellplätze" für die Winterruhe der Boote zu gewinnen...
 
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