Meteoriteinschläge in und um Österreich

josef

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#1
Meteoriteinschlag 1905 in Kroatisch Minihof

Weitgehend unbekannt ist ein 1905 erfolgter Meteoriteinschlag in Kroatisch Minihof im heutigen Burgenland (bis 1921 bei Ungarn):
Kroatisch Minihof: Vergessener Meteorit

Einen Meteoriteneinschlag gab es in Kroatisch Minihof. Dieser geriet aber in Vergessenheit.

Mitte Februar explodierte über Tscheljabinsk (Russland) ein Meteorit in Tausende kleine Stücke. Der Himmelskörper trat mit einer Geschwindigkeit von 18 Kilometern pro Sekunde in die Atmosphäre ein. Durch die Wucht der Explosion wurden 1.200 Menschen hauptsächlich durch geborstene Glasscheiben verletzt. Dennoch: Die Chance von einem Meteoriten verletzt zu werden, ist gering. Pro Jahr werden weltweit im Durchschnitt nur fünf Einschläge registriert.

Sieben Einschläge in Österreich
In Österreich gibt es nur sieben dokumentierte Meteoriteneinschläge. Darunter einer im Burgenland. Am 27. Mai 1905 um 10.45 Uhr schlug am Ortsrand von Kroatisch Minihof ein Meteorit mit einem Gewicht von einem halben Kilogramm in ein Feld ein.„Bei dieser kleinen Anzahl von Meteoriten ist natürlich jeder einzelne Meteorit, der in Österreich gefunden wird, eine Besonderheit für unsere Sammlung“ so der Kurator der Meteoritensammlung im Naturhistorischen Museum Franz Brandstätter.

Streit um Meteorit
Der Einschlag wurde von Arbeitern in einer nahe gelegenen Lehmgrube beobachtet. Sie bargen den Meteoriten. Dann aber begann ein Rechtsstreit zwischen dem Naturhistorischen Museum in Wien und dem ungarischen Nationalmuseum. Da das Burgenland damals zu Ungarn gehörte, musste das Naturhistorische Museum den Meteoriten nach Budapest abliefern. Nach 13-jährigem Hin und Her bekamen die Wiener wenigstens einen Splitter, der im Museum ausgestellt ist.

„Dieser Meteorit besteht aus Gesteinsmaterial, welches wiederum aus Mineralen, wie sie auf der Erde vorkommen, besteht. Aber er enthält auch metallisches Eisen, das man normalerweise Gesteinen nicht findet“, so Brandstätter.

Ausgestellt im Naturhistorischen Museum
Im Lauf der Jahre geriet der Meteorit von Kroatisch Minihof bei uns in Vergessenheit. „Wir sind gerade dabei eine Chronik für Kroatisch-Minihof zu erstellen. Bei den Recherchen hatte keiner von einem Meteoriteneinschlag gehört. Auch die Älteren können sich an so etwas nicht erinnern“, so Rudolf Sattovich von der Gemeinde Kroatisch Minihof.

Ein Splitter des Meteoriten von Kroatisch Minihof ist neben 1.500 anderen verschiedenen Himmelskörpern im Naturhistorischen Museum in Wien zu sehen. Diese Schausammlung ist die älteste und größte der Welt.
Quelle: http://burgenland.orf.at/news/stories/2575843/
 
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Harald 41

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#2
Komet-Sichtung

:danke Josef;
Von dem habe ich selber noch nichts gehört,aber weil das hier ein Astronomisches Thema ist hänge ich gleich was an habe vor ca. 30 min. einen Anruf bekommen, von einem Freund wegen eines Kometen der zur Zeit in Österreich sichtbar ist, hier ein Video vom Gaislachkogel im Ötztal.

http://tirol.orf.at/news/stories/2576134/

LG Harry

PS: Durch die stetig steigende Luftverschmutzung ist das nur mehr ein Hobby für richtige Männer, und Handschuhe sind hier fehl am Platz:D
 

josef

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#3
...auch in NÖ. zu sehen!

In NÖ. haben wir keine Dreitausender zum "Kometenschauen" und brauchen sie auch nicht:
Komet in Puchenstuben gesichtet
In Norden Europas ist er schon seit Tagen sichtbar, am Samstag war es auch in NÖ so weit. Ein Hobby-Astronom fotografierte den Kometen mit dem etwas sperrigen Namen „C/2011 L4 (PanSTARRS)“ in Puchenstuben (Bezirk Scheibbs).
Nachdem die Prognosen für eine Kometensichtung für den Samstag sehr optimistisch waren, machte sich der St. Pöltener Hobby-Astronom am Abend auf den Weg nach Puchenstuben in den Voralpen. „Das Beobachtungsfenster ist sehr kurz, man muss freie Sicht zur Sonnenuntergangsstelle haben“, sagt Franz Klauser gegenüber noe.ORF.at. Die Sonne ging in Puchenstuben um 18.10 Uhr unter, der Komet folgte dann um 19.45 Uhr.

Erstmals von Hawaii aus entdeckt
Der Schweifstern wurde am 6. Juni 2011 vom System „PanSTARRS“ - kurz für Panoramic Survey Telescope & Rapid Response System - auf Hawaii entdeckt, das den Himmel automatisch nach potenziell gefährlichen Asteroiden untersucht und dabei immer wieder auch neue Kometen findet.

Seine größte Annäherung an die Sonne, das sogenannte Perihel, erreicht der Komet am 10. März, wobei er sich auf einer Bahn bewegt, die fast senkrecht auf die Ebene steht, auf der die Erde die Sonne umkreist. Vor dem Perihel ist er daher am südlichen, danach am nördlichen Sternenhimmel zu sehen. Die geringste Distanz zur Erde wird in etwa der mittleren Entfernung Erde-Sonne und damit ungefähr 150 Mio. Kilometer entsprechen.

Gute Sichtbedingungen bis 23. März
Zwischen dem 16. und 23. März sollen sich nach Einschätzung der Experten der Wiener Arbeitsgemeinschaft für Astronomie (WAA) die besten Beobachtungsbedingungen bieten. Ab April soll der Komet die ganze Nacht zu sehen sein. Bis Ende Mai wird er dann auch immer höher steigen. Wermutstropfen für alle „Kometengucker“: Im Laufe der Wochen wird der Schweifstern zunehmend an Helligkeit verlieren - gute Sichtbarkeit soll es jedenfalls bis Ende März geben.

„C/2011 L4“ gilt als nicht-periodischer Komet, der so schnell nicht wiederkehren wird. Er stammt mit großer Wahrscheinlichkeit aus der Oortschen Wolke, einer Ansammlung von Gesteins-, Staub- und Eiskörpern unterschiedlicher Größe im äußersten Bereich des Sonnensystems, und benötigte möglicherweise Millionen Jahre in das innere Sonnensystem.

„Weihnachtsstern“ wird erwartet
„Panstarrs“ wird heuer aber nicht der einzige Komet sein, der von der Erde aus sichtbar ist. Einen „Weihnachtsstern“ könnte dem zu Ende gehenden Jahr nämlich der Komet „C/2012 S1 (ISON)“ bescheren. Er taucht Ende November am Morgenhimmel und Anfang Dezember auch am Abendhimmel auf und hat das Potenzial, mit freiem Auge gesehen werden zu können.
Quelle: http://noe.orf.at/news/stories/2575963/
 
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Diver

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#4
Achter Meteorit in Österreich gefunden!

Laut eines Zeitungsberichtes aus dem Jahr 2010 soll ein seltener Stein-Eisen-Meteorit in Bezirk Freistadt gefunden worden sein.

Wenn das stimmt hätten wir nun den achten Meteortien, welcher in Österreich gefunden wurde.:D

Leider habe ich bis jetzt keine wissenschaftliche Beschreibung über dieses Stück finden können und nehme daher an das es eine Falschmeldung war.

Desweiteren habe ich in diversen Fachforen und in NHM-Wien auch nichts hierüber in Erfahrung bringen können, außer das der Finder einen sehr "guten" Ruf in der Sondlerszene hat.:pueh:

Hier der Link zum Zeitungsbericht: http://archiv.print-gruppe.com/ausgabe.php?id=8130


Vielleicht weiß einer mehr darüber, würde mich Interessieren!

Lg Thomas
 
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Diver

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#5
Habe im November 2012 die Österreichischen Meteoriten im NHM Fotografiert und möchte Euch diese Zeigen.

Denke das diese zur Geschichte Österreichs dazugehören und einzigartig sind.

Das es schon den achten Meteoriteneinschlag gegeben hat, habe ich wieder bei meinen letzten Thread vergessen - Sorry

Der achte Einschlag war 2002 der Meteorit Neuschwanstein und der Fundort war Reutte in Tirol.

Weitere Informationen findet man unter:

http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Meteoriten_Österreichs

http://de.wikipedia.org/wiki/Neuschwanstein_(Meteorit)

Lg Thomas
 

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josef

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#7
Angeblicher Meteoritenfund im Inn (bayerische Seite...)

„Feuerball“ - Offenbar Meteoriten gefunden

Nachdem am 7. März ein Meteorit im Grenzgebiet zwischen Bayern und Oberösterreich niedergegangen ist, haben nun Linzer Hobbyastronomen Brocken gefunden, die „sehr wahrscheinlich“ von diesem stammen.

Erwin Filimon, der Obmann des Astronomischen Arbeitskreises Salzkammergut, bestätigte am Mittwoch einen entsprechenden Bericht der „Oberösterreichischen Nachrichten“.

Meteoritenortungskamera fotografierte „Feuerball“
Mehrere Augenzeugen aus Niederbayern alarmierten damals die Polizei, weil sie einen „Feuerball“ nahe des Isar-Atomkraftwerks bei Landshut gesehen hatten. Die Universitäts-Sternwarte in München bestätigte aber rasch, dass es sich bei der Himmelserscheinung um einen Meteor gehandelt hat.

Auch in Oberösterreich wurde das Phänomen registriert, die automatische Meteoritenortungskamera auf der Sternwarte Gahberg am Attersee fotografierte den Feuerball. Anhand dieser Bilder berechneten Wissenschafter des Astronomischen Instituts der tschechischen Akademie der Wissenschaften in Ondrejov mögliche Fundstellen eventueller Meteoriten. 15 Personen, darunter sechs Mitgliedern der Linzer Astronomischen Gemeinschaft, machten sich daraufhin auf die Suche.

„Einige Brocken in Inn gestürzt“
Einer der Linzer hatte Erfolg: Er soll am Wochenende auf bayerischem Gebiet nahe der Grenze zum Bezirk Braunau am Inn auf Meteoriten gestoßen sein. Sie werden noch in Labors analysiert, daher wollte Filimon vorerst noch nicht allzu viel dazu verraten. Nur soviel: Es sei „sehr wahrscheinlich“, dass es sich um Teile des Meteoriten von Anfang März handle.

Laut dem Linzer Astronomen Herbert Raab dürften einige Brocken in den Inn gefallen, die größeren aber auf der bayerischen Seite des Grenzflusse aufgeschlagen sein. „Ein Fund bei uns (in Oberösterreich, Anm.) ist leider nicht wahrscheinlich.“


Publiziert am 16.03.2016
Text u. Foto: http://ooe.orf.at/news/stories/2763234/

Foto v. 07.03.2016 - Sternwarte Gahberg am Attersee:
 

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josef

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#8
Vor 250 Jahren Meteorit-Einschlag bei Mauerkirchen in OÖ.:


Meteoritenfall im Deep Space des AEC

Am Dienstag vor 250 Jahren ist in Mauerkirchen (Bezirk Braunau) ein Meteroid vom Himmel gefallen. Zum Jahrestag widmen sich Landesmuseum und Ars Electronica Center dem historischen Ereignis.
Mit rund 30 Zentimetern Länge und etwa 15,6 Zentimetern Breite ist der Meteorstein von Mauerkirchen der bisher größte Meteorit, der auf dem heutigen Staatsgebiet von Österreich geborgen werden konnte. Auf österreichischem Gebiet wurden überhaupt nur acht Meteoritenfälle beobachtet, bei denen Meteoriten-Teile gefunden werden konnten und auch heute noch erhalten sind.

Deep Space Präsentation
Das mit fast sieben Kilogramm größte Teilstück des Mauerkirchner Meteoriten befindet sich in der Mineralogischen Staatssammlung in München und wird dem Oberösterreichischen Landesmuseum als Leihgabe für die Jubiläums-Aktionswoche zur Verfügung gestellt.

Während im Schlossmuseum bedeutende Bruchstücke des insgesamt knapp 21 Kilogramm schweren Meteoriten bewundert werden können, erwarten die Besucher im Ars Electronica Center Deep-Space-Präsentationen über das Thema „Meteoriten“ startet am 20. November.

Link:
Publiziert am 15.11.2018
Meteoritenfall im Deep Space des AEC
 

josef

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#10
Österreichische Meteoriten: 45 Kilo aus dem All
Meteoriten sind wertvoll und selten. Aus Österreich kennt man bisher nur sieben
Meteoriten kann man teuer bei Auktionen kaufen, mühsam suchen oder durch Zufall finden. Sie sind von hohem wissenschaftlichem Wert. "Meteoriten sind Zeitzeugen aus der Entstehungszeit des Sonnensystems. Sie haben ein Alter von über 4,5 Milliarden Jahren, das ist älter als die heute erhaltenen Gesteine der Erde", so der Meteoriten- und Impaktforscher Christian Köberl an der Universität Wien. Er ist Doktorvater des Meteoritenforschers Ludovic Ferrière und langjähriger Generaldirektor des Naturhistorischen Museums, das eine der größten Meteoritensammlungen der Welt besitzt.

Er selbst hat als junger Forscher in der Wüste und in der Antarktis Meteoriten gesucht, wobei er im Polbereich – dank der weißen Schnee- und Eisdecke – viel leichter hatte, dunkle Gesteins- oder Eisenmeteoriten zu finden. Auf herbstlichen Wald- und Wiesenflächen einen Meteoriten zu finden, der vielleicht ein paar Dezimeter im Durchmesser hat, gleicht der sprichwörtlichen Suche nach der Nadel im Heuhaufen. Dennoch gibt es auch von Privaten Funde, die oft versuchen, diese zu Geld zu machen. "Öffentliche Sammlungen können sich die horrenden Summen profitgieriger Finder meist kaum leisten, so bleiben diese Stücke der Forschung vorenthalten", bedauert Köberl.


Wie der Ybbsitzer Meteorit gefunden wurde …
Unter den einheimischen Meteoriten hat jener mit der Inventarnummer L 7496 in den Sammlungen des Museums, der Ybbsitzer Meteorit, eine der spannendsten Geschichten – er war ein Zufallsfund. Doch ganz zufällig war er auch nicht. Der Finder, der Geologe Wolfgang Schnabel von der Geologischen Bundesanstalt (GBA) in Wien, war ab den späten 1970er-Jahren mit der Kartierung des geologischen Kartenblattes Ybbsitz befasst. Das heißt: dichtes, systematische Begehen des Gebietes, Erfassen aller dort vorkommenden Gesteine und Eintragen auf einer Karte. Keine leichte Arbeit, im engen Raster über Wiesen, Felder, durch dichte Wälder zu gehen. Mit dabei ist stets der Geologenhammer. Mit einem gezielten Schlag werden Steine angeschlagen, zeigt doch erst die frische Bruchfläche die wahre Natur des Gesteins.

Detail der geologischen Karte 1:50.000 (Ybbsitz) mit der Meteoritenfundstelle.
Foto: GBA

Schnabel heute im Rückblick: "Da machst du deine Routinearbeit, findest etwas, was gar nicht in deinen engeren Bereich gehört – und plötzlich bist du in allen Zeitungen." Wie kam es dazu? Am 17. September 1977 war Schnabel auf dem Heimweg vom Prochenberg, der sich südöstlich von Ybbsitz (Niederösterreich) befindet. Er nahm eine Abkürzung durch den steilen Waldhang. An einer Stelle, wo er einen Gesteinswechsel von einer Kalk- zu einer Mergelformation vermutete, sah er sich die herumliegenden Gesteine im Detail an. Weiter im O-Ton von Schnabel: "Dabei fiel mir ein Stück mit etwa 20 Zentimetern Durchmesser durch seine braune Farbe und eigenartige Oberflächenbeschaffenheit auf, das sich von den umherliegenden Kalkstücken unterschied. Es ragte aus dem Waldboden heraus. Nachdem ich es ausgegraben hatte, überraschten mich sein hohes Gewicht und seine Härte. Nur mit Mühe schlug ich ein etwa ein Kilo schweres Stück mit dem Hammer ab."

… und wie der Meteorit ins Museum kam
Im Herbst 1979 schickte Schnabel dann einen Dünnschliff (zwei mal drei Zentimeter) von einem Stück dieses Gesteins für mikroskopische Detailuntersuchungen nach Salzburg zu Elisabeth Kirchner, sie ist Mineralogin an der dortigen Universität. Sie konnte eindeutig die extraterrestrische Natur des Stücks identifizieren. Die Sensation war perfekt! Im April 1980 begann die Suche nach dem verbleibenden Rest. An der Fundstelle war eine Forststraße gebaut worden, doch der Meteoritenrest steckte nach wie vor im Boden und konnte geborgen werden. In einer zweiten Suche mit Gero Kurat, dem damaligen Kurator der Meteoritensammlung des Museums, wurde eine Reihe von Bruchstücken geborgen.
Für Schnabel war stets klar, der Meteorit gehört ins Museum. Im Jänner 1981 erfolgte im Palais Rasumofsky, dem damaligen Sitz der GBA, die feierliche Übergabe. Direktor Felix Ronner übergab dem damaligen Ersten Direktor des Naturhistorischen Museums, Oliver Paget, den Meteoriten. Als Dank und Anerkennung erhielt Schnabel am 5. Dezember 2012 die Goldene Ehrennadel der Freunde des Naturhistorischen Museums. Anlass war die Wiedereröffnung des Meteoritensaals (Saal 5), wo es eine Vitrine mit österreichischen Meteoriten, darunter dem Ybbsitzer Originalfund von Schnabel, gibt. Die Fundstelle des Meteoriten ist auf der geologischen Karte 1:50.000 mit einem Stern gekennzeichnet.

Die sieben heimischen Meteoriten
Meteoriten werden nach ihrem Fundort bezeichnet. Die bislang gefundenen heimischen Meteoriten gehören zur Gruppe der Chondriten (Steinmeteoriten). Ihre Gesamtmasse beträgt rund 45 Kilo; rund 20 Kilo davon befinden sich in der Sammlung des Naturhistorischen Museums Wien, zu besichtigen im Meteoritensaal.
  • Ischgl, Tirol. Gefunden 1976 (Gesamtmasse: circa 1 Kilo)
  • Mühlau, Tirol. Gefunden 1877 (Gesamtmasse: circa 5 Gramm)
  • Mauerkirchen, Oberösterreich. Gefallen 1768 (Gesamtmasse: circa 19 Kilo)
  • Prambachkirchen, Oberösterreich. Gefallen 1932 (Gesamtmasse: 2,13 Kilo)
  • Ybbsitz, Niederösterreich. Gefunden 1977 (Gesamtmasse: circa 15 Kilo)
  • Lanzenkirchen, Niederösterreich. Gefallen 1925 (Gesamtmasse: circa 7 Kilo)
  • Minnichhof, Burgenland. Gefallen 1905 (Gesamtmasse: circa 550 Gramm)

Die Wiener Meteoritensammlung im 18. und 19. Jahrhundert
Die Meteoritensammlung des Naturhistorischen Museums beginnt mit einem Fund aus der Mitte des 18. Jahrhunderts. Als am 26. Mai 1751 bei Hraschina in der Nähe der kroatischen Hauptstadt Zagreb, dem damaligen Agram, ein rund 40 Kilo schwerer Eisenmeteorit fiel, forderte Kaiser Franz I. Stephan, der Mann Maria Theresias, einen Bericht über den Meteorfall und ließ den Meteoriten nach Wien bringen. Der Meteorit von Hraschina wurde zum "Gründungsmeteoriten" der kaiserlichen Sammlung, die heute den Grundstock des Naturhistorischen Museums bildet. Naturgemäß wuchs in Wien auch das wissenschaftliche Interesse an Meteoriten. Paul M. Partsch (1791–1856), Sammlungskustos, veröffentliche 1843 einen ersten gedruckten Meteoritenkatalog. "Die Meteoriten: oder vom Himmel gefallenen [sic!] Steine und Eisenmassen im k. k. Hof-Mineralien-Kabinette zu Wien" im Untertitel: "Beschrieben und durch wissenschaftliche und geschichtliche Zusätze erläutert". Der erwähnte Hraschina-Meteorit ist unter Nummer 77, "Agram", beschrieben.


Haidingers Darstellung des Meteoritenfalls von Hraschina im Jahre 1751.
Foto: GBA

Einige Jahre später widmete Wilhelm Haidinger (1795–1871), Gründungsdirektor der k.k. Geologischen Reichsanstalt (1849), dem Hraschina-Meteorit eine große Arbeit. Haidinger hatte als Mineraloge eine Reihe von Meteoriten wissenschaftlich untersucht und gehört zu den frühen Forschern extraterrestrischer Gesteine. Merkwürdig fand er, dass der Stein bereits um 18 Uhr fiel, das Leuchten der Feuerkugel aber "erst gegen 22 Uhr, als es dunkel wurde", verschwand. Dargestellt hat er dieses Phänomen, das er Archivunterlagen entnahm, mehr als hundert Jahre später auf einer Tafel in seiner wissenschaftlichen Arbeit von 1859.
(Thomas Hofmann, 2.12.2020)

Thomas Hofmann ist Leiter der Bibliothek, des Verlags und des Archivs der Geologischen Bundesanstalt und freier Autor. Zuletzt erschien: "Abenteuer Wissenschaft" (Böhlau, 2020).

Zum Thema
Literaturhinweise
Brandstätter, F., Ferrière, L. & Köberl, C. (2012): Meteoriten – Zeitzeugen der Entstehung des Sonnensystems. – 263 S., Edition Lammerhuber & Naturhistorisches Museums Wien.

Haidinger, W. (1859): Der Meteoreisenfall von Hraschina bei Agram am 26. Mai 1751. – Sitzungsberichte der kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Mathematisch-Naturwissenschaftliche Classe, 35, 361-388, Wien.

Partsch, P. (1843): Die Meteoriten: oder vom Himmel gefallenen Steine und Eisenmassen im k. k. Hof-Mineralien-Kabinette zu Wien: Beschrieben und durch wissenschaftliche und geschichtliche Zusätze erläutert. – XII + 162 S., Prandel & Comp., Wien.

Ruttner, A. & Schnabel, W. (1988): Geologische Karte der Republik Österreich 1:50.000, Ybbsitz 71, Geologische Bundesanstalt, Wien.

Schnabel, W. (1985): Fund- und Entdeckungsgeschichte des Meteorits von Ybbsitz. – Annalen des Naturhistorischen Museums in Wien, Serie A, 87, 1-9, Wien.

Österreichische Meteoriten: 45 Kilo aus dem All - derStandard.at
 

josef

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#11
Als Steine über Europa regneten
Vor rund 15 Mio. Jahren ist ein Asteroid in Süddeutschland eingeschlagen. Dort verursachte er nicht nur einen Krater, sondern ließ auch Steine über Mitteleuropa regnen. 180 Kilometer vom Krater entfernte Überbleibsel davon haben Forscherinnen und Forscher nun untersucht.

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Das Ergebnis des Impakts eines geschätzt mindestens einen Kilometer großen Asteroiden ist das im Durchmesser rund 24 Kilometer große Nördlinger Ries. Bei der Struktur handelt es sich um einen der meisterforschten unter den heute rund 200 bekannten Einschlagskratern auf der Erde.

Chemischer Fingerabdruck
Bereits im Jahr 2012 hoben Forscherinnen und Forscher in der Nähe von Bernhardzell im Osten der Schweiz Gesteinsproben, die mit dem für die Region zur damaligen Zeit äußerst prägenden Einschlag in Verbindung stehen. Danach analysierten sie die Ursache für die Entstehung des rund zehn Zentimeter dicken „Blockhorizonts“ in den dortigen Gesteinsschichten, wie der Meteoritenexperte Ludovic Ferrière vom Naturhistorischen Museums Wien (NHM) Wien erklärte. Diese dort zugängliche Ablagerung hebt sich nämlich deutlich von dem sonstigen Gestein ab. Sie enthält auch die für Asteroideneinschläge typischen sogenannten Strahlenkegel.

Unter anderem mittels chemischen- und Isotopenanalysen wurde nun das Alter der Struktur und deren Zusammensetzung im Sinne eines „Fingerabdruckes“ ermittelt. Obwohl der Ries-Einschlag und seine Auswirkungen immer wieder im wissenschaftlichen Fokus stehen, „gibt es noch viel darüber zu lernen“, ist Ferrière überzeugt. So ließ sich erst in den vergangenen Jahren der große Knall nun sehr präzise vor 14,8 Millionen Jahre datieren. Dabei helfen moderne Analysen von Auswurfmaterial in mehreren Gegenden Mitteleuropas. So wurden etwa auch in Niederösterreich sogenannte Tektite (Moldavite) gefunden. Das sind seltene, wenige Zentimeter kleine grüne Glasstrukturen, die im Zuge des Ries-Einschlages vor allem im heutigen Tschechien herabregneten.

APA/NHM WIEN/A. SCHUMACHER
Polierter Anschnitt eines Moldavit (gefunden 2003; Bezirk Hollabrunn, Niederösterreich, in Kunstharz eingegossen).

Geschockter Quarz in weiten Teilen Europas
Neben den Strahlenkegeln fand das Team in der Ostschweiz einen weiteren „rauchenden Colt“. In der nun im Fachmagazin „Scientific Reports“ veröffentlichten Arbeit zeigte man, dass es sich hier um Auswurfmaterial in Form von „geschocktem Quarz handelt, den wird mit dem Ries in Verbindung bringen konnten“, erklärte Ferrière.

Die Entfernung der Rückstände dieses Materialniederschlages derart weit weg vom eigentlich „relativ kleinen Krater“ zeige, wie groß die Auswirkungen des Asteroiden zumindest auf weite Teile Europas waren. „Die Konsequenzen waren durchaus nicht vernachlässigbar“, so der Wissenschaftler, der in der Folge auch nach noch weiter entfernten Relikten etwa Frankreich oder in Italien suchen möchte. Die neuen Erkenntnisse werden auch dabei helfen, die Modelle über den Ablauf des Ereignisses zu verbessern.

Auch in Österreich müssten sich noch deutlich mehr als die wenigen bisher gefundenen und teils im NHM ausgestellten Moldavite finden lassen, ist Ferrière überzeugt. Hier handelt es sich um unter großem Druck und Hitze umgeformtes Material aus den oberen Schichten der Einschlagstelle, das über Hunderte Kilometer geschleudert wurde.

Sponsoring-Initiative für Ausstellung
Insgesamt sind solche Tektite sehr rar: Sie wurden bisher gar nur im Umkreis von vier Einschlagevents weltweit gefunden. Die seltensten darunter tauchten bisher in der Elfenbeinküste auf. Sie entstanden bei der Bildung des Bosumtwi-Krater im heutigen Ghana vor rund einer Million Jahre.
Der Kurator möchte diese raren Überbleibsel nun durch eine Sponsoring-Initiative für die Sammlung und Ausstellung im NHM erwerben. Darunter findet sich auch der mit einem Gewicht von über 76 Gramm bisher größte gefundene Vertreter seiner Art, der für rund 9.500 Euro zu haben ist. „Diese drei angebotenen Exemplare wären wirklich zum Herzeigen gedacht. Ich würde es nicht wagen, sie für die Forschung aufzuschneiden und zu zerstören. Das ist wirklich wie ein Picasso oder Klimt für ein Museum“, sagte Ferrière.
08.04.2021, red, science.ORF.at/Agenturen

Mehr zu dem Thema:
Als Steine über Europa regneten
 

josef

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#12
Erster Eisenmeteorit in Österreich gefunden
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Ein in der Nähe von Innsbruck gefundener Eisenmeteorit ist von der Universität Innsbruck untersucht worden. Dieser 4,5 Milliarden Jahre alte und vier Kilogramm schwere Stein ist der erste jemals in Österreich gefundene Eisenmeteorit. Insgesamt gab es in den letzten 250 Jahren erst neun Meteoritenfunde in Österreich.
Online seit heute, 9.44 Uhr
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Die Universität Innsbruck bestätigte den Fund dieses außergewöhnlichen Meteoriten, der in der Nähe von Innsbruck gefunden wurde. Der etwa vier Kilogramm schwere Findling aus dem All sei der erste wissenschaftlich gesicherte Eisenmeteorit-Fund in Österreich, so Jürgen Konzett vom Institut für Mineralogie und Petrographie. Er erhoffte sich Hinweise auf dessen Herkunft sowie Einblicke in Entstehungsprozesse unseres Sonnensystems.

Universität Innsbruck
Eisenmeteorit in der Nahaufnahme

Österreichweit erst neun Meteoritenfunde bestätigt
Dass sich ein vermeintlicher Meteoriten-Fund tatsächlich verifizieren lässt, komme laut Konzett nicht oft vor. In Tirol wären bisher überhaupt erst drei Funde wissenschaftlich bestätigt worden, in ganz Österreich seien es in den letzten 250 Jahren neun gewesen.

Das rundliche, metallisch glänzende Objekt, das der Finder – der nicht genannt werden möchte – Ende April an das Institut für Mineralogie und Petrographie der Universität Innsbruck brachte, habe man aber aufgrund seiner Oberflächenstruktur auf den ersten Blick als Meteoriten erkennen können, berichtete der Mineraloge in einer Aussendung der Universität.

Universität Innsbruck
Der Eisen-Meteorit, der in der Umgebung von Innsbruck entdeckt wurde, ist der erste wissenschaftlich bestätigte Fund in Österreich.

Meteoriten so alt wie Sonnensystem
Um den wissenschaftlichen Beweis anzutreten und um weitere, unter anderem mikrochemische und spektroskopische Analysen durchführen zu können, hätten die Wissenschafter eine Probe des Meteoriten genommen. Meteoriten seien mit wenigen Ausnahmen so alt wie unser Sonnensystem selbst, also etwa 4,55 Milliarden Jahre, sagte Konzett. Wie lange der nun gefundene bereits auf der Erde liegt, sei unklar.
Für Wissenschafter unterschiedlicher Disziplinen seien Meteoriten wie eine Zeitkapsel, die Informationen über die Prozesse der Geburt unseres Sonnensystems beinhaltet. „Das sind Informationen, die man aus keinem irdischen Gestein beziehen kann“, erklärte der Mineraloge. „Das Gefühl, etwas in den Händen zu halten, das Milliarden Jahre im Weltall unterwegs war, ist schon etwas Besonderes“, betonte der Wissenschafter.
04.05.2021, red, tirol.ORF.at

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Erster Eisenmeteorit in Österreich gefunden
 
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