Mythenhafte Plätze usw. im Dunkelsteinerwald (Niederösterreich)

josef

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#1
Geheimnisvolle „Sieben Marksteine“ im südöstlichen Dunkelsteinerwald:

An einem alten Weg, dem „KremserSteig“, der den östlichen Dunkelsteinerwald von Nord nach Süd, von Mautern an der Donau nach Oberwölbling, quert, liegen die „Sieben Marksteine“.

Dazu ein Ausschnitt eines Wanderberichtes aus dem „Standard“:
Südlich von Mautern, direkt an dem durch den östlichen Dunkelsteiner Wald führenden Kremser Steig, liegen die Sieben Marksteine, die Heimatforschern und Wissenschaftlern Rätsel aufgeben.
An die zwanzig Felsblöcke, von denen einige nicht mehr in der ursprünglichen Lage sind, bilden zwei Steinreihen, deren Zweck bisher nicht geklärt wurde. Möglicherweise ist die Anlage uralt und geht bis auf die Keltenzeit zurück, in manchen Beschreibungen jedenfalls scheinen sie als „keltische Kultstätte“ auf, da in der Gegend viele Funde aus dieser Zeit gemacht wurden.
Eine Visierlinie zur Kalenderbestimmung – wie manche meinen – sind die Marksteine kaum, da die in NO-SW-Richtung verlaufende Reihe eine leichte Krümmung aufweist. Es fällt auf, daß sie in _einem kleinen Graben (mit Wall?) stehen, auf angeblich „energiereichem“ Grund. Nachdenklich stimmt die Zahl sieben, obgleich es wesentlich mehr Steine sind.


Sieben gilt als vollkommene und heilige Zahl. Es gibt sieben Gaben des Heiligen Geistes, sieben Sakramente, sieben Tugenden, sieben Hauptsünden und sieben Bitten im Vaterunser. Sieben Priester mit sieben Widderhörnern umkreisten an sieben Tagen Jericho, ehe die Mauern der Stadt einstürzten. Nicht zu vergessen das „Buch mit den sieben Siegeln“.

Was immer die Sieben Marksteine bedeuten, sie sind eine Bereicherung der Wanderung, besonders wenn man zum Spekulieren neigt…
Keine spektakulären Objekte, aber doch etwas mystisch… einige Fotos aus 2006:
 

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josef

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#2
Oberbergern - Waldkapelle zur "Toten Frau" und Wegkreuz zum "Toten Mann"

Waldkapelle zur "Toten Frau" bei Oberbergern:

Nach einer Wanderung von ca. 1 Stunde von Oberbergern Richtung Süden am NÖ. Weitwanderweg 06 Nebelstein-Mariazell erreicht man die Waldkapelle zur "Toten Frau". Sie erinnert an den Raubmord an einem auf Wallfahrt befindlichen Ehepaares aus St. Pölten im Jahre 1603...

Dazu gibt es folgende Sage:
An diese Kapelle knüpft sich eine Sage, die im Zusammenhang mit der Langegger Kirche steht. Eine Wallfahrt in dem damals undurchdringlichen Dunkelsteinerwald muss in alter Zeit ein gefahrvolles Unterfangen gewesen sein und die Sage berichtet auch dementsprechend von einem Ehepaar aus St. Pölten, das zu Beginn des 17. Jahrhunderts für die Gesundung ihres einzigen Kindes in Langegg beten wollte. Eine Räuberbande habe den Mann ermordet, die Frau aber hätte sich als letzten Wunsch ein Gebet an der Stelle des Weges erbeten, von der aus die Langegger Kirche sichtbar gewesen sei. Nach Erfüllung dieses letzten Wunsches sei auch sie von der Räuberbande getötet worden, doch das Kind sei zur selben Stunde gesundet. An dieser Stelle befand sich eine Eiche mit einem Bild, das als wundertätig verehrt wurde. Im Jahr 1803 fällte man die Eiche und baute an ihrer Stelle eine Kapelle.
Quelle: http://www.pfarre-paudorf.com/html/aus_den_nachbarpfarren.html

Einige weitere 100 m südlich der Kapelle erinnert ein Wegkreuz zum "Toten Mann" an den Tatort der Ermordung des Mannes -> siehe Folgebeitrag...
 

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#4
Lindwurmkreuz bei Oberwölbling

An der Straße von Oberwölbling nach Paltmühl bzw. Wolfenreith befindet sich das "Lindwurmkreuz".

Zur Errichtung gibt es folgende Sage:
Das Lindwurmkreuz - A-3124 Wölbling
Einst gingen Wallfahrer von Statzendorf nach Maria Langegg. In Wölbing hielten sie Rast und stillten im Gasthaus Durst und Hunger. Die frommen Pilger saßen im Gasthaus, indes eine arme Frau, die nicht einkehren konnte, da ihr das Geld dazu fehlte, einstweilen allein des Weges weiterzog. Als sie auf der Straße nach Wolfenreith an die Stelle kam, wo heute das Lindwurmkreuz steht, kroch plötzlich aus dem Gelände neben der Straße ein Lindwurm, der seinen fürchterlichen Rachen weit aufsperrte. Vor Angst floh das Weib in den Wald und kletterte auf einen Baum. Dort oben rief sie nun um Hilfe. Bei ihrem Ausruf: "Heilige Maria von Langegg, hilf mir! Hilf!" erschien diese und zertrat dem Lindwurm den Kopf. Die Frau war gerettet. Zum Angedenken an diese wunderbare Rettung errichtete man später, das Lindwurmkreuz, auf dem noch heute die Frau und der Lindwurm abgebildet zu sehen sind.
Quelle: Schüler der Schule Geyersberg, in "Geschichten und Sagen des Kremser Bezirkes, 1952"

Tatsächlich handelt es sich bei dem 1677 errichteten Kreuz um ein Urlauber- oder Wallfahrerkreuz! Solche Kreuze oder Marterl markieren Punkte, von denen man den ersten bzw. letzten Blick auf eine Wallfahrtskirche hat. Im gegenständlichen Fall handelt es sich um Maria Langegg. Heute ist jedoch durch die hohen Bäume der Blick zur Mr.Langegger Kirche vom Lindwurmkreuz aus versperrt...
 

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josef

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#5
"Sieben Gräber" bei Oberbergern

Direkt am "Jakobsweg" (Abschnitt Göttweig-Melk) bzw. am "Welterbesteig Wachau" liegen im Bereich zwischen der "Bergerner Höhe" und dem "Roten Kreuz" die unspektakulären Hügel der "Sieben Gräber". Einige kleine laubbedeckte Hügel und seichte Gräben, die von unzähligen Grabungen stammen, weisen auf die illyrisch-keltischen Hügelgräber hin. Die Fotos stammen von der heutigen Herbstwanderung von Bergern zum Seekopf.
 

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josef

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#6
"Altmanni-Bründl" in Steinaweg

Im Fladnitztal bei Steinaweg (Gemeinde Furth bei Göttweig) befindet sich das „Altmanni-Bründl“. Zu der in Stein gefassten Quelle und einer später errichteten Bildsäule aus 1621 auf einer Wiese knapp oberhalb des linken Fladnitzufers gibt es folgende Sage:

Einst zogen 3 junge Studenten durchs Land und labten sich mit dem Wasser der Quelle am Rande des Dunkelsteinerwaldes. Danach schöpften sie bei einem kurzen „Nickerchen“ Kraft für die weitere Reise. Im Traum hatten alle 3 die Vision, später Bischof zu werden und ein Kloster zu gründen. Nach dem Erwachen gelobten die jungen Männer, die geträumten Visionen in die Tat umzusetzen. So wurde Altmann später Bischof von Passau und gründete 1083 in Sichtweite der Quelle das Stift Göttweig. Adalbero gründete als Bischof von Würzburg 1056 Stift Lambach im heutigen Oberösterreich und Gebhard als Erzbischof von Salzburg 1074 das Stift Admont in der Steiermark.

1. Steg über die Fladnitz vom "Welterbesteig" aus.
2.-4. Das Altmanni-Bründl.
5.-6. Blick auf Stift Göttweig vom Platz vor dem Bründl.

Bilder v. 10.11.2014
 

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#7
Nachbau eines keltischen Steinkreises in Geyersberg

In Geyersberg, einer Katastralgemeinde von Bergern im Dunkelsteinerwald errichtete Prof.Wilhelm Cerveny zwischen 1988 und 1999 die Nachbauten eines Keltisch-megalithischen Steinkreises, eines steinernen Kalenderbauwerkes und eines Nemeton-Heiligtums der Kelten.
Megalithisch: Steinkreis, Steinallee und Dolmen.

Keltisch: Verarbeitete Elemente der keltische Gedankenwelt in Zeichen,
Anpflanzungen und Zahlensymbolik.

Der Schattenwurf zeigt den Winteranfang, wenn der Schattes des Südsteines den Kreismittelpunkt erreicht.
Hauptsteine des Kreises sind kompassgenau Nord-Süd Ost-West ausgerichtet
und zeigen durch den Schattenwurf der Steine auf +/- 1 Minute genau
den Beginn der Jahreszeiten an.
http://www.nesselstauden.at/Dorferneuerung/html/Dorferneuerung/index.htm

Die Fotos stammen vom herbstlichen 26.11.2014 - Teil 1:
 

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#10
Friedrichsfelsen und Hoher Stein

Auf dem nördlich von Maria Langegg in Richtung Donau befindlichen Bergrücken (600 – 700 m) befinden sich einige markante Felsformationen. So auch der „Friedrichsfelsen“ und der „Hohe Stein“. Gestern unternahmen wir dorthin eine Frühlingswanderung:

1. Blick über den westlichen Dunkelsteinerwald oberhalb Maria Langegg nach SW in richtung Voralpen.
2. -3. Der „Friedrichsfelsen“
4. Tiefblick nach Norden zur Donau bei Spitz.
5. Hinter einem Bergrücken erkennt man die am linken Donauufer bei Spitz gelegene Ruine Hinterhaus. Dahinter die am Eingang des „Spitzer Grabens“ gelegenen Weinterrassen.
6. Der markante Felsturm des „Hohe Steins“ (Besteigung über Klettersteig möglich).
 

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#14
...und Steinmandl am Weg zum Waxenberg

Am Weg zum Hausberg von Paudorf am Ostrand des Dunkelsteinerwaldes, dem 499 m hohen Waxenberg, steht ein einsames "Steinmandl"...

1. - 2. Das Steinmandl
3. Das Gipfelkreuz des Waxenberges
4. Vom nordöstlich gelegenen Nachbarberg grüßt das "Stift Göttweig" herüber
5. Im Süden erkennt man am Horizont die "Niederösterreichisch- steirische Kalkalpen" mit dem wolkenverhangenen "Schneeberg"...
6. ...und Bäume verhindern gegen Westen die freie Sicht zum höchsten Berg im Gemeindegebiet von Paudorf, dem "Statzberg" (580 m).

(Fotos v. 02.03.2016)
 

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#15
Urgewalt...

Beim Pilzesuchen im Dunkelsteinerwald entdeckten wir die Spuren eines Blitzeinschlages in eine Fichte. Aus dem Baumstamm mitten im Hochwald wurde vom Wipfel bis ganz knapp über Bodenniveau ein Keil herausgerissen und teilweise bis zu 15 m weit weggeschleudert. Kleinere Holzsplitter sind im Umkreis von bis zu 30 m um die Einschlagstelle zu finden, abgeschälte Rinde hängt im Geäst der Nachbarbäume...

Solches "Anschauungsmaterial" macht erst bewusst, welche enormen Energien so ein Blitz innerhalb von Sekundenbruchteilen freisetzt :spock:
 

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josef

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#16
Frostiger Nachmittag im Dunkelsteinerwald

Nicht nur im Leithagebirge herrschen der Jahreszeit entsprechend Temperaturen, auch im Dunkelsteinerwald gab es heute Nachmittag frostige -8° :)

Der alte "Waldschratt" und seine Umgebung im Winterkleid:
 

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josef

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#17
...nicht mystischer, sondern tierischer Dunkelsteinerwald:

Bei meinen Streifzügen durch den Dunkelsteinerwald hatte ich bisher meist nur indirekten Kontakt mit "Schwarzkittel" in Form von "Wühlspuren" am Waldboden!
Am Samstag hatte ich eine direkte Begegnung mit einer Rotte...
ich unterließ eine weitere Erkundigung nach Spuren einer WK I - Stellung und zog mich mit dem nötigen Respekt zurück...
 

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Geist

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#18
...nicht mystischer, sondern tierischer Dunkelsteinerwald:

Bei meinen Streifzügen durch den Dunkelsteinerwald hatte ich bisher meist nur indirekten Kontakt mit "Schwarzkittel" in Form von "Wühlspuren" am Waldboden!
Am Samstag hatte ich eine direkte Begegnung mit einer Rotte...
ich unterließ eine weitere Erkundigung nach Spuren einer WKI - Stellung und zog mich mit dem nötigen Respekt zurück...
Komisch, normalerweise rennen die eh davon, wenn jemand kommt.
 

josef

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#19
Komisch, normalerweise rennen die eh davon, wenn jemand kommt.
Ein so ein Viech aus der Rotte hatte mich anscheinend immer im Visier, sah ich auch erst später auf den Fotos! War ca. 30 - 40 m entfernt zwischen Bäumen und machte rasch die Fotos, dann verschwanden sie...und auch ich machte kehrt!
Das Einzelstück hörte ich schnaubend eine Böschung hochkommen und querte zuerst langsam und dann im "Schweinsgalopp" ca. 15 m vor mir die Forststraße und verschwand im Dickicht...

1. Die Rotte verschwindet...
2. Einzelexemplar bei der Straßenquerung...

(Aufnahmen v- 30.12.2017)
 

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