NASA plant für 2024 wieder eine bemannte Mondmission

josef

Administrator
Mitarbeiter
#1
KONKRETE NASA-PLÄNE
Bemannte Mondmission in vier Jahren soll 28 Milliarden Dollar kosten
Die Landung von Astronauten auf dem Südpol des Erdtrabanten könnte noch von der Politik vereitelt werden
1600781187287.png
Die USA haben ehrgeizige Pläne mit dem Mond. Unter anderem geht es auch um Ressourcengewinnung.
Illustr.: Nasa

Washington – Am 12. Dezember 1972 setzte der US-amerikanische Astronaut Harrison H. Schmitt, Pilot der Mondfähre von Apollo 17, als bisher letzter Mensch seinen Fuß auf den Mond. Der Kommandant von Apollo 17, Eugene Cernan, war der letzte Raumfahrer, der die Oberfläche des Erdtrabanten zwei Tage danach verließ. 52 Jahre später wollen die USA erstmals wieder Menschen zum Mond bringen. Die Umsetzung der ehrgeizigen Pläne ist bereits weit gediehen und auch die Kosten der riskanten Reise scheinen nun festzustehen. Nasa-Chef Jim Bridenstine befürchtet allerdings, dass ihm die Politik noch einen Strich durch die Rechnung machen könnte.

Für 28 Milliarden Dollar zum Mond
Für den 2024 angestrebten Mondflug braucht die US-Raumfahrtbehörde in den kommenden fünf Jahren nach eigenen Angaben 28 Milliarden Dollar (knapp 24 Milliarden Euro). Allein 16 Milliarden Dollar davon werde voraussichtlich die noch in der Planungsphase steckende Mondlandefähre kosten, sagte Bridenstine am Montag.
Sollte der US-Kongress bis Weihnachten die erste Tranche in Höhe von 3,2 Milliarden Dollar bewilligen, könne das umstrittene Zeitziel 2024 eingehalten werden. Im März 2019 hatte die US-Regierung auf Anordnung von Präsident Donald Trump die ursprünglich für 2028 geplante nächste bemannte Mond-Mission um vier Jahre vorgezogen. Unter den Astronauten soll erstmals auch eine Frau sein. Experten halten das Ziel 2024 allerdings für sehr ehrgeizig.

Zeitplan
Laut den bisher veröffentlichten Zeitplänen soll die Rückkehr von Menschen zum Mond folgendermaßen ablaufen: Schon nächstes Jahr könnten die einzelnen Komponenten im Rahmen der unbemannten dreiwöchigen Artemis-1-Mission getestet werden. Dabei soll das Space Launch System (SLS) das Raumschiff Orion mit dem angekoppelten Servicemodul ESM in den Erdorbit bringen, von wo aus es Richtung Mond aufbricht und diesen mehrmals umrundet. Artemis 2 soll 2023 folgen, 21 Tage dauern und vier Astronauten auf einer elliptischen Flugbahn einmal um den Mond herum fliegen. Dabei geht es vor allem um den ausführlichen Test der Lebenserhaltungssysteme von Orion.

Artemis 3 schließlich ist für 2024 eingeplant, obwohl der genaue Ablauf noch nicht endgültig festgelegt wurde. Zu diesem Zeitpunkt sollen bereits erste Bestandteile des Lunar Orbital Platform-Gateway im Erdorbit von privaten Raumfahrtunternehmen zusammengefügt worden sein. Bei der Mission ist ein Andocken an das Gateway vorgesehen, sowie die Landung von zwei Astronauten im Krater Shackleton am Südpol des Mondes. Insgesamt soll die Mission weniger als 30 Tage dauern. Im Rahmen von Artemis 4 bis 8 (2025 bis 2028) sollen weitere bemannte Mondlandungen und der Ausbau der Oribtalstation erfolgen.

1600780869047.png
Die Mondpläne der Nasa zwischen 2021 und 2030.
Illustr.: Nasa

Politische Risiken
Unter Verweis auf die bevorstehenden Präsidentschafts- und Kongresswahlen im November betonte Bridenstine erneut, dass "politische Risiken" oft die größte Bedrohung für die Arbeit der Nasa darstellten. So sagte Trumps Vorgänger Barack Obama die Pläne für eine bemannte Marsmission ab, nachdem dessen Vorgänger bereits Milliarden für das Projekt ausgegeben hatte. Die nun vom Nasa-Chef bezifferten 28 Milliarden Dollar würden die Haushaltsjahre 2021 bis 2025 abdecken.

In der Telefonkonferenz mit Journalisten schloss Bridenstine erneut eine Rückkehr zu den Landeplätzen der früheren Apollo-Missionen aus. "Um es klar zu sagen, wir fliegen zum Südpol", bekräftigte er. Etwas anderes stehe nicht zur Debatte.

1600781018156.png
Als Zwischenstation für die Landung auf der Mondoberfläche soll das Lunar Orbital Platform-Gateway dienen.
Illustr.: Nasa

Wichtige Entscheidungen
Derzeit konkurrieren drei Unternehmen um den Bau der Mondlandefähre. Dabei mischen auch Amazon-Chef Jeff Bazos und Elon Musks SpaceX mit. Anfang des kommenden Jahres soll laut Nasa eine erste Auswahl getroffen werden. Auch die europäische Weltraumbehörde Esa ist an dem Projekt beteiligt. Sie steuert das Servicemodul (ESM) für die US-Raumkapsel Orion bei.

Die erste noch unbemannte Mission, Artemis 1, mit der derzeit noch in der Testphase befindlichen Rakete SLS und dem Raumschiff Orion ist für November 2021 geplant. Artemis 2 soll dann zwei Jahre später Astronauten um den Mond herum schicken. Erst Artemis 3 soll dann tatsächlich mit Astronauten auf dem Erdtrabanten landen. Geplant ist ein einwöchiger Aufenthalt mit bis zu fünf Außeneinsätzen.
Nach den Worten von Bridenstine steht die Mission vor ganz neuen wissenschaftlichen Aufgaben. Während der Apollo-Ära "dachten wir, der Mond sei knochentrocken. Jetzt wissen wir, dass es viel gefrorenes Wasser gibt, und wir wissen, dass es sich am Südpol befindet."
(red, APA, 22.9.2020)

Links
Nachlese
Bemannte Mondmission in vier Jahren soll 28 Milliarden Dollar kosten - derStandard.at
 

josef

Administrator
Mitarbeiter
#2
Nasa verschiebt Mondlandung wegen Rechtsstreitigkeiten mit Bezos
Die geplante Rückkehr zum Mond soll nun frühestens 2025 starten. Zuvor wurde ein Streit um die Vergabe des 2,9 Milliarden schweren Auftrags beigelegt

Zuletzt waren US-Astronauten 1972 auf dem Mond gelandet. 2025 soll es wieder so weit sein.
Foto: AFP / LAURENT EMMANUEL

Washington – Die US-Weltraumagentur Nasa verschiebt die für 2024 geplante Rückkehr zum Mond um mindestens ein Jahr. "Wir gehen davon aus, dass Artemis 3 frühestens im Jahr 2025 starten wird", sagte Nasa-Chef Bill Nelson am Dienstag. Es handle sich bei Artemis 3 um ein Raumschiff des privaten Raumfahrtunternehmens Space X von Tesla-Chef Elon Musk, das sich in einer Nasa-Ausschreibung für den Bau gegen Blue Origin von Amazon-Gründer Jeff Bezos durchgesetzt habe.

Klage zurückgewiesen
Grund für die Verzögerung sei ein nun beigelegter Rechtsstreit mit Blue Origin, erklärte Nelson. Blue Origin hatte gegen die Vergabe des 2,9 Milliarden schweren Auftrags für die Mondlandefähre an das konkurrierende Unternehmen geklagt. Ein US-Bundesrichter hatte die Klage vergangenen Donnerstag zurückgewiesen. Durch die Rechtsstreitigkeiten habe man sieben Monate verloren, sagte Nelson.
Im Rahmen ihres Apollo-Programms waren US-Astronauten zuletzt 1972 auf dem Mond gelandet. Die Artemis-Mission ist nach der Göttin der Jagd und des Mondes in der griechischen Mythologie benannt, der Zwillingsschwester von Apollo.
(APA, 10.11.2021)
Nasa verschiebt Mondlandung wegen Rechtsstreitigkeiten mit Bezos
 

josef

Administrator
Mitarbeiter
#4
MONDLANDUNG
SpaceX bringt Starship in wenigen Wochen erstmals in den Orbit
Elon Musk hofft auf ersten Start zu Orbitalflug im Jänner. Angestrebte Mondlandung frühestens 2025

Der Starship-Prototy SN15 bei seinem erfolgreichen Test im vergangenen Mai.
Foto: imago images/UPI Photo/SpaceX

Nach einer Pause von einem halben Jahrhundert sollen bald schon wieder Menschen den Mond betreten. Die US-Raumfahrtbehörde Nasa hat für dieses Großprojekt das Artemis-Programm ins Leben gerufen und sich dafür auch Hilfe aus der Privatwirtschaft an Bord geholt: Während die Superschwerlastrakete SLS auf Komponenten des Space-Shuttle-Systems beruht und von Boeing entwickelt wird, ist das Orion-Raumschiff eine Koproduktion von Lockheed Martin (Raumkapsel) und Airbus (Europäisches Servicemodul ESM).

Die Mondlandefähre Starship kommt von SpaceX, wie die Nasa im Rahmen einer Ausschreibung im April 2021 verkündet hatte. Mit dieser Wahl zog sich die Nasa den Zorn von Amazon-Gründer Jeff Bezos zu, dessen Unternehmen Blue Origin mit einem eigenen Vorschlag für ein dreiteiliges System aus Abstiegs-, Aufstiegs- und Transfermodul bei der Ausschreibung leer ausgegangen war. Bezos klagte gegen die Entscheidung, was nun sogar dazu führte, dass die Mondlandepläne der Nasa um mindestens ein Jahr auf frühestens 2025 verschoben werden mussten.

Erster Ausflug in den Orbit
SpaceX arbeitet derweil mit Hochdruck weiter an seinem Starship.; im übernächsten Jahr soll das Raumschiff wenn möglich soweit fertig gestellt werden, dass es einsatzbereit ist – was zahlreiche Testflüge erfordert, mit ebenso vielen erwartbaren Fehlschlägen, wie Elon Musk betonte. Schon in wenigen Wochen soll das Raumschiff das erste Mal die Erde umkreisen. "Wir werden im Dezember eine Reihe von Tests durchführen und hoffentlich im Jänner starten", sagte der SpaceX-Gründer vergangene Woche bei einem Vortrag vor der US-Wissenschaftsakademie für Raumfahrt. "Mit diesem ersten Start ist ein großes Risiko verbunden", warnte er zugleich.

Er denke, dass der Test "wahrscheinlich nicht" erfolgreich sein werde – "aber ich denke, wir werden große Fortschritte machen", sagte Musk. Abgehoben ist das Raumschiff bereits einige Male, die meisten dieser Tests endeten in einer Explosion und der Zerstörung des jeweiligen Prototypen. Doch mit solchen Pannen rechnen die Ingenieure – nach dem Motto "aus Fehlern lernen" – ohnehin. Sie liefern ihnen wichtige Informationen darüber, wo es noch Probleme gibt. Im Mai dieses Jahres war es SpaceX schließlich gelungen, das riesige Starship aus einer Höhe von zehn Kilometern wieder unbeschadet landen zu lassen. Eine Erdumlaufbahn war allerdings bisher noch nicht angesteuert worden.


Das Artemis-Programm der Nasa im Überblick.
Grafik: Nasa

Erste Transportflüge 2023
Für den bevorstehenden Orbitaltest mit dem Prototypen SN20 erwartet Musk die Genehmigung der US-Luftfahrtbehörde "gegen Ende des Jahres". Nach dem geplanten Start im Jänner will er bis Ende 2022 ein gutes Dutzend weitere Testflüge starten. 2023 soll Starship gemäß seinen Plänen dann für erste Transportflüge ins All einsatzbereit sein.

Im Rahmen der Videokonferenz ließ Musk wissen, dass er mit diesem Vehikel noch viel vorhat: Er will Starship so weiter entwickeln, dass es als Allzweck-Raumschiff "große Mengen an Menschen oder Material" in so gut wie jede Ecke des Sonnensystems bringen kann und so die Kolonisierung anderer Planeten möglich macht.
(red, 22.11.2021)

Links
SpaceX bringt Starship in wenigen Wochen erstmals in den Orbit
 

josef

Administrator
Mitarbeiter
#5
Nasa bringt Raketensystem zu Testzwecken erstmals auf Startplatz
Mit der Artemis-Mission sollen frühestens 2025 erstmals seit 50 Jahren wieder US-Astronauten auf dem Mond landen

Nasa-Mitarbeiter und Auserwählte durften bei dem Test vor Ort dabei sein.
Foto: AP / Aubrey Gemignani

Das Interesse war riesig.
Foto: APA/AFP/NASA/JOEL KOWSKY

Cape Canaveral – Die US-Raumfahrtbehörde Nasa hat ihr neues Raketensystem erstmals auf dem Weltraumbahnhof Cape Canaveral ausgefahren. Das System bestehend aus der Rakete Space Launch System und der Orion-Kapsel wurde am Donnerstagabend (Ortszeit) im US-Bundesstaat Florida auf einer Art Transportwagen aus der Werkshalle herausgefahren. In einer mehrstündigen Aktion sollte es dann langsam über die rund sechs Kilometer bis zum Startplatz gebracht werden.

Zahlreiche Vorbereitungen
Bevor das System frühestens im Mai erstmals unbemannt getestet werden soll, stehen allerdings noch zahlreiche Tests an.


Mehrere Stunden dauert der Transport zum Startplatz.
Foto: APA/AFP/NASA/JOEL KOWSKY

Mit der Artemis-Mission sollten eigentlich bis 2024 erstmals seit fast 50 Jahren wieder US-Astronauten auf dem Mond landen, darunter auch die erste Frau. Aufgrund zahlreicher Verzögerungen soll diese Landung nun frühestens 2025 stattfinden. Bei der Mission sollen vier Astronauten mit dem Raumfahrzeug Orion in die Mondumlaufbahn gebracht werden, wo zwei von ihnen für den Endanflug zum Mond auf ein Landegefährt von Space X umsteigen sollen. Auf dem Mond soll zudem eine Art Raumstation geschaffen werden und als Basis für einen bemannten Flug zum Mars dienen – das allerdings erst in fernerer Zukunft.
(APA, 18.3.2022)
Nasa bringt Raketensystem zu Testzwecken erstmals auf Startplatz
 

josef

Administrator
Mitarbeiter
#6
ARTEMIS 1
Entscheidender Test in Florida: Jungfernflug der Nasa-Mondrakete rückt näher
Eine wichtige Testprozedur musste aus Sicherheitsgründen vorübergehend unterbrochen werden. Der Erstflug des SLS könnte im Mai stattfinden
Die Vorbereitungen für das Projekt der Nasa, erstmals seit fast 50 Jahren wieder US-Astronautinnen und -Astronauten auf dem Mond zu landen, treten in eine entscheidende Phase ein: Eigentlich wäre der Höhepunkt der Artemis-3-Mission für 2024 vorgesehen gewesen, doch nach Verzögerungen auf mehreren Ebenen dürfte die Rückkehr zum Mond nun frühestens 2025 erfolgen.


Das SLS im Morgenlicht Floridas. Die aktuellen Tests bringen die Nasa einen Schritt näher an den Jungfernflug im Mai.
Foto: IMAGO/Joel Kowsky

Ein unbemannter Bodentest jenes annähernd 100 Meter hohen Space Launch System, das vier Raumfahrende im Raumschiff Orion in die Mondumlaufbahn bringen soll, ist am Sonntag vorübergehend unterbrochen worden – aus Sicherheitsgründen, wie es hieß. Es habe ein Problem an der Startrampe gegeben, weswegen das Raketensystem nicht sicher mit Treibstoff habe befüllt werden können, teilte die Nasa mit.


Auf schweren Kettenfahrzeugen zum Startplatz.
Foto: AP/Joel Kowsky

Start im Mai
Ein Ventilationssystem, das den Bereich rund um den Startplatz von giftigen Gasen freihält, ließ sich nicht aktivieren. Mittlerweile wurde das Problem jedoch gelöst, und das sogenannte Wet Dress Rehearsal konnte am Montag fortgesetzt werden. Bei diesem seit Freitag laufenden Test werden alle Abläufe eines unbemannten Starts durchgespielt. Der erste echte Start – und damit der Jungfernflug – ist frühestens für Mai geplant.


Größe und Aufbau des SLS.
Illustr.: Nasa


Zum Mond und wieder zurück.
Illustr.: Nasa

Das Gesamtensemble war Mitte März am Weltraumbahnhof Cape Canaveral in Florida erstmals ausgefahren worden. Bei der mehrstündigen Prozedur wurde es langsam über die rund sechs Kilometer bis zum Startplatz gebracht.

Kernstück aus Europa
Das Raumschiff des Artemis-Programms besteht aus der Rakete SLS und der Orion-Kapsel. Dazwischen sitzt das European Service Module (ESM). Das vier Meter breite Kernstück der Orion-Raumschiffe kann bis zu vier Astronauten aufnehmen und beherbergt einen Großteil der Versorgungsinfrastruktur: Haupttriebwerk und Treibstofflager, Solarpaneele und Klimasystem, Sauerstoff- und Wasservorräte.
Bei der Artemis-1-Mission soll das Orion-Raumschiff einen ersten unbemannten Flug zum Mond unternehmen. Dabei wird das Space Launch System das Raumschiff in den Erdorbit heben, von wo aus Orion bis zum Mond fliegt, ihn in einem Abstand von 64.000 Kilometern umrundet und wieder zurückkehrt. Vor dem Wiedereintritt in die Erdatmosphäre löst sich Orion vom Europäischen Servicemodul ab.

Ziel: Shackleton-Krater
Artemis 2 gleicht Artemis 1, mit dem Unterschied, dass diesmal Astronauten an Bord sind. Im Rahmen von Artemis 3 schließlich sollen erstmals seit 1972 wieder Menschen auf der Mondoberfläche landen. Bei dieser Mission sollen vier Astronauten in einen Mondorbit einschwenken.

Video: Virtueller Start von Artemis I.NASA's Marshall Space Flight Center

Zwei von ihnen steigen dann für die letzte Phase auf dem Weg zur Mondoberfläche auf ein Landegefährt um, das die beiden zum Krater Shackleton am Südpol des Mondes und wieder zurück bringt. Der Lander wird von Elon Musks Unternehmen Space X beigesteuert, obwohl diese Frage noch nicht endgültig entschieden scheint. Insgesamt soll die Mission weniger als 30 Tage dauern.
(tberg, red, 4.4.2022)

Links
Weiterlesen
Entscheidender Test in Florida: Jungfernflug der Nasa-Mondrakete rückt näher
 

josef

Administrator
Mitarbeiter
#7
MISSION ARTEMIS
USA und Japan wollen 2025 gemeinsam zum Mond
Kooperation im Weltraum soll ausgebaut werden


Er rückt immer näher: Zumindest laut Plan will die Nasa 2025 Astronautinnen und Astronauten auf den Mond bringen.
Foto: Nasa

Während einige Raumfahrtnationen ihre Weltraumprojekte mit Russland auf Eis legen, rücken Japan und die Vereinigten Staaten im All näher zusammen. Die beiden Länder wollen ihre Zusammenarbeit bei der Erforschung des Weltraums über die nächsten Jahrzehnte ausweiten. Darauf wollen sich Japans Regierungschef Fumio Kishida und US-Präsident Joe Biden bei ihrem Treffen in der kommenden Woche in Tokio verständigen, wie die japanische Nachrichtenagentur Kyodo am Donnerstag berichtete.

Im Rahmen der Artemis-Mission der USA streben beide Länder auch die erstmalige Landung eines japanischen Astronauten auf dem Mond an. Die asiatische Hightech-Nation will dies in der zweiten Hälfte dieses Jahrzehnts realisieren, hatte Kishida im vergangenen Dezember angekündigt.

Pläne verschoben
Mit der Artemis-Mission sollten eigentlich bis 2024 zunächst wieder US-Astronauten auf dem Mond landen, erstmals auch eine Frau. Dies ist nun frühestens 2025 geplant. Japan beteiligt sich an dieser Mission und will Gefährte zum Transport von Ausrüstungen für eine geplante Raumstation entwickeln. Die Station soll nach US-Plänen in fernerer Zukunft auch als Basis für einen bemannten Flug zum Mars dienen.

Japan und die USA wollen laut Kyodo die Ausweitung der bilateralen Weltraumkooperation über die kommenden Jahrzehnte formell nächstes Jahr vereinbaren. Das sehe ein Dokument vor, das beide beim Besuch des US-Präsidenten in Tokio am kommenden Montag bekanntgeben wollen. (APA, red, 19.5.2022)

Link
Kyodo News: Japan, U.S. to cooperate on Moon landing by Japanese astronaut

USA und Japan wollen 2025 gemeinsam zum Mond
 

josef

Administrator
Mitarbeiter
#8
ZURÜCK ZUM MOND
Nasa könnte bereits im August eine Rakete zum Mond senden
Im Rahmen der Mission Artemis sollen bald wieder Menschen auf dem Mond landen. Zuvor gibt es Tests, die in den kommenden Monaten durchgeführt werden könnten

Dank Artemis reisen bald wieder Menschen zum Erdtrabanten.
Foto: Eva Marie UZCATEGUI / AFP / APA

Schon Ende August könnte es wieder so weit sein, dass die US-Raumfahrtbehörde Nasa eine Rakete zum Mond schickt. Das teilte die Organisation bei einer Pressekonferenz mit. Für die Teststarts der Artemis-Mission gebe es einige angepeilte Starttermine, darunter der 29. August, der 2. September und der 5. September.

Darauf werde momentan hingearbeitet, die Termine könnten sich aber auch noch verschieben. Mit der Artemis-Mission sollen unter anderem mittelfristig wieder Menschen auf den Mond gebracht werden.

Menschen am Mond ab 2025
Das System – bestehend aus der Rakete Space Launch System und der Orion-Kapsel – ist in den vergangenen Monaten auf dem Weltraumbahnhof Cape Canaveral zweimal umfangreich getestet worden. Beide Male sind verschiedene Probleme aufgetreten. Trotzdem hat die Nasa grünes Licht für einen unbemannten Teststart gegeben.

Mit der Artemis-Mission sollten eigentlich bis 2024 wieder US-Astronauten auf dem Mond landen, erstmals auch eine Frau. Dies ist nun frühestens für 2025 geplant. Vier Personen sollen mit dem Raumfahrzeug Orion in die Mondumlaufbahn gebracht werden, wo zwei von ihnen dann auf ein Landegefährt umsteigen. Auf dem Mond soll zudem eine Art Raumstation geschaffen werden, auch als mögliche Basis für einen bemannten Flug zum Mars – dies allerdings erst in fernerer Zukunft.
(APA, red, 22.7.2022)

Weiterlesen
Nasa könnte bereits im August eine Rakete zum Mond senden
 

josef

Administrator
Mitarbeiter
#9
EINMAL ZUM MOND UND ZURÜCK
Nasa lässt am Montag Rakete zum Mond starten
Sechs Wochen lang soll Artemis I zum Mond und wieder zur Erde reisen und die Nachfolge der Apollo-Missionen antreten

Das neue Space-Launch-System ist bereit: Artemis I wird in wenigen Tagen Richtung Mond aufbrechen.
Foto: Joe Skipper/Reuters

Gespannt blicken Raumfahrtinteressierte bald wieder zum Kennedy Space Center in Cape Canaveral in Florida: Schon am kommenden Montag soll Artemis I mit einem Testflug zum Mond starten. Damit wäre ein wichtiger Schritt – oder Flug – der aktuellen Mondmission getätigt, die ab 2025 auch wieder Menschen auf den Mond bringen soll. Das wäre das erste Mal nach mehr als 50 Jahren: In den 1960er- und 70er-Jahren landeten im Rahmen des Apollo-Programms zwölf Astronauten auf dem Erdtrabanten.

Die US-Raumfahrtbehörde Nasa lässt – wenn alles nach Plan verläuft – am Montag erstmals ihre neueste Trägerraketen-Generation starten: das Space-Launch-System (SLS) mit einer Orion-Raumkapsel auf deren Spitze. Das kombinierte SLS-Orion-Raumschiff soll die unbemannte Kapsel auf einem sechswöchigen Testflug namens Artemis I um den Mond und zurück zur Erde schicken.

Milliardenschweres Projekt
"Wir sind startbereit", sagte der stellvertretende Nasa-Administrator Bob Cabana, ein ehemaliger Space-Shuttle-Pilot und -Kommandant, bei einer Pressekonferenz Anfang dieser Woche. Die Reise dient dazu, die komplexeste und leistungsstärkste Rakete der Welt unter realen Bedingungen einem strengen Stresstest zu unterziehen, bevor SLS für den Transport von Astronautinnen und Astronauten zugelassen wird. SLS ist die größte Rakete, die die Nasa seit Saturn-V gebaut hat. Diese kam während des Apollo-Mondprogramms zum Einsatz.

Nach mehr als einem Jahrzehnt Entwicklungszeit mit jahrelangen Verzögerungen und Kostenüberschreitungen in Milliardenhöhe hat das SLS-Orion-Raumschiff die Nasa bisher mindestens 37 Milliarden Dollar (derzeit etwa 37,27 Milliarden Euro) gekostet. Der US-amerikanische Kongress hat den Nasa-Haushalt kontinuierlich erhöht und Mittel für Artemis bereitgestellt. Zu den größten finanziellen Nutznießern gehören die Hauptauftragnehmer von SLS und Orion – Boeing beziehungsweise Lockheed Martin.

Europäische Beteiligung
Auch die Esa ist an der Artemis-Mission beteiligt und liefert mit dem europäischen Servicemodul (ESM) eine wichtige Komponente des Orion-Raumschiffs. Das knapp 13 Tonnen schwere, von Airbus gebaute ESM ist das Herzstück der Orion-Raumkapsel. Es sorgt für deren Antrieb, die Energieversorgung und die Wärmeregulierung und wird die Reisenden bei künftigen Missionen mit Wasser und Sauerstoff versorgen. Die österreichischen Unternehmen TTTech und Magna haben Komponenten für Orion geliefert, TTTech zusätzlich für ESM.

Das Artemis-Programm der Nasa – die Göttin Artemis war in der griechischen Mythologie die Zwillingsschwester von Apollo – zielt darauf ab, bereits 2025 Menschen zum Mond zu bringen und wohl auch eine langfristige Mondkolonie als Sprungbrett für noch ehrgeizigere zukünftige Reisen zum Mars zu errichten.

Zweifelhafter Zeitplan
"Selbst mit der Aufstockung des Budgets ist es aber zweifelhaft, dass die Nasa bis 2025 Menschen auf dem Mond landen wird", sagte Lori Garver, die während der Konzeption der Rakete als stellvertretende Nasa-Verwalterin fungierte, gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters. Wenn alles gutgehe, könne es aber in den Jahren darauf klappen.


Die Rakete inklusive Orion-Kapsel steht am Kennedy Space Center im US-Bundesstaat Florida und wartet auf ihren Einsatz.
Foto: AP Photo/Terry Renna

Zwölf Astronauten waren während der sechs Apollo-Missionen von 1969 bis 1972 auf dem Mond. Es waren die bisher einzigen Raumflüge, bei denen Menschen die Mondoberfläche betraten. All diese Missionen erforschten Regionen rund um den Mondäquator.

Erste Frau auf dem Erdtrabanten
Am vergangenen Freitag gab die Nasa 13 potenzielle Landezonen rund um den Südpol des Mondes bekannt. Zur neuen Generation wird auch die erste Frau gehören, die den Mond betritt, erstmals wird auch ein nicht-weißer Mensch diesen persönlichen und gesellschaftlichen Meilenstein setzen. Womöglich passiert auch beides zugleich – immerhin kommt die 34-jährige Jessica Watkins als Teil der Mission dafür infrage.

Ein erfolgreicher SLS-Orion-Start ist ein entscheidender erster Schritt dorthin. Das gewaltige, 98 Meter hohe Raumschiff wurde vergangene Woche nach wochenlangen letzten Vorbereitungen und Bodentests langsam zur Startrampe 39B gebracht. Wenn keine technischen Pannen in letzter Minute oder ungünstige Wetterbedingungen auftreten, werden die vier SLS-Haupttriebwerke und die Feststoffraketen-Booster am Montag den 29. August um 14.33 Uhr mitteleuropäischer Sommerzeit gezündet und das Raumschiff in den Himmel geschossen. Sollte sich der Countdown über das für den Start vorgesehene Zeitfenster von zwei Stunden hinaus verzögern, hat die Nasa den 2. und 5. September als alternative Starttermine festgelegt.

Drei Dummies unterwegs
Nach der Trennung von der Oberstufe der Rakete in einer Entfernung von mehr als 3.700 Kilometern von der Erde werden die Triebwerke von Orion gezündet, um die Kapsel auf Kurs zu bringen. Dieser führt sie bis auf 100 Kilometer an die Mondoberfläche heran, bevor sie rund 64.400 Kilometer über den Mond hinaus und zurück zur Erde fliegt. Nachdem das Servicemodul ESM abgekoppelt wurde, das in der Erdatmosphäre verglüht, soll die Kapsel dann am 10. Oktober im Pazifischen Ozean landen.

1661360992787.png

Orion ist unbemannt, wird aber wie schon andere Flüge eine simulierte Besatzung an Bord haben – einen Dummy, der sich an einer durchschnittlich männlichen Statur orientiert, und zwei "weibliche" Dummies. Mittels Sensoren wird die Belastung gemessen, der eine reale Besatzung ausgesetzt wäre, etwa die Strahlungswerte.

Im Erfolgsfall würde Artemis I den Weg für die erste SLS-Orion-Mission mit Crew ebnen, einen Hin- und Rückflug um den Mond. Artemis II soll bereits 2024 starten, gefolgt von Artemis III mit der geplanten Landung auf dem Mond mindestens ein Jahr später.

Fahrzeuge von Space X
Artemis III wird wesentlich komplexer sein und das SLS-Orion-System mit Raumfahrzeugen kombinieren, die von Elon Musks Unternehmen Space X gebaut und geflogen werden. Der Plan sieht vor, dass eine vierköpfige Orion-Besatzung im Weltraum an eine Space-X-Landeeinheit andockt, die zwei Personen für fast eine Woche auf die Mondoberfläche bringt.

Erforderlich dazu sind das noch in Entwicklung befindliche Schwerlast-Start- und Mondlandefahrzeug Starship von Space X sowie noch zu konstruierende Komponenten wie ein orbitales Treibstoffdepot und Raumtanker. Auch die neuen Anzüge für den Mondspaziergang müssen noch entworfen werden. Zunächst wird aber der Start der Rakete ohne Crew kommende Woche alle Aufmerksamkeit auf sich ziehen.
(APA, red, 24.8.2022)

Links
Esa: Artemis I
Nasa: Artemis I
Veranstaltungshinweis: Im Technischen Museum Wien ist am 29. August ab 13.30 Uhr ein Launch-Event mit einer Live-Übertragung des Starts geplant.

Nachlese
Nasa lässt am Montag Rakete zum Mond starten
 

josef

Administrator
Mitarbeiter
#10
ARTEMIS 1
Triebwerksproblem: Start der neuen Nasa-Mondrakete abgesagt
Eine defekte Leitung sorgte am Montagnachmittag für den Startabbruch der Mission Artemis 1. Das neue Transportsystem könnte frühestens am Freitag Richtung Mond aufbrechen
Der am Montag mit Spannung erwartete Erststart der neuen Nasa-Mondrakete Space Launch System (SLS) mit dem Orion-Raumschiff musste verschoben werden. Planmäßig hätte die 98 Meter hohe Rakete am Montagnachmittag um 14:33 (MESZ) vom Kennedy Space Center in Florida abheben sollen, doch Probleme mit einer Leitung in einem der Triebwerke durchkreuzten den Zeitplan. Als nächster möglicher Starttermin wurde der 2. September genannt, nach Angaben der Nasa ist ein Start zu diesem Zeitpunkt aber äußerst unsicher.

Nasa-Livestream vom Kennedy Space Center in Florida.NASA

Die SLS soll im Rahmen des neuen Artemis-Programms der Nasa zu einem sechswöchigen Testflug um den Mond aufbrechen – vorerst noch ohne Passagiere an Bord. Die erste Crew könnte nach aktueller Planung frühestens 2025 zum Mond starten. Ehe es die Zulassung für astronautische Flüge gibt, muss das neue SLS-Transportsystem getestet und unter realen Bedingungen gecheckt werden.

Das dabei am Montag aufgetretene Problem betrifft eine der Leitungen, mit der die Raketentriebwerke vor dem Start stark heruntergekühlt werden müssen. Schon in früheren Tests hatte es in diesem Bereich Schwierigkeiten gegeben, die Nasa-Ingenieure hielten das Problem jedoch für behoben. Nun sollen neue Untersuchungen zu einer raschen Lösung führen.

Die neue Riesenrakete SLS muss vorerst am Boden bleiben. Als frühester Ersatztermin wurde Freitag, 2. September genannt.
Foto: EPA/CRISTOBAL HERRERA-ULASHKEVICH

Testflug um den Mond
Die SLS-Rakete ist die aktuell leistungsstärkste Rakete der Welt und die größte, die die Nasa seit der Saturn-V gebaut hat, die im Apollo-Programm als Transporter diente. Sie soll die wiederverwendbare Raumkapsel Orion, in der bis zu sechs Passagiere Platz haben, ins All befördern. Gut zwei Stunden nach dem Start trennt sich dann das Raumschiff von der Oberstufe der Rakete und setzt die Reise Richtung Mond allein fort.

Der Hinflug soll mehrere Tage dauern, ehe Orion den Mond erreicht und in einer elliptischen Umlaufbahn mehrfach umrundet. Dann soll Orion wieder zur Erde zurückkehren, etwa 2.800 Grad Celsius muss der Hitzeschild der Kapsel aushalten, wenn sie mit rund 40.000 km/h in die Erdatmosphäre eintritt.

In etwa siebeneinhalb Kilometern Höhe soll dann das Fallschirmsystem aktiviert werden und die restliche Abbremsung übernehmen. Wenn alles so funktioniert, wie es soll, wird Orion am 10. Oktober vor der Küste von San Diego ins Meer platschen – und von einem wartenden Schiff geborgen werden, um für weitere Flüge recycelt zu werden. Für den europäischen Beitrag an Orion gilt das nicht: Das European Service Module (ESM), das für den Antrieb der Raumkapsel, die Wärmeregulierung und die Versorgung der Crew mit Sauerstoff und Wasser verantwortlich ist, trennt sich kurz vor dem Atmosphäreneintritt vom Raumschiff und verglüht.

Kritik an enormen Kosten
Für Kritik sorgen die enormen Kosten des Space-Launch-Systems, die sich pro Start auf mehr als vier Milliarden Euro belaufen. Bis zur für 2025 geplanten astronautischen Mondlandung könnte das Projekt samt Entwicklungskosten insgesamt rund 93 Milliarden Euro verschlungen haben. Mit Ausnahme der Orion-Raumkapsel ist das Transportsystem nicht wiederverwendbar, anders als das in Entwicklung befindliche Starship des privaten Unternehmens Space X: Diese Großrakete könnte ebenfalls noch in diesem Jahr ihren ersten umfangreichen Praxistest absolvieren. Sie ist nicht nur größer und leistungsstärker als die Nasa-Rakete und soll ebenfalls für astronautische Flüge zum Mond und Mars eingesetzt werden können. Die Space-X-Entwicklung ist auch wiederverwendbar und dadurch um ganze Größenordnungen billiger.

Anders als im letzten Nasa-Mondprogramm Apollo geht es beim Artemis-Programm (die Göttin Artemis ist in der griechischen Mythologie die Zwillingsschwester von Apollo) um den Aufbau einer dauerhaften Infrastruktur um den Mond. Gemeinsam mit der Europäischen Weltraumorganisation sowie den Weltraumagenturen Japans und Kanadas soll in den kommenden Jahren eine Raumstation in einer Mondumlaufbahn errichtet werden.
(David Rennert, 29.8.2022)
Triebwerksproblem: Start der neuen Nasa-Mondrakete abgesagt
 
Oben