Buchpräsentation
Publikation über "Panzerfahrzeuge der Österreichischen Armee seit 1904"
Der im Motorbuch Verlag erschienene Band über die Panzerfahrzeuge der heimischen Streitkräfte schließt eine dokumentarische Lücke
Motorbuch Verlag
Hört man heute von der Panzerwaffe, wird es einem rasch gruselig angesichts der aktuellen Entwicklungen an den Krisenherden dieser Welt. Nach Jahrzehnten trügerischer Ruhe ist uns die Kriegsgefahr obendrein quasi vor die Haustür gerückt. Da lobt man sich das Motto des Heeresgeschichtlichen Museums (HGM) in Wien: Kriege gehören ins Museum! Und Panzer in die Bücher, möchte man ergänzen, und wie sich das so fügt, traf beides dieser Tage zusammen. In Form einer Buchpräsentation über Panzerfahrzeuge der Österreichischen Armee seit 1904, trefflicherweise in der Panzerhalle des HGM. Der Gastgeber hatte einen Leo 2 vor die Halle gefahren, um Platz zu schaffen für die Besucher, beeindruckende Kulisse, begünstigt noch durch regenfreie Stunden.
Die Veranstaltung war erstaunlich gut besucht, nach rascher Schätzung folgten an die 100 Gäste dem Ruf zur Präsentation, moderiert von Oberst Ernst M. Felberbauer von der Landesverteidigungskademie. Der Grund wird mit Nennung des Buchautors offenkundig, Brigadier im Ruhestand (iR) Franz Felberbauer – der hellwache greise Herr mit seinem Sohn. Als Laudator trat General iR Peter Corrieri in Erscheinung, Ex-Sektionschef im Verteidigungsministerium, dort zuständig für Beschaffung, und im Dialog Vater-Sohn erschloss sich die Konzeption der im renommierten Motorbuch Verlag erschienenen Fachpublikation. Bei der es sich um eine "aktualisierte, erheblich erweiterte und detailliertere Ausgabe des 2018 erschienen Typenkompass: Panzerfahrzeuge der Österreichischen Armee seit 1904" handelt.
Autor und Moderator, Vater und Sohn: Franz und Ernst M. Felberbauer bei der Buchpräsentation.
Wolfgang K. Mattes,
Warum 1904 als Auftakt und damit Österreich zu den (folgenlosen) Panzerpionieren zählt, begründet der Autor auch im Buch kenntnisreich. In dieses Jahr nämlich datiert der Austro-Daimler Radpanzer, bewaffnet mit einem Maxim-MG. Günther Burstyns Motorgeschütz, Patentanmeldung 1911, zog bereits die Lehren aus dem Russisch-Japanischen Krieg (1905) und seinen Schützengräben, die die erstarrten Fronten des Weltkriegs vorwegnahmen. Mit Burstyns genialem Gerät, das die moderne Panzerform mit Laufwerk, Wanne, Turm vorwegnahm, wären die Gräben überwindbar gewesen, allein, Kaiser/Generalität winkten am Vorabend des für die Monarchie letalen Waffenganges ab.
Wir überspringen 1. Republik und 3. Reich, ist alles nachzulesen, und erwähnen noch rasch die mit wie immer bei unseren Streitkräften bescheidensten Budgets – man ist halt keine Schweiz, die die bewaffnete Neutralität viel ernster nehmen kann und auch nimmt – entstandenen Eigenentwicklungen. Als da wären Saurer Schützenpanzer (ab 1961), Jagdpanzer Kürassier von Anfang der 1970er-Jahre, Radpanzer Pandur (ab 1996) und der gemeinsam mit Spanien entwickelte Schützenpanzer Ulan (ab 2003).
Zahlreiches interessiertes Publikum in der Panzerhalle des Heeresgeschichtlichen Museums in Wien. Dramaturgischer Spezialeffekt: Leopard 2 vor dem Tore.
Andreas Stockinger
Für die Beschaffung des Rückgrats der heimischen Panzerwaffe, den Leopard 2, war der Buchautor sogar Ideengeber: Er machte das Beschaffungsamt darauf aufmerksam, dass die Niederlande Leos abzustoßen gedächten. So wanderten 114 gebrauchte Kampfpanzer in Ausführung 2A4 zu uns. 58 sind noch aktiv, sie werden gerade sukzessive in Deutschland kampfwertgesteigert. Der Deal war überhaupt erst möglich, weil der Passus, Österreich dürfe kein deutsches Rüstungsgut erwerben, durch den Lauf der Geschichte obsolet wurde. Gut gemachte Präsentation – und noch besseres Buch, das ein echtes Desideratum behebt.
(Andreas Stockinger, 5.5.2026)
Franz Felberbauer, "Panzerfahrzeuge der Österreichischen Armee seit 1904."
€ 25,60 / 128 Seiten. Motorbuch Verlag, Stuttgart 2025
Publikation über "Panzerfahrzeuge der Österreichischen Armee seit 1904"
Publikation über "Panzerfahrzeuge der Österreichischen Armee seit 1904"
Der im Motorbuch Verlag erschienene Band über die Panzerfahrzeuge der heimischen Streitkräfte schließt eine dokumentarische Lücke
Motorbuch Verlag
Hört man heute von der Panzerwaffe, wird es einem rasch gruselig angesichts der aktuellen Entwicklungen an den Krisenherden dieser Welt. Nach Jahrzehnten trügerischer Ruhe ist uns die Kriegsgefahr obendrein quasi vor die Haustür gerückt. Da lobt man sich das Motto des Heeresgeschichtlichen Museums (HGM) in Wien: Kriege gehören ins Museum! Und Panzer in die Bücher, möchte man ergänzen, und wie sich das so fügt, traf beides dieser Tage zusammen. In Form einer Buchpräsentation über Panzerfahrzeuge der Österreichischen Armee seit 1904, trefflicherweise in der Panzerhalle des HGM. Der Gastgeber hatte einen Leo 2 vor die Halle gefahren, um Platz zu schaffen für die Besucher, beeindruckende Kulisse, begünstigt noch durch regenfreie Stunden.
Die Veranstaltung war erstaunlich gut besucht, nach rascher Schätzung folgten an die 100 Gäste dem Ruf zur Präsentation, moderiert von Oberst Ernst M. Felberbauer von der Landesverteidigungskademie. Der Grund wird mit Nennung des Buchautors offenkundig, Brigadier im Ruhestand (iR) Franz Felberbauer – der hellwache greise Herr mit seinem Sohn. Als Laudator trat General iR Peter Corrieri in Erscheinung, Ex-Sektionschef im Verteidigungsministerium, dort zuständig für Beschaffung, und im Dialog Vater-Sohn erschloss sich die Konzeption der im renommierten Motorbuch Verlag erschienenen Fachpublikation. Bei der es sich um eine "aktualisierte, erheblich erweiterte und detailliertere Ausgabe des 2018 erschienen Typenkompass: Panzerfahrzeuge der Österreichischen Armee seit 1904" handelt.
Autor und Moderator, Vater und Sohn: Franz und Ernst M. Felberbauer bei der Buchpräsentation.
Wolfgang K. Mattes,
Warum 1904 als Auftakt und damit Österreich zu den (folgenlosen) Panzerpionieren zählt, begründet der Autor auch im Buch kenntnisreich. In dieses Jahr nämlich datiert der Austro-Daimler Radpanzer, bewaffnet mit einem Maxim-MG. Günther Burstyns Motorgeschütz, Patentanmeldung 1911, zog bereits die Lehren aus dem Russisch-Japanischen Krieg (1905) und seinen Schützengräben, die die erstarrten Fronten des Weltkriegs vorwegnahmen. Mit Burstyns genialem Gerät, das die moderne Panzerform mit Laufwerk, Wanne, Turm vorwegnahm, wären die Gräben überwindbar gewesen, allein, Kaiser/Generalität winkten am Vorabend des für die Monarchie letalen Waffenganges ab.
Wir überspringen 1. Republik und 3. Reich, ist alles nachzulesen, und erwähnen noch rasch die mit wie immer bei unseren Streitkräften bescheidensten Budgets – man ist halt keine Schweiz, die die bewaffnete Neutralität viel ernster nehmen kann und auch nimmt – entstandenen Eigenentwicklungen. Als da wären Saurer Schützenpanzer (ab 1961), Jagdpanzer Kürassier von Anfang der 1970er-Jahre, Radpanzer Pandur (ab 1996) und der gemeinsam mit Spanien entwickelte Schützenpanzer Ulan (ab 2003).
Zahlreiches interessiertes Publikum in der Panzerhalle des Heeresgeschichtlichen Museums in Wien. Dramaturgischer Spezialeffekt: Leopard 2 vor dem Tore.
Andreas Stockinger
Für die Beschaffung des Rückgrats der heimischen Panzerwaffe, den Leopard 2, war der Buchautor sogar Ideengeber: Er machte das Beschaffungsamt darauf aufmerksam, dass die Niederlande Leos abzustoßen gedächten. So wanderten 114 gebrauchte Kampfpanzer in Ausführung 2A4 zu uns. 58 sind noch aktiv, sie werden gerade sukzessive in Deutschland kampfwertgesteigert. Der Deal war überhaupt erst möglich, weil der Passus, Österreich dürfe kein deutsches Rüstungsgut erwerben, durch den Lauf der Geschichte obsolet wurde. Gut gemachte Präsentation – und noch besseres Buch, das ein echtes Desideratum behebt.
(Andreas Stockinger, 5.5.2026)
Franz Felberbauer, "Panzerfahrzeuge der Österreichischen Armee seit 1904."
€ 25,60 / 128 Seiten. Motorbuch Verlag, Stuttgart 2025