Norwegen: 27 Kilometer langer Unterwasser-Straßentunnel soll eine fährfreie Verbindung zwischen Kristiansand und Trondheim ermöglichen

josef

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400 Meter unter dem Meeresspiegel: Hier entsteht der längste Tunnel seiner Art
Der E39-Rogfast-Tunnel soll den Boknafjord in Südnorwegen unterqueren und nach seiner Fertigstellung mehrere Weltrekorde aufstellen.


Der Tunnel soll laut Planung im Jahr 2033 fertiggestellt werden.
Facebook/Rogfast, Statens vegvesen

Rekordprojekt unter dem Boknafjord
Mit dem Rogfast-Tunnel entsteht in der Region Rogaland ein 27 Kilometer langer Unterwasser-Straßentunnel. Er ist Teil des Ausbaus der E39 und soll künftig eine fährfreie Verbindung zwischen Kristiansand und Trondheim ermöglichen. Nach aktueller Planung wird der Tunnel nach seiner Fertigstellung der längste Unterwasser-Straßentunnel für den regulären Verkehr weltweit sein.


Facebook/Rogfast, Statens vegvesen

Die Baukosten werden auf rund 1,9 Milliarden Euro geschätzt. Das Projekt soll zugleich Norwegens erstes “Klima+”-Straßenbauvorhaben werden.
Nach Angaben des am Bau beteiligten Unternehmens Norconsult soll der Rogfast-Tunnel mehrere Rekorde aufstellen. Dazu zählen der längste Unterwasser-Straßentunnel für den regulären Verkehr, der längste vierspurige Tunnel, der am tiefsten gelegene vierspurige Straßentunnel sowie die weltweit tiefste Straßenabzweigung.

Deutlich kürzere Fahrzeiten
Derzeit führt die Strecke über eine Kombination aus Tunneln, Brücken, Fähren und Inseln. Nach Angaben der “Times of India” entspricht diese Verbindung den heutigen Anforderungen nicht mehr. Zudem liegt das Lkw-Aufkommen in der Region deutlich über dem Landesdurchschnitt.


Mit dem neuen Tunnel soll sich die Fahrzeit zwischen Kristiansand und Trondheim von mehr als 21 Stunden auf rund zehn Stunden verkürzen. Norwegen erwartet dadurch positive Auswirkungen auf Tourismus, Handel und Güterverkehr entlang der Westküste.

Schwierige Geologie erschwert den Bau
Der Tunnel wird direkt durch das Gestein unter dem Boknafjord gebaut. Dabei treffen die Bauarbeiten auf unterschiedliche geologische Formationen. Zwischen stabilen Gesteinsbereichen liegen Zonen, in denen das Gestein über Millionen Jahre hinweg stark zerbrochen wurde. Dadurch müssen die Bauverfahren teils innerhalb kurzer Distanzen angepasst werden.


So wird es am Tunneleingang bei Kvitsøy aussehen.
Norwegische Straßenverwaltung / Norconsult

Zusätzliche Herausforderungen entstehen durch eindringendes Meerwasser. Berichten zufolge kam es in rund 300 Metern Tiefe zu Wassereinbrüchen. Um diese zu stoppen, werden spezielle Abdichtungsverfahren eingesetzt, bei denen Material in das umliegende Gestein gepresst wird.

Tiefste Straßenabzweigung der Welt geplant
Zum Projekt gehört auch eine Abzweigung zur Gemeinde Kvitsøy. Zwei Kreisverkehre in rund 260 Metern Tiefe sollen den Verkehrsfluss aufrechterhalten, wenn eine der beiden Tunnelröhren wegen Wartungsarbeiten oder eines Notfalls gesperrt werden muss.

Im Unterschied zum Fehmarnbelttunnel zwischen Deutschland und Dänemark wird der Rogfast-Tunnel nicht aus versenkten Betonelementen errichtet. Stattdessen erfolgt der Bau durch Bohr- und Sprengarbeiten im Fels.

Nach aktuellem Stand soll der Rogfast-Tunnel im Jahr 2033 fertiggestellt werden.

21.07.2026 21:02
400 Meter unter dem Meer: Hier entsteht der längste Tunnel seiner Art - VOL.AT
 
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