OÖ.: Erdgasvorkommen in der Nationalparkgemeinde Molln im Bezirk Kirchdorf und im Raum um den Irrsee vermutet

josef

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#21
Landesverwaltungsgericht
LVwG erlaubt Gasbohrungen in Molln zeitlich beschränkt
Das Landesverwaltungsgericht (LVwG) Oberösterreich hat der Betreiberfirma ADX Energy die naturschutzrechtliche Bewilligung für Probebohrungen nahe des Nationalparks Kalkalpen in Molln (Bezirk Kirchdorf) unter Auflagen erteilt. Diese sehen vor, dass die Testarbeiten auf den Zeitraum vom 1. Oktober 2025 bis 31. März 2026 eingeschränkt werden.
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Sollte in dieser Zeit keine relevante Menge Gas gefunden werden, dann erlischt die Bewilligung, so das Gericht.
Umweltorganisationen hatten gegen den ursprünglichen Bescheid des Gerichts, der die Arbeiten erlaubte, Beschwerde erhoben. Dieser kam aber aufgrund des Oö. Naturschutzgesetzes keine aufschiebende Wirkung zu. Daraufhin stellte das LVwG einen Antrag auf Gesetzesprüfung und der Verfassungsgerichtshof (VfGH) hob Anfang des Jahres den Paragraf 43a des Oberösterreichischen Naturschutzgesetzes und damit den Ausschluss der aufschiebenden Wirkung für Beschwerden als verfassungswidrig auf. Den Beschwerden kam somit nunmehr ex lege aufschiebende Wirkung zu. Das LVwG stellte das Verfahren ein. Es argumentierte, dass die Frist erloschen und die Bohrungen bereits erfolgt seien.

Beschwerden abgewiesen, Testarbeiten eingeschränkt
Nun kam das Landesverwaltungsgericht aufgrund eines neuerlichen Antrags zu dem Schluss, dass die Beschwerden abzuweisen waren. Die Bewilligung war jedoch dahingehend zu modifizieren, dass die Bohrplatzerrichtung und Durchführung der Testarbeiten auf den Zeitraum vom 1. Oktober 2025 bis 31. März 2026 eingeschränkt werden.

Team Fotokerschi/Rauscher
Den Testarbeiten käme im Hinblick auf Flora und Fauna „im Winterhalbjahr eine hohe und im Sommerhalbjahr (aufgrund der Beeinträchtigung von Lebenszyklen eines größeren Kreises von Tierarten) eine sehr hohe bis überragende Eingriffsintensität zu“, so das Gericht. Außerdem seien im Sommer Landschaftsbild und Erholungswert beeinträchtigt. Die privaten und öffentlichen Interessen an der Durchführung der Projektarbeiten seien ebenfalls als sehr hoch einzustufen. Hier sprach das Gericht unter anderem von der Offensive des Bundesministeriums für Finanzen zur Aufsuchung von Rohstoffen im Bundesgebiet (Masterplan Rohstoffe 2030) und die Reduzierung der Importabhängigkeit, Substitution und Diversifizierung des Erdgasbezuges aus anderen Quellen.

Projektinteressen im Winter, Naturschutz im Sommer
Damit überwiege „bei ausführlicher Abwägung aller vorliegenden Interessen in Bezug auf das Projektvorhaben“ für das Winterhalbjahr das Interesse an der Durchführung des Projektvorhabens und für das Sommerhalbjahr das Interesse am Natur- und Landschaftsschutz, erklärte das LVwG seine Entscheidung.

Bei einer Probebohrung (Welchau-1) der Betreiberfirma ADX Energy nahe des Nationalparks Kalkalpen in Molln waren im März 2024 vor allem kondensatreiche Erdgasvorkommen gefunden, die Bohrungen im Dezember aber unterbrochen worden.

Haimbuchner zeigt sich erfreut
Landeshauptmann-Stellvertreter und Naturschutzreferent Manfred Haimbuchner zeigt sich in einer Reaktion erfreut darüber, dass das Gericht sich der fachlichen Einschätzung der Naturschutzabteilung anschließe. „Nach sorgfältiger Interessenabwägung und unter Einhaltung geltenden Rechts sowie hoher Naturschutzstandards sind derartige Vorhaben zu genehmigen – dies hat das Landesverwaltungsgericht nun bestätigt. Durch die ergriffenen Ausgleichsmaßnahmen wird die Natur keinen langfristigen Schaden davontragen“, so Haimbuchner. Er spricht außerdem von einer Verlängerung von einem Monat für die Arbeiten im Winter.

Auch ADX erfreut
„Wir begrüßen diesen Entscheid, weil er das hohe öffentliche Interesse Österreichs an heimischen Erdgasvorkommen bestätigt“, so Österreich-Geschäftsführer Alan Reingruber in einer Stellungnahme. Dort heißt es weiter, dass „die bisherigen Bohr- und Testarbeiten auf Grundlage geltender Gesetze und unter Einhaltung aller Auflagen der Genehmigungsbescheide – ausgestellt von der Montanbehörde West im Finanzministerium und vom Amt der OÖ Landesregierung, Abteilung Naturschutz – gewissenhaft und sicher ausgeführt“ wurden. Die Arbeiten sollen nun am 1. Oktober fortgesetzt werden. Noch seien drei von vier erbohrten Lagerstätten mit Öl- und Gasanzeichen ungetestet und das Potenzial nicht abschließend bewertet.
17.09.2025, red, ooe.ORF.at/Agenturen

Link:
Molln: Umweltorganisationen ziehen vor VwGH (ooe.ORF.at; 10.6.25)
LVwG erlaubt Gasbohrungen in Molln zeitlich beschränkt
 

josef

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#22
Wieder Bohrungen nach Erdgas und Erdöl
Im kommenden Jahr wird in Österreich noch intensiver nach Erdgas- und Erdölvorkommen gesucht werden. Das Energieunternehmen ADX kündigt ein umfassendes Erkundungsprogramm an – auch wieder mit neuen Bohrungen. Auch in Molln (Bezirk Kirchdorf) sollen die Arbeiten wieder aufgenommen werden.
Online seit heute, 12.35 Uhr
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Fast ein Jahr ist am Bohrplatz in Molln alles still gestanden. Naturschützer und Anrainer waren gegen die Bohrung vorgegangen und hatten verlangt, dass die Beschwerde aufschiebende Wirkung hat.

Drei von vier Lagerstätten noch ungetestet
Im September hat das Landesverwaltungsgericht ADX Recht gegeben – bis Ende März darf in Molln weiter nach Erdgas gesucht werden und das wird das Unternehmen jetzt auch tun. Im Jänner soll es wieder losgehen, heißt es am Donnerstag. Drei von vier erbohrten Lagerstätten mit Hinweisen auf Erdgas und Erdöl seien noch ungetestet.
ORF
Die Bohrstelle in Molln

Bohrungen im Süden von Wels und Ried
Zudem kündigte ADX an, ein größeres geplantes Bohrprogramm Anfang des Jahres umsetzen: Vermutete Gasvorkommen im Süden von Wels und Ried sollen erschlossen werden – mit nur etwa 1.100 Meter Bohrtiefe. Auch in der Nähe der Erdölfeldes Anshof bei Bad Hall sind vier Bohrungen geplant – wie ADX betont, alles fernab von Siedlungen und Naturschutzgebieten.
30.10.2025, red, ooe.ORF.at
Wieder Bohrungen nach Erdgas und Erdöl
 

josef

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#23
Bohrungen
ADX meldet wieder Leichtöl-Fund in Molln
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ADX Energy hat am Dienstag einen weiteren Leichtöl-Fund gemeldet. Bei ADX spricht man von „sehr ermutigenden“ Tests. Die Ergebnisse würden auf ein potenziell bedeutendes Leichtölvorkommen sowie tiefer liegendes Gaskondensat hindeuten, heißt es in der Aussendung.
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Der ADX-Vorsitzende Ian Tchacos nennt die Tests sehr ermutigend: „Obwohl die Welchau-Lagerstätte – wie die meisten sehr großen Karbonatlagerstätten weltweit – sehr komplex ist, bietet es aufgrund der relativ geringen Bohrtiefen und der Nähe zu bestehender Gasinfrastruktur ein beträchtliches Potenzial für einen Onshore-Standort.“


ADX Energy
Dieses Leichtöl wurde bei der aktuellen Bohrung bei Molln gefunden

Bereits vor knapp zwei Jahren verkündete ADX den Fund von Kohlenwasserstoffen. Überraschenderweise sei man aber nicht wie erwartet auf Erdgas, sondern auf leichtes Erdöl gestoßen. Das damals dort entdeckte Potenzial an Gaskondensat und Leichtöl wird aktuell auf Volumen, Druck und Fließeigenschaften und damit Förderbarkeit geprüft, so ADX.

ADX geht von drei Lagerstätten aus
Die neue Probe weise nun dieselbe Dichte auf wie die damalige Probe. Die Lagerstätte sei komplex, so ADX, aber die eher geringen Bohrtiefen und die Nähe zu bestehender Gasinfrastruktur böten ein „beträchtliches Potenzial“. ADX geht von drei Lagerstätten aus, erst eine sei getestet worden.

Team Fotokerschi/Rauscher
In den vergangenen Jahren gab es immer wieder auch Widerstand gegen das ADX-Vorhaben

Die Arbeiten waren nach Einwänden von Umweltschutzorganisationen zwischenzeitlich gestoppt worden. Gegen die Bohrungen gibt es seit Beginn beträchtlichen Widerstand, der auch die Gerichte beschäftigt.
24.02.2026, red, ooe.ORF.at
ADX meldet wieder Leichtöl-Fund in Molln
 
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