Opalschleifer

josef

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Opalschleifer im Gurktal
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Der Gurktaler Robert Moser besitzt zwei Opalminen in Australien. Er baut die Edelsteine selbst ab und verarbeitet sie in seiner Werkstatt in Hausdorf bei Straßburg. Die Edelsteine werden zu Schmuck verarbeitet und wer ihrem Zauber erliegt, kommt davon nicht mehr los.

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Das Onlinelexikon Wikipedia beschreibt Opale nüchtern: Es sei ein häufig vorkommendes Mineral aus der Mineralklasse der Oxide und Hydroxide. „Als amorpher Festkörper besitzt Opal keine Kristallstruktur und tritt meist als massige Adernfüllung oder knollig ausgebildet auf.“ Doch Opale sind bereits seit seit der Antike begehrt und wurden höher gehandelt als Diamanten. Die Edelsteine schillern in verschiedensten Farben und werden ausschließlich zu Schmuck geschliffen.

Auf Anhieb Glück beim Suchen
Das Schleifen übernimmt Robert Moser selbst. Vor über 30 Jahren lernte er Opale auf Reisen kennen. Für fünf Jahren bereiste er mit seiner Frau Australien und die beiden hatten Glück in einer Mine, in der kaum jemand etwas gefunden hatte: „Wir haben am zweiten Tag eine Opalader gefunden, die selten sind, und wunderschöne Steine gefunden.“
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Robert Moser in seiner Werkstatt

Im Geozentrum Knappenberg belegte er mehrere Schleifkurse: „Vor allem bei Opal ist es so, dass man nach der Farbe schleift. Man muss versuchen, die meiste Farbe vom Opal herauszuschleifen, das kann aber auch in die Hose gehen. Wenn man zu lange schleift, ist der Opal wieder weg.“

Ist Opal drin, oder nicht
In seiner kleinen Werkstatt in Hausdorf verarbeitet der 54-Jährige die Nüsse, so nennt man das Rohmaterial. Für einen Laien sieht es nach braunen Gesteinsbrocken aus: „Yowah-Nussopale kommen in Nussbändern vor, das sind Ablagerungen im Kalkstein, zwischen einem Zentimeter und ca. 30 Zentimeter. In den seltensten Fällen ist Opal drin, die meisten sind leer oder trocken. Wenn doch Opal ersichtlich ist, schneidet man sie. Die meisten klopft man nur auf, um zu sehen, ob Opal drin ist.“

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Robert Moser
Robert Moser
Robert Moser

Mit seiner Frau besitzt er seit einigen Jahren zwei Opalminen, wo er normalerweise drei Monate im Jahr schürft. Unter Tag habe es zwischen 18 und 20 Grad, so sei es in der Mine immer angenehm zu arbeiten. Der Temperaturwechsel auf 50 Grad im Freien sei dann aber anstrengend. In der Nacht könne man wegen der Hitze nicht schlafen, so Moser.

Von Opal-Leidenschaft erfasst
In Australien wurde der Gurktaler endgültig von der Opal-Leidenschaft erfasst: „Den ersten Fund haben wir über Tage gemacht, auf einem Feld. Wenn man das Glänzen sieht, rückt alles in den Hintergrund, auf Essen, Trinken und andere Dinge vergisst man.“ 2019 musste Moser Ausdauer beweisen: „Da habe ich drei Monate erfolgreich an jedem Opal vorbei gegraben, das war anstrengend, da braucht es Geduld und Ausdauer, um weiterzumachen. Es ist viel Arbeit dabei.“ Er habe wo anders schon Steine im Wert von einer Million gesehen, das sei auch Motivation, weiterzusuchen.

Die geschliffenen Opale werden zu Schmuckstücken wie Armbänder oder Ketten verarbeitet. Dabei achtet Moser darauf, wie die Farben am besten zur Geltung kommen: „Man kann eintauchen und mit den Steinen arbeiten, es macht Spaß. Wenn man einen Stein zu einem schönen Schmuckstück verarbeitet hat, ist das auch sehr befriedigend.“ Er habe Maurer gelernt und mit Stein gearbeitet, die Handarbeit sei ihm wichtig, so Moser.

Unterschiedliche Farben je nach Licht
Es gibt viele Edelsteine, aber für den Gurktaler gibt es nur den einen – der Opal: „Es ist das Farbenspiel. Ich kenne auch andere Edelsteine oder Halbedelsteine, aber der Opal reflektiert das Licht und wenn man ihn dreht, nimmt er verschiedene Farben an. Man fühlt sich gut und muss lachen, das war der Grund, warum ich mich für die Opale entschieden habe.“

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Der teuerste Opal in der Sammlung

Nach dem Schleifen und Polieren komme die Bewertung: „Das erste ist die Farbe, das zweite ist die Form und dann die Größe. Blau ist die häufigste, dann Grün, dann Gelb und Rot.“ Opale, die rot schillern, sind am teuersten, weil sie am seltensten vorkommen. Sein teuerster Stein ist 34.500 Euro wert, geschätzt von einem geologischen Institut in Wien. „Es hat Suchtpotenzial, denn ich habe oft auch vor, die Werkstatt aufzuräumen oder etwas fertigzumachen. Dann schaue ich aber in die Kiste und fange gleich wieder an, zu schleifen. Und da vergehen die Stunden. Es ist wie das Spielen in einer Sandkiste.“

In Australien gibt es den Spruch „Bitten by the opal bug“, was in etwa bedeutet, vom Opalkäfer gebissen worden, also vom Opalfieber angesteckt worden zu sein. Das ist bei Robert Moser auf jeden Fall passiert.
12.01.2021, red, kaernten.ORF.at

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