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#61
Herbstspaziergang an der „Kleinen Drau“
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Die Kleine Drau ist im Zuge des Baus des Kraftwerkes Ferlach-Maria Rain angelegt worden. Sie soll Gewässer und aufsteigendes Grundwasser sammeln und abführen. Doch der Bereich der Kleinen Drau ist noch mehr – Lebensraum für Tiere wie Biber und ein idyllischer Ort, um einen Herbstspaziergang zu machen.
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ORF-Redakteurin Irmgard Ceesay traf sich mit dem ehemaligen HTL-Professor Rainer Adamik in Kirschentheuer, um genau so einen Spaziergang zu machen und mehr über die Kleine Drau, ihre Tier- und Pflanzenwelt zu erfahren. Los ging es in der Nähe des Carnica Bienen-Museums. Adamik über den Weg: „Wir gehen erst durch Ackerland und durch ein Gebiet, das erst durch den Bau des Kraftwerks der ÖDK richtig genutzt werden kann. Früher war es mehr eine Aulandschaft und Auwald. Jetzt ist es Ackerland und kann genutzt werden. Der Weg, der zur Kleinen Drau führt, ist im Herbst bei Nebel richtig schön.“
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Von Tau benetzte Spinnwebe

Immer mehr Sojaanbau
Der dortige Sojaacker wird immer typischer, so Adamik. Früher habe es Soja hier nicht gegeben. Auf einer Seite steht ein Kukuruzacker, wie er früher überall angebaut wurde, links das Sojafeld. Viele Bauern steigen auf Soja um, so Adamik, Grund sei die Trockenheit, die dem Mais zusetze.
Zwischen dem Schotterweg und dem Soja-Acker wachsen Kirsch- und Apfelbäume: „Es gibt eine aktive Dorfgemeinschaft in Kirschentheuer, die nicht nur das Carnica-Museum initiiert, sondern auch hier Alleen von Obstbäumen gepflanzt hat, wie es früher üblich war. Viele Bauern machen noch Most, in der Nähe gibt es auch eine Obstpresse.“

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Spazierweg zur Kleinen Drau

Eberesche für Schnapsbrennerei
Am Ende des Weges stehen auch mehrere Ebereschen, deren Beeren gerne gepflückt werden, so Adamik: „Es ist eine mühsame Sache, aber ein Ebereschenschnaps ist etwas ganz Besonderes. Von einem ganzen Baum bekommt man vielleicht einen Liter Schnaps.“

Im Auwald gibt es eine Brücke, die über die Kleine Drau führt: „Das ist ein künstliches Gewässer, entstanden durch das Kraftwerk Ferlach-Maria Rain, es gibt da einen über 20 Meter hohen Damm. Die ganzen Bäche von den Karawanken sind ja immer in die Drau geflossen, das war dann nicht mehr möglich. Daher hat man die Kleine Drau gebaut, wo alle Bäche zusammengefasst werden. Erst nach dem Kraftwerk gelangen sie in die Drau.“ Gebaut habe das Kraftwerk damals noch die ÖDK, gehören tue es dem Bund, das Fischrecht habe die Hollenburg und gepachtet habe das Wasser ein Fischerverein, so Adamik über die etwas verworrenen Verhältnisse.

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Kleine Drau

Recht große Biberpopulation
Zum Verdruss der Fischer leben hier einige Biber. Sie errichteten bachabwärts ihre Burg: „Die Biber sind vor acht oder zehn Jahren langsam heraufgekommen und haben ein ideales Feld gefunden. Das Wasser fließt sehr langsam und sie haben so ihre Burg in Ruhe bauen können.“ Der Eingang in die Burg ist unter Wasser, die Tiere jedoch leben oberhalb. Der Biber ist untertags nur selten zu sehen, weil er nachtaktiv ist.

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Auwald der Kleinen Drau

Die Burg ragt eineinhalb Meter aus dem Wasser und bietet dem Biber Schutz: „Er sucht sich Futter, indem er Bäume, die am Ufer stehen, fällt. Das kennt jeder, dass er so lange nagt, bis der Baum umfällt. Aber sie fällen die Bäume so, dass sie auf jeden Fall ins Wasser fallen.“ Das Holz weiche im Wasser auf und sei die Winternahrung des Bibers.

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Biberburg

Oft mehrere Tage mit einem Baum beschäftigt
Der Biber fällt die Bäume in der Nacht. „Ich habe schon erlebt, dass er Bäume, die 40, 50 Zentimeter Durchmesser hatten, zwei, drei Tage bearbeitet hat. Wenn er merkt, es kommt jemand, ist er weg. Man kann ihn nie beobachten.“ Förster schätzen, dass es hier an der Kleinen Drau rund 20 Tiere gebe. In einer Burg lebe immer eine Familie. Auch auf dem danebenliegenden Damm werden immer wieder von Wanderern und Radfahrern abgenagte Bäume entdeckt: „Er legt große Strecken zurück, leider haben wir einen toten Biber auch auf der Draubrücke entdeckt. Was er dort oben gemacht hat, ist ein Rätsel.“
17.10.2022, red, kaernten.ORF.at
Herbstspaziergang an der „Kleinen Drau“
 

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#62
Der Urwald am Fuße des Dobratsch
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Am Fuße des Dobratsch, oberhalb der Weinitzen auf ca. 800 Metern, liegt ein naturbelassener, schwer zugänglicher Wald, in dem es auch den wärmeempfindlichen Fichten noch gut geht. Sie wachsen dort auf sehr felsigem Gelände und passten sich über die Jahrhunderte an die kargen Böden der Schütt an.
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Der Wald befindet sich im steilen Gelände, große Felsbrocken aus Kalk ragen heraus. Auffällig sind die Fichten, die aus diesen riesigen Felsköpfen herauswachsen. Der pensionierte Bezirksforstinspektor und Naturliebhaber Peter Honsig-Erlenburg sagte, die Weinitzen liege im Bereich der Schütt und sei ein besonderer Bereich. Sie hießt Weinitzen, weil dort einmal Wein angebaut wurde, es gibt dort südliches Flair, mediterranen Einfluss über Tarvis her." Der Naturwald dort sei fast urwaldähnlich, ein Buchen-Fichtenwald, der die letzten 100 Jahre nicht bewirtschaftet worden sei, so Honsig-Erlenburg.

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Gesunder Mischwald

„Hier hat die Fichte keinen Hitzestress“
Der Wald befindet sich im steilen Gelände, große Felsbrocken aus Kalk ragen heraus: „Die Fichte leidet unter Hitzestress aber hier hat sie offenbar keine Probleme. Sie bildet hier Stelzwurzeln und ist auf einem natürlichen Standort.“ Die Fichten passten sich über die Jahrhunderte an die kargen Verhältnisse an: „Möglicherweise schon vor dem letzten Dobratschabsturz 1348 war hier ein Fichtenwald bzw. ein buchenreicher Wald. Der Boden hat guten Humus, es gibt Braunerdeböden, der schon sehr alt ist.“

Auch die eine oder andere Kiefer gedeiht hier. Honsig-Erlenburg nennt den Wald einen „mystischen Zauberwald“. Hier könnte man ein Märchen drehen, sagte er. Es sei auch im Sommer recht dunkel, es gebe kaum Bodenvegetation, nur die Kalkfelsen ragen weiß heraus. Die bizarre Ausgestaltung der Buchen sei auch für einen Forstmann interessant.

Fotostrecke
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Vielfalt durch Nicht-Bewirtschaftung
Der Urwald über der Weinitzen ist überhaupt sehr artenreich. Man findet hier auch Parasole, das Lungenkraut und Zyklamen. Diese Vielfalt sehe man in bewirtschafteten Wäldern selten, so Honsig-Erlenburg. Es gebe kaum Wanderer, denn der Wald ist sehr schwer zu erreichen. Zum Unterschied zu herkömmlichen Wäldern sieht man hier auch viel Totholz, das Insekten, Vögel und Wildtiere nutzen. „Den letzten Winter hat es viel Schnee gegeben, es gab viel Schneebruch. Das spielt aber keine Rolle, die Bäume, die ihre Lebensende erreicht haben, brechen zusammen. Dann gibt es wieder mehr Licht und Jungwuchs kommt nach. Es ist eine ganz dynamische Entwicklung, das sollte Vorbild für eine naturnahe Waldwirtschaft sein.“

Keine Käferschäden trotz Totholz
Die Fichten haben keinerlei Käferschäden, die Mischung sei gut. Solche Wälder seien stabil gegen Sturm, Schnee und Käfer, sagte Honsig-Erlenburg. Da viele umgestürzte Bäume und Äste herumliegen, ist der Wald ober der Weinitzen uninteressant für Mountainbiker. Auch für Touristen sei er im Vergleich zu anderen Gebieten nicht interessant. Herkömmliche Wälder wurden im letzten Jahrhundert vor allem mit Fichten bepflanzt.
Der Klimawandel zeige aber, dass man wieder mehr in Richtung naturnahe Bewirtschaftung gehen müsse, so der Forstexperte. In den letzten 20 bis 30 Jahren habe sich aber schon etwas verbessert. Ein Mischwald wäre wünschenswert. In den 1980er Jahren schnitt man jedoch die Laubhölzer heraus und erhielt dafür Förderungen. Sogar Moore seien umgepflügt worden, um Fichten zu pflanzen, „ein Wahnsinn“, so Honsig-Erlenburg. Derzeit gebe es schon Förderungen für Mischwälder, die Kahlschläge werden geringer, auch das Forstgesetz sei dafür verantwortlich. Für Honsig-Erlenburg ist das österreichische Forstgesetz das beste überhaupt, denn es sei eigentümerfreundlich, ziele aber auch auf die Ökologie ab.

„Waldbesitzer werden nicht reich“
Die Hälfte der Fläche Österreichs ist bewaldet, zwei Drittel der Tiere und Pflanzen haben hier ihren Lebensraum. Die Biodiversität sei besser geworden, auch die Forststraßen, die verteufelt werden, seien nötig, weil sie die Bewirtschaftung ermöglichen. Auch für die Waldbesitzer hat der Forstexperte Verständnis: „Sie haben es nicht leicht, die Holzpreise liegen bei denen von 1980 bei gestiegenen Kosten. Reich wird man als Waldbesitzer nicht.“

Die Wälder müssen weiterhin fit für die neuen Klimabedingungen gemacht werden, es sollen naturnahe Mischwälder entstehen. Es gebe immer Verbesserungsbedarf, aber die Wälder seien in einem guten Zustand, so Honsig-Erlenburg. Es gebe keinen Raubbau, es wachse mehr, als benötigt werde.
22.10.2022, red, kaernten.ORF.at
Der Urwald am Fuße des Dobratsch
 

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#63
Bildtafel an einer Wetterlärche am Weg zur Klagenfurter-Hütte - Geschichte einer ungewöhnlichen Geburt
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Manche Familiengeschichten geraten in Vergessenheit, manche werden überliefert. An einem Stück Geschichte aus dem Rosental gingen schon viele tausend Wanderer vorbei auf dem Weg zur Klagenfurter Hütte. Eine Holztafel an der Wetterlärche erinnert an den Sommer 1915, als die Magd Barbara Markl hier ein Kind gebar.
Online seit heute, 7.22 Uhr
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Eine Geburt im Jahr 1915 war sowieso schon riskant, auf dem Weg hinauf zur Alm beim Essentragen und ganz alleine erst recht. Karenz gab es damals nicht, die Frauen mussten bis zur Geburt hart arbeiten. Die Geschichte von Barbara Markl und ihrer Tochter Anna bleibt durch eine Erinnerungstafel in den Karawanken erhalten. Ein Stück Familiengeschichte, das immer wieder saniert werden muss.

ORF/Peter Matha
Christian Kogler ist der Enkel von Barbara Markl

Christian Kogler ist der Enkel von Barbara Markl, bald 72 Jahre alt und wohnt in Feistritz im Rosental. Er erinnert sich an eine schmächtige kleine Frau, die noch im hohen Alter viel zu Fuß unterwegs war. Am 1. August 2015 stapfte seine Großmutter mit Körben voller Essen für die Halter beladen hinauf auf die Alm. Neben der schweren Last war sie auch noch hochschwanger. Bei der Wetterlärche, auf halbem Weg, platzte ihre Fruchtblase, erzählte Kogler. Sie habe unterwegs allein entbunden, das Kind eingewickelt, dann sei sie weiter auf die Alm marschiert. Zäh war sie, sagt der Enkel.

Fotostrecke
ORF/Peter Matha
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Maler der Tafel unbekannt
Während in vielen Teilen Europas der erste Weltkrieg Fahrt aufnimmt, hat die Magd hier ihr eigenes Leben zu bewältigen mit ihrem kleinen Kind. Auf der überdachten Holztafel steht „Da hat a Kindl´s erschte mal, das Licht da Wolt dasegn.“ Gemalte Engel beschützen Barbara und ihre neugeborene Anna auf der Gedenktafel in naiver Malerei samt Rosen. Christian Kogler ist der Sohn des damaligen Säuglings Anna: „Sie hat immer gesagt, geboren auf der Matschacher Alpe.“ Seine Mutter hätte mehr zu erzählen gehabt, sagt Christian Kogler, er habe aber selbst kaum Erinnerungen.

Auch die Erinnerung an die Geburt auf dem Almweg verblasst. Auf dem Schild bröckelt die Farbe, die zweisprachigen Aufschriften sind teilweise abgewittert. Unter dem kleinen Holzdach der Tafel sind die Farben noch weit frischer. Wer und wann die Tafel anbrachte, weiß Enkel Christian Kogler nur vage. Das sei schon viele Jahre her, einmal sei sie restauriert worden.

Harte Zeiten für Frauen
Kogler ist immer wieder am ungewöhnlichen Geburtsort seiner Mutter Anna, gerade vor Kurzem sei er ins Bärental gegangen. Da gehe er jedes Mal an der Lärche mit der Tafel vorbei. Die Zeiten waren damals hart für eine ledige Mutter. Manchmal denke er, wie anstrengend es für die Großmutter und Mutter gewesen sein muss, sagt der Enkel. Die Menschen hätten viel aushalten müssen, die Großmutter sei immer fröhlich gewesen und habe Lieder gesungen, trotz des harten Lebens.
08.11.2022, red, kaernten.ORF.at
Geschichte einer ungewöhnlichen Geburt
 

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#64
„Kärntner Universum“ in Rosegg
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In der Gemeinde Rosegg im Rosental gibt es das „Kärntner Universum“. Es ist auf den ersten Blick unscheinbar, neben der Straße, die Richtung Faaker See führt. Es handelt sich um eine von dem Künstler Ulrich Mertel erschaffene Skulptur.
Online seit heute, 7.20 Uhr
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Kärnten Guide Rotraud Jungbauer erklärt die Idee hinter dem Kunstwerk: „Die Figuren stellen fliegende Kärntnerinnen und Kärntner dar. Die Idee zu dieser Skulpturengruppe hatte Ulrich Mertel schon im Jahr 2019. Er wollte für das Jubiläumsjahr 2020 ein Werk schaffen, das den Feiern zur Volksabstimmung am 10. Oktober ein neues, in die Zukunft gerichtetes Denkmal entgegensetzt.“

Symbolisches Kärntner Doppelherz
Dabei sollte der Mensch, der Kärntner, die Kärntnerin, im Vordergrund stehen. So machte sich Ulrich Merkel an die Arbeit und schuf eine Figur nach der anderen, wobei die Mitte dieser karussellähnlichen Skulptur aus einem bzw. zwei Herzen besteht, so Jungbauer: „Beide sind blau-weiß gestreift, aber ihre Formen sind unterschiedlich. Während das eine, der hintere, eine flache Scheibe in der klassischen Herzform ist, wie wir sie zeichnen würden, hat das Zweite eine Form als Organ.“

Es handelt sich dabei symbolisch um das Kärntner Doppelherz, das im Zentrum des Universums steht. „Die fliegenden Figuren, die menschgewordenen Trabanten, wie Ulrich Mertel sie auch nennt, mit Energie versorgt. Einerseits scheinen die Figuren ganz frei und unabhängig durch die Luft zu wirbeln. Andererseits ist jede von ihnen wie mit einer Nabelschnur mit dem organischen Herzen verbunden.“


Friedvolles Miteinander
Auf der linken Seite befinden sich Adam und Eva im Paradies. „Sie symbolisieren die positive Entwicklung im Zusammenleben der einst rivalisierenden Volksgruppen von Kärntnern und Kärntner Slowenen“, so die Expertin.

Die beiden formen mit ihren Fingern ein Herz, als Zeichen des Friedens, des Miteinanders und des gegenseitigen Wohlwollens: „Den beiden gegenüber schwebt auf der rechten Seite der Teufel mit seinem blitzblauen, entbloßten Oberkörper. Mit heraushängender Zunge beschwört er die Menschlichkeit des Bösen. Direkt neben dem Teufel steht der Bischof mit hoch rotem Kopf. Er streckt diesem teuflischen Gedankengut den Bischofsstab entgegen und verkörpert damit als Gegenstück zum Bösen den Kampf für das Gute.“

Kärntner Lebensfreude
Zwischen Adam und Eva, sowie dem Teufel und dem Bischof feiern unbekümmert und ausgelassen eine Frauenfigur, die über ihrem Kopf eine goldene, übergroße Käsnudel hält und ein Mann in blauer, kurzer Hose mit einer Zieharmonika das Leben. Laut Ulrich Mertel sei dieses unbekümmerte, ausgelassene Feiern den Kärntnern eigen, lieb und teuer.

Das „Kärnten Universum“ kann besucht werden, wenn man von Rosegg in Richtung des Faaker Sees fährt. Eine Tafel enthält weitere Informationen über das Kunstwerk. Auf der Homepage des Künstlers gibt es auch ein kurzes Entstehungsvideo dieser Skulptur.
08.12.2022, red, kaernten.ORF.at

Links:
„Kärntner Universum“ in Rosegg
 

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#65
Die Spuren der Habsburger in Klagenfurt
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In Klagenfurt findet man immer noch zahlreiche Erinnerungen an die Zeit der Habsburger. Viele von ihnen waren zu Gast in der Landeshauptstadt, ihnen zu Ehren wurden Denkmäler errichtet. Auch einige Gebäude erinnern an die einstige Herrscherfamilie.
Online seit heute, 9.31 Uhr
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Kärnten Guide Elke Bitzan sagte, das Haus der Goldenen Gans auf dem Alten Platz sei Ende des 15. Jahrhunderts von Friedrich III. der Stadt Klagenfurt geschenkt worden. Die Auflage lautete, dass er in diesem Haus immer Herberge finden sollte, wenn er in der Stadt sei.

ORF.at/Carina Kainz
Haus mit der Goldenen Gans

Fresken im Wappensaal
Maximilian I. sei sehr wichtig für Klagenfurt gewesen, so Bitzan, auch wenn er selbst nie da war. „Als Kind war er mit seiner Mutter Eleonore und seiner Schwester Kunigunde zu Besuch auf Burg Finkenstein.“ An ihn erinnere im Wappensaal das Fresko von Josef Ferdinand Fromiller, auf dem die Übergabe des Wappenbriefes an die Kärntner Landstände dargestellt sei.

Auch die Spuren von Kaiser Karl VI., dem Vater von Maria Theresia sind in Klagenfurt zu finden: „Das Deckenfresko im Wappensaal erinnert an ihn. Man sieht Kaiser Karl VI. mit den Landständen bei der Erbhuldigung. Es schaut genau so aus, als ob es im Wappensaal stattgefunden hätte. Das war aber nicht so, weil ein Brand einige Jahr vorher das Landhaus ziemlich zerstört hat.“

ORF
Wappensaal im Landhaus Klagenfurt, dem Sitz des Landtags

Zweite Statue von Maria Theresia
Karls Tochter Maria Theresia war auch in Klagenfurt: „1765 ist sie mit der Familie auf Durchreise nach Innsbruck nach Klagenfurt gekommen. Dort hat ihr Sohn Leopold geheiratet.“ Die Statue auf dem Neuen Platz erinnert an die Regentin, so Bitzan: „Das ist aber schon die zweite Statue, man hat 1765 anlässlich ihres Besuchs eine Statue aus Blei gestaltet. Sie war im ungarischen Krönungsornat dargestellt, war nach 100 Jahren aber in so schlechtem Zustand, dass man ein neues Denkmal errichtet hat.“

ORF
Maria Theresia

Maria Anna lebte in Klagenfurt
Maria Anna, die Tochter von Maria Theresia, war lange in Klagenfurt, so Bitzan: „Sie war 1765 zu Besuch. Durch eine Krankheit in ihrer Jugend hatte sie einen Buckel und konnte nicht mehr verheiratet werden. Sie sollte Äbtissin in Prag werden. In Klagenfurt war sie zu Besuch bei den Elisabethinen, die sehr freundlich waren, sie dachte sich daher, sie wollte hier bleiben.“

Es sei dann eine Residenz für sie erbaut worden, das heutige bischöfliche Palais. 1781, nach dem Tod ihrer Mutter sei sie nach Klagenfurt gezogen und sei sehr wohltätig gewesen: „Sie hat die Elisabethinen unterstützt und die Loge zur wohltätigen Maria Anna gegründet.“

Johann JaritzCC BY-SA 4.0
Heutige bischöfliche Residenz, einst Wohnsitz von Maria Anna

Kaiser Franz Josef sei mehr mehrmals in Klagenfurt gewesen, sagte Bitzan. „Das erste Mal im Mai 1850 zur Einweihung eines Ehrendenkmals anlässlich des Sieges über Italien. Eine Gedenktafel in der Stadtpfarrkirche St. Egid.“

Proteste gegen Bau von Festplatz
Es gab aber keinen Festplatz, um mit dem Kaiser zu feiern. So wurde kurzerhand auf dem Kreuzbergl einer angelegt. Dagegen habe es Proteste gegeben, nicht wegen des Umweltschutzes sondern aus sittlichen und kirchlichen Gründen: „Es war ein Kalvarienberg, der nicht zu einem Tummelplatz des Vergnügens werden sollte.“ Das wurde aber trotzdem durchgesetzt und sogar eine Gaststätte errichtet: "Das heutige Schweizerhaus. 1856 ist Kaiser Franz Josef noch einmal hier gewesen, mit Elisabeth. Sie haben den Elisabethsteg über den Lendhafen eingeweiht. Elisabeth wurde dabei ein Huldigungsgedicht überreicht, „Zum ersten Mal hat sie Dich getragen“.

ORF/Johannes Puch
Elisabethsteg über den Lendhafen

Rudolfinum eingeweiht
Kronprinz Rudolf, der Sohn des Kaiserpaares, enthüllte unter anderem das neue Maria-Theresien-Denkmal: „Das zweite Mal, als er hier war, hat er den Schlussstein für das Landesmuseum Rudolfinum gesetzt, das nach ihm benannt wurde. Beim Schlusssteinsetzen hat er den Satz gesagt ‚Möge diese schöne und große, den Wissenschaften und Künsten geweihte Anstalt bestehen zu Nutz‘ und Segen des treuen Kärntner Landes.’“
25.12.2022, red, kaernten.ORF.at
Die Spuren der Habsburger in Kärnten
 

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#66
Tadschikisches Teehaus in Klagenfurt
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Seit rund 50 Jahren gibt es die Städtepartnerschaft zwischen Klagenfurt und Duschanbe, der Hauptstadt der zentralasiatischen Republik Tadschikistan. Ein Teehaus, das als Gastgeschenk nach Klagenfurt geliefert wurde, verkommt seit Jahren und wurde auch durch Vandalismus schwer beschädigt, nun sucht man einen besseren Platz.
Online seit heute, 6.37 Uhr
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Der damalige Bürgermeister von Klagenfurt, Leopold Guggenberger, fädelte vor 50 Jahren in der damaligen Sowjetrepublik Tadschikistan die Partnerschaft mit Duschanbe ein. 15 Jahre später kam ein traditionelles Teehaus aus Zentralasien als Geschenk in den Park der Freiwilligen Schützen. Ein Teehaus ist ein traditioneller Ess- und Wohnbereich in Zentralasien, gefertigt aus Holz, seitlich offen und überdacht.
Monatelang wurde des Geschenk an Klagenfurt von einem tadschikischen Künstler bemalt. Es sollte ein Verbindungsglied zwischen den Kulturen werden.

ORF
Alter Zeitungsausschnitt

Geschenk der Partnerstadt
Die heutige Protokollchefin der Stadt, Eva Janica, war vor 35 Jahren dabei: „Das Teehaus war das offizielle Geschenk der Partnerstadt Duschanbe. Es ist immer ein Ort der Begegnung.“ Damals war es das einzige Gebäude dieser Art in Europa.

Eine Zeit lang wurde das Teehaus auch als Teil der Gaststätte Onkel Toms Hütte bewirtschaftet. Ein Rechtsstreit zwischen der letzten Pächterin des Gasthauses und der Stadt sei gerade abgeschlossen worden, sagte Stadtrat Max Habenicht, zuständig für die Liegenschaften der Stadt.

ORF

Dolinar: „Nix ist fix“
Nach mehreren Vandalenakten und wenig Pflege sieht das Teehaus heute traurig aus. Vor Kurzem war der tadschikische Botschafter zu Besuch beim zuständigen Referenten für die Auslandsbeziehungen, Alois Dolinar, und besuchte auch das verfallende Teehaus. Er sei bei dem Anblick „nicht vor Freude in die Luft“ gesprungen. Dolinar bestätigte gegenüber dem ORF, er habe dem Botschafter versprochen, dass das Teehaus einen würdigen Platz bekommen werde. Es gebe Pläne, doch „nix ist fix“.

ORF
Tadschikische Teezeremonie in Klagenfurt

Minimundus als neue Heimat im Gespräch
Gut 4.000 Kilometer hat das tadschikische Teehaus bereits hinter sich. Zur möglicherweise endgültigen Heimat wären es nur ein paar Kilometer extra: Minimundus, die kleine Welt am Wörthersee, könnte der neue, sichere Platz für das architektonische Kunstwerk aus Zentralasien werden.
Minimundus-Geschäftsführer Hannes Guggenberger sagte, in seinem Team gebe es auch Kunsthistorikexperten, die für Renovierungsarbeiten zur Verfügung stehen würden: „Wir helfen der Stadt ja gerne.“ Er gehe davon aus, dass die Restaurierung aufgrund der Schäden aufwendig sein werde. Das Objekt weise zum Beispiel Brandspuren auf.
23.01.2023, red, kaernten.ORF.at
Posse um tadschikisches Teehaus
 
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