Probleme mit Flugzeugträgern der US-Marine

josef

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#1
Klagen über Missstände
US-Flugzeugträger in Nahost wird abgelöst
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Nach alarmierenden Beschwerden über Missstände auf der „USS Abraham Lincoln“ soll der in Nahost eingesetzte Flugzeugträger laut Medienberichten abgelöst werden. Ersetzt wird er durch die „USS George Washington“, wie mehrere US-Medien Donnerstagabend unter Berufung auf Insider meldeten. Die „USS Abraham Lincoln“ befindet sich Berichten zufolge bereits seit sieben Monaten auf hoher See im Nahen Osten. Die Versorgung sei schlecht, viele Seeleute und Marinesoldaten an Bord kämpfen laut Angehörigen und dem US-Kongress mit psychischen Problemen.
Online seit gestern 13.08.2026, 21.52 Uhr (Update: heute, 7.22 Uhr)
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Laut CNN war der Austausch der Schiffe bereits geplant. Unklar war laut beiden Sendern hingegen, wie lange das Ganze dauert. NBC News zufolge dauert ein solcher Wechsel gewöhnlich mehrere Wochen. US-Verteidigungsminister Pete Hegseth hatte sich wenige Stunden vor Bekanntwerden des Abzugs zur Causa gegenüber dem US-Medium Newsmax geäußert.

Die Berichte seien „missinterpretiert“ worden, so Hegseth. Man würde dafür sorgen, „dass jedes Schiff, jede Besatzung und jeder Kapitän zu jedem Zeitpunkt über alles verfügt, was man ihnen bieten könne“. Es sei „unglaublich“, was die Seeleute unter „kargen Bedingungen“ leisten würden. Laut früheren Angaben der US Navy war die „USS George Washington“ Ende Juli im vietnamesischen Da Nang eingelaufen. Am Mittwoch war dann bekanntgeworden, dass der Flugzeugträger die Hafenstadt im Zentrum des südostasiatischen Landes bereits am 5. August verlassen hat. Wohin er samt Verbund steuerte, war zu dem Zeitpunkt unklar.

Centcom: Falschberichterstattung
Das US-Militär wies in der Nacht auf Freitag Berichte über Missstände auf dem Flugzeugträger zurück. Er weise unter allen der US Navy eine der höchsten Wiederverpflichtungsraten der Besatzung mit 84,4 Prozent auf, teilte das für die Region zuständige US-Kommando Centcom via X mit. Eine solche Rate beschreibt den Anteil der Soldaten, die freiwillig weiter im Militär bleiben, nachdem ihre Vertragszeit abgelaufen ist.

Von Centcom hieß es in der Nacht auf Freitag weiter, die Matrosen und Marines blieben widerstandsfähig und entschlossen, nachdem sie mehr als 260 Tage auf See verbracht hätten. Anders als berichtet sei kein Besatzungsmitglied an Bord des Flugzeugträgers ums Leben gekommen. Ein Matrose, der am 3. August über Bord gegangen sei, sei schnell und sicher geborgen worden, hieß es weiter. Centcom sprach von Falschberichterstattung.

US-Senator verlangte Aufklärung
Kurz zuvor hatten Mitglieder des US-Senats Aufklärung über die Zustände auf der „USS Abraham Lincoln“ gefordert. Die Regierung von US-Präsident Donald Trump solle erklären, was sie tue, um die Streitkräfte auf dem schwimmenden Luftwaffenstützpunkt zu unterstützen, schrieb der Senator aus dem Bundesstaat Connecticut, Richard Blumenthal, auf der Plattform X. „Weitverbreitete Berichte über Versorgungsengpässe, Probleme bei den Sanitäranlagen, eine Verschlechterung der psychischen Gesundheit und mehr erfordern sofortiges Handeln.“

Der Demokrat richtete als Mitglied des Senatskomitees für die US-Streitkräfte eine offizielle Anfrage an Verteidigungsminister Hegseth und Marinestaatssekretär Hung Cao. Darin heißt es, die „Abraham Lincoln“ habe seit nunmehr fast sieben Monaten keinen Hafen mehr angelaufen – eine Rekorddauer, die für die Besatzung offenbar spürbar zur Belastung wird. Es gebe zahlreiche Berichte über Probleme, etwa bei der Grundversorgung und den Sanitäranlagen auf dem Schiff, so Blumenthal.

Probleme bei Versorgung und Sanitäranlagen
Fehlende Seife und verstopfte Klos seien nicht einmal das schlimmste Problem: Bei Soldatinnen und Soldaten sei eine Verschlechterung der psychischen Gesundheit festzustellen, heißt es. Es seien „Sicherheitsbedenken hinsichtlich der Außendecks“ geäußert worden, hieß es. Störungen im Postverkehr hätten zudem dazu geführt, dass viele an das Schiff adressierte Versorgungspakete über Monate auf dem Transportweg verloren gegangen seien.

IMAGO/ZUMA Press Wire/Handout/U.s Navy
Rund 5.000 Seeleute und Marinesoldaten befinden sich an Bord der „USS Abraham Lincoln“

Senatsdelegation wollte „Lincoln“ besuchen
Auf Blumenthals Fragen, etwa wie die Regierung mit der wachsenden Ermüdung und Belastung der Truppe auf der „Abraham Lincoln“ umgehen werde, hätten die adressierten Ressorts bis zum 27. August antworten sollen. Sein demokratischer Senatskollege aus Arizona, Ruben Gallego, kündigte an, den Flugzeugträger mit einer parteiübergreifenden Delegation besuchen zu wollen, um die Lage in Augenschein zu nehmen.

„Die Geschichten von Besatzungsmitgliedern, die damit drohen, vom Schiff zu springen, sind ein erschreckendes Alarmsignal dafür, wie schlimm die Situation geworden ist“, schrieb er auf X. Trumps Umgang mit seinen Marinetruppen sei „nicht nur abstoßend, sondern auch gefährlich“, kritisierte Gallego. „Diese Seeleute haben ein Anrecht darauf zu wissen, wann sie nach Hause zurückkehren werden.“ Die US-Armee äußerte sich zunächst nicht dazu.

„Zerstörtes Vertrauen zu US-Führung“
Über die Zustände an Bord hatten zuerst die beiden Militärzeitschriften „Navytimes“ und „Stars and Stripes“ berichtet. Viele Angehörige der Seeleute hätten sich in den Blättern über die schlechten Bedingungen an Bord geäußert. Einige berichteten auch über ein zerstörtes Vertrauen „zwischen uns und der US-Führung“.
Auch im April gab es laut „Guardian“ bereits eine Welle öffentlicher Kritik an den Zuständen. Fotos von minderwertigen Lebensmitteln tauchten auf, außerdem gab es auch damals schon Berichte über Wasserknappheit, verschimmelte Duschen und defekte Waschmaschinen. Verteidigungsminister Hegseth wies die Berichte als Fake News zurück.

Bericht über extreme Arbeitsbedingungen
Der Nachrichtensender MS NOW berichtete unter Berufung auf Angehörige über extrem lange Arbeitsschichten und gefährliche Arbeitsbedingungen, etwa am Deck des Flugzeugträgers, laut dem Sender bereits einer der gefährlichsten Orte im US-Militär. Es herrsche stets große Verbrennungsgefahr, die Gefahr von Hörverlust sei allgegenwärtig, zudem fänden die Arbeiten zu jeder Tageszeit und zu jeden Witterungsbedingungen statt.

Die „USS Abraham Lincoln“ hatte San Diego am 21. November verlassen und war ursprünglich für den Einsatz im Südchinesischen Meer bestimmt. Als das US-Militär jedoch Anfang Jänner seine Präsenz in Nahost ausbaute, wurde das Schiff im Zuge der US-israelischen Angriffe im Iran gemeinsam mit ihren Begleitschiffen in den Nahen Osten umgeleitet.

Seitdem war die über 5.000 Köpfe zählende Crew laut dem Sender MS NOW nur zwei Tage an Land: einmal im US-Außengebiet Guam im Dezember und in Oman im Juli. Der Einsatz hätte ursprünglich im Mai enden sollen, wurde aber wegen des andauernden Krieges immer wieder verlängert. Der Flugzeugträger ist seit Beginn des Iran-Krieges am 28. Februar im Arabischen Meer im Einsatz, um die US-Seeblockade gegen Schiffe durchzusetzen, die versuchen, iranische Häfen anzulaufen oder zu verlassen.
14.08.2026, red, ORF.at/Agenturen
Klagen über Missstände: US-Flugzeugträger in Nahost wird abgelöst
 

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#2
"Sie sind nicht gut"
Dampfkatapulte statt modernem System: Trump ordnet milliardenteuren Rückbau von Flugzeugträgern an
Der US-Präsident hält modernere elektromagnetische Systeme für zu wenig verlässlich – der Hersteller warnt vor Kosten und Zeitdauer des Rückbaus

Während an Bord mehrere US-Flugzeuträger offenbar für die dort stationierten Matrosen äußerst unangenehme Verhältnisse herrschen und der Unmut über die langen Einsatzzeiten wächst, hat sich US-Präsident Donald Trump am Donnerstagabend mit anderen Sorgen gewälzt. Er ordnete den Rückbau der US-Flugzeuträger zur Verwendung von Dampfkatapulten für den Start der Jets an – obwohl es eigentlich ein neueres, verlässliches System gibt, auf das die Megaschiffe zuletzt umgerüstet worden waren. Auf welche Argumente sich Trump bei seinem Befehl stützt, war vorerst unklar.


Wenn es nicht ordentlich dampft, ist es für Donald Trump kein Flugzeugträger.
REUTERS/Marco Garcia

Trump habe ein entsprechendes Memorandum unterzeichnet, das weitreichende Änderungen für die Flotte vorsehe, so das US-Präsidialamt. Die Umrüstung betreffe die Flugzeugträger der "Gerald R. Ford"-Klasse, konkret das vierte Schiff dieser Baureihe, die "Doris Miller". Die Abkehr von dem elektromagnetischen Startsystem (EMALS) dürfte die Steuerzahler Hunderte Millionen Dollar kosten.

Weniger Ressourcenverbrauch
Trump hatte das elektromagnetische Startsystem der Marine in der Vergangenheit häufig kritisiert. Es sei teurer und weniger effektiv als die traditionellen Dampfkatapulte. "Sie haben Milliarden Dollar mehr für elektrische Katapulte ausgegeben, und sie sind nicht gut", sagte Trump im vergangenen Monat auf einem Verteidigungsgipfel in Pennsylvania. "Sie sind bei Weitem nicht so gut, zu komplex." Der Hersteller des EMALS-Systems, General Atomics, forderte eine sorgfältige Überprüfung der Entscheidung.

Da die Produktion bereits zu fast 50 Prozent abgeschlossen sei, berge ein Kurswechsel erhebliche Risiken für Kosten, Zeitplan und Integration, teilte das Unternehmen mit. Die Marine hatte sich 2009 für das neue System entschieden, da es wartungsärmer ist und die Flugzeuge beim Start weniger belastet. Auf dem ersten Träger der neuen Klasse, der "USS Gerald R. Ford", wurden laut Pentagon-Dokumenten bis März 2026 bereits 36.863 Starts mit dem System absolviert.

Lücken werden gefüllt
Die neue Anordnung erlaubt es zudem ausländischen Schiffbauern, die dauerhaft und in erheblichem Umfang in US-Werften investiert haben, vorübergehend bis zu zwei Schiffe in ihren Heimatwerften zu bauen. Damit sollen Lücken in der Flotte schnell geschlossen werden. Vor diesem Hintergrund hatte die australische Werft Austal am Dienstag mitgeteilt, dass der südkoreanische Hanwha-Konzern den Kauf ihres US-Geschäfts für bis zu 1,2 Milliarden Dollar angeboten habe.

Hanwha strebt eine Expansion auf dem US-Rüstungsmarkt an. Um die Reparaturkapazitäten für U-Boote und Flugzeugträger zu erhöhen, wies Trump den Verteidigungsminister ferner an, eine fünfte Marinewerft einzurichten. Die Aktien des Hauptauftragnehmers für die Ford-Klasse, Huntington Ingalls, legten im nachbörslichen Handel in New York leicht zu.

Zumindest für die Matrosinnen und Matrosen an Bord der USS Lincoln, über deren Probleme jüngst viel berichtet wurde, gibt es nun offenbar eine gütliche Lösung: Sie sollen in Bälde abgelöst werden, wurde berichtet.
(red, Reuters, 14.8.2026)
Dampfkatapulte statt modernem System: Trump ordnet milliardenteuren Rückbau von Flugzeugträgern an
 

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#3
Sinkende Moral, wenig Munition: Trumps Krieg im Iran zehrt das US-Militär aus
Die versuchte Machtdemonstration im Irankrieg droht, die US-Streitkräfte überzustrapazieren. Erschöpfte Besatzungen und schwindende Raketenbestände wirken bis nach Kyjiw und Taipeh

Die Besatzung der Abraham Lincoln leidet unter Versorgungsengpässen.
via REUTERS/US NAVY

Eigentlich sollte der Einsatz der USS Abraham Lincoln Berichten zufolge im Mai enden. Doch weil der Irankrieg von US-Präsident Donald Trump und Israel kein Ende findet, sind die rund 5000 Seeleute und Marineinfanteristen des Flugzeugträgers noch immer im Nahen Osten – und bekommen die Folgen direkt zu spüren: Mehrere Medien berichten von sinkender Moral und angegriffener psychischer Verfassung der Besatzung. Deren Erschöpfung, so fürchten Angehörige, könne zu "tödlichen Fehlern" führen.

Es ist nicht die einzige Nachricht, die das Weiße Haus fast sechs Monate nach Kriegsbeginn in Bedrängnis bringt. Auch schwindende Munitionsbestände und die monatelange Ohnmacht gegenüber Teheran, das die Straße von Hormus faktisch für den Schiffsverkehr sperrt, kratzen an Ansehen und Schlagkraft des mächtigsten Militärs der Welt. Die Auswirkungen sind bis nach Kyjiw und Taipeh zu spüren.

Schimmelnde Duschen auf dem Flugzeugträger
Im Fokus steht seit Tagen der über 300 Meter lange Flugzeugträger USS Abraham Lincoln, seit rund 265 Tagen und damit weit länger unterwegs als geplant. Der liberale Sender "MS NOW" berichtete zuerst von Engpässen an Bord: Schimmel in den Duschen, knappe Lebensmittel, fehlende Zahnpasta, Deo und Seife. In einem Brief an Verteidigungsminister Pete Hegseth und den amtierenden Marinestaatssekretär Hung Cao sprach der demokratische Senator Richard Blumenthal am Mittwoch von "ernsten Sorgen".


Verteidigungsminister Hegseth spricht bezüglich der Berichte über die mangelnde Versorgung auf den Schiffen wieder einmal von Fake News.
REUTERS/Aris Martinez

Es gebe Berichte über "verunreinigtes Wasser, Probleme mit den Sanitäranlagen, eine Verschlechterung der psychischen Gesundheit", schreibt das Mitglied des Senatsausschusses für die US-Streitkräfte weiter. Das auf Militärthemen spezialisierte Medium Stars and Stripes berichtete von Erschöpfung und sinkender Moral der Seeleute. "Dazu gehören Berichte über Suizidgedanken und mindestens einen Vorfall, bei dem ein Besatzungsmitglied daran gehindert wurde, von Bord zu springen", hieß es weiter. Die Navy weist die Darstellungen zurück: Man habe "keinen Anstieg von Suizidgedanken oder -versuchen an Bord" festgestellt, hieß es. Hegseth nannte die Berichte "völlig falsch dargestellt".

Die Navy schickt nun Ersatz. Trump sagte am Freitag: "Dieses Schiff wird gerade verlegt – oder wird es in Kürze tun – und wird durch ein sehr ähnliches Schiff ersetzt." Auf die Frage, ob der Einsatz zu lang gewesen sei, sagte er dagegen: „Nein, nein, nein, bei Weitem nicht lange genug." Trump ist in der Heimat unter Druck: Sein Krieg ist zutiefst unbeliebt, auch wegen der steigenden Preise, primär an den Zapfsäulen.

Knappe Munition
Zudem beschränken die niedrigen Munitionsbestände offenbar die Einsatzfähigkeit des US-Militärs. Laut Reuters ist fast die Hälfte aller Tomahawk-Marschflugkörper aufgebraucht, von den Boden-Boden-Raketen ATACMS und PrSM seien in der Mission Epic Fury "praktisch alle" verschossen worden.

Doch auch Irans Gegenangriffe haben die Abfangraketen der Amerikaner schmelzen lassen. Der Bestand an Patriots, die anfliegende ballistische Raketen zerstören, sank Schätzungen der Denkfabrik CSIS zufolge von 2330 vor Kriegsbeginn am 28. Februar auf etwa 800 Ende Juli. Vom System THAAD sind demnach mindestens 38 Prozent verbraucht. Der komplette Wiederaufbau der Bestände dürfte CSIS zufolge mindestens drei Jahre brauchen.

Auch mit ihrer Raketenabwehr konnten die US-Streitkräfte nicht alle Angriffe des Irans auf Nachbarländer mit US-Basen verhindern. Ein am 7. August geschlossenes Nato-ähnliches Verteidigungsbündnis zwischen den US-Verbündeten Türkei, Saudi-Arabien und Pakistan liest sich für den Politikwissenschaftler Muhammad Waqas Haider wie "ein Urteil über die amerikanische Zuverlässigkeit".

Ukraine unter Feuer – Sorge in Taiwan
Ähnliches spürt auch die Ukraine seit mehreren Wochen immer stärker. Die mangelnden Abfangraketen lassen Kyjiw und andere ukrainische Städte teilweise schutzlos gegen nächtliche Angriffe durch Russland. Trump lehnte Berichten zufolge Ende Juli die Bitte von Präsident Wolodymyr Selenskyj nach Hunderten zusätzlichen Patriot-Raketen mit Verweis auf die US-Bestände ab. Die Ukraine hat in diesem Jahr nach eigenen Angaben nur ein Drittel der Abfangraketen des Vorjahreszeitraums erhalten. Und ob Washington Kyjiw die eigene Produktion von Patriots erlaubt, bleibt unbestätigt. Ohnedies würde es dann wohl mindestens ein Jahr dauern, bis Kapazitäten aufgebaut sind.


Die fehlenden Patriots hinterlassen in der Ukraine ein Bild der Zerstörung und die meisten zivilen Toten seit den Monaten nach der Vollinvasion.
AFP/TETIANA DZHAFAROVA

Sorge gibt es derweil auch in Taiwan, wo man fürchtet, die Nebenwirkungen des Irankrieges könnten die Abschreckung gegenüber China für eine Invasion des Inselstaates untergraben. Im Mai legte die US-Regierung ein Waffenpaket im Wert von 14 Milliarden Dollar an Taipeh auf Eis, laut Marinestaatssekretär Cao, "um sicherzustellen, dass wir über die für Epic Fury benötigte Munition verfügen".

Für eine Eskalation im Indopazifik gibt es im Moment keine Anhaltspunkte, und US-Analysten merken zu Recht an, dass zu einer gelungenen Abschreckung mehr gehört als nur Munition. Was die militärische Position der Vereinigten Staaten im Pazifik derweil aber nicht stärken dürfte: Laut dem Wall Street Journal soll der Flugzeugträger George Washington die Abraham Lincoln im Arabischen Meer ablösen und befindet sich übereinstimmenden Berichten zufolge bereits auf dem Weg. Dies ließe den Pazifik auf unbestimmte Zeit ohne die Präsenz eines US-Flugzeugträgers. (Benno Schwinghammer aus New York, 16.8.2026)

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#4
Volle Kraft zurück
"Dampf ist billig": Donald Trump befiehlt den Umbau von Flugzeuträgern mit uralter Technik
Das neue Hobby des US-Präsidenten ist das Mikromanagement der US Marine. Jetzt hat er den Einbau längst überholter Katapulte auf Flugzeugträgern angeordnet

Eine F/A-18E/F Super Hornet wird auf der Gerald R. Ford startklar gemacht. Der Flugzeuträger verfügt über ein elektromagnetisches Katapult. Dem Präsidenten gefällt das nicht, er wünscht sich dampfbetriebene Startsysteme.
via REUTERS/DVIDS

Es ist eine selbst für Donald Trump bemerkenswerte Anordnung: Der Präsident möchte in Flugzeugträgern nur noch veraltete Dampfkatapulte anstelle moderner elektromagnetischer Systeme sehen. Diese Beschleunigungsanlagen sorgen dafür, dass schwere Kampfflugzeuge auf kurzer Strecke abheben können.

Diese Form des Mikromanagements erstaunt die Fachwelt, während Marineoffiziere die Einsatzbereitschaft der ohnehin schon strapazierten Marine schwinden sehen.

Die US Navy und ihre Flugzeugträger sind aktuell nämlich stark überlastet. Aktuell machen Berichte von der nunmehr in ihren Heimathafen fahrende USS Abraham Lincoln die Runde, die über 260 Tage auf See verbracht hat. Die Zustände an Bord wurden in den vergangenen Wochen als schrecklich beschrieben. Mehrere Seeleute sollen aus Verzweiflung versucht haben, von Bord zu springen. Einem Matrosen ist es laut CNN sogar gelungen, er konnte jedoch gerettet werden.

Niemand baut mehr Dampfkatapulte
Die Befürchtung liegt nahe, dass viele Seeleute nach ihrer Heimkehr der personell notorisch klammen Marine den Rücken kehren. Dazu kommt, dass durch die teils ein Dreivierteljahr dauernden Einsätze, die Schiffe schlecht gewartet sind. Notwendige Reparaturen dürften Monate, wenn nicht sogar Jahre dauern. Die Anordnung von Donald Trump, moderne Katapulte gegen alte Technologie zu tauschen, kommt für die Marine zur Unzeit.

So wird aktuell die dringend benötigte USS Doris Miller gebaut. Laut einer Analyse von Militärexperten Bryan Clark im Wall Street Journal muss jetzt das schon verbaute elektromagnetische Katapult entfernt und ein Dampfkatapult eingebaut werden. Das ist einfacher gesagt als getan, denn ein Dampfkatapult benötigt eine eigene Infrastruktur – Stichwort Boiler – um überhaupt betrieben werden zu können. Dazu kommt das Problem, dass man erst einen Anbieter finden muss, der überhaupt noch Dampfkatapulte herstellt, schließlich wurde derartige Geräte seit 30 Jahren nicht mehr verbaut. Mit Trumps Anordnung dürfte sich die Indienststellung des Flugzeugträgers bis weit in die 2030er-Jahre verzögern.

Bald 80 Jahre alte Technologie
"Wenn wir Flugzeugträger bauen, wird Dampf für die Katapulte und Hydraulik für die Aufzüge verwendet. Wir werden niemals ein Problem haben", sagte Trump bereits im Vorjahr an Bord des Flugzeugträgers George Washington.

Derartige Katapulte sind notwendig, weil Flugzeugträger trotz ihrer enormen Größe nur relativ kurze Start- und Landebahnen haben, die für einen klassischen Start von modernen Kampfjets nicht ausreichen. Also werden die Flugzeuge in eine Schiene eingehakt von wo aus sie mit dem sogenannten Shuttle beschleunigt werden. Das kann man sich wie eine große Schleuder – oder eben ein Katapult – vorstellen. Moderne elektromagnetische Systeme arbeiten mit Induktion. Das hat den Vorteil, dass Flugzeugträger keine wartungsintensiven Dampfkessel mehr benötigen. Die USS General R. Ford und der chinesische Flugzeugträger Typ 003 verfügen über derartige Technologie.


Französische Seeleute an Bord der Charles de Gaulle warten das Startkatapult.
AFP/YASUYOSHI CHIBA

Dampfkatapulte wurden erstmals 1950 von der britischen Marine eingesetzt und kamen damals auf Flugzeugträgern aus dem Zweiten Weltkrieg, der Essex-Klasse, zum Einsatz. Die Technologie ist also bald 80 Jahre alt. Im Vergleich zum dampfbetriebenen Startsystem weisen elektromagnetische Katapulte weniger bewegliche Teile auf, sind zuverlässiger, kostengünstiger und ermöglichen höhere Geschwindigkeiten. Damit können auch schwerere Flugzeuge als bisher gestartet werden.

Trump: "Dampf ist billig"
Die USS Gerald R. Ford war elf Monate im Einsatz – der längste für einen Flugzeugträger seit dem Vietnamkrieg. Dabei wurden rund 11.000 Flugzeugstarts mit elektromagnetischen Katapulten durchgeführt – mehr, als Flugzeugträger mit Dampfsystemen leisten konnten, warnt Clark.

"Die Besatzung der Ford ist um etwa 500 Matrosen kleiner als die ihrer Vorgängerschiffe, was vor allem daran liegt, dass es sich – abgesehen vom Maschinenraum – um ein vollelektrisches Schiff handelt. Da ältere Flugzeugträger Dampf für die Katapulte benötigten, nutzten sie diesen auch für eine Vielzahl anderer Funktionen auf dem gesamten Schiff – beispielsweise für Kochgeräte und die Wasseraufbereitung", erklärt der Experte. "Die Dampfkraft war im 19. Jahrhundert Spitzentechnologie. Für ein Pentagon, das auf künstliche Intelligenz und autonome Systeme setzt, ist sie die falsche Wahl."

Den US-Präsidenten beeindruckt es nicht. Er nannte als Grund für seine Entscheidung: Dampf ist billig. Es ist nicht das erste Mal, dass Donald Trump sich in das Design von Kriegsgerät einmischt: Bei der Gestaltung eines gewaltigen Schlachtschiffes, der USS Defiant und Typschiff der Trump-Klasse habe der Präsident selbst mitgewirkt, wie Trump stolz verkündete. Davor hat sich Trump ein Neudesign der F-35 gewünscht. Der Grund: Er halte Flugzeuge mit mehr Triebwerken für sicherer.
(Peter Zellinger, 21.8.2026)

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#5
Zur "Entspannung" Zwischenstopp in Thailand:

Landgang in Pattaya
US-Matrosen sollen Tourismus ankurbeln
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Nach mehr als 200 Tagen auf hoher See im Zuge des Iran-Krieges soll der US-Flugzeugträger „USS Abraham Lincoln“ am Mittwoch nahe dem thailändischen Badeort Pattaya anlegen. Viele der rund 5.000 Seeleute und Marinesoldaten an Bord klagten Berichten zufolge über psychische Probleme und unhaltbare Zustände. Mit dem anstehenden Landgang soll sich die Mannschaft erholen. Pattaya hofft, den aktuell sehr schwachen Tourismus anzukurbeln.
Online seit heute, 20.05 Uhr
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Die „USS Abraham Lincoln“ soll am Mittwoch mit zwei Begleitschiffen in Laem Chabang nahe Pattaya anlegen, wie thailändische Behördenvertreter laut Reuters mitteilten. Der Flugzeugträger war am 21. November 2025 vom kalifornischen San Diego ausgelaufen, um im Südchinesischen Meer Dienst zu tun. Er wurde jedoch noch vor den am 28. Februar begonnenen US-israelischen Angriffen auf den Iran in die Krisenregion umgeleitet.

Der monatelange Einsatz des Schiffes in der Region und Berichte über unhaltbare Zustände und psychische Probleme an Bord lösten in den USA Kritik aus. Abgeordnete der oppositionellen Demokraten forderten eine Untersuchung. Vor rund zwei Wochen wurde die „USS Abraham Lincoln“ letztlich von der „USS George Washington“ im Nahen Osten abgelöst.

AP/U.S. Navy
Rund 5.000 Seeleute und Marinesoldaten sind seit über 200 Tagen ohne Landgang auf hoher See

Pattaya kämpft mit schwächelndem Tourismus
In Pattaya hofft man auf einen finanziellen und wirtschaftlichen Aufschwung. Das ehemalige Fischerdorf an der östlichen Golfküste Thailands mit rund 120.000 Einwohnerinnen und Einwohnern hat sich mittlerweile zu einem Tourismushotspot gewandelt, nachdem US-Soldaten während des Vietnam-Krieges dort Zuflucht suchten.

Pattaya kämpft aktuell mit einem starken Rückgang der Tourismuszahlen, wie unter anderem das Onlineportal The Pattaya News berichtete. Der Rückgang sei vor allem auf globale wirtschaftliche Belastungen, steigende Flugpreise sowie höhere Treibstoffkosten im Zusammenhang mit dem Nahost-Konflikt, aber auch auf andere Reisevorlieben zurückzuführen.

„Noch nie so schwaches Jahr erlebt“
„Als wir die Nachricht hörten, dass ein Kriegsschiff der US-Marine in Pattaya anlegen würde, gab uns das Hoffnung“, sagte Lisa Hamilton, Vorsitzende der Pattaya Nightlife Business Association. Sie lebe „seit mehr als 20 Jahren in Pattaya und habe noch nie ein so schwaches Jahr wie dieses erlebt“, sagte Hamilton laut Reuters.

Jeder Angehörige des US-Militärs könnte täglich 1.000 bis 3.000 Baht (rund 26 bis 78 Euro) ausgeben, je nachdem, wie lange er an Land bleibt und ob er dort übernachtet, sagte Pattayas Bürgermeister Poramet Ngampichet gegenüber Reuters. Der Landgang erfolgt in der Regel gestaffelt, was bedeutet, dass nicht alle Matrosen gleichzeitig von den Schiffen gehen. „Das dürfte kurzfristig dazu beitragen, die Wirtschaft in Pattaya anzukurbeln“, so Ngampichet.

Images/Fokkebok
Der beliebte Touristenort Pattaya kämpft in der Nebensaison gegen die Flaute

Die wirtschaftlichen Auswirkungen auf Pattaya, das über 300.000 Zimmer verfügt, würden zum Teil auch davon abhängen, wo die Besatzungsmitglieder ihre Zeit verbringen werden. Einige von ihnen könnten in die Hauptstadt Bangkok reisen, sagte Thanet Supornsahasrungsi, Präsident des Tourismusverbands der Provinz Chonburi, in der Pattaya liegt, zu Reuters.

Verstärkte Kontrollen in Rotlichtszene
Befürchtet wird jedoch auch, dass viel Geld in die Rotlichtszene Pattayas fließen könnte. Die US-Bundespolizei FBI bezeichnete die Stadt vor einem Jahrzehnt als „eines der weltweit größten Ziele für Sextourismus“. Prostitution ist in Thailand zwar illegal, doch trotz gelegentlicher Razzien ist die Sexindustrie in Touristenzentren wie in Teilen Bangkoks und auch Pattayas offen sichtbar.

Im Vorfeld der Ankunft bereitete die Polizei Pattayas zusätzliche Patrouillen um die Promenade und das Ausgehviertel vor. Verstärkt werden auch Kontrollen bei Prostitution vorgenommen, zuletzt wurden 40 bis 50 Personen wegen Prostitutionsverdachts festgenommen, wie die Behörden mitteilten.

Reuters/Chalinee Thirasupa
Pattaya gilt als eines der führenden Ziele für Sextourismus

„Wir tun unser Bestes, aber es ist schwierig“, sagte der Polizeichef von Pattaya, Anek Srathongyoo, am Montag und erklärte, dass Prostituierte möglicherweise in öffentlichen Bereichen Kunden anwerben könnten, ohne dass die Polizei und andere Behörden davon Kenntnis hätten.

Experte warnt vor Ausbeutung und Krankheiten
Pipatpong Fakfare, außerordentlicher Professor an der Fakultät für Geisteswissenschaften und Tourismusmanagement der Universität Bangkok, warnte gegenüber Reuters zudem vor der Zunahme sexueller Ausbeutung sowie sexuell übertragbarer Krankheiten. Zudem wies er auf Berichte über Stress und psychische Probleme der Besatzung der „Abraham Lincoln“ hin, die weitere Besorgnis auslösten.
31.08.2026, flam, ORF.at/Agenturen

Links:
USS Abraham Lincoln (US-Marine)
Pattaya (Wikipedia)

Landgang in Pattaya: US-Matrosen sollen Tourismus ankurbeln
 
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