Projekte zur Herstellung von "Grünen Stahl" in Linz und Donawitz

josef

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#23
Leoben
Voestalpine setzt auf „grüne“ Stahlproduktion
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Ab 2027 will die voestalpine in Leoben Stahl nicht nur im kohlebetriebenen Hochofen erzeugen. Künftig soll Stahl auch in einem elektrisch betriebenen Hochofen produziert werden. Neben dem Bau eines neuen Hochofens wird auch ein Umspannwerk neu gebaut.
Online seit gestern 09.07.2025, , 18.38 Uhr
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Die Erweiterung des Umspannwerkes Hessenberg nahe Leoben und der Neubau des Werkes in Leoben sind Voraussetzung dafür, dass die voestalpine schon in zwei Jahren Stahl elektrisch erzeugen kann. Am Mittwoch fand am Gelände in Leoben eine Begehung statt, dabei hieß es, dass man mit dem Bau des neuen Umspannwerkes zeitlich im Plan liegen würde.

30 Prozent weniger CO2-Emissionen
Der Strombedarf der voestalpine wird in Leoben um eine Terawattstunde steigen. Das entspricht etwa der Leistung von 75 Windkraftwerken. Umgesetzt werden die Baumaßnahmen der neuen Anbindung Leoben von der Austrian Power Grid APG, erklärte APG-Vorstandssprecher Gerhard Christinger: „Wir investieren hier 118 Millionen Euro, wir sind sehr zufrieden. Wir haben 2024 mit dem Bau begonnen und sollen Ende 2026 damit fertig sein. Die voestalpine will 2027 mit dem neuen Hochofen in Betrieb gehen, es ist alles im Zeitplan.“

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Die Baustelle der voestalpine in Leoben

Mit den Maßnahmen will das Unternehmen einen großen Schritt in Richtung umweltfreundlichere Produktion machen, sagte voestalpine-Vorstand Franz Kainersdorfer am Mittwoch: „Für die voestalpine ist das der erste große Schritt in Richtung Dekarbonisierung, wir werden damit 30 Prozent unserer bisherigen CO2-Emissionen einsparen.“

Energie Steiermark investiert 5,5 Milliarden Euro
Das Umspannwerk Leoben wird unmittelbar über eine Leitungsbrücke mit dem Stahlwerk in Donawitz verbunden sein. Die Fertigstellung des Umspannwerkes soll Ende 2026 erfolgen und nicht nur der voestalpine zugutekommen, betonte der Vorstand der Energie Steiermark, Martin Graf am Mittwoch: "Die Investitionen in Leoben gemeinsam mit der APG führen dazu, dass wir auch eine andere Netzabsicherung und eine andere Verstärkung durchführen können.

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Diese Leitungsbrücke verbindet das Umspannwerk Leoben mit dem Stahlwerk in Donawitz

Am Ende des Tages bringen wir den Strom zu den Haushalten, zur Industrie und zum Gewerbe, es ist wichtig, dass es diese gute Zusammenarbeit mit der APG gibt." Insgesamt investiert die Energie Steiermark laut eigenen Angaben in den kommenden zehn Jahren 5,5 Milliarden Euro in die Energietransformation. Dazu zählt neben Netzerneuerungen auch der Bau von Photovoltaik- und Windkraftanlagen.
red, steiermark.ORF.at
Voestalpine setzt auf „grüne“ Stahlproduktion
 

josef

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#24
Neue Pilotanlage für „grünen Stahl“ in Linz
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Die voestalpine, der Anlagenbauer Primetals Technologies und der Bergbau-Riese Rio Tinto starten in Linz ein gemeinsames Forschungsprojekt, das wasserstoffbasierte Direktreduktion von Eisenerz mit einem elektrischen Schmelzprozess verbindet. Am Donnerstag war Spatenstich für die Hy4Smelt-Pilotanlage am Linzer voestalpine-Gelände.
Online seit heute, 12.50 Uhr
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Die Inbetriebnahme soll 2027 erfolgen, das Projekt bis 2030 laufen. Der Stufenplan der voestalpine zur Transformation ihrer Stahlproduktion („greentec steel“) sieht vor, dass ab 2027 je ein – mit Strom aus erneuerbaren Quellen betriebener – Elektrolichtbogenofen in Linz und Donawitz in Betrieb gehen soll, bis 2050 will man die Produktion komplett auf CO2-neutral umstellen. Um dieses Ziel zu erreichen, „forschen wir gemeinsam mit Partnern aus Industrie und Wissenschaft bereits an mehreren neuen Verfahren“, so voestalpine-CEO Herbert Eibensteiner.

Gesucht werden „Breakthrough“-Technologien zur CO2-neutralen Stahlerzeugung auf Basis grünen Wasserstoffs. Die neue Anlage sei kein Ersatz für den künftigen Elektrolichtbogenofen, betonte er. „Die Frage bei der Anlage ist: kann sie so reinen Stahl erzeugen, dass er gleich ins Stahlwerk kann?“ Und es gehe darum, zu testen, „ob die Prozesse funktionieren und wirtschaftlich darstellbar sind“.

Pilotanlage im industriellen Maßstab
Hy4Smelt soll die laut Unternehmen weltweit erste Demonstrationsanlage im industriellen Maßstab werden, die wasserstoffbasierte Direktreduktion (Hyfor) und einen elektrischen Schmelzprozess (Smelt) verbindet. Unter Reduktion versteht man im Wesentlichen die Umwandlung von Eisenerz in Roheisen. Dafür wird normalerweise Koks verwendet. Bei der Direktreduktion mit Wasserstoff entfällt das, was den Prozess deutlich energieeffizienter und umweltfreundlicher macht.

Grafik APA; Quelle: voestalpine/Wirtschaftsvereinigung Stahl

Die Hyfor-Technologie von Primetals kommt bereits seit 2021 am steirischen voestalpine-Standort Donawitz in einer Pilotanlage zum Einsatz. Nun soll der Prozess in Linz im industriellen Maßstab betrieben und mit dem – ebenfalls von Primetals entwickelten – neuen Smelter kombiniert werden: In einem zweiten Schritt werden Eisen bzw. Eisenschwamm darin eingeschmolzen und dabei die Schlacke abgetrennt. So entstehen hochqualitatives Roheisen, das weiterverarbeitet werden kann und „nahezu CO2-frei“ ist, wie Alexander Fleischanderl, CTO und Head of Green Steel bei Primetals Technologies, erklärte, und Schlacke. Letztere finde als Rohstoff in der Zementerzeugung Verwendung und helfe auch dieser Branche bei der Dekarbonisierung. Für Hy4Smelt hat Primetals eine strategische Partnerschaft mit der Mitsubishi Corporation als Co-Investor geschlossen.

Kosten von 170 Mio. Euro
Rio Tinto wird 70 Prozent des benötigten Eisenerzes für die Anlage bereitstellen und technische Unterstützung für das Projekt leisten. Rafael Azevedo, General Manager Iron Ore Sales and Marketing Atlantic bei Rio Tinto, ist überzeugt, dass das Projekt „vielversprechendes Potenzial für die nachhaltige Weiterentwicklung der Stahlindustrie“ berge. Insgesamt kostet das Projekt 170 Mio. Euro. Je 42 Mio. kommen von der voestalpine und Primetals, 18 Mio. Euro von Rio Tinto. 68 Mio. Euro sind Förderungen – 16 Mio. von der EU, der Rest aus Österreich.
25.09.2025, red, ooe.ORF.at/Agenturen
Neue Pilotanlage für „grünen Stahl“ in Linz
 
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