Reichsbahn in Österreich - allgemeine Themen (Normalspur)

josef

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#41
Ist es möglich das in Hauskirchen die Ofenanlage zerstört und dort am Gelände aufgeschüttet wurde,habe mir das Waldstück angesehen und nichts mehr gefunden,ausser einige Gas-Ölleitungen die im Erdboden lagen oder aus einer Böschung rausstanden.(Vorrausgesetz die Anlage war zt.aus Ziegel)
Hallo Harry,
das Gelände mit den Resten der Ofen-Anlagen Hauskrchen war schon 2000 in ähnlichen Zustand wie bei meinem letzten Besuch im Vorjahr! Nehme an, dass bis auf die paar Rohre, Beton- und Ziegelreste alles übrige schon von den Russen, die ja bis 1955 das Sagen im Ölrevier hatten, "entsorgt" wurde. Von den Verladegleisen an der Bahnstrecke ist ja auch nichts mehr zu erkennen, ebenso von den ehemaligen 2 großen Tanks und einer Reihe kleinerer Behälter auf den Feldern zwischen Bahnstrecke und Zufahrtsweg. Nehme an, dass auch die Splitterschutzzelle (Beobachtungsbunker) noch vorhanden ist...?

lg
josef
 

josef

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#44
@Cerberus9 , :danke für die Infos!
Hauskirchen:
Na ja, so bleibt die Splitterschutzzelle wenigstens erhalten, in Hauskirchen wäre sie vielleicht einmal verschwunden, wenn's die "Grube" zugeschüttet hätten...

Zu den ÖBH-Bildern aus Göpfritz:
Die Fotos der Entladung der Jäger aus Nordslowenien und der St.Eiermark sind dort aufgenommen worden. Die Bilder der Welser Leos stammen aber von der ÖBH-AB in Wurmbach, direkt am Tüpl-Gelände, dort wo die FJ-Bahn zwischen den Bahnhöfen Göpfritz und Allentsteig einige Kilometer durch das Tüpl Areal führt. Diese Anschlussbahn wurde erst zwischen 1970 -u. 80 errichtet. Während des Krieges war anscheinend nur Göpfritz Ent- und Verladebahnhof für den Tüpl...?

lg
josef
 
#45
Hallo Josef!

Bin heute ebenfalls in Göpfritz gewesen und habe mich auf dem Bahnhofsareal umgesehen. Auf der südlichen Seite der Geleise (nach dem Bahnhofsgebäude) befindet sich eine Verladerampe, die möglicherweise auch aus der Kriegszeit stammt. Zumindest ist diese mit Kopfsteinpflaster befestigt und mißt ca. 10-15 m in der Breite und ca. 100 m in der Länge (siehe Fotos).

Ich stelle weiters einen Ausschnitt aus der Tüpl-Karte von 1943 ein, die den Bahnhof und die Abzweigung der Bahn in den Tüpl zeigt. Diese Trasse wurde aber abgetragen, da heute nur mehr der Bahndamm existiert (siehe Fotos).

Den Damm hatte ich beim Vorbeifahren auf Grund des Durchbruchs anfänglich für den Schutzwall zu einem RAW gehalten. Der Durchbruch dürfte aber erst nach Abtragen der Geleise geschaffen worden sein. Er ermöglicht die Durchfahrt zu der dahinterliegenden Wiese und ein Wassergraben führt durch.

Im dahinterliegenden Waldstück habe ich vor Jahren einmal Betonpfeiler vorgefunden, die wie Brückenpfeiler angeordnet waren. Werde ich bei Gelegenheit wieder mal erkunden, ob die Dinger noch da sind und Fotos machen. Man muß aber aufpassen, daß Ganze ist "haarscharf" an der Grenze zum Tüpl-Sperrgebiet!!!
 

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josef

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#47
Verladerampen Bf. Göpfritz

@Woodquarter :danke für die Fotos!
Stimmt, die Rampe stammt auch aus der Zeit des WKII, war damals nur auf der N-Seite unterwegs.

Siehe Gleisplan aus 1943, Quelle: "Reichsbahndirektion Wien" ISBN 3-7002-0620-8 von Alfred Horn
 

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josef

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#48
AB Tüpl ?

@Woodquarter schrieb:
Ich stelle weiters einen Ausschnitt aus der Tüpl-Karte von 1943 ein, die den Bahnhof und die Abzweigung der Bahn in den Tüpl zeigt. Diese Trasse wurde aber abgetragen, da heute nur mehr der Bahndamm existiert (siehe Fotos).

Den Damm hatte ich beim Vorbeifahren auf Grund des Durchbruchs anfänglich für den Schutzwall zu einem RAW gehalten. Der Durchbruch dürfte aber erst nach Abtragen der Geleise geschaffen worden sein. Er ermöglicht die Durchfahrt zu der dahinterliegenden Wiese und ein Wassergraben führt durch.
Kann auf der Karte (übrigens nochmals DANKE!) nicht unbedingt eine AB erkennen.

ROT => der Damm quer zur Talsenke dürfte eher zu einem Hochwasserrückhaltebecken gehören, ist aber kein Gleis eingezeichnet.
GRÜN => könnte von der Struktur her eine Gleistrasse sein...? Eingezeichnete "Stärke" der Linie deutet aber eher auf Feld- oder Fahrweg...

Oder habe ich in der Eile etwas übersehen?
 

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#49
Hallo Josef!

Bewundernswert, wie du die Dinge immer wieder ganz logisch und klar deutest. Das sind halt doch unbezahlbare Jahre der Erfahrung!:danke

Leider bin ich bei meinen Recherchen oft zu ungeduldig, was zu falschen Schlüssen führt; im Nachhinein ist dann eh vieles klar. Zeitmangel ist halt auch so eine Sache, die da mitspielt.

Den Damm habe ich wegen ein paar herumliegender Bahnschwellen gleich zum Bahndamm erklärt; obwohl als Rückhaltebecken scheint mir das Ganze zu überdimensioniert. Bei der nächsten Begehung vor Ort nehme ich mein Kartenmaterial mit, da ich diesen Damm mit der dahinterliegenden Bahntrasse verwechselt habe. Diese liegt aber glaube ich schon im Sperrgebiet.
 
#50
Habe eine aktuellere Karte hervorgekramt und siehe da, der Damm ist tatsächlich auch da nur als "künstlicher Damm" eingezeichnet; da war wirklich nie eine Bahntrasse. Obwohl, wenn man davorsteht tippt man sofort auf einen Bahndamm, auch wegen der herumliegenden Bahnschwellen. Vielleicht war ja auch eine andere Verwendung angedacht, oder es ist wirklich nur ein Damm eines riesigen Wasserrückhaltebeckens. Ich hoffe ich finde noch Zeitzeugen um das abzuklären. Jedenfalls hat sich zu Wehrmachtszeiten ordentlich was abgespielt in und um Göpfritz!
Im Anhang ein Kartenausschnitt!
lg Woodquarter
 

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#51
War da doch eine weitere Bahntrasse geplant??

@Woodquarter schrieb:

Kann auf der Karte (übrigens nochmals DANKE!) nicht unbedingt eine AB erkennen.

ROT => der Damm quer zur Talsenke dürfte eher zu einem Hochwasserrückhaltebecken gehören, ist aber kein Gleis eingezeichnet.
GRÜN => könnte von der Struktur her eine Gleistrasse sein...? Eingezeichnete "Stärke" der Linie deutet aber eher auf Feld- oder Fahrweg...

Oder habe ich in der Eile etwas übersehen?
Interessante Angaben dazu in der Chronik von Göpfritz:
"1939 wurde der Bahnhof Göpfritz in Göpfritz-Döllersheim umbenannt. Wegen der vielen Truppentransporte wurden die Gleisanlagen erweitert, zwei große Verladerampen gebaut, nach Westen der Unterbau für ein 3. Geleise geschaffen und weiter im Wald eine Bahntrasse zum geplanten Munitionslager ausgeschlagen."

Welches Munitionslager ist da gemeint? Kann die erwähnte Bahntrasse der Damm sein, oder ist damit nur die später errichtete Abzweigung nach Wurmbach gemeint???
 

josef

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#52
Göpfritz

@Woodquarter: Nochmals :danke
Welches Munitionslager ist da gemeint?
Habe den Ausschnitt Deiner Tüpl-Karte aus 194x nochmals genauer angesehen:

Siehe da mal den Hinweis im Feld ROT: Gelände der H.Ma.Göpfritz => Gelände der Heeres Munitionsanstalt Göpfritz

Nicht ganz klar komme ich mit der Bezeichnung im Feld BLAU: H.N.Ma Döllersheim => von der Struktur her könnte es ebenfalls ein Mun-Lager sein, aber was bedeutet das N. ?
 

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josef

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#53
Nachnutzung von Görings Salonwagen

Starte wieder einmal den Versuch, im Keller Ordnung in das Regal mit den überlebenden Zeitschriften aus meiner Jugendzeit zu bringen. Ist jedenfalls ein Langzeitprojekt, da die Zeitschriften, Broschüren usw. durchgeblättert bzw. manche Artikel gelesen werden wollen :D:D:D :lesen:

Die Österreich-Ausgaben von "hobby" hatten so ca. 1969 - 1971 einige Zusatzseiten mit speziellen Österreich-Themen. So auch das Heft v. März 1969 mit dem Titel "Görings Salonwagen als fahrender Computer":
 

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S

schnellbahner

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#55
Hallo hätte da einige Dateien die euch vielleicht interessieren. Habe dies vom ÖBB Entmienungsdienst zugespielt bekommen. Wenn ihr möchtet stell ich da etwas Online

lg Schnellbahner
 
S

schnellbahner

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#57
Ja also nicht direkt einen Eigenen aber eine Eigene Abteilung für Kriegsrelikte oder so! Heißen tut das ganze ÖBB EOD was das jetzt ausgesprochen heißt, weiß ich nicht.

also ich hab da einmal einen Plan von Salzburg wo noch Munition/Bombenreste sein könnten

SBG Plan

dann eine Übersichtskarte für Österreich

Bombenangriffe

Funddokumentation beim Umbau des Bhf. Wien Meidling

Meidling.doc

Luftangriffe auf Österreich im II. Weltkrieg

Excel-Datei

Berichterstattung Hangbrücke Limberg - Maissau (Vergrabener-Versorgungszug)

Word-Datei

Ich hoffe ich kann damit Dienen

Lg schnellbahner
 

josef

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#58
@Schnellbahner :danke für die Unterlagen! Beim schnellen "Überfliegen" der Karte mit den Angriffsdaten stellt ich deren Unvollständigkeit fest:

Z.B. fehlen Angriff auf Bf. Traismauer, Bf. Krems usw. ...

lg
josef
 
H

hebbel

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#60
Auszug aus einem Residenturreport via Agentenbericht.

1. Fahrt Verona - Brenner - Innsbruck - Wien 13./14.12.44.

Die Strecke Verona - Brenner war zu diesem Zeitpunkt zwischen Trient und Bozen unterbrochen und nicht benützbar. Der Wehrmachtreiseverkehr wurde durch Lkw bis Bozen durchgeführt. Von Bozen zum Brenner verkehrt täglich 2 Militär und 2 Zivilzüge. Der Güterverkehr hatte am 13.12.44 einen Auslauf von Bozen in Richtung Brenner 17 G-Züge 3 Trp. Trsp. Nach Aussage dt. Bhf. Of. Bozen ist der normale
Tagesdurchschnitt von und zum Brenner mit 16 - 20 G-Zügen anzugeben. Zwischen Bozen und Innsbruck wird zur Zeit an einzelnen Ausweichbrücken gebaut. So bei Sterzing. Der Bhf. Innsbruck wurde am 15. und 16.12.44 schwer bombardiert und nach Aussage Bhf.Streife für mindestens 20 Tage ausser Betrieb gesetzt. (Bei meiner Rückfäht am 22.12.44 war noch nicht einmal ein Geleise betriebsfertig, da die seit einem Jahr für Bahnrep. bei Innsbruck angesetzten 400 ausl. OT Arbeiter seit 2 Monaten in Südtirol zum Stellungsbau eingesetzt sind, und die Ausbesserungsarbeiten in Innsbruck jetzt nur durch Teile der Innsbrucker Garnison durchgeführt werden können). Die direkte Verbindung Brenner-München ist allerdings durch dieses Bombardement nicht gestört worden, da das seit langem in Bau befindliche Ausweichgeleise Wilten-Hall in Tirol, das Anfang Dez. fertiggestellt worden war, nicht getroffen wurde. Jedoch ist der Durchgangsverkehr zum Arlberg und nach Garmisch-Partenkirchen völlig unterbochen. Die Strecke Innsbruck-Wörgel-Bischofshofen-Selztal-Amstetten-Wien ist zur Zeit intakt und wird für den Durchgangsverkehr an Stelle der normalen Hauptstrecken übel Salzburge-Attnang-Puchheim-Linz die durch die neuerlichen Angriffe auf den Salzburger Hbf. sowie auf die Verschiebebahnhöfe Wels und Linz-Neumünchen, sowie St. Valentin nunmehr schon seit über drei Wochen unterbrochen ist, benützt.

2. Belegung einiger wichtiger Bahnhöfe der Strecke Innsbruck-Selztal-Linz, soweit übersehbar.

Hall i. Tirol: 7 G-Züge, 3 Trp-Trsp. (alle Richtung Italien), vermutlich Geb. Jäger der WSS.

Wörgl: 9 G- Züge, teilweise mit ital. Beutegut beladen, 1 Trp¬Trsp. Richtung Innsbruck, schwere Flak (4 Geschütze 15,5) etwa 16 besch. dt. E-Loks.

Saalfelden: 8 G-Züge ungarischer Herkunft, durchwegs beladen mit ungar. Kfz. scheinbar auf Dauer abgestellt. Lok-Halle leer, 4 G-Züge. Schwarzach-St. Veit: 5 G-Züge, 3 Trp-Trsp., Vermutl. Richtung Kärnten, einer davon sicher Leibetandart AH.

Bischofshofen: Bhf. wegen Ausfall Strecke Salzburg-Linz überbelegt, grosse Anzahl von G-Zügen (über 15 gezählt) auf Abstellgeleisen. Nach Aussage dt. Bhf. Beamten grosser Dampflok-Mangel unser Zug musste mehrere Studen auf Lok. warten.

Selztal: 7 G-Züge, davon 4 spezial Erz.Trsp. Züge.

Amstetten: grössere Anzahl ungar. besch. Loks. 4 ungar. G-Züge mit Räumungsgut.
Auf der Strecke Amstetten-Wien konnte fast alle Stationen grössere Mengen teilweise beladener, teilweise leerer abgestellter ungar. Waggons festgestellt werden, ferner insgesamt 7 Pers-Züge mit ungar. Flüchtlingen, ferner auf Bhf. Neulengbach 1 ungar. Pz-Zug leicht besch. sichtlich durch Art. Beschuss.

Bahnhofsgelände Wien-Westbhf. und Vorortebhf. der Westbahnstrecke: Grössere Mengen von abgestellten ungar. Loks. Güter- und Pers. Wagen (so über 80 ungar. Schlafwagen), ferner mindesten 6 Trp. Trsp. davon 2 sicher als Ersatz für 44.I.D. festgestellt. Unser Zug kam in Wien mit 980 Min. Verspätung an.

Dieter
 
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