Reichsbahn in Österreich - allgemeine Themen (Normalspur)

josef

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#61
Goerings Salonwagen und Regierungszüge

Hätte fast übersehen, Fred :danke zu sagen für den Link!

Weiter zum Thema:
Habe aus Berichten im EBFÖ in Erinnerung, dass auf den Abstellgleisen der ehemaligen ÖBB-Werke Wörth (St.Pölten-Spratzern) auch noch irgend welche, zu Messwagen umgebaute, ehemalige Salonwagen (Begleitwagen ?) herumstanden (oder noch stehen ?). Vielleicht weiss jemand mehr...?

lg
josef
 

josef

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#62
@hebbel: Ebenfalls ein Dankeschön für den "Reisebericht"...
Die direkte Verbindung Brenner-München ist allerdings durch dieses Bombardement nicht gestört worden, da das seit langem in Bau befindliche Ausweichgeleise Wilten-Hall in Tirol, das Anfang Dez. fertiggestellt worden war, nicht getroffen wurde.
=> siehe "Umgehungsbahn Innsbruck", Karten Bericht #121.
...an Stelle der normalen Hauptstrecken übel Salzburge-Attnang-Puchheim-Linz die durch die neuerlichen Angriffe auf den Salzburger Hbf. sowie auf die Verschiebebahnhöfe Wels und Linz-(Neu)Kleinmünchen, sowie St. Valentin nunmehr schon seit über drei Wochen unterbrochen ist, benützt.
Durch die von den USAF taktisch klug gewählten ständigen Bombardierungen der wichtigen Knotenbf. dieser Strecke, kam es zu erheblichen Behinderungen auf den wichtigen Nachschub-Fernlinien München-Salzburg-Linz-Wien sowie der Donauachse Regensburg-Passau-Wels-Linz-Wien.Aber auch die Rüstungswerke entlang dieser Achse im Raum Wels, Linz, St.Valentin und Steyr litten neben den direkten Angriffen auf die Betriebsanlagen indirekt schwer unter den ständigen Zerstörungen der Bahnanlagen! => Versorgung mit Rohstoffen und Vormaterialien (Erz- und Kohle usw.), Abtransport der Halbfabrikate z.B. Panzerwannen und Türme von Linz zur Montage im Ni-Werk St.Valentin, Auslieferung fertiger Panzer vom Ni-Werk usw. ...

Auch die Engpässe in der Treibstoffversorgung im angesprochenen Großraum führten zum Teil auf die zeitweise Unbefahrbarkeit der Bahnstrecken zurück! So konnten die in den Stollen von "Zement A" in Ebensee bombensicher installierten Raffinerie- und Weiterverarbeitungsanlagen "Ofen XXIII-XXX, Taube I und Dachs II" sowie die obertage errichtete Anlage "Iltis" nie voll produzieren. Die Zufuhr der zur Verarbeitung benötigten Rohölmengen aus dem "Zistersdorfer Revier" wurde durch die Angriffe laufend unterbrochen!

Soweit eine kurze, unvollständige und oberflächliche Darstellung der Situation des Bahnbetriebes in den letzten Kriegsmonaten im Bereich Salzburg - Amstetten.

Übersichtsskizze der im Agentenbericht angesprochenen Streckenabschnitte von Bischofshofen bis Amstetten: (Quelle: ÖBB-Streckenübersicht aus 1980)
Orange: Vor- und nachlaufstrecke der Reise
Grün: Umleitungsstrecke
Rot: Gesperrter Abschnitt.
 

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hebbel

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#63
Danke Josef.
Entschuldigung. Ich muß mich korrigieren:
Ich ziehe den von mir verwendeten Terminus "Agentenbericht" in aller Form zurück, da ich zwischenzeitlich die "Quelle" identifizieren konnte und den österreichischen Widerstand in keinster Weise diskreditiert sehen möchte.

Gruß
Dieter
 
F

franz

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#64
Servus Josef !

Ja da gibt es noch ein Paar Fahrzeuge der Reichsregierungszüge (Ex DRB 10282 Aussichtswg. des Herrn AH; 6ax , Ex DRB Salon4ü 10233 des Herrn HG; 4ax) ; Weitere Waggon sind in Österreich sowie in Deutschland auch noch Vorhanden. Ersterer Wagen verm. in Privatbesitz. Ein aufschlußreiches Buch dazu "Regierungszüge" ISBN 3-7654-7070-8


MFG Franz
 

josef

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#65
Ehem. Reichsbahn- u. WM-Fahrzeuge im Museum Mürzzuschlag

Im Teilbereich "Rundlokschuppen" des "Kulturbahnhofes Mürzzuschlag" sind auch einige Draisinen, Kleinwagen und Schienen-LKW's der ehemaligen Reichsbahn bzw. Wehrmacht, ausgestellt:

1. Teilansicht des Bereiches Draisinen und Kleinfahrzeuge.
2. DRB-Kleindraisine Typ C3 - Beschreibung
3. DRB-Kleindraisine Typ C3 - Frontansicht, die rot-weiß-roten Winkelstreifen wurden von den ÖBB nach Kriegsende 1945 angebracht, bei der DRB waren diese Winkelstreifen schwarz.
4. DRB-Kleindraisine Typ C3 - Heckansicht.
5. Offenes "Bahnmeister-Fahrzeug", Winkelstreifen siehe 3.
6. Schienenkranwagen auf FAUN-LKW Fahrgestell.
 

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josef

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#66
DRB-Fahrzeuge Museum Mürzzuschlag - Rest

...und noch einige Schienen-Sonderfahrzeuge der ehemaligen Reichsbahn und Wehrmacht:

7. FAUN - Schienen-LKW der Wehrmacht, Vorderansicht.
8. Detto, Seiten- u. Rückansicht.
9. - 12. Weitere Kleinfahrzeuge.
 

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hebbel

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#67
Freunde, Römer, Ostarrîchi, Eisenbahnfreunde, Josef! :D
Nein. Nur ein klitzekleiner Hinweis, der vielleicht in der Einschätzung der historischen Situation helfen könnte.

Bruck an der Leitha war ein sogenannter "Verteilerbahnhof" der ROGES*, der wohl in diesem Falle wegen der "Räumungsaktionen" aus Magyarország so eingerichtet wurde. In Bruck an der Leitha saß auch eine sogenannte "Richard-Kommission", die wohl diese "Räumungen"** steuerte.

* Rohstoffhandelsgesellschaft. Aber die "kümmerten" sich um alles, was verwertbar war. Vom letzten Schrott, Tierhaaren, Schnittholz, Erzen, bis hin zu Nahrung, Maschinen, Wehrmachtsbeständen, Anlagen, Wertpapieren, Gold, Diamanten und, bei Bedarf, auch um Kunstgut. Dazu war diese Gesellschaft mit wahrhaft fürstlichen Mitteln, ironischerweise wohl aus den "Besatzungskosten" stammend, ausgestattet. Na, und wo hatten sie eine Außenstelle? "Natürlich" in Zell am See.

** Zunächst waren es bei der Besetzung "Beuteaktionen", beim Rückzug aber "Räumungsaktionen".

LG
Dieter
 

josef

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#68
Klärung Zweck AB - Bf. Hausleithen

Die unter den Beiträgen #23 - 28 aufgeworfene und bisher ungeklärte Frage betreffend der am Gleisplan aus 1943 beim Bf. Hausleithen im Tullnerfeld eingezeichneten Anschlussbahn (AB) konnte ich nunmehr klären:
Zitat Markus
...Ich würde spontan sagen, dass diese Geleise für etwas "Besonderes" da waren, etwas das man von der Hauptstrecke sicher fernhalten sollte (=> Sicherungsweichen =>Abstand).

Ich denke also an einen Zusammenhang mit der hiesigen Erdölverarbeitung oder mit den A4-Nachschublagern...
Nichts "Besonderes" - es war eine sogenannte "Raufuttersammelstelle" bzw. ein "Raufutterlager"!
Also schlicht und einfach ein "Betriebsstoffdepot für bespannte Einheiten".. :)
Oder noch einfacher: Stroh- und Heusammelstelle für Pferde und Ochsen... :D

Quelle:
Alfred Horn, Peter Wegenstein; Eisenbahn-Handbuch-Sonderausgabe 2015 -
Die Bautätigkeit der DRB in Österreich 1938-45
; S.159
 

josef

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#69

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#70
Ehemaliger Salonwagen Görings als Messwagen der ÖBB

# 61:
Leider habe ich erst heute den Beitrag 61 (2009 ! ) gelesen, aber ich möchte dazu doch eine Kleinigkeit schreiben:

Es ist richtig, daß der Salonwagen von Goering in den 60iger Jahren bei der ÖBB als Messwagen betrieben wurde. Er war 6 achsig (2 Drehbestelle mit je 3 Achsen), die Lackierung dunkelblau mit grauem Dach, die Beschriftung "Oberbaumeßwagen".
Der Zweck des Wagens war, den Zustand und die Abnützung der Geleise und des gesamten Oberbaus während der Fahrt zu messen und zu beurteilen.
Der Innenausbau mit 6 (oder 8?) Schlafwagenabteilen und einem großen Konferenzraum am Wagenende mit Rundumverglasung. Die Inneneinrichtung (Wände, Türen) waren noch im Originalzustand, mit Mahagoni-Sperrholzplatten verkleidet. Die Schlafabteile waren teilweise als Büro- und Lagerräume umgebaut. Der Wagen wurde scheinbar immer am Zugsende gefahren.
Die Meßeinrichtung bestand aus vielen Sensoren am Fahrgestell (Wegaufnehmern, Beschleunigungaufnehmern, Kraftmeßdosen u.Ä.) und etlichen Meßverstärkern im "Salon". Dort waren in der Mitte des Raumes großformatige Schreiber in einem tischartigen Kasten untergebracht und an der Stirnwand des Salons (vis a vis der Rundumverglasung) eine Unzahl von elektrischen Zählwerken. Diese, beziehungsweise deren Zählerstände, wurde während der Meßfahrten mittels einer großformatigen Polaroidkamera periodisch fotografiert und nachher händisch (!) ausgewertet. Computer gab es damals noch nicht.
Der Heimatbahnhof war (1968/69) Tulln. Die "Erfinder" und Betreiber dieses Meßwagens waren damals Dipl.Ing. Schenkir und Dr. Fleischmann, beide von der ÖBB Generaldirektion, damals Wien 1, Elisabethstrasse.
Wieso ich das so genau beschreiben kann? Ich war damals bei jener Firma beschäftigt, die die Meßgeräte verkauft, geliefert und montiert hat und habe etliche Fahrten mitgemacht. Was aus dem Wagen geworden ist, weiß ich nicht. Er wäre heute ein einzigartiges Museumstück.

Viele Grüße

Wolfgang
 

josef

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#71
Ehemaliger Salonwagen Görings als Messwagen der ÖBB
# 61:
Leider habe ich erst heute den Beitrag 61 (2009 ! ) gelesen, aber ich möchte dazu doch eine Kleinigkeit schreiben:
Es ist richtig, daß der Salonwagen von Goering in den 60iger Jahren bei der ÖBB als Messwagen betrieben wurde. Er war 6 achsig...
...Die Meßeinrichtung bestand aus vielen Sensoren am Fahrgestell (Wegaufnehmern, Beschleunigungaufnehmern, Kraftmeßdosen u.Ä.) und etlichen Meßverstärkern im "Salon". Dort waren in der Mitte des Raumes großformatige Schreiber in einem tischartigen Kasten untergebracht und an der Stirnwand des Salons (vis a vis der Rundumverglasung) eine Unzahl von elektrischen Zählwerken....
Danke für die Beschreibung!
Hier (#53) gibt es im Anhang auch Fotos der Inneneinrichtung des Messwagens aus 1969.
 
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