Zweites Leben für die Pfandflasche
Teil 1:
Das neue Pfandsystem in Österreich ist mittlerweile ein Jahr alt. Vieles davon, was früher mitunter in der falschen Tonne landete, kommt inzwischen wieder in den Recyclingkreislauf zurück. Plastikflaschen gehen dabei unterschiedliche und technisch sehr anspruchsvolle Wege vom Pfandautomaten zurück in den Handel.
Online seit heute, 6.12 Uhr
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Fortsetzung siehe Teil 2:
Teil 1:
Das neue Pfandsystem in Österreich ist mittlerweile ein Jahr alt. Vieles davon, was früher mitunter in der falschen Tonne landete, kommt inzwischen wieder in den Recyclingkreislauf zurück. Plastikflaschen gehen dabei unterschiedliche und technisch sehr anspruchsvolle Wege vom Pfandautomaten zurück in den Handel.
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Die Pfandverordnung trat mit 1. Jänner 2025 in Kraft, sie gilt für Getränkedosen aus Aluminium und Flaschen aus Kunststoff (nicht auf Einweggebinde etwa aus Glas) mit bis zu drei Litern Füllmenge, das Pfand beträgt 25 Cent.
Das Sammelziel im ersten Jahr lag laut dem Verband Recycling Pfand Österreich bei 80 Prozent der verkauften Gebinde, bis 2027 soll es auf 90 Prozent steigen. Der Weg führt über „Flakes“ und „Preforms“ zurück in das Regal.
Strategie gegen achtloses Wegwerfen
Durch achtloses Wegwerfen, „Littering“, landen übrigens laut dem im Oktober veröffentlichten „1. Österreichischen Littering Report“ der Initiative „Österreich sammelt“ jährlich etwa 15.000 Tonnen Müll auf Straßen, öffentlichen Plätzen und in der Natur und müssen eingesammelt werden. Auch das soll mit dem Pfandsystem verhindert werden.
Die Menge entspricht laut dem Bericht dem Müllaufkommen einer Stadt mit 30.000 Einwohnerinnen und Einwohnern. Das Thema regt auch durchaus auf – so wie anfangs das Pfand auch, mittlerweile hat sich das System allerdings eingespielt.
ORF/Patrick BauerDie Österreicherinnen und Österreicher konsumieren nach Schätzungen pro Kopf knapp 145 Liter alkoholfreie Getränke pro Jahr. Ein beachtlicher Teil kommt aus Flaschen aus Kunststoff und Dosen aus Aluminium.
ORF/Patrick Bauer
Laut Zahlen der Wirtschaftskammer (WKO) stieg der Absatz allein an Mineralwasser im letzten Jahr auf fast 700 Millionen Liter bei einem Pro-Kopf-Verbrauch von etwa 84 Litern – mit Spitze im Monat Juli. Was bleibt, sind Millionen leerer Flaschen.
ORF/Patrick Bauer
Der überwiegende Teil der Pfandflaschen aus Kunststoff kommt über Automaten zurück in den Recyclingkreislauf, nur ein Bruchteil wird manuell zurückgenommen. Laut Recycling Pfand Österreich lautet das Ziel im nächsten Jahr: 2,2 Milliarden Stück.
ORF/Patrick Bauer
Die in den Automaten gesammelten Pfandflaschen werden tatsächlich entwertet (durchlöchert) und dann zu Ballen gepresst, hier beim Unternehmen PET to PET Recycling im burgenländischen Müllendorf
Fotostrecke
ORF/Patrick Bauer
Die Ballen werden in der Recyclinganlage zur weiteren Verarbeitung aufgebrochen
ORF/Patrick Bauer
Die Flaschen laufen über mehrere Fließbänder und werden nach Farbe sortiert. Es wird auch händisch nachsortiert, um Fehler auszuschließen.
ORF/Patrick Bauer
Der Grund für die genaue Sortierung des anfangs bunten Gemischs: Es kann immer nur eine Farbe weiterverarbeitet werden, da die gesamte Produktionsstraße entsprechend eingestellt ist. Die anderen Farben sind an einem anderen Tag an der Reihe. Anschließend werden die Flaschen zerkleinert, Kleberreste von den Etiketten werden entfernt. Die Stöpsel müssen außerdem entfernt werden.
ORF/Patrick Bauer
Ab diesem Zeitpunkt sind aus den Flaschen „Flakes“ geworden, die nun noch nach einer Reinigung auf lebensmitteltaugliche Qualität gebracht werden.
Für zwei unterschiedliche Produkte („Recyclate“) kommen zwei Verfahren zum Einsatz: Für „Flakes“ als Endprodukt wird in der Aufbereitung ihre oberste Kunststoffschicht abgelöst, ohne sie aufzuschmelzen. In einem weiteren Verfahren werden die gewaschenen „Flakes“ geschmolzen und zu Granulatkugeln geschnitten. Beide Endprodukte müssen auf 200 Grad Celsius erhitzt werden, damit sie lebensmittelecht sind.
ORF/Patrick Bauer
Polyethylenterephthalat (PET) ist der am häufigsten zur Herstellung von Flaschen verwendete Kunststoff. Gereinigte „Flakes“ („Flocken“), PET-Recyclat, sind nach einem Reinigungsprozess wieder „lebensmitteltauglich“. Verarbeitet werden sie für sich oder kombiniert mit Granulat.
ORF/Patrick Bauer
Die „Flocken“ aus PET können aber auch noch – wie bei PET to PET – zu Granulat bzw. Pellets gepresst und dann weiterverarbeitet werden
ORF/Patrick Bauer
Endprodukt der „Starlinger-Granulierung“. Im ersten Halbjahr wurden in Müllendorf mehr als 18.000 Tonnen PET-Flaschen recycelt – Tendenz mit dem Pfandsystem steigend.
Das Sammelziel im ersten Jahr lag laut dem Verband Recycling Pfand Österreich bei 80 Prozent der verkauften Gebinde, bis 2027 soll es auf 90 Prozent steigen. Der Weg führt über „Flakes“ und „Preforms“ zurück in das Regal.
Strategie gegen achtloses Wegwerfen
Durch achtloses Wegwerfen, „Littering“, landen übrigens laut dem im Oktober veröffentlichten „1. Österreichischen Littering Report“ der Initiative „Österreich sammelt“ jährlich etwa 15.000 Tonnen Müll auf Straßen, öffentlichen Plätzen und in der Natur und müssen eingesammelt werden. Auch das soll mit dem Pfandsystem verhindert werden.
Die Menge entspricht laut dem Bericht dem Müllaufkommen einer Stadt mit 30.000 Einwohnerinnen und Einwohnern. Das Thema regt auch durchaus auf – so wie anfangs das Pfand auch, mittlerweile hat sich das System allerdings eingespielt.
Laut Zahlen der Wirtschaftskammer (WKO) stieg der Absatz allein an Mineralwasser im letzten Jahr auf fast 700 Millionen Liter bei einem Pro-Kopf-Verbrauch von etwa 84 Litern – mit Spitze im Monat Juli. Was bleibt, sind Millionen leerer Flaschen.
Der überwiegende Teil der Pfandflaschen aus Kunststoff kommt über Automaten zurück in den Recyclingkreislauf, nur ein Bruchteil wird manuell zurückgenommen. Laut Recycling Pfand Österreich lautet das Ziel im nächsten Jahr: 2,2 Milliarden Stück.
Die in den Automaten gesammelten Pfandflaschen werden tatsächlich entwertet (durchlöchert) und dann zu Ballen gepresst, hier beim Unternehmen PET to PET Recycling im burgenländischen Müllendorf
Fotostrecke
Die Ballen werden in der Recyclinganlage zur weiteren Verarbeitung aufgebrochen
Die Flaschen laufen über mehrere Fließbänder und werden nach Farbe sortiert. Es wird auch händisch nachsortiert, um Fehler auszuschließen.
ORF/Patrick Bauer
Der Grund für die genaue Sortierung des anfangs bunten Gemischs: Es kann immer nur eine Farbe weiterverarbeitet werden, da die gesamte Produktionsstraße entsprechend eingestellt ist. Die anderen Farben sind an einem anderen Tag an der Reihe. Anschließend werden die Flaschen zerkleinert, Kleberreste von den Etiketten werden entfernt. Die Stöpsel müssen außerdem entfernt werden.
ORF/Patrick Bauer
Ab diesem Zeitpunkt sind aus den Flaschen „Flakes“ geworden, die nun noch nach einer Reinigung auf lebensmitteltaugliche Qualität gebracht werden.
Für zwei unterschiedliche Produkte („Recyclate“) kommen zwei Verfahren zum Einsatz: Für „Flakes“ als Endprodukt wird in der Aufbereitung ihre oberste Kunststoffschicht abgelöst, ohne sie aufzuschmelzen. In einem weiteren Verfahren werden die gewaschenen „Flakes“ geschmolzen und zu Granulatkugeln geschnitten. Beide Endprodukte müssen auf 200 Grad Celsius erhitzt werden, damit sie lebensmittelecht sind.
Polyethylenterephthalat (PET) ist der am häufigsten zur Herstellung von Flaschen verwendete Kunststoff. Gereinigte „Flakes“ („Flocken“), PET-Recyclat, sind nach einem Reinigungsprozess wieder „lebensmitteltauglich“. Verarbeitet werden sie für sich oder kombiniert mit Granulat.
Die „Flocken“ aus PET können aber auch noch – wie bei PET to PET – zu Granulat bzw. Pellets gepresst und dann weiterverarbeitet werden
Endprodukt der „Starlinger-Granulierung“. Im ersten Halbjahr wurden in Müllendorf mehr als 18.000 Tonnen PET-Flaschen recycelt – Tendenz mit dem Pfandsystem steigend.