Russland: Schwimmendes AKW

josef

Administrator
Mitarbeiter
#1


Russland hat heute das weltweit erste schwimmende Atomkraftwerk eingeweiht
Die in St. Petersburg gebaute „Akademik Lomonosow“ ging für die Zeremonie im Hafen von Murmansk vor Anker und wurde der Öffentlichkeit vorgestellt. Dort wird die im Auftrag des staatlichen russischen Konzerns Rosatom gebaute Anlage mit Brennstoff befüllt, bevor sie an ihren Standort in Ostsibirien verlegt wird.

Zwei Reaktoren
Auf dem 144 mal 30 Meter großen Schiff befinden sich zwei Reaktoren mit einer Leistung von 35 Megawatt. Ihre Leistung entspricht etwa der von Antriebsreaktoren von atomar angetriebenen Eisbrechern. Mit seinen Reaktoren kann das Kraftwerk eine Stadt von rund 200.000 Einwohnern mit Energie versorgen.


AP/Dmitri Lovetsky

Das 21.000-Tonnen-Schiff soll im Sommer kommenden Jahres an seinem Standort im Hafen Pewek in der Region Tschukotka rund 350 Kilometer nördlich des Polarkreises festmachen. In Pewek leben rund 5.000 Menschen. Es ist die nördlichste Stadt Russlands. Die neue Atomanlage soll aber vor allem russische Bohrinseln mit Energie versorgen. Russland dringt bei der Ausbeutung von Gas- und Ölvorkommen derzeit tiefer in den arktischen Raum vor.

red, ORF.at/Agenturen
http://www.orf.at/#/stories/2439231/
 

josef

Administrator
Mitarbeiter
#2
Das "schwimmende AKW" liegt derzeit im Nordmeerhafen Murmansk, wo es mit Brennstäben beladen werden soll
Anschließend soll die Anlage Tausende Kilometer in den äußersten Nordosten Russlands bugsiert werden, um ab 2019 die Region Tschukotka mit Strom zu versorgen.
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenAuf Google+ teilen

Das 144 Meter lange und 30 Meter breite Schiff mit zwei 35-Megawatt-Reaktoren soll ab Sommer 2019 im tschukotischen Seehafen Pewek unweit der Beringstraße verankert werden und ein 1970 in Betrieb genommenes Atomkraftwerk sowie ein Kohlekraftwerk ersetzen. Beim Hersteller, dem staatlichen russischen Konzern Rosatom, sprach man am Samstag laut einer Pressemitteilung von einem „bedeutenden Meilenstein für die Nuklearindustrie der Welt“.

Hersteller lobt modernste Technik
„Schwimmende Kernkraftwerke werden die Strom- und Wärmeversorgung der entlegensten Regionen ermöglichen und dadurch ihr Wachstum und nachhaltige Entwicklung fördern“, erklärte der verantwortliche Manager von Rosatom, Witali Trutnew. Er betonte zudem, dass das schwimmende Atomkraftwerk über modernste Sicherheitssysteme verfüge und „voraussichtlich eine der sichersten kerntechnischen Anlagen der Welt“ sein werde.


AP/Dmitri Lovetsky
Mit dem Schiff „Akademik Lomonossow“ sollen russische Außenposten in der Arktis mit Energie versorgt werden

Dabei hatte ein Zwischenfall in der im Bau befindlichen Anlage im vergangenen Juli für Besorgnis in St. Petersburg gesorgt: Durch einen Kurzschluss waren seinerzeit Akkumulatoren in Brand geraten. Die Behörden hatten damals jedoch entwarnt und versichert, dass sich auf der in der Newa verankerten „Akademik Lomonossow“ keine Kernreaktoren befänden.

Greenpeace kritisiert Projekt
Umweltschützer kritisieren das Projekt trotzdem als riskant. Mit Blick auf die Atomkatastrophe von Tschernobyl 1986 warnte die Organisation Greenpeace kürzlich, es drohe die Gefahr eines „Tschernobyl auf Eis“. Wenn diese Entwicklung nicht umgehend gestoppt werde, so heißt es vonseiten der Umweltschützer, stehe die nächste nukleare Katastrophe vor der Tür. Gleichzeitig schließt Greenpeace auch ein Kapern des schwimmenden Atomkraftwerks durch Terroristen nicht aus.


Grafik: APA/ORF.at

Gegenüber dem Schweizer Rundfunk (SRF) erklärten Umweltorganisationen, dass Russland zwar Erfahrung mit Nuklearreaktoren an Bord von Schiffen habe, „trotzdem sind immer wieder Feuer ausgebrochen“. Obwohl die eingesetzten Reaktoren mit 35 Megawatt elektrischer Leistung klein im Vergleich zu einer 1.000-Megawatt-Anlage am Land ist, könne die kleinere, kompakte Bauweise Schwierigkeiten bereiten, erklärte das Ökoinstitut in Darmstadt.

Am internationalen Markt begehrt
Die russische Atomwirtschaft erhofft sich mit ihrem schwimmenden Atomkraftwerk eine gute Ausgangsposition in einem Zukunftsmarkt. Die „Akademik Lomonossow“ soll auch zeigen, dass Russland schwimmende Atomkraftwerke bauen kann. Inzwischen haben schon Länder wie Malaysia, Südkorea, Mosambik, Namibia, Indien und Vietnam Interesse am Kauf von schwimmenden Atomkraftwerken aus Russland gezeigt.


AP/Dmitri Lovetsky
Kritik am Schiff kommt von Umweltschützern, die es als potenzielles „Tschernobyl auf Eis“ bezeichnen

Allerdings vermuten Experten noch einen anderen Grund hinter der Expansion schwimmender Atomkraft. Russland will sich reiche Vorkommen an Öl und Gas sichern, die in der Region um den Nordpol vermutet werden. Zudem werden durch die klimabedingte Eisschmelze neue Schifffahrtsrouten im hohen Norden Russlands frei. Daher stärkt Moskau seine Präsenz in der Region zunehmend militärisch. Auch die USA und andere Anrainerstaaten haben Interesse an der Arktis angemeldet.

Links:
red, ORF.at/Agenturen
http://orf.at/stories/2436046/2436052/
 
#3
finde das ne Gute Idee,entfernte Gegenden mit Energie zu versorgen, die haben hoffentlich ein besseren Standard als die in Tschernobyl
gefahren gibts auch bei einem Normalen Kraftwerk sicher
 

Varga

Mann aus den Bergen
Mitarbeiter
#4
Für mich ist das Schiff ein sehr gefährliches Objekt. Man platziert das Schiff auf dem Ozean gemäss den Wetterbedingungen, Wind etc., am richtigen Ort, und bringe es zur Explosion, und ein ganzer Kontinent ist verseucht
Den Russen traue ich Alles zu.
Auch ist die Russentechnik nicht über allen Zweifel erhaben.

Gruss
Varga
 
Oben