Sammelthread über Schornsteine

josef

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#24
Schlot der ehemaligen "Glanzstoffwerke" in St.Pölten

Mit einer Höhe von 100 m war der 1929 errichtete "Glanzstoff-Schlot" der höchste Ziegelschornstein in Niederösterreich- 1978 wurde der Schlot nach einem Blitzschlag um 14 m gekürzt. Nach der Betriebseinstellung wurde das Bauwerk im Norden der Landeshauptstadt 2009 gesprengt.


Im Hintergrund, links der Mitte ist der 100 m hohe Schlot zu erkennen (Ansichtskarte 1930)
1549458008563.png
Quelle: Ansichtskartensammlung ÖNB ÖNB/AKON Ansichtskarten Online

1. Aufnahme 1990, der niedrigere Schornstein verschwand schon Jahre vorher. (Bildtafel Stadtmuseum St.Pölten)
2. Zufahrt mit Straßenbahngleisen von der Herzogenburger Straße mit Schornstein - 2007
 

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josef

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#25
Lubi der Glanzstoffwerke St.Pölten mit den markanten Schloten aus den 1930iger Jahren:

In Bildmitte der dominante 100 m hohe Ziegelschornstein. Rechts entlang der Fabriksgebäude verläuft die Herzogenburgerstraße und in der rechten unteren Ecke erkennt man die Bahnlinie St.Pölten-Herzogenburg:
1549563685065.png
Bildquelle: Rechtsfreies Foto aus dem ÖNB-Projekt Österreichische Nationalbibliothek Crowdsourcing
 

josef

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#26
Frage zu Bauform von Schornsteinen speziell bei Ziegelwerken

Besonders auf Abbildungen von alten Ziegelwerken fällt mir bei manchen Schornsteinen ein eigenartiger Baustil auf.
Nachfolgend Screenshots einer kleinen Auswahl solcher Schlote von ehemaligen Ziegelöfen:

1549648549400.png 1549648587129.png 1549648621296.png 1549648664814.png 1549648711333.png

Nun meine Frage an die Experten:

- Hat dies nur etwas mit "extravaganter" Ausführung zu tun, um zu zeigen, was man mit Ziegel alles machen kann?
- Wurden aus irgend welchen Gründen die herkömmlichen Schlote später mit einfacher Mauerung aufgestockt?
- Hat diese Form eine Auswirkung auf eine spezielle Feuerungstechnik, Zug der Esse usw. ?

Eure Meinung ist gefragt!
 

josef

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#28
Ehemalige Schlote des Kalkwerkes Ernstbrunn im Weinviertel:

Ein gescanntes Dia aus ca. 1974 mit 2 heute nicht mehr existierenden Schloten des Ernstbrunner Kalkwerkes. Leider schlechte Qualität, musste die "Vorabendstimmung" noch etwas aufhellen, um überhaupt etwas zu erkennen können...

Zu Vergleich dann noch ein Foto aus dem Vorjahr, aufgenommen vom "Oberleiserberg"...
 

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josef

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#29
Korneuburg: Schlot "Verbund"-Kraftwerksblock

Am 24.05.2019 machte ich vom Leopoldsberg (Wien 19.) aus einige Zoom-Fotos vom Kraftwerk Korneuburg.

Am Gelände der ehemaligen Raffinerie Korneuburg befinden sich die Objekte des ab 1957-58 errichteten nur mehr als Reserve dienenden Gas-Kraftwerkes und ein 2015 gebautes Biomasseheizwerk der EVN.

Der 2000 stillgelegte Block mit dem 160 m hohen Schlot des früher mit Schweröl betriebenen Kraftwerkes der "Verbund AG" überragt alle übrigen Objekte und gilt als "Landmark" im Donautal bei Korneuburg:

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1559136942236.png
 
#30
Hütte Linz der "voestalpine Stahl GmbH" - ein Schlot der ehemals 2 je 135 m hohen Kamine der Erzaufbereitung wurde abgebaut

Von den ehemals 2, bereits von den "Reichswerken H. Göring" errichteten, Kaminen der Erzaufbereitung-Sinteranlage wurde in den letzten Jahren 1 Schlot abgebaut, der Zeitpunkt ist mir nicht bekannt.

Bild aus Mitarbeitermagazin der VÖEST AG 2/61
Werkshafen mit Erzkai, links die Erzaufbereitung mit den Schloten der Sinteranlage, rechts die alte, aus RHG-Zeiten stammende Hochofengruppe

1. - 3. Scann von Dias aus 1977 - Vorabendstimmung vom linken Donauufer zwischen Plesching und Steyregg von der B3 bzw. Bild 3. vom Fuße des Pfenningberges aus mit den beiden 135 m Schloten.
4. - 5. Fotos aus Mitarbeitermagazinen der ehem. VÖEST AG (1972, 1977)


Und nun Bilder mit fehlendem 2. Schlot:

6. - 7. Zoombilder vom Linzer Schlossberg aus (08.05.2018), auf der linken Bildhälfte ist der zwischenzeitlich einzelne Schlot zu erkennen.
8. - 9. Und 2 weitere Zoombilder vom Pöstlingberg...(ebenfalls v. 08.05.2018).

Habe hierzu ein Foto vom Abbau gefunden, weiß aber nicht mehr woher ich das hatte - irgendwo im Netz jedenfalls - müsste um 2004 gewesen sein, da hier auch noch der Zustand des Hochofens A vor 2004 sichtbar ist. Ich glaube mit der Neuzustellung des Ofens 2004 wurde auch parallel dieser Kamin demontiert. Das zweite Foto ist von 2003 - hier standen auch noch beide Kamine.

Grüße Sinteranlage schornstein 2.jpg Voest mit Chemie 2003.jpg
 

MHSTG44

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#31
Ehemaliger Schlot der Wäschefabrik Otto Taussig und Co in 1120 Wien

Mein Augenmerk galt dem historischen Überbleibsel im Innenhof der ehemaligen Wäschefabrik, der unscheinbare Schlot den man so kaum in der Umgebung erkennen kann, doch wurden auch die übrigen Gebäude der Fabrik in ein tolles Projekt (Hotel Fabrik) integriert.
Einige Infos auf Schlot.at

Die Geschichte über das Hotel Fabrik verrät folgendes:

Die historischen Mauern des Hotels versprühen ein einzigartiges Flair und erzählen von seiner bewegten Geschichte. In der 1908 von Otto Taussig am Gaudenzdorfer Gürtel gegründeten Wäschefabrik mit charakteristischem Fabrikschlot wurden einst kostbare Textilien hergestellt und bis zu 300 Mitarbeiter beschäftigt. Nachdem die Fabrik im Jahr 1975 schloss, wurde das leerstehende Gebäude im Jahr 1990 von der Familie Wagner übernommen und mit viel Hingabe renoviert. 1998 öffnete die Gaststätte „zur Fabrik“ erstmals ihre Pforten. Einhundert und ein Jahr nach ihrer Gründung, im August 2009, kehrte mit der Eröffnung des Hotels das Leben endgültig wieder in die alte Fabrik zurück.

DSC00238.jpg
 
#32
Linz - ehemaliger Schlot am Gelände der damaligen "Chemie Linz AG" - ehem. "Stickstoffwerke Ostmark"

In der gleichen Dia-Serie aus 1977 wie oben stammen auch 2 Bilder eines heute nicht mehr existierenden Schlotes der Stickstoffwerke/Chemie Linz AG - heute "Chemipark Linz":

1. Der Schlot von der damaligen Zufahrt zur A7 von der Vöest kommend (der untere Teil des Kamins wird von einem auf gleicher Sichtachse stehenden Destillationsturm überdeckt). Die Steyregger-Brücke gab es damals noch nicht und ich musste über die A7 die Donau nach Urfahr queren...
2. Das Gelände der "Chemie Linz AG" vom linken Donauufer aus (B3) mit dem Schlot am rechten Rand.
3. Nochmals das gleiche gescannte Dia-Bild aus 1977, etwas aufgehellt.

Auch bei diesem Schlot ist mir das Datum der Abtragung nicht bekant...

Hello again,

nochmals eine Auflösung zu einem Rätsel von josef:

Dieser Kamin stammte von der ehemaligen Schwefelsäurefabrik am ehemaligen Zementwerk (wo heute Bernegger ist) in der Chemie Linz und wurde Ende 1990 oder Anfang 1991 abgerissen. Foto müsste von der Nähe vom Zacherl aus sein, also Richtung Nord-West des Chemieparks.

Anbei ein Foto aus einem Artikel (Link) aus den OÖN, das diesen Kamin anno 1960 zeigt (im Bild links):



Eine Frage bleibt mir aber noch - gibt es noch mehrere Fotos von dieser Gegend?

Grüße
Ewald
 
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josef

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#33
Klagenfurt: Abschied von einem Wahrzeichen

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Klagenfurt verliert jetzt jeden Tag ein Stück eines 70 Jahre alten Wahrzeichens. Der alte Kamin des Fernheizwerkes wird von oben nach unten Ziegel für Ziegel abgetragen, Ende November soll er ganz verschwunden sein.
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Auf fast 85 Meter geht es für die Arbeiter hinauf. Der neue Kamin für Gasfeuerung steht gleich daneben und ist längst fertig. Später als geplant verschwindet der alte, so Heinz Koch von den Klagenfurter Stadtwerken. Ursprünglich sollte schon im Sommer mit den Arbeiten begonnen werden. Durch die Ausschreibung habe sich alles etwas verzögert, aber es werde sich zeitgerecht ausgehen, dass der Turm bis Ende November ganz entfernt werde, ist Koch optimistisch.

Bei jedem Wetter sind die Arbeiter auf dem Turm. Beim derzeitigen Nieselregen und etwas Wind war es noch angenehm, sagte Kevin Priebernig, angehender Polier: „Das gehört dazu, nur wenn es zu viel regnet gibt es Wetterschicht. Aber wenn das Wetter mitspielt ist das Arbeiten auf der Bühne kein Problem.“

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Der Schlot von unten
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Schlot mit Gerüst


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Von oben wird der Schlot abgetragen


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Drohnenansicht in den Schlot


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Drohnenansicht in den Schlot


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Arbeiten beim Abtragen der Ziegel


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Arbeiter bohrt den Kitt auf


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Arbeiter entfernen einzelne Ziegel


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Arbeitsplatz hoch über Klagenfurt

Großteil wird per Hand abgetragen
Lange wurde darüber diskutiert, wie das Industrie-Relikt verschwinden soll. Sprengen kam nicht in Frage, denn das Gebiet ist zu dicht verbaut. Auch für das Abtragen gab es verschiedene Varianten, sagte Angelika Pausweg von der Bauleitung. „Die erste Variante war, dass wir mit einem Personenkorb in den Schornstein hinein fahren und diesen dann so abtragen. Aus arbeitssicherheitstechnischen Gründen haben wir uns dann dazu entschlossen, dass wir ihn von außen abtragen.“

Stück für Stück, in reiner Handarbeit, werden die Ziegel gelockert und verschwinden im Schlot, der kleiner und kleiner wird. Arbeiter Kevin Priebernig: „Es wird von 85 Meter weg alles mit der Hand gemacht. Wir arbeiten mit sechs Personen auf der Bühne – jeweils mit Schrämmhammer. Wir haben auch zwei Hilfskräfte dabei. Bis 24 Meter wird alles per Hand gemacht, dann mit dem Bagger.“ 70 Jahre stand der Schlot, binnen fünf Wochen wird keine Spur mehr von ihm bleiben.
31.10.2019, red, kaernten.ORF.at
Chronik: Abschied von einem Wahrzeichen
 
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