USA
Jobabbau befeuert Widerstand gegen KI
Der Jobabbau im Zuge des breiteren Einsatzes von künstlicher Intelligenz (KI) geht weiter: Die britische Großbank Standard Chartered kündigte an, über 15 Prozent ihrer Stellen zu streichen und stattdessen auf KI-Agenten zu setzen. Meta, Mutterkonzern von Facebook, will ebenfalls Tausende Stellen streichen. Mittlerweile formiert sich in den USA starker Widerstand gegen KI und auch gegen die dafür nötigen Rechenzentren.
Online seit gestern 19.05.2026, 19.02 Uhr
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USA: Jobabbau befeuert Widerstand gegen KI
Jobabbau befeuert Widerstand gegen KI
Der Jobabbau im Zuge des breiteren Einsatzes von künstlicher Intelligenz (KI) geht weiter: Die britische Großbank Standard Chartered kündigte an, über 15 Prozent ihrer Stellen zu streichen und stattdessen auf KI-Agenten zu setzen. Meta, Mutterkonzern von Facebook, will ebenfalls Tausende Stellen streichen. Mittlerweile formiert sich in den USA starker Widerstand gegen KI und auch gegen die dafür nötigen Rechenzentren.
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Über 7.000 Jobs will Standard Chartered bis 2030 abbauen und damit laut eigenen Angaben die eigene Profitabilität steigern. Das teilte die auf Asien und Afrika fokussierte Bank am Dienstag mit. „Es geht hierbei nicht um reine Kostensenkungen“, so Bankchef Bill Winters. Es gehe darum, „einfache Arbeit“ durch Automatisierung und KI zu ersetzen.
Der deutsche Übersetzungsanbieter DeepL werde gar ein Viertel seiner Stellen streichen, wie CEO und Gründer Jaroslaw Kutylowski vor Kurzem auf LinkedIn postete. Ziel seien kleinere Teams und weniger Hierarchieebenen, um effektiv mit KI arbeiten zu können. Die Mitarbeitenden sollen sich darauf konzentrieren, „was nur Menschen leisten können – wie zum Beispiel unsere Intuition zu nutzen, neue kreative Ideen zu entwickeln und Projekte von Anfang bis Ende zu begleiten“.
Die Wirtschaft verspricht sich viel von KI, das Interesse der Investoren und Geschäftsführungen ist enorm. Ebenfalls am Dienstag erhöhte die Beratungsfirma Gartner die Prognose für weltweite Investitionen in KI für heuer auf 2,59 Billionen Dollar. Im Jänner lag die Prognose noch bei 2,5 Billionen Dollar. Bisher werde das Investitionswachstum von der Technologiebranche getragen, so Gartner, doch es werde mehr und mehr klassische Firmensoftware um KI-Funktionen erweitert.
Tausende Jobs werden bei Meta gestrichen
Das sind nur zwei Beispiele einer Reihe von angekündigten bzw. schon vollzogenen Streichungen von Arbeitsplätzen zugunsten von KI. Am Mittwoch soll die Facebook-Mutter Meta im Zuge eines weitreichenden Umbaus Tausende Kündigungen aussprechen, wie aus einem Dokument vom Montag (Ortszeit) hervorgeht.
Personalchefin Janelle Gale kündigte darin zudem organisatorische Veränderungen an. So sollen 7.000 Personen in neue KI-Projekte wechseln und Führungspositionen gestrichen werden, um kleinere, agilere Teams zu schaffen. Das werde das Unternehmen produktiver machen, so Gale.
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Rasanter Ersatz von Jobs durch KI
Rund 20 Prozent der Meta-Belegschaft sollen laut dem Dokument von dem Umbau betroffen sein, hieß es weiter. Zusätzlich zu den Kündigungen habe der Konzern 6.000 offene Stellen gestrichen. Ende März beschäftigte Meta den eigenen Unterlagen zufolge knapp 78.000 Menschen. Die betroffenen Mitarbeiter sollen unter anderem in Abteilungen versetzt werden, die KI-Agenten entwickeln. Diese sollen dann jene Aufgaben übernehmen, die bis jetzt von Menschen ausgeführt werden.
Widerstand bei Meta und anderswo wächst
Die Pläne stoßen in der Meta-Belegschaft auf großen Widerstand. Mehr als 1.000 Mitarbeitende unterzeichneten eine Petition gegen den Einsatz einer Software zur Erfassung von Mausbewegungen. Diese Technologie soll dabei helfen, KI-Modelle zu trainieren, damit sie menschliche Interaktionen mit Computern nachahmen können. Zudem kritisierten Beschäftigte auf der internen Kommunikationsplattform das Management dafür, Bedenken zum Datenschutz zu ignorieren und wochenlang zu den Entlassungsplänen geschwiegen zu haben.
Die Meta-Beschäftigten sind nicht alleine, wie das „Wall Street Journal“ („WSJ“) berichtete. Der frühere Google-Chef Eric Schmidt bekam das am Freitag bei einer Rede an der Universität von Arizona am eigenen Leib zu spüren, als er davon sprach, dass die „technologische Transformation“ durch KI „größer, schneller und folgenreicher sein wird als alles Bisherige“. Schmidt erntete wie auch andere Sprecher an dem Tag Buhrufe von den Studierenden.
Umfragen zeichnen schlechtes Bild
Der Widerstand gegen KI verfestige sich zunehmend, so das „Wall Street Journal“ unter Berufung auf jüngste Umfragen. Die Befragten äußerten Kritik und Bedenken bezüglich KI, die laut Industrie ihr Leben verbessern sollten. Stattdessen monierten die Befragten unter anderem höhere Kosten für Energie durch die steigende Zahl von Datenzentren und Angst vor Jobverlust. Der Widerstand äußerte sich zuletzt auch in Angriffen wie einem Molotowcocktail vor dem Haus von OpenAI-Chef Sam Altman.
Die Geschwindigkeit, mit der sich die Meinung gegen künstliche Intelligenz und deren Begleiterscheinungen richte, sei laut Meinungsforschern und Historikern bisher unerreicht, so das „WSJ“ weiter. Sie betreffe viele Bereiche, darunter die Politik: Dutzende Gemeinden stellen sich gegen den Bau neuer KI-Rechenzentren, einige Politiker mussten bereits ihren Hut nehmen, nachdem sie dem Bau eines solchen Rechenzentrums zugestimmt hatten.
Die Menschen haben nicht nur Angst um ihre Jobs, auch die Umweltauswirkungen der riesigen Rechenzentren, die enorm viel Strom und Wasser verbrauchen, sorgen für Bedenken. Im oberösterreichischen Kronstorf etwa wird ein Rechenzentrum, in diesem Fall für Google, gebaut. Der Stromverbrauch werde etwa jenem von 900.000 privaten Haushalten pro Jahr entsprechen, so die Einschätzung von Austrian Power Grid (APG). Zum Vergleich: In Oberösterreich gibt es knapp 676.000 Haushalte – mehr dazu in ooe.ORF.at.
Mindestens 48 Projekte für den Bau neuer Rechenzentren im Wert von zig Milliarden US-Dollar sollen 2025 alleine in den USA durch lokale Protestbewegungen gestoppt worden sein. Heuer sollen es bereits 20 sein, so das „WSJ“. Wie die Zeitung weiter schrieb, dürfte ein Gutteil der Firmen, die in KI investieren, auch die Zwischenwahlen in den USA finanziell unterstützen – also zumindest jene Politiker, die ihre Hilfe etwa beim Bau neuer Datenzentren versprechen. Bis in den Herbst – und sicher darüber hinaus – wird die Debatte über KI damit weiter Fahrt aufnehmen.
20.05.2026, red, ORF.at/Agenturen
Der deutsche Übersetzungsanbieter DeepL werde gar ein Viertel seiner Stellen streichen, wie CEO und Gründer Jaroslaw Kutylowski vor Kurzem auf LinkedIn postete. Ziel seien kleinere Teams und weniger Hierarchieebenen, um effektiv mit KI arbeiten zu können. Die Mitarbeitenden sollen sich darauf konzentrieren, „was nur Menschen leisten können – wie zum Beispiel unsere Intuition zu nutzen, neue kreative Ideen zu entwickeln und Projekte von Anfang bis Ende zu begleiten“.
Die Wirtschaft verspricht sich viel von KI, das Interesse der Investoren und Geschäftsführungen ist enorm. Ebenfalls am Dienstag erhöhte die Beratungsfirma Gartner die Prognose für weltweite Investitionen in KI für heuer auf 2,59 Billionen Dollar. Im Jänner lag die Prognose noch bei 2,5 Billionen Dollar. Bisher werde das Investitionswachstum von der Technologiebranche getragen, so Gartner, doch es werde mehr und mehr klassische Firmensoftware um KI-Funktionen erweitert.
Tausende Jobs werden bei Meta gestrichen
Das sind nur zwei Beispiele einer Reihe von angekündigten bzw. schon vollzogenen Streichungen von Arbeitsplätzen zugunsten von KI. Am Mittwoch soll die Facebook-Mutter Meta im Zuge eines weitreichenden Umbaus Tausende Kündigungen aussprechen, wie aus einem Dokument vom Montag (Ortszeit) hervorgeht.
Personalchefin Janelle Gale kündigte darin zudem organisatorische Veränderungen an. So sollen 7.000 Personen in neue KI-Projekte wechseln und Führungspositionen gestrichen werden, um kleinere, agilere Teams zu schaffen. Das werde das Unternehmen produktiver machen, so Gale.
Rasanter Ersatz von Jobs durch KI
Rund 20 Prozent der Meta-Belegschaft sollen laut dem Dokument von dem Umbau betroffen sein, hieß es weiter. Zusätzlich zu den Kündigungen habe der Konzern 6.000 offene Stellen gestrichen. Ende März beschäftigte Meta den eigenen Unterlagen zufolge knapp 78.000 Menschen. Die betroffenen Mitarbeiter sollen unter anderem in Abteilungen versetzt werden, die KI-Agenten entwickeln. Diese sollen dann jene Aufgaben übernehmen, die bis jetzt von Menschen ausgeführt werden.
Widerstand bei Meta und anderswo wächst
Die Pläne stoßen in der Meta-Belegschaft auf großen Widerstand. Mehr als 1.000 Mitarbeitende unterzeichneten eine Petition gegen den Einsatz einer Software zur Erfassung von Mausbewegungen. Diese Technologie soll dabei helfen, KI-Modelle zu trainieren, damit sie menschliche Interaktionen mit Computern nachahmen können. Zudem kritisierten Beschäftigte auf der internen Kommunikationsplattform das Management dafür, Bedenken zum Datenschutz zu ignorieren und wochenlang zu den Entlassungsplänen geschwiegen zu haben.
Die Meta-Beschäftigten sind nicht alleine, wie das „Wall Street Journal“ („WSJ“) berichtete. Der frühere Google-Chef Eric Schmidt bekam das am Freitag bei einer Rede an der Universität von Arizona am eigenen Leib zu spüren, als er davon sprach, dass die „technologische Transformation“ durch KI „größer, schneller und folgenreicher sein wird als alles Bisherige“. Schmidt erntete wie auch andere Sprecher an dem Tag Buhrufe von den Studierenden.
Umfragen zeichnen schlechtes Bild
Der Widerstand gegen KI verfestige sich zunehmend, so das „Wall Street Journal“ unter Berufung auf jüngste Umfragen. Die Befragten äußerten Kritik und Bedenken bezüglich KI, die laut Industrie ihr Leben verbessern sollten. Stattdessen monierten die Befragten unter anderem höhere Kosten für Energie durch die steigende Zahl von Datenzentren und Angst vor Jobverlust. Der Widerstand äußerte sich zuletzt auch in Angriffen wie einem Molotowcocktail vor dem Haus von OpenAI-Chef Sam Altman.
Die Geschwindigkeit, mit der sich die Meinung gegen künstliche Intelligenz und deren Begleiterscheinungen richte, sei laut Meinungsforschern und Historikern bisher unerreicht, so das „WSJ“ weiter. Sie betreffe viele Bereiche, darunter die Politik: Dutzende Gemeinden stellen sich gegen den Bau neuer KI-Rechenzentren, einige Politiker mussten bereits ihren Hut nehmen, nachdem sie dem Bau eines solchen Rechenzentrums zugestimmt hatten.
Die Menschen haben nicht nur Angst um ihre Jobs, auch die Umweltauswirkungen der riesigen Rechenzentren, die enorm viel Strom und Wasser verbrauchen, sorgen für Bedenken. Im oberösterreichischen Kronstorf etwa wird ein Rechenzentrum, in diesem Fall für Google, gebaut. Der Stromverbrauch werde etwa jenem von 900.000 privaten Haushalten pro Jahr entsprechen, so die Einschätzung von Austrian Power Grid (APG). Zum Vergleich: In Oberösterreich gibt es knapp 676.000 Haushalte – mehr dazu in ooe.ORF.at.
Mindestens 48 Projekte für den Bau neuer Rechenzentren im Wert von zig Milliarden US-Dollar sollen 2025 alleine in den USA durch lokale Protestbewegungen gestoppt worden sein. Heuer sollen es bereits 20 sein, so das „WSJ“. Wie die Zeitung weiter schrieb, dürfte ein Gutteil der Firmen, die in KI investieren, auch die Zwischenwahlen in den USA finanziell unterstützen – also zumindest jene Politiker, die ihre Hilfe etwa beim Bau neuer Datenzentren versprechen. Bis in den Herbst – und sicher darüber hinaus – wird die Debatte über KI damit weiter Fahrt aufnehmen.
20.05.2026, red, ORF.at/Agenturen
USA: Jobabbau befeuert Widerstand gegen KI

